Maruta Grasmane: Handschuhe aus Lettland

Ich habe eine gute Meldung bekommen: Die deutsche Ausgabe des Buches  "Handschuhe aus Lettland", welches mir bekanntermaßen ja sehr am Herzen liegt, wird gerade nachgedruckt und ist bald wieder erhältlich.

Mit Amazon.de hatte es eine Menge Schwierigkeiten gegeben, die Firma forderte von SENA KLETS eine deutsche Steuernummer und forderte und forderte...,  um das Buch in das Sortiment aufzunehmen.
Ein EU-Blödsinn, denn der Handel zwischen den EU-Mitgliedstaaten ist ja bekanntlich "schrankenlos" und demzufolge weigerten sich auch deutsche Finanzämter, eine Steuernummer zu vergeben und die Erklärung, daß das nicht nötig sei, wurde von Amazon einfach ignoriert. Der Link bei amazon.de

Jetzt aber soll es wieder werden. Wie auch immer. Das ist mir ein Rätsel genau wie ich mir nach diesen Erfahrungen nicht vorstellen kann, wie es asiatische Händler auf die Amazon-Plattform schaffen....

Und dann noch diese erfreuliche Meldung: Das Buch ist nun auch in das Sortiment von "lehmann media" , der Fachbuchhandlung für Medizin, Psychologie, Informatik und Mathematik aufgenommen worden!
Wir haben es dort ins Sortiment geschafft! Hier der Link

Also: ich werde die Augen offenhalten und auch hier vermelden, wenn es wieder lieferbar ist!.

Buch Icon

Nun ist auch der dritte Band aus der Reihe "Knit like a Latvian", von Ieva Ozolina, Hobbywool, aus Riga, erschienen. Ersteinmal die englischsprachige Ausgabe:

Knit Like a Latvian: Accessories - 40 Knitting Patterns for Gloves, Hats, Scarves and Shawls

Ich habe mir das Buch, wie die beiden Vorgänger (Handschuhe + Stulpen, Kniestrümpfe + Socken + Stulpen) auch, angeschaut. Und meine Meinung hat sich nicht geändert.
Es gibt zwar wieder eine Doppelseite mit ein paar Informationen zu den lettischen Symbolen (Mara, Salktis etc.), es gibt Basisanleitungen und dann bei den Modellen keinerlei Informationen zur Herkunft der Muster, für mich wirkt es lieblos, oberflächlich.
Und ein Modell nach einer lettischen Gottheit zu benennen, weil man das uralte Symbol dieser Gottheit für irgendwas nutzt, das gefällt mir auch nicht.

Da heißt dann ein Set aus Muster und Schal "Bright Patterns", also "helle Muster", aber es ist das Muster der wunderschönen Strümpfe aus dem Bezirk Vecpiebalga in der lettischen Provinz Vidzeme! Ich hatte sie im letzten Jahr gestrickt, nachdem ich mehrere Jahre um sie in Gedanken "herumgeschlichen" bin, sie lockten mich gar zu sehr. Aber als Mütze oder Schal?

Knit like a Latvian - Ozolina

Ieva Ozolina: Knit like a Latvian - Acessoires
ISBN-10 1-4463-0868-5 / 1446308685 / ISBN-13 978-1-4463-0868-4 / 9781446308684
Herausgeber: David & Charles (12. Oktober 2021)
Sprache: Englisch, Taschenbuch: 128 Seiten

wie immer: für eine größere Darstellung auf ein Bild klicken!

 

Das erste Bild in der kleinen Galerie zeigt das Set aus Mütze und Schal aus dem Buch "Knit like a Latvian - Accessories" nach dem alten bunten Muster, die restlichen 3 Bilder zeigen den "echten"  Strumpf und einen Ausschnitt aus dem großen Trachtenbuch über Vidzeme...

Aber ob Letten wirklich so stricken?


Ich liebe es, wenn beim Stricken immer auch ein wenig Kultur vermittelt wird, Hintergrundwissen, Geschichte - Wissen tut ja nicht weh... aber mit diesen Büchern erhält man eigentlich nur "nice, toll, bunt" - das wärs dann auch.

nein, nicht Sommer Sonne Kaktus sondern Sommer Sonne Handschuhstricken!

Endlich ist der langeersehnte dritte Band der Reihe "Eesti silmuskudumine / Estonian Knitting" erschienen! Der dritte Band "Labakindad" bringt alles was es zum Thema "Estnische Handschuhe" zu wissen und zu bestaunen gibt,
Autorin ist die wundersame Kristi Jõeste - dieses Riesenprojekt konnte auch nur eine Expertin wie sie stemmen! Hier auf der Wockensolle ist Kristie keine Unbekannte, ich habe sie schon mehrfach vorgestellt und über ihre Workshops bei etlichen Craft Camps, an denen ich teilnahm, berichtet.

Der Verlag Saara Kirjastus feiert die Premiere mit einem besonderen Angebot  (Autogramm der Autorin Kristie Joeste + Einführungpreis) im Webshop, jetzt auch auf englisch. Ich habe mein Exemplar bestellt, es wird an Riina Tombergs Geschäft im Pikk22 in Tallinn geliefert.

Das Video zeigt eine wirklich entspannte und fröhliche Kristie beim Spazieren, Sonnenbaden und - Handschuh-Stricken! So ist das in Estland, Handschuhe sind immer dabei!

Die eingeblendeten Buchseiten lassen mir das (Strick-)Wasser im Munde zusammenlaufen, auch wenn ich nicht die geborene Handschuh-Strickerin bin (Socken, Strümpfe, Mützen eher schon...), umsomehr bewundere ich die Fertigkeiten!

Wie zu erwarten war, wurden sofort die Rufe nach der englischsprachigen Ausgabe laut. Ach Leute, akzeptiert doch mal wieviel Arbeit so ein Buch macht! Wir müssen uns schon gedulden. Im englischsprachigen Webshop wird es nun angekündigt, es dauert also noch ein Jahr.

Screenshot Handschuhbuch
Handschuhfragmente unbekannter Herkunft

Zur Inspiration zeigt eine Doppelseite im Buch Fragmente alter Handschuhe, die keinem Ort zugeordnet werden konnten.

In den vielen estnischen Museen finden sich ja immer wieder kleinste Strickstücke, oft in wirklich schlimmem Zustand, eben getragen, genutzt und geliebt.
Nun bin ich gespannt, ob es das Handschuh-Fragment des Barclay de Tolly, das mich im estnischen Nationalmuseum so fasziniert hat, auch in das Buch geschafft hat. Bald werde ich es wissen ...

Handschuh-Fragment Barclay de Tolly

Das Handschuhfragment aus dem Estnischen Nationalmuseum ERM

Aufs Bild klicken für eine grössere Darstellung

Eesti Silmus Kudumine 3

Eesti silmuskudumine 3. Labakindad

36.80€  ISBN: 9789916955376

Author: Kristi Jõeste

In Estonian only, English version will follow in a year

Link zum Webshop: https://epood.saara.ee/en/pood/eesti-silmuskudumine-3-labakindad

Ich habe ja schon mehrfach über das phantastische Buch von Irene Waggener, "Keepers of the Sheep" berichtet, und in den letzten Wochen neben simplen Sockenstricken, Ribbeleien und Ablenkungen immer wieder in dem Buch gelesen. Aber gelesen ist der falsche Ausdruck, ich habe darin geschmökert oder mich darin versenkt. Und in meinen Erinnerungen gekramt. Vor fast 50 Jahren (meine Güte, ist das lange her) war ich längere Zeit in Marokko und Algerien unterwegs, wir sind die Route der Kasbahs entlang gefahren, waren im Tal des Dra, in Algerien bis an den Nordrand der Sahara in der geheimnisvollen Stadt Ghardaia.
Aber strickende Hirten habe ich nicht kennengelernt. Ich war auch zu scheu um tiefer in die verschlossen wirkenden Kasbahs einzudringen, das war damals eine sehr sehr fremde Welt für mich. Ein kleines Filmchen von 8mmfreak, meinem damaligen Freund und späteren Mann, von dieser Reise ist noch bei Youtube zu sehen.

Und nun dieses wunderbare Buch! Wo anfangen? Inhaltliche Schwerpunkte sind die Erzählung der Autorin über ihre Zeit im Hohen Atlas und ihre Begegnungen, dann eine ganze Reihe Strickanleitungen (von faszinierend bis tragbar), und ein ganz wichtiges Kapitel über die Geschichte des Strickens in Nordafrika. Lassen wir die Autorin selbst zu Wort kommen:

This book is the culmination of three years of research, interviews, participant observation, and writing. It includes 7 essays and 13 patterns that provide the reader with a glimpse of life in a High Atlas village and the important role knitting once played there. A chapter on the history of knitting in Morocco takes the reader backwards in time from Morocco, through Algeria, into Spain and Tunisia, and eventually Egypt, where historians believe knitting may have originated. This history chapter is accompanied by patterns based on historical sources that bring to life a North African knitting tradition that has all but disappeared.

Ich habe viele Bücher über die Geschichte des Strickens im Regal, von RIchard Rutt bis Nancy Bush, to name a few. Und meines Wissens immer wird als wohl ältestes erhaltene Strickstück der Strumpf aus Ägypten genannt, bei Piecework und Ravelry gibt es Anleitungen dazu.
Und es folgt fast immer die Vermutung, daß das Stricken von den Mauren von Ägypten aus über Nordafrika nach Spanien gebracht wurde, aber nordafrikanische Stricktraditionen? Das ist dann ein schwarzer Fleck in der Strick-Historie.

Irene Waggener:
Keepers of the Sheep:
Knitting in Morocco’s High Atlas and Beyond

Keepers of the Sheep

Wo man es bestellen kann?
Auf der Webseite der Autorin findet man Links zu Anbietern.

 

 

Titouan Lamazou und Karin Huet:
Onze lunes au Maroc:
Chez les Berbères du Haut-Atlas

Titouan Lamazou +Karin Huet: Onze Lunes au Maroc

Edition Galimard, Galimard Loisirs
ISBN-10: 2742431071.

 

 

Mediaval Muslim Stocking
von Lilinah biti-Anat

Lilinah biti-Anat: Medieval Muslim Stocking

Einige Links:

Irene Waggener geht zurück in der Geschichte, von der Gegenwart über die französische Kolonialzeit und noch weite. Sie bemerkt die Ähnlichkeit eines vierfarbigen, geometrisch gemusterten Strickstücks mit türkischen und iranischen Mustern und das kommt nicht von ungefähr, war doch Nordafrika lange Bestandteil des osmanischen Großreiches und Techniken, Farben und Muster wandern ja bekanntlich von einem Kulturraum zum nächsten.
Nebenbei bringt sie sich auch noch das Intasia-Stricken in der Runde bei, denn ein Photo von Prosper Ricard aus dem Jahr 1952, im Bestand des Pariser Musée du Quay Branly ä Jacques Chirac, bringt sie auf die richtige Spur:
Das Bild aus der Museums-Sammlung zeigt einen strickenden Mann, und wie die vielen kleinen Knäuel zeigen, strickt dieser Mann "Intarsia in der Runde!".
(Das Bild kann ich des Copyrights wegen hier nicht zeigen.)

Die Autorin berichtet ferner, wie sie in einem kleinen Museum eine gestrickte, gestreifte Hose sah und wie sie die ungewöhnliche Art, den nicht gebrauchten Faden beim Streifenwechsel weiterzutransportieren, studierte.
Viele Hinweise für ihre Forschung konnte sie dem Buch "Onze lunes au Maroc: Chez les Berbères du Haut-Atlas" (11 Monate in Marokko: bei den Berbern im Hohen Atlas) von Titouan Lamazou und Karin Huet entnehmen.

Jenes Buch ist zum Einen ein gezeichneter Reisebericht über den Aufenthalt in zwei Tälern des Hohen Atlas und zum Anderen eine Dokumentation der Baustile und Bauformen, vor allem der wunderschönen bemalten Innendecken.
Mit zahlreichen Skizzen hält es den Alltag in den Kasbahs fest und ab und an tauchen auch einige gestrickte Objekte auf den Zeichnungen auf, ohne daß die Autoren besonders darauf geachtet hätten, ihre Schwerpunkte lagen anders.

Tja. Jetzt habe ich beide Bücher im Regal stehen, Und habe wieder ein wenig Neuland gefunden. Nun zum Abschluß dieses Beitrags die Zeichnung eines Mannes mit einer Schneeschaufel, in der gestrickten, gestrickten Hose!

Titouan Lamazou und Karin Huet, 11 lunes au Maroc

© Titouan Lamazou und Karin Huet, 11 lunes au Maroc

Die Männer trugen diese Hosen im Winter, so zum Beispiel  auf der Jagd, wenn sie stundenlang dem Mufflon auflauerten.

Im Buch von Irene Waggener ist nicht nur die Strickanleitung zu finden, man lernt auch wie man die Bänder, die "Hosenträger", herstellt.

Ich selbst werde diese Hose wohl nie stricken, aber vielleicht eine Mütze oder die wunderschönen Legwarmer aus dem Buch?

Keeper of the Sheep

Keepers of the Sheep

Ich habe im Osterbeitrag auf das interessante Buch "Keepers of the Sheep - Knitting in Morocco's High Atlas and Beyond" von Irene Waggerer hingewiesen. Und ich habe es mir auch gleich bestellt.

Das Buch kann auf der Webseite der Autorin, https://106metersfromtheroad.com/, bestellt. werden, von dort wird man dann zu Etsy.com umgeleitet und das Buch wird aus den USA geliefert. (Man kann auch gleich bei Etsy bestellen, dann versäumt man aber den interessanten Inhalt der Webseite.
Wie mir Irene Waggerer aber jetzt mitteilte, gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, in Europa zu bestellen, Und zwar in Portugal und in Großbritannien. Also der Reihe nach:

Folk Galore - Handschuhe und Pastalas

Auch wenn ich mit klassischer Musik aufgewachsen bin und dem Jazz, der improvisierten und der Neuen komponierten Musik sehr verbunden bin, sind diese Kategorien keine Scheuklappen. Gerade auf meinen Reisen in Russland und im Baltikum habe ich gelernt, daß Volksmusik mehr ist als Blasmusik oder "Seven Drunken Nights", daß solche Musik unglaubliche Stile, Techniken und Klangfarben bieten kann; der Chor-Gesang des Pokrovski-Ensembles, das in Russland zu Ende der Sowjetzzeit intensive Feldforschung betrieben hat und so die wirkliche russische Musik am Leben erhalten hat, die Oberton-Gesänge aus Tuva und der Mongolei, Dainas aus Lettland und Frauenchöre aus der Region Setomaa in Estland - to name a few.
Folk GaloreUnd neben diesen traditionellen Musiken gibt es auch die Musik der frechen, fröhlichen, impusiven Ensembles wie Auli aus Lettland oder Отава Ё aus Russland - einige ihrer Video-Clips habe ich hier ja schon öfter mit Freude eingebunden.
Auf der Spur dieser Bands bin ich auf die deutschsprachige Zeitschrift "Folk Galore" gestoßen, die von Christian Pfliefke herausgegeben, dreimal jährlich im CPL Notes Verlag erscheint und einen Schwerpunkt auf ost- und nord-europäische Musik legt Ichhabe mir ein Päckchen mit den ersten 3 Heften und einer CD bestellt und bin dabei auf einen Artikel gestoßen, der mich überraschte und erfreut:

Darin fand sich ein Beitrag "Fingerkunst aus Wolle" über "Lettlands historische Handschuhe" und Sena Klets und Hobbywool werden vorgestellt, der Farben- und Musterreichtum und die Bedeutung der Handschuhe beleuchtet; auf eine klare und sachkundige Weise, ohne Oma-Klischee und sonstigem Nervkram. Maruta Grasmanes "Handschuhe aus Lettland", wir kennen es, wird darin als das vielleicht beeindruckendste Buch über lettische Handschuhe bezeichnet und dem möchte ich wirklich nicht widersprechen!
Der CPL-Musikshop bietet aber nicht nur Musik, sondern auch Pastalas, die traditionellen lettischen / baltischen Lederschuhe, in den verschiedensten Größen und Farben an. Und wo Pastalas zu haben sind, da paßt das Buch "Handschuhe aus Lettland" doch auch ins Portfolio. Vielleicht klappt es ja!

Bleiben Sie gesund! Lassen Sie sich impfen!

Zum Schluß noch eine Bitte: Lassen Sie sich impfen! Ich hatte die Möglichkeit und das Glück, am Montag im Greifswalder Impfzentrum die erste Dosis Biontech zu erhalten. Das erfüllt mich mit Freude und auch Dankbarkeit.
Es ist so ein kleiner Pieks und es kann soviel bewirken. Immunisierung ist unsere einzige Chance die Pandemie zu besiegen,
Und deshalb bitte ich Sie: Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie sich impfen!
Bleiben Sie gesund!

Leider ist das Buch, das sich so vortrefflich als Weihnachtsgeschenk eignet, zur Zeit bei amazon.de nicht erhältlich.

Als Ausgleich aber gibt es ein Weihnachtsangebot beim englischen Ableger des Amazon-Konzerns:

32,80 £ für das Buch und die Versandkosten = 38,95 € beim Versand aus Lettland

und für 2,00£  mehr versendet Amazon das Buch aus UK mit einer garantierten Zustellungszeit zum 11. / 12. Dezember.

Mit Auszug meine ich nicht den Exodus, sondern einen Text-Ausschnitt und ich bin gerade, angeregt durch einen Artikel im Norwegian Textile Letter, auf Henrik Ibsens Nora oder Ein Puppenheim gestossen. Ein interessantes Statement des Advokaten Helmer, das ich hier wiedergeben möchte:

So eingestreut zwischen Banalitäten, die die eigentliche Tragik verdecken, gibt der Herr des Hauses seine Meinung von sich. Diese Meinung überrascht uns nicht, ist er doch ein Chauvinist ersten Grades, aber das Chinesische, das verwundert schon..

Nun, dies zur Einführung in den Artikel Between Knit and Purl von Espen Søbye, im Norwegian Textile Letter, den ich ja schon einmal zitiert habe hier auf der Wockensolle und der immer sehr lesenswert ist.

Die Autorin bespricht den aktuellen Hype der Strickbücher (Klompelompe, Arne und Carlos und und und) und steltl dabei auch ein Buch vor, welches sich gegen das Stricken ausspricht und die gesellschaftliche Rolle des Strickens untersucht (im Gegensatz zu den anderen Büchern, in denen das perfekte Befolgen detailliertester Anweisungen als Kreativität verherrlicht wird),
Dieser Abschnitt steckt voller Denkanstöße und deshalb zitiere ich ihn hier. Und was das verehrte Paar Alva und Gunnar Myrdal da postuliert, sollten wir alle überdenken. Stimmt das?

Knitting and crochet were enterprise gone wrong. This energy should be used for something more practical for society and the individual.

Nachstehend der Auszug aus dem Artikel und Informationen zu dem Werk von A. und G. Myrdal findet man bei wikibooks..

Helmer.
Ach was, schon?... – Gehört Ihnen das Strickzeug da?

Frau Linde (nimmt es.)
Ja, danke schön. Beinahe hätte ich es vergessen.

Helmer.
Also, Sie stricken?

Frau Linde.
Ja freilich.

Helmer.
Wissen Sie was, Sie sollten lieber sticken.

Frau Linde.
So? Und weshalb?

Helmer.
Weil es viel hübscher aussieht. Sehen Sie nur: man hält die Stickerei mit der linken Hand, – so –, und mit der rechten führt man die Nadel – so – in leichtem, langgestrecktem Bogen; nicht wahr –?

Frau Linde.
Ja, das mag schon sein –

Helmer.
Das Stricken hingegen, – das kann nur unschön sein. Sehen Sie her: die zusammengeklemmten Arme, – die Stricknadeln, die auf und ab fahren, – das hat so was Chinesisches an sich. – Es war wirklich ein glänzender Champagner, den man uns vorgesetzt hat.

In dem Artikel springt mir noch eine Klassifizierung ins Auge:

 Sweden, Alva and Gunnar’s homeland of anti-knitting

Ich bin gespannt wie die aktuellen Wahlen in Schweden ausgehen, mit dem Untergang der Sozialdemokratie dort wird Stricken vielleicht noch stärker instrumentalisiert im Sinne von zurück an die Nadeln - zurück an den Herd!

Resistance against knitting. One of the books, Rett på tråden [Right on the Thread] differs from the others, not only with its slightly impudent title. In the introduction, sisters Birte and Margareth Sandvik quote the exchange of lines in A Doll’s House, where Torvald Helmer advises Mrs. Linde to set aside her knitting and take up embroidery instead, because knitting “can never be anything but ugly, “ “there’s something Chinese about it.”

Knitting has had several vocal opponents since Ibsen’s Torvald. In their book Crisis in the Population Question (1934), the married couple Alva and Gunnar Myrdal—both tone-setting Swedish social democrats, she winning the Nobel Peace Prize, he the Nobel prize for economics—were angered by the exaggerated petit bourgeois habits that had spread among the working class and minor civil servants. Family life in these classes was, according to the Myrdals, characterized by a fussy desire to entertain, an overly-ambitious interest in food and homemaking, with a penchant for public display. But it was, above all, women’s handwork that paid the price: “All this embroidery, this knitting, sewing, and lacemaking that has filled the walls and sofas, tables and shelves.”

Knitting became equated with a confined active mind and connected to married women’s having no right to work and the two-child family having become the norm.

Staying home with one or two children resulted in women’s having lots of free time—and presto, this is how Alva and Gunnar Myrdal explained the then-current knitting wave: Knitting and crochet were enterprise gone wrong. This energy should be used for something more practical for society and the individual.

At the end of the 20th and beginning of the 21st centuries, women are having even fewer children than did their grandmothers in the 1930s, and men’s and women’s lives have become almost exactly identical. The reduction in the number of childbirths is a major reason why the buxom female with broad hips and heaving breasts is no longer the ideal woman, instead the athletic, androgynous female body that exudes health and sex appeal is. The anorexic, boyish body has become the woman’s dream physiology, and she dresses accordingly.