pasaules mūzikas – Weltmusik

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Nun geht es morgen auf die Reise und ich darf auf keinen Fall vergessen mir in Riga die neue CD von Auli Ethnotranss zu besorgen. Spätestens seit dem wunderbaren Video zur Winteraustreibung - Metens - bin ich von dieser Gruppe überzeugt. Ich habe in meinem langen Leben mit vielen Musikern aus aller Welt Kontakt gehabt, ihnen zuhören dürfen, Konzerte mit ihnen  veranstaltet, sie auf Festivals getroffen oder kennengelernt - sei es in Peking, in Sibirien, in Tuva, Moskau oder im südlichen Altai-Gebirge. Immer hat mich das Zusammenfinden der Musiker fasziniert und das eso-Kitsch-Weltmusik-Getue der Alternativ-Industrie auch abgestoßen,

Es gibt immer wunderbare Ensembles, die die Musik ihrer Herkunft pflegen, am Leben erhalten oder einfach nur spielen und die offen sind für die anderen Musiken dieser Welt. Die einen Weg finden mit Musikern anderer Musiktraditionen zusammenzukommen und gemeinsam etwas Großes zu schaffen, etwas bei denen jede Musik ihren Wert behält und nicht untergebuttert wird.

Und das können Auli einfach wunderbar. Dudelsack und Trommeln, Maultrommel und Gesang und immer visuell reizvoll in Szene gesetzt, voller Lebensfreude und auch ein wenig Weisheit.

Ein Beispiel dafür, wie sehr sie in der Welt zuhause sind, ist die Zusammenarbeit mit Musikern aus allen Himmelsrichtungen.

Senču balsis / Voices of the Ancestors ist der Name ihres neuen Programms und diese Vorfahren klingen auf in den Stimmen des mongolischen Obertonsängers Batzorig Vaanchig, im Joiking des samischen Sängers Kai Somby oder beim Huidirdio-Jodel von Albin Paulus.

 

Und nun wünsche ich eine gute Zeit, ich werde von meiner Reise berichten, in meinem Koffer ist Platz für neue Musik, neue Bücher, neue Wolle und im Herzen ist Erwartung. Ich freue mich auf die Treffen mit Freunden in Riga, in Viljandi und in Tallinn.

Wenige Wochen noch .. dann geht es wieder ins Baltikum

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Die Zeit dehnt sich und dann wieder geht sie schnell vorbei. Das ist zwar eine Platitüde, aber das empfinde ich gerade.
Immer wenn eine Reise bevorsteht meine ich noch soviel erledigen zu müssen vorher, fertigbringen vorher, lernen vorher - und fühle mich auch bedrängt.

Wie kann es sein, daß schon wieder eine Sommerreise ansteht, ich bin ja noch am Aufarbeiten der Workshops vom letzten Jahr, übe die Travelling Stitches (Zugmaschen) in komplexer werdenden Musterungen und irgendwann werde ich vielleicht auch mal die wunderschönen Handschuhe zu Ende bringen, die in Riina Tombergs Workshop begonnen wurden.

Letztes Jahr war ich beim Nordic Knitting Symposium in Viljandi dabei und dann zum vierten Mal beim Craft Camp in Olustvere. Dazwischen wollten wir auf die Insel Ruhnu, aber das hat ja bekanntermaßen nicht geklappt und unsere Gruppe fand dann ein Ausweichquartier auf der Insel Saaremaa. Beim Craft Camp in Olustvere belegte ich Strickworkshops und einen Kurs im Bändchenweben.

Dieses Jahr wird es ein wenig anders. Wir starten in Riga, machen Halt in Cesis und besuchen dort die Handarbeitsorganisation Vēverīšas und dann mit Bahn und Bus nach Viljandi.

Das Craft Camp wird nicht mehr in Olustvere durchgeführt sondern im kleinen Städtchen VIljandi. Das finde ich gut. Da kann man mehr unternehmen und auch mal nett Kaffeetrinken gehen.
Und dieses Jahr liegt der Schwerpunkt meiner Workshops auch nicht auf Stricken, sondern eher am Drumherum: für einen eintägigen Strickworkshop bei Riina Tomberg konnte ich mich anmelden, aber sonst geht es um das Färben mit Indigo und um die Arbeit an einer Wollmühle.

Im Februar 2017 habe ich die Wollmühle der Kulturakademie Viljandi das erste Mal besichtigen können und es ist faszinierend wie kompakt solch eine Produktionseinheit ist. Nun werde ich einen Einblick in die Arbeitsschritte bei der Wollproduktion und die Arbeitsschritte vom Vlies bis zum Garn auf der Kone besser verstehen.
Auf North Ronaldsay, auf Shetland, in Limbazu und auf Hiumaa stehen ja alte und auch eine neue Wollmühle, historisch oder ganz modern und da Technik mich immer fasziniert, wird das bestimmt ein ganz besonderer Workshop.

und wie immer: auf die Galerie klicken für eine Großanzeige der Bilder

Nach der Workshopwoche fahren wir zu viert wieder auf die Insel Kihnu und danach erkunden wir Vormsi, die Insel im Nordwesten Estlands, die früher von den Küstenschweden bewohnt war, und die auch ihre eigenen Traditionen hat. Rote Legwarmer und weiße Socken habe ich ja dann für diesen Besuch dabei.

Zum Abschluß der Reise noch ein Wochenende in Tallinn, Pats Geburtstagsfeier (wir laden sie in den Handarbeitssupermarkt Karnaluks ein!) und dann geht es wieder heim.

In rund 3 Wochen geht es los und es ist noch soviel zu tun.... Termine, Beratungen, Stricken, Schreiben und Katzenkümmern, denn seit gestern haben wir 4 kleine Katzenbabies im Haus, aber das ist eine Sache für sich.

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Der Fluch von Ruhnu

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oder auf strickerisch: The Ruhnu Curse..

Es scheint nicht nur den Sweater-Curse zu geben (frau soll ihrem Boyfriend keinen Pullover vor der Verlobung stricken), sondern auch einen Ruhnu-Fluch. Anders kann ich mir nicht erklären warum es uns nicht gelingen will einige Tage auf dieser kleinen estnischen Insel zu verbringen.

Ruhnu ist eine kleine Insel, weitab vom estnischen Festland, und nur mit einer kleinen Fähre von Pärnu aus erreichbar. Jedes Jahr am 1. April, wenn die Sommer-Fähr-Fahrpläne online gehen, zucken viele Finger um nur ja rechtzeitig einen Platz auf der Fähre zu ergattern.
Tja, letztes Jahr hatte ich die Tickets für unsere Gruppe ergattert, und dann kam die Hiobsbotschaft: bereits am 2. Tag des Sommerfahrplans hatte das Boot einen Motorschaden und konnte nicht mehr repariert, geschweige denn durch eine andere Fähre ersetzt werden. Wir bekamen unser Geld zurück und die Ferienhausvermieter machten natürlich lange Gesichter.. die ganze Sommersaison, ihr Hauptgeschäft, war futsch...

Dieses Jahr dann ein neuer Versuch. Der Reiseplan stand und wir haben wieder das schöne Ferienhaus buchen können; nach dem Craft Camp in Viljandi sollte es nach einer Übernachtung in Pärnu auf die Insel gehen. Pat und ich hatten abgesprochen, daß ich die Plätze buche, ansonsten hätte Pat mitten in der Nacht aufstehen müssen, Colorado liegt in einer anderen Zeitzone.

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Unsere Wirtin hatte gestern noch eine Mail mit dem Hinweis, daß am 1. April der Fahrplan online geht und wir unbedingt buchen sollten, geschickt. Bis dahin alles ok. Und dann kam die diesjährige Hiobsbotschaft: Das Haus steht nicht zur Verfügung, eine Doppelbuchung... und die andere Gruppe hat ältere Rechte, denn sie hatte schon im Januar gebucht.

Dann finde mal eine Unterkunft für 4 Personen in der Hauptsaison und einige dich mit allen Mitreisenden. Nun scheint es, wenn wir Glück haben, wieder nach Kihnu zu gehen, in die ehemalige Fischräucherei in Lemsi... Ich bitte die Daumen zu drücken!

Tallinn im November: Mardilaat

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In jedem November, immer vor dem St. Martinstag, veranstaltet die estnische Handarbeitsvereinigung "Estonian Folk Art and Craft Union" den St. Martinsmarkt - eben den Mardilaat. Dieses Ereignis in der großen Eissporthalle ist aber nicht nur eine Verkaufsschau, es ist auch ein Forum für Künstler, Gruppen und Organisationen, Vielfältiges wird geboten.

Und ich bin dieses Jahr wieder hingefahren. Nicht nur aus Neugierde, ich hatte auch etwas abzuholen: Riina Tomberg's Atelier hat ein Kleid für mich geschneidert. Aber der Reihe nach.

Am Donnerstag war Eröffnung und zur Eröffnung werden immer von den Organisatorinnen Grußworte ausgesprochen,  Urkunden verteilt und besonders verdiente Mitglieder dieses estnischen Mikrokosmos geehrt. Eröffnet wurde die Veranstaltung auch mit einem Grußwort von Anu Raud, der großen alten Dame des estnischen Designs.

Alles Geschehen auf der Bühne wurde auf eine riesige Leinwand projiziert, was manchmal sehr bizzar wirkte.

Nach der Eröffnung und einem ersten Rundgang durch die noch nicht so sehr gefüllte Halle ging es dann zum nächsten Höhepunkt: der Präsentation neuer Handarbeitsbücher.

Und natürlich wurde die estnische Ausgabe des Buches "Handschuhe aus Lettland" angekündigt, Monta Grasmane, Ziediete, Santa und Linda Rubena vom Institut für Immaterielles Kulturerbe waren aus Riga angereist.

Anu Pink vom Verlag Saara Kirjastus präsentierte ein lang erwartetes Werk: die englische Ausgabe des 2. Bandes der Reihe "Eesti Silmuskudumine - Estonian Knitting": Socks and Stockings. Ich hatte mir gleich beim Erscheinen der estnischen Ausgabe dieses großartige Buch gekauft und auch schon etwas daraus gestrickt. Selbstverständlich trug ich die estnischen Wadenwärmer zu diesem Anlaß!

6 Exemplare der englischsprachigen Ausgabe habe ich besorgt, das waren 6 x 2.5kg zu tragen. Es lohnt sich!Anu Pink leitet den Verlag, unterrichtet und verkauft auch Wolle. Das "HEA" steht für Wolle, die für das traditionelle estnische, generell baltische Stricken gebraucht wird. Und alle Wolle wurde von den Buchautoren des Verlags ausgewählt. Beim Craft Camp der Estnischen Kulturakademie und auch beim Nordic Knitting Symposium  in diesem Sommer war Anu dabei. Ich kann ihr (und ihrer Wolle) nicht widerstehen.
Anu stellte auch noch den Lace-Calendar für das kommende Jahr vor und ein neues Büchlein, das es bisher nur auf estnisch gibt: Kome pitsilise kleidi - wie strickt man Spitzenkleider.

Schon am ersten Tag traf ich viele Freunde und Bekannte. Wo ich mich umschaute, vertraute Gesichter. Ich empfinde das als große Freude. Engagierte Menschen und wunderbare Produkte und Techniken!

Jeder Mardilaat hat einen thematischen Schwerpunkt, dieses Mal war es die Region Setomaa im Südosten Estlands; dort und im russischen Südwesten lebt das Volk der Setokesen, ein Volk mit eigener Sprache und eigenen Traditionen. Külli Jacobson ist eine rührige Vertreterin der Seto, sie ist Mathematiklehrerin und betreibt gleichzeitig das Unternehmen "Nordic Knitters"; über das sie Handschuhe aus ihrer Region vertreibt. Auf der Wockensolle hier ist sie keine Unbekannte, wir kennen uns von Workshops und Märkten und haben immer viel Freude miteinander. Ihre Fröhlichkeit ist immer ansteckend.

 

Alle Tage gab es immer wieder Vorführungen der Seto, Tänze, Chorauftritte. Und wenn getanzt wurde war jeder eingeladen.

Sogar eine PunkBand war angereist, aber die habe ich nicht mitbekommen.

Immer wieder beeindruckend ist das Angebot auf diesem Markt. Keramik, Glas, Lederarbeiten, Kleidung, Wolle, Holzarbeiten, Lebensmittel - alle Sinne werden bedient.

Ein überbordendes Angebot an Kleidern, von tradionellen Modellen über klassisch-modernes Design bis zu verrüschten Exemplaren... jeder findet das Passende und ich liebe die wunderschönen Kreationen von Riina Tomberg und Etnowerk!

Riina's Kreationen bestechen durch eine ausgewogene Mischung aus Farben und Details, seien es die schönen Stickereien oder die Kombination verschiedener Muster bei den Saumblenden, und immer ist das Grundmaterial ein feiner Wollfilz. Das rote Kleid tanzt da etwas aus der Reihe: eine Anfertigung für mich, anprobiert in der Proovi Kabin ...

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Etnowerk is an Estonian brand of handcrafted cardigans full of emotion, bold beauty and ethnographic motifs. Two vivid designers, Liina and Annika, bring warmth to their clients' hearts and enlighten their days.

So steht es auf der Webseite von Annika und Liina und es stimmt.

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Immer mehr estnische Wolle wird angeboten, so von Kihnu-Schafen oder anderen "rare breed"-Arten. Die Wolle kommt aus der Wollmühle der Kulturuniversität Viljandi oder von HiuVill auf der Insel Hiumaa, und manchmal kann man die Wolle sogar dem Schaf, von der sie stammt, zuordnen - für mich ein Zeichen von großem Züchterstolz.

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Aber nicht nur die Aussteller und die Ensembles auf der Bühne tragen extravagante Kreationen, auch die Messebesucherinnen zeigen interessante Kleidung.

Mardilaat ist aber nicht nur Markt und Bühne, es gibt auch Workshop-Angebote und Präsentationen der verschiedenen Bildungsinstitute und Gilden  Estlands. Berufsschulen, Kulturakademie, Gilden aus verschiedenen Regionen stellten sich vor. Mir hat imponiert wie die Kinder bereits an Handarbeit herangeführt werden, Jungen und Mädchen an kleinen Webstühlen oder auch an Klöppelkissen oder Schnitzbänken.

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Zum Schluß noch ein Rundgang über den Markt mit den vielfältigen Angeboten, ich kann gar nicht alles zeigen was ich gesehen und bewundert habe.

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So, das war es erstmal. Ich habe viel gesehen, viele Freunde getroffen, und vom Besuch im Museum der Küstenbewohner in Vimssi berichte ich später, aber erst fahre ich morgen zu einer Tagung und dann nach RIga!

Saaremaa – Intermezzo

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Nun fahre ich mit dem Reisebericht fort... Nach dem Nordic Knitting Symposium, über das ich ja ausführlich, wenn auch recht langsam, berichtet habe, hatten wir eine freie Woche, bevor am 8. Juli das 5. Craft Camp der Culture Academy Viljandi in Olustvere startete.Und geplant war "Ausruhen auf Ruhnu", einer kleinen Insel, die wir bisher noch nicht bereist hatten.

Ausruhen bedeutet nun aber nicht faul auf der Haut liegen, mit Ohrhörern eingestöpselt und Sonnencreme auf der Haut, nein, echte Strickerinnen stricken! Und lernen die verschiedenen Stricktechniken und Stile, am liebsten vor Ort!
Deshalb hatte ich für die ersten Tage einen Workshop dort organisiert: Külli, eine Studentin von Riina Tomberg, lebt und arbeitet auf der Insel und kennt sich mit den Stricktraditionen dort bestens aus. Geplant war ein ausführlicher Besuch im Ruhnu Museum und dann 1,5 Tage Workshop - eine Gelegenheit für uns, die Travelling Stitches zu üben!

Ruhnu liegt etwas abgeschieden in der Bucht von Riga, näher zu Lettland denn zu Estland, nur 160 Menschen leben dort, aber sie haben ihre eigenen Traditionen und Muster: wenig Farben, dafür intensive Muster!

Anu Pink hat einige Anleitungen für Ruhnu-Handschuhe und Ruhnu-Socken veröffentlicht, Riina Tomberg führte einen Workshop dazu beim Nordic Knitting Symposium durch und wird dies auch beim kommenden Craft Camp unterrichten, Deshalb habe ich mich ja auch ganz besonders auf diesen Workshop auf Ruhnu gefreut.

 

© Anu Pink, Saara Kirjastus

Alle diese Pläne scheiterten. Denn die Fähre war kaputt - Motorschaden. Ein Deseaster, nicht unbedingt für uns, aber für die Bewohner der Insel, die Versorgung war gefährdet, die Sommersaison fiel ins Wasser - denn die Reederei war nicht in der Lage, ein Ersatzboot zu beschaffen oder ein Flugzeug zu chartern...

Für uns hieß das: gebuchtes Ferienhaus stornieren, die Tickets stornieren, den Workshop absagen und frustriert sein!
Und, mitten in der Sommersaison, eine Unterkunft für 5 Personen für eine Woche zu finden; was dann auch gelang, denn Riina regte an auf die Insel Saaremaa zu reisen stattdessen.

Und tatsächlich fand ich das Ovelia Bed & Breakfast in Kuressaare, dem Hauptort der Insel, und wir waren erleichtert. Auch wenn es diesmal also keine neuen Gebiete zu erkunden gab, Kuressaare bietet Abwechslung: Strand, Cafés, Buchgeschäft, Handarbeitsgeschäfte, gute Verkehrsanbindungen.

Und das Reisen mit den estnischen Fernbussen ist ein Genuß: die Tickets sind preiswert, die Busse pünktlich, auf vielen Linien gibt es Kaffee oder Tee kostenlos, man spart sich den gesonderten Kauf von Fährtickets auf der Strecke nach Muhu / Saaremaa, sehr entspannend.

 

Das Wetter meinte es nicht so gut mit uns während dieser Woche, es war frisch und regnete auch manchmal ein wenig, aber soetwas verdirbt nicht die Laune. Stricken kann man bei jedem Wetter und in Handarbeitsgeschäften stöbern ebenfalls.

Ich versuchte mich an der Anleitung für die "Old Ruhnu Gloves" von Anu Pink, und übte ersteinmal vor mich hin.

und erfahrene Stricken sehen jetzt schon, daß ich den zweifarbigen Anschlag vergeigt habe: ich habe, wie ich später lernte, die Fäden in der falschen Richtung verkreuzt. Dieses Projekt, von mir "Ruhnu Ferryboat Victim Gloves" benannt, habe ich auch nicht beendet, ich habe noch die zweifarbige Blumenborte gestrickt und seitdem ruhen die Nadeln.

Am Wochenende besuchte uns dann noch Kaidi aus Tallinn, eine liebe junge Freundin, da wurde auch das Wetter wieder besser.

Dieses Warnschild gab uns immer wieder Rätsel auf und ich konnte auch mit meinern Russischkenntnissen nicht alles übersetzen. Auf jeden Fall macht der Hund Klatz-Klatz mit den Eiern; die Warnung richtet sich wohl an männliche Passanten ;=)

bei bestem Wetter ging es dann am Sonntag mit dem Bus zurück aufs Festland und nach Viljandi zum Craft Camp.

Nordic Knitting Symposium IX

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Der Samstag, der letzte Tag des Symposiums, der Tag vor der Abreise.

Eigenartig - mir ist bewußt daß jede Veranstaltung zu Ende geht, meistens schneller als erhofft, daß ich es gar nicht vertrage immer  zwischen so viel Menschen zu sein und seien sie noch so sympathisch, anregend, fröhlich - es braucht ja auch Zeit das Erlebte, Gesehene und Gelernte zu verarbeiten und zu verfestigen.

Der Webstuhlraum im Werkgebäude

Ich nutzte diesen Samstag auf meine Weise; auf dem Programm standen Ausstellungen an verschiedenen Orten und Besichtigungen des Vilma-Gebäudes und der Vilma-Wollmühle. DIe Ausstellung "WHITE" im Kondas-Center habe ich schon in Tallinn gesehen, dort war sie in Pikk 22 ausgestellt, Eesti Valge, und ich habe sie hier auf der Wockensolle auch schon vorgestellt. Kristi Jõestes Handschuhe habe ich schon während der ganzen Woche im Sakkala-Zentrum gesehen, man konnte sie gar nicht übersehen, und Riina Tombergs Ausstellung "Ohne Rot" hatte ich gleich zu Beginn der Woche aufgesucht und mich daran erfreut.

Im Februar 2017 nahm ich an der Winter-Akademie der Viljandi Kulturakademie teil und dabei konnte ich schon die Werk- und Wirk-Räume der Akademie und die neue Wollmühle besichtigen. Ich habe allerdings damals nicht darüber berichtet, das wollte ich mir für einen Beitrag in einer Serie über Wollmühlen aufheben, und den habe ich, muss ich gestehen, noch nicht geschrieben. Deshalb zeige ich jetzt hier jetzt doch schon einige Photos der Mühle.

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Hauptereignisse des Tages? Die Präsentation der Workshop-Arbeiten und das festliche Abschluß-Essen im Nationalen Zentrum für Volksmusik auf dem Burgberg.

Lange Tische waren vorbereitet, damit jeder Teilnehmer seine Prachtstücke präsentieren konnte, und selbstverständlich wurden wir auch zu einem Schlußwort aufgefordert.

  • Wunderbare Organisation, tolles Engagement
  • DIe baltischen Besonderheiten wurden hervorragend vermittelt
  • Hoffentlich kommen bald nicht nur russische Lehrerinnen, sondern auch Interessierte Teilnehmer aus Russland zu solchen Veranstaltungen (z.B. zum Craft Camp)
  • Es ist immer wieder faszinierend wie unkompliziert und fröhlich der Kontakt so vieler gleichgesinnter Frauen ist!
  • "Ich habe keine Angst mehr vor feinen Stricknadeln!"
  • Danke für Alles!

Das waren so einige Schluss-Bemerkungen. Und ich glaube, alle hatten recht.

Da aber Bilder immer mehr als 1000 Worte vermitteln, jetzt noch eine Bilderauswahl von der Schlussveranstaltung.

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Angesichts der Präsentationen konnte ich nur staunen, einige der Teilnehmerinnen müssen auch die Nächte durchgestrickt haben!
Ich glaube die Fröhlichkeit "kommt rüber" auf diesen Bildern.

Mit diesen Eindrücken beende ich meinen Bericht über das Nordic Knitting Symposium 2018 in Viljandi / Estland und ich bedanke mich bei den Organisatorinnen für dieses einmalige Erlebnis.
Da aber meine Reise noch nicht zu Ende ist, geht es hier auf der Wockensolle noch eine Weile weiter mit Berichten aus Estland, von Wolle und Menschen!