Nordic Craft Week und andere Themen

Am 1. September begann die Nordische Handwerkswoche - Nordic CraftWeek -, bereits zum zweiten Mal. Sieben nordische Länder haben sich dafür zusammengeschlossen - Estland, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und die Färöer - und als Themenschwerpunkt Nationale Handschuhmuster ausgewählt. Die Webseite dieser Veranstaltung listet die teilnehmenden Organisationen auf und verweist dann auf Facebookseiten, eine schlechte Entscheidung, finde ich.

Der Estnische Handwerks- und Volkskunstverband Eesti Rahvakunsti ja Käsitöö Liit nimmt teil und auf dessen Webseite kann man sich die jeweiligen Handschuhe ansehen und die Anleitungen dafür herunterladen. Die vorgestellten Handschuhe zeigen die jeweiligen nationalen Besonderheiten recht deutlich, und auch die Qualitätsunterschiede....

P.S.: Lettland ist kein nordisches Land, deshalb ist es nicht dabei. Estland ist eigentlich auch kein nordisches Land, hat aber sehr enge Bindungen zu Finnland, deshalb wohl.

Und nun noch ein paar Fundstücke aus den Tiefen der TV-Archive:

  • Xenius: Merino-Wolle
    Das Leid der Schafe für die tolle Wolle
    Ein Beitrag über die Zucht der Merino-Schafe und das Mulesing, etwas naiv, aber trotzdem informativ, bei arte in der Mediathek, noch bis zum 1.12.2019 online verfügbar
  • Der NDR brachte in der Reihe "Nordseereport" einen Bericht über die Orkney-Insel North Ronaldsay, wo die berühmten algenfressenden Schafe leben, In der NDR-Mediathek ist der Bericht noch online (wie lange ist nicht herauszufinden).
    Ab Minute 30:56 beginnt der Bericht.
    Interessant die Aussage des Wollmühlenbetreibers, daß sogar Touristen kämen die mit der Wolle stricken möchten... Das kann ich nur bestätigen...
  • Heute abend bringt der NDR eine Sendung von Mare.tv über Estlands verwunschene Inseln. Dieser Beitrag ist schon öfter gesendet worden, aber wer sie noch nicht kennt, es lohnt sich!
    Man kann den Beitrag aber auch online ansehen...

Ein Jahr auf Kihnu – ein wunderbarer Bericht

Arte.tv brachte am Wochenende eine Dokumentation "Estland: Ein Jahr auf Kihnu / Leben zwischen Leichtigkeit und Schwermut" der Regisseurin Julia Finkernagel.
Eine Langzeitbeobachtung ohne Klisches und Kitsch, ich habe mich sehr darüber gefreut. Als wir letztes Jahr im Sommer einige viel zu wenige Tage auf der Insel sein konnten sind wir dem Filmteam auch begegnet. Das aber nur am Rande.

 

Dieses Video ist bei youtube.com zu finden und auch bei arte.tv.

In der Arte-Mediathek ist der Film bis zum 26.10.2018 vrfügbar, er wird aber noch einmal auf Arte am Sonntag, den 4. November um 11:45 Uhr wiederholt!

Ich freue mich sehr darüber, viele schöne Begegnungen kommen mir wieder ins Gedächtnis und fröhliche Momente. Sehenswert!

Zum (Wolle-)Kotzen…

da hab ich doch was gefunden, was sicher allen Spaß macht:

Wer sich noch an Hitchhiker's Guide to the Galaxy erinnert, wird sicher hieran Freude finden, wer sich nicht erinnert oder es nicht kennt, macht auch nichts.

Ich hab das ja nur als Text-Adventure in den 80ern gespielt, aber diese Variante mit gestrickten Puppen ist auch nicht ohne:

Ein gestrickter Marvin, Wooly Marvin, ich finds zum Kringeln

Was für Frühaufsteher undoder Stricksüchtige

für Video-Recorder ;=)

Morgen um halb sieben in der Früh, genauer gesagt um 06:35 Uhr, sendet der SWR den witzigen Trickfilm "Wollmond" von Gil Alkabetz. 

wollmond - Trickfilm von Gil Alkabetz

wollmond - Trickfilm von Gil Alkabetz

 

wollmond - Trickfilm von Gil Alkabetz

wollmond - Trickfilm von Gil Alkabetz

Die Oma hat schon alles bestrickt, die Katze, den Goldfisch und da bleibt nur der Mond übrig, aber der ist irgendwie nicht so recht bestrickbar ...

Wer keinen Recorder hat, kann ja mal save.tv ausprobieren, einen online-Recorder-Service, ist sehr nützlich.

 

wollmond – Trickfilm von Gil Alkabetz

Und ich stricke jetzt weiter, aber keine Plastiktütenbadevorleger.... und auch keinen Vollmond ...

Filmgeschichte(n)

Im letzten Beitrag habe ich ja den Zeichentrickfilm "The Last Knit" vorgestellt und bin dann zu dem russischen Film "Ostrov" weitergeschweift. Dabei wollte ich eigentlich den strickenden roten Hering vorstellen, Ashley Dale’s Blog, den ich sehr mag. Dort hatte sie in einem Artikel Filme mit "Strick-Bezug" vorgestellt, was ja auch bei mir hier in der Wockensolle schon ein Thema war.

Fanaa - Im Sturm der Liebe

Fanaa - Im Sturm der Liebe

Nachdem ich mir den Zeichentrickfilm angeschaut hatte, schaute ich mich dann nach Fanaa um, einem Bollywood-Film aus dem Jahr 2006, in dem Liebe, Tanz, Schicksal, Terrorismus, der Kaschmir-Konflikt und auch Stricken vereint (oder vermengt?) sind. In der IMDB war dann als Drehort für die Kaschmir-Szenen Polen genannt, was mich sehr gewundert hat. Früher wurden Bergszenen für Bollywood-Filme meines Wissens gerne in der Schweiz gedreht, aber wahrscheinlich ist diese Location inzwischen wohl zu teuer geworden. Nun denn.
Im Kaschmir zu drehen, scheint wohl aufgrund der politischen Lage unmöglich, zu kriegerisch geht es dort zu, in einer der schönsten Gegenden der Welt.
Interessant bei diesem Film ist aber, daß er nicht nur den Terrorismus im Plot behandelt, er selbst wurde zu einem Politikum. Der Hauptdarsteller Aamir Khan äußerte sich auf der Promotionstour im Bundesstaat Gujarat auch zur Umsiedlungspolitik der dortigen Regierung, die beim Bau des Narmada Damms die Bevölkerung äußerst rücksichtslos vertrieb. Diese Äußerungen führten zu einem inoffiziellen Verbot des Films in diesem Bundesstaat, zu Ausschreitungen und Plakatverbrennungen. Nur ein einziges kleines privates Kino-Theater zeigte diesen Film dann doch, aber nur eine Woche lang. Ein Mann, Pravin Joshi, hatte sich aus Protest gegen diesen FIlm im Kino angezündet und starb dann neun Tage später.

Da geht es in diesen Filmen immer um große Gefühle und Verirrungen, aber die Wirklichkeit übertrifft den Film bei weitem. In Gujarat, dem Geburtsstaat Mahatma Ghandis, mit 60 Millionen Menschen, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslims, zu sozialen Unruhen, und eben auch zu Einschränkungen der künstlerischen Freiheit. Daß sich ein Mensch wegen der politischen Äußerung eines Schauspielers selbst verbrennt, ist für uns nicht nachvollziehbar, unfaßbar.

Diese Informationen finden sich übrigens nicht im deutschen Beitrag der Wikipedia. Und auch der SPIEGEL schreibt von Verführungskino, aber nichts über die politische Verführung in dem Land.

Zurück zum Stricken in diesem Film. Sucht man bei Youtube nach Fanaa, findet man zahllose Schnippsel, aber immer nur das in meinen Augen und Ohren schmalzige Gesinge und die tragische Schlußszene, in der Zooni ihren Geliebten, der ein Terrorist ist, erschießt. Nur in einem kleinen Ausschnitt (noch dazu in Handy-.Qualität) fand ich die Hauptdarstellerin stricken.

 Ob das die Stelle ist, die Ashley in ihrem Blog zitiert? Wo Rehan die blinde Zooni mit einem Gedicht umwirbt?

I wish I was a skein of wool–
I wish I was a skein of wool wrapped around her fingers
I wish she’d make a sweater out of me,
Wear me, even in the summer.

Ich kann kein Hindi, aber das Wort Sweater meine ich herauszuhören..


Der Film