Testosteron-Gehäkel

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Wenn Kunst zu sehr auf Effekt zielt, wird sie sehr schnell bedeutungslos.
Wenn Kunst zu sehr bestimmte sexuelle Präferenzen bedient, wird die Zielgruppe deutlich eingeschränkt.
Wenn Kunst dann noch Techniken verwendet, die Menschen mit anderer sexueller Präferenz zugeschrieben wird (also z.B. Menschen mit Menstruationshintergrund), wird sie zu kokett.

Jürg Benningers Arbeiten

Jürg Benningers Arbeiten / Screenshot (Klick vergrößert)

juergbenningerhimselfIch habe da eine Ausstellungsankündigung von Jürg Benninger erhalten und mir die Arbeiten angeschaut. Und finde sie belanglos und affektiert.

Einordnen würde ich die Arbeiten als Rosemarie-Trockel-epigonal, mit etwas Schwulenzauber garniert.
Aber schon mit den Arbeiten von Rosemarie Trockel kann ich wenig anfangen.

Ich finde, auf seine Arbeiten passen meine drei oben genannten Aussagen. Erscheint mir alles zu kalkuliert.

Und wenn ich jetzt etwas polemisch werde, so meine ich doch, daß, wenn Frauen in sog. Männer-Domänen eindringen, gelingt dies meistens weniger oberflächlich, affektiert und aufgesetzt.

Und nun genug der Kunst-Polemik, die Woche hat begonnen und viel Garn erwartet mich ;=)

Vom Faden zum Kunstwerk

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Riho Toomra: Ausstellung zu Herbert Nieblings 110. GeburtstagDen letzte Sonntag in Tallinn habe ich ruhig angegangen, gelesen, Kaffee genossen und dann ein Treffen mit Lizzy. Ich kannte sie bisher nur aus Ravelry, denn sie strickt wunderschöne Dinge, reist viel im Baltikum und lebt in meiner ehemaligen Heimatstadt Hamburg... genug der Gemeinsamkeiten! Wir hatten ein angeregtes Gespräch und stellten noch viele weitere Gemeinsamkeiten fest. Und dann die Überraschung:

Lizzy schenkte mir den Katalog der Ausstellung "From Thread to Art" zum 110. Geburtstag von Herbert Niebling, dem deutschen Meister-Kunst-Stricker. In Riga hatte ich das Plakat der Ausstellung gesehen und es bedauert, daß ich wieder einmal zu spät gekommen war!

Riho ToomraDie Decken wurden alle von Riho Toomra gestrickt, einem wahren Zauberstricker aus Estland. Solch ein Geschenk eine  Woche vor dem Geburtstag, das habe ich gleich weggepackt und für den Gabentisch aufgehoben. 

Riho Toomra, 50 Jahre, hat ein Reisebüro, Metal Travel Agency,  und organisiert Reisen zu HeavyMetal-Festivals, so z.B. nach Wacken, ein martialischer Kerl, den man sich eher mit ölverschmierten Händen denn mit einem Strickstück in der Hand vorstellt. Noch mehr erfährt man hier auf dieser Seite des Menzendorf-Museums in Riga.

Lizzy hat mir dann noch einen Link zu einem Video über ihn geschickt, das ich hier gerne einbette.


Piret Järvis story about Riho Toomra @ Pealtnägija von bigproblem11

Selbstverständlich ist Riho auch bei Ravelry und Facebook und 20 seiner Werke sind bei Ravelry zu bewundern. Und in dem Video, welches in estnischer Sprache ist, kommt dann auch Ulve Kangro, deren Atelier ich hier schon vorgestellt habe, zu Wort.

Wieder einmal durfte ich erleben, welche Verbindungen gemeinsames Interesse schaffen kann, welche Fäden sich zwischen Strickern, Designern, Liebhabern knüpfen.  Und wie bereichernd das ist!

Das Nachhausekommen nach einer solch intensiven Reise, nach so vielen Eindrücken, ist nicht so einfach, da ist das Zuhause-Sein erstmal schwierig. Mir blieb nur wenig Zeit zum Ruhen, denn Feiertage standen an. Zu meinem Geburtstag hatten sich meine Nichte samt Mann, Neffe samt Mann und Schwager und Schwiegermutter aus Madrid angekündigt. Also aufräumen, vorbereiten, hoffen, daß das Wetter hält.

Es hat gehalten. Und der Geburtstag war wunderbar. Ich war von lieben Menschen umgeben und wurde reich beschenkt:

Geburtstagstisch

Mein Geburtstagstisch

Ein Hocker, dessen Bezug an Strickmuster erinnert (obwohl er geflochtene Bänder zeigt), großartige Photo-Bände von William Eggleston, von Lizzy der Katalog zur Ausstellung von Riho Toomra (links oben) und von Frau Wollfrosch ein wunderschönes Nadelspiel-Etui mit Snoopies und Polka-Dots samt kleiner Tasche für Maschenmarkierer und weiteres Kleinteiliges. Und weitere schöne Dinge... Nun bin ich 9x7 Jahre alt und freue mich.

Danke!

Und Herbert Niebling werde ich demnächst hier auf der Wockensolle auch mal einen Beitrag widmen, einige seiner Muster sind wieder aufgelegt worden und können bestellt werden.

Ein strickender Schäfer

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Immer mehr Museen digitalisieren ihre Bestände und stellen diese auch online. Einige der Museen erlauben sogar den Download und die nichtkommerzielle Nutzung dieser Bilder.
Bei einem ersten Blick auf die Bestände der Digital Collection der New York Public Library habe ich diesen strickenden Schäfer gefunden und somit wieder etwas für die Kategorien Kunst und Strickende Männer.

Strickender Schäfer / George Arents Collection

Strickender Schäfer / George Arents Collection

 

Vorurteile

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Men who knit and DOgs who love them

Men Who Knit & the Dogs Who Love Them: 30 Great-Looking Designs for Man & His Best Friend Men who knit and Dogs who love them

Dieses Buch ist mir beim Bestücken meines neuen Bücherregals wieder "unter die Hände gekommen" und ich habe mich wieder einmal darüber und damit amüsiert. Ganz entspannt werden da Modelle für Herr und Hund gezeigt, mit Humor und modischem Bewußtsein.

Aber so entspannt ist es nicht. Strickende Männer werden immerzu mit Vorurteilen konfrontiert, oder kokettieren selbst mit den Vorurteilen gegen strickende Männer.

Ich habe hier auf der Wockensolle schon einige Männerstrickblogs vorgestellt und eine eigene Rubrik "Strickende Männer" eingerichtet.

Nun hat sich gestern Hasret Nakişlari in seinem Blog den Frust des männlichen Strickers von der Seele geschrieben und er hat sehr sehr bedenkenswerte Argumente aufgeführt. In dem Beitrag "was ich schon immer mal sagen wollte" schlägt er den Bogen von Kunden im Wollgeschäft bis zu Redakteuren von Strickmagazinen und zeigt wie unbewußt und permanent Dummheit und Gedankenlosigkeit Hand in Hand gehen.

Ich freue mich über die wunderbaren Arbeiten von Hasret Nakişlari, er bevorzugt orientalische Sockenstricktechniken und Fair Isle und erschafft dabei Zauberhaftes. Er trommelt nicht "Ich als Mann stricke, was bin ich doch so toll" und schreibt auch nicht Bücher  mit Titeln wie "... - Stricken ist männlich: Handfeste Strickprojekte für echte Kerle", das hat er nicht nötig.

Destomehr sollten wir alle seinen Text lesen und uns an die Nase fassen.

Herr Kwasniak strickt in Ückermünde

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in Ückermünde!

Kukuka 2014gerade läuft das zweite Kukuka-Festival und wir nehmen daran teil. KuKuKa bedeutet Kunst / Kultur / Kajüte und ist ein regionales Kulturfestival im Oderdelta / Stettiner Haff. 
Eine deutsch-polnisch-pommersche Gruppe Kulturaktivisten fährt auf zwei Großseglern durchs Stettiner Haff und an den Anlegestellen gibt es dann Festival.  Am Sonnabend hat Heinz in Greifswald die Schiffe beim Auslaufen aus dem Hafen musikalisch begleitet, gestern war das Schiff in Ückermünde und im Kulturspeicher gab es Vernissagen und einen kleinen kulinarischen Höhepunkt. Es wurde ein "Kaffeegedeck á la Pommern"  kreiert (Blaubeerkuchen, Kaffee und Quittenlikör). Ich habe mich natürlich im ganzen Gebäude umgesehen, denn ich war zum ersten Mal dort.

Das Gebäude verfügt auch über einen Regionalladen, in dem kunsthandwerkliche Produkte aus der Region angeboten werden. Auch etliche Erzeugnisse von Workshops, die im Speicher gehalten wurden, werden hier feilgeboten.

Im Regionalladen im Kulturspeicher ÜckermündeSo auch gestrickte Kissenbezüge aus handgesponnener Schafswolle. 
Stolz zeigte mir Herr Kwasniak den von ihm gestrickten Kissenbezug.

Herr Kwasniak und das Schafswollkissen

Den Ausflug nach Ückermünde beendete ein Abstecher an den Strand von Mönkebude, wo man lecker Fisch essen kann. Obwohl schon Ende Mai, war es doch recht frisch und der Wind aus Nordost trieb das Wasser auf dem Haff heftig gegen das Land, eine ungewöhnliche Windrichtung.

Am Haff im Mönkebude

Die Segel-Veranstaltung "Haff-Sail" am heutigen Samstag hat dadurch sicherlich ordentlich viel Wind in die Segel bekommen.

Strickende Männer – Nischenstricker?

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Spitzweg: Es war einmal

Carl Spitzweg: Es war einmal (Der strickende Vorposten)

Beim Wollschaf wurde letzte Woche die Frage nach "nicht-frauen-spezifischen Strick- oder Häkelzeitschriften" gestellt.  Und es antwortete auch ein Herr Maschenbart. Er führt seit Kurzem ein Strickblog, maschenbart.wordpress.com und schreibt dort unaufgeregt und selbstverständlich, mit Humor über das Stricken und andere Dinge des Lebens.  Und auch er sucht wie der Vorposten hier rechts nach Strickern und Anleitungen für Stricker.

Herr Maschenbart setzt sich  mit den Klischees über  strickende Männer auseinander und schildert die Reaktionen, die ihm oft begegnen. Im Beitrag "Wieso denn bloß" stellt er die Frage, ob nicht ein Männer-Handarbeitsblog die Klischees zementiere.

Das möchte ich nicht bejahen. Es gibt MWBs (= MännerWollBlogs). die mit dem Klischee kokettieren und keine Gelegenheit auslassen, sich auf allen möglichen Plattformen zu präsentieren. So wie der MaleKnitter, der angestrengt alle sozialen Netze knüpft und immer als "Sau durchs Dorf" läuft, wie man so schön sagt. Ich vermute mal, er macht "irgendwas mit Medien" und ist da ganz aufgeregt. Aber so richtig schön strickt er trotz allem nicht wirklich.
Andere MWBs habe ich hier ja schon vorgestellt, eine ganze Rubrik dem Thema gewidmet. Und einige MWBs gefunden, die einfach nur gut sind. Dazu zähle ich ab jetzt auch den Herrn Maschenbart mit seinem Blog.

Daß Stricken nicht immer eine fast-nur-weibliche Domäne war und daß in vielen anderen, meist angelsächsischen Ländern Männer ganz selbstverständlich stricken, daß es viele Künstler gibt, die mit Textilien (also auch Wolle) arbeiten, das weiß der Leser / die Leserin meines Blogs ja doch wohl schon ;=)

Also hier nochmal Links zu deutschsprachigen MWBs:

Herr Maschenbart, http://maschenbart.wordpress.com + KnitSomething, http://knitsomething.wordpress.com/ + Lauréus, http://laureus.wordpress.com/

Komisch, alle drei bei wordpress.com ;=)