Bekannte Gesichter

Die lettische Zeitschrift "Praktiskie Rokdarbi" ist ein sehr spezielles Magazin. Es geht um Handarbeiten, um Stricken, Häkeln, Rüschen, Nähen. Trachten, Perlen, Kleister... die bunteste Anleitungsmischung die mir je unter die FInger gekommen ist.
Viele Anleitungen darin haben noch ein wenig sowjetischen Chic und manche Dinge sind einfach nur unvorstellbar kitschig.
Dazwischen dann finden sich Berichte über Traditionen, Trachten, es gibt Porträts von engagierten Handarbeitsmeisterinnen und kurze Berichte über Veranstaltungen. Ab und an werden auch Nähmaschinen verlost.
Ich habe diese Zetschrft digital abonniert, kann zwar immer noch kein Lettisch aber sehr oft bekomme ich doch heraus worum es in dem Artikel geht. Und Musterzeichnungen oder Schritt-für-Schritt-Foto-Anleitungen sind ja meistens recht verständlich.

Heute nun sehe ich bei Facebook die Ankündigung des neuesten Heftes (herunterladen kann ich noch nicht, der Server dort streikt gerade), und freue mich. Auf dem Titelbild ein Porträt von Ziedite Muse, der guten Seele von SENA KLETS in Riga, eine ausgewiesene Trachtenexpertin und Organisatorin. Und dann stehen auf dem Titelbild noch 2 weitere bekannte Namen: Ilze Komane und Jette Uzane. Jette Uzane war eine legendäre Handschuhstrickerin und ihre Anleitungen werden immer noch umgesetzt, bei SENA KLETS ist ihr Tagebuch erschienen.

Ilze Kopmane habe ich im letzten Jahr bei der Eröffnung ihrer Handschuh-Ausstellung kennengelernt und ihre Künste bewundert. Es gibt hier auch einen Artikel über dieses Ereignis.Nun bin ich gespannt auf den Artikel im neuen Heft, wenn der Server wieder in die Hufe gekommen ist.
Die letzte Ausgabe von "Praktiskie Rokdarbi" trug das Porträt von Dagne Kupce aus Cesis, der Leiterin des Weberstudios, auf dem Titelbild. Darüber habe ich hier auf der Wockensolle auch schon berichtet.

Wenn wir schon nicht reisen sollen/können /dürfen im Moment, ein Wiedersehen auf diese Art ist auch schön!

Eine vertraute Stimme aus Haapsalu

Ich höre sehr gerne und oft Radio und manchmal denke ich ich sollte einfach einen Knopf drücken können und eine Sendung aufnehmen. Das muss ich aber gar nicht, denn viele Sendungen sind auch online in der ARD Audiothek gespeichert und recht lange nachhörbar. Die Sendungen dort können jederzeit abgerufen oder heruntergeladen werden. Je nach Gerät einfach so als Download auf den PC oder mit einer App, naja wenn man nicht gerade ein Microphone-Handy nutzt.
Die einzelnen Sendungen kann man in der APP auch abonnieren und versäumt so keinen Beitrag und kein Kapitel eines Hörbuchs oder einer Lesung. Beim Stöbern konnte ich gar nicht genug Beiträge auf die Merkliste setzen, jetzt muss ich nur noch alle hören...

ARD Audiothek Logo

Jeder der mich kennt, kann erraten welche Suchbegriffe ich da so eingegeben habe, natürlich "Lettland, Estland, Stricken, Wolle, Tristan da Cunha" und noch ein paar. Und habe dann auf Gut Glück den Beitrag  Tradition und Heimat - Notizen aus Estland ausgewählt. In dem Bericht des Bayerischen Rundfunks geht es um Stadtführungen per Rad durch das Talliner In-Viertel Kalamaja (sehr vertraut...), um die wunderbaren estnischen Schaukeln, auch darüber habe ich hier schon geschrieben, und dann zu meiner Freude ab Minute 8:20 auch ums Stricken!

Die junge Reporterin besucht das Spitzenzentrum in Haapsalu, das Pitsi Keskus, und zwar zusammen mit Embi, einer Deutschlehrerin aus Haapsalu. Embi kenne ich gut, bei meinen Besuchen dort habe ich sie und Anne Rekaro ja öfter getroffen und auch beim Mardilaat in Tallin liefen wir uns über den Weg. Und nun höre ich sie im Radio. Ich freue mich daß ich den Beitrag in der Audiothek gefunden habe und habe ihn mir natürlich gleich gesichert. Den Ausschnitt über den Besuch im Pitsi Keskus können Sie hier auch hören. 

Treffen in Haapsalu

Unsere kleine Reisegruppe mit den Freundinnen aus Haapsalu im Sommer 2017, v.l,.n.r.:
Anne Rekaro aus Haapsalu, Sue aus England, Christiane aus Deutschland, Embi, ich  und Ewa aus Bahrain und Deutschland.

Und wenn ich ein bißchen lästern darf: Dieser Beitrag ist gut gelungen, mit einem kleinen Fehler (ich glaube nicht daß das Spitzenzentrum in einem alten Holzhaus untergebracht ist, es sah für mich immer sehr nach Beton aus..), hätte ein Mann diesen Beitrag erstellt, wäre das Stricken entweder gar nicht zum Thema geworden oder nur sehr oberflächlich vorgestellt worden. Kompliment!

Baltische Stunde und Wollensocke

Nein, ich habe mich nicht verschrieben: seit gestern abend gibt es die Domain wollensocke.de - denn der Redakteur und Sprecher der gestrigen "Baltischen Stunde" , Herr Caspari, hat bei seiner Moderation einen kleinen Versprecher eingebaut: er wies auch auf meine Domain hin, aber eben falsch: wollensocke.de statt wockensolle.de
Das ist kein großes Problem, ich habe diese Domain, die noch frei war, registriert und auf die wockensolle.de umgeleitet, jetzt braucht es nur noch ein wenig Zeit bis das in allen DomainNameServer verteilt ist - aber dann ist gut.
Denn die Sendungen der Baltischen Stunde bleiben  ja eine Weile weiterhin online auf der Webseite www.baltische-stunde.de und da soll der Link nicht in die Leere gehen.

Rechts im Player können Sie einen Ausschnitt aus der Sendung mithören. Die ganze Sendung ist online auf der Webseite der Baltischen Stunde. Zwei Stunden: die erste Stunde und die zweite Stunde der Sendung.

Baltische Stunde vom 18.02.2020

von Baltische Stunde - Albert Caspari

Und wie war es? Die Handschuh-Aktion anläßlich des NATO-Gipfeltreffens leitet die Besprechung der zwei Bücher, "Handschuhe aus Lettland" und "Lettisches Stricken" ein,und Caspari geht  auf die Schwerpunkte der beiden Werke ein, hier die ethnographischen Handschuhe und dort die von lettischen Mustern inspirierten aktuellen Modelle. Angesprochen wird auch die ungeklärte Vertriebssituation für Deutschland, denn bei amazon.de ist das Buch ja zur Zeit nicht zu haben. Aktuelle Bezugsquellen habe ich in einem Info-Beitrag ja schon einmal zusammengestellt.

Ich freue mich über diese Würdigung! Und da ich über einen kleinen Vorrat des Buches verfüge, kann ich ein kleines Sonderangebot machen solange der Vorrat reicht.
Einige wenige leicht bestoßene Exemplare zum Preis von 30,00€ inkl. Versand innerhalb Deutschlands und einige mängelfreie Exemplare zum Preis von 35,00€ inkl. Versand innerhalb Deutschlands.

Ihre Anfrage gilt als Reservierung, solange noch Exemplar vorhanden sind.
Schreiben Sie mir eine Nachricht, dafür gibt es ja das Kontaktformular.
Ich werde Ihnen antworten und falls noch ein Exemplar verfügbar ist, Ihnen die Zahlungsmodalitäten (PayPal Friends) nennen.

ja, und die Wockensolle.de ist nun auch über "wollensocke.de" erreichbar und wenn alles flutscht, auch über "www.wollensocke.de"

“Handschuhe aus Lettland” im Radio!

Maruta Grasmane: Handschuhe aus Lettland

Ozolina: Lettisch stricken Am 18. Februar von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr sendet www.radioweser.tv  die "Baltische Stunde".
Dieses Mal geht es um das Komponistenporträt Arvo Pärt, bei den Buchvorstellungen allerdings wird es lettisch:

Maruta Grasmane's Buch Handschuhe aus Lettland und Lettisch Stricken von Ieva Ozolina / Hobbywool.

Die Sendung wird am 29. Februar 2020, 16.00 - 18.00 Uhr wiederholt und kann dann auch auf der Webseite der "Baltischen Stunde" nachgehört werden.

Sampler ist fertiggestrickt- und es geht weiter

Nun habe ich den Sampler schon eine Weile fertiggestrickt, alle 12 Muster gezeichnet und gestrickt und dabei kann es ja nicht bleiben.
Deshalb versuche ich mich jetzt an einem Paar Socken mit dem ersten Muster, das mir so besonders gut gefällt, und mit "echtem" Garn für solche Unterfangen, dunkelblaues und naturweißes Garn, HEA 10/2, und dazu Nadeln in der Stärke 1,75mm.
Im wahrsten Sinne des Wortes habe ich mich festgestrickt, ich hoffe daß die Socken nach dem ersten Bad etwas weicher und luftiger werden.

Dieses Vorhaben stellt mich auch vor Herausforderungen, bei denen ich all mein Können zusammenkratzen muss. "Wie strickt man die Ferse, wenn der ganze Strumpf mit einem Rundherum-Muster gearbeitet wird, ich aber jetzt nur auf 2 Nadeln die Fersenmaschen habe?" und weitere .. Ich denke dass ich das ganz gut hinbekomme und werde das hier dann auch zeigen.

Ich stecke aber auch gerade in einem "unproduktiven" Loch, so kommt es mir jedenfalls vor. Meine beste Freundin ist gestorben und ich kann das einfach nicht verstehen, da ist plötzlich ein Mensch nicht mehr da, man hört seine Stimme nie wieder, kann nie mehr zusammen Probleme wälzen oder Musik hören, es ist ungerecht. Ich möchte mich am liebsten verkriechen aber zum Glück gibt es immer noch ein paar Aufgaben und Beschäftigungen, die mich ablenken können.
So plane ich gerade Reiserouten und Unterkünfte für 2 Sommerreisen nach Estland (vor und nach dem Craft Camp) und nach Lettland, und habe auch die Anleitung für die Piecework-Pottmütze fertiggestellt. Jetzt kommt der Artikel dazu an die Reihe. Ich kann mich also doch ablenken. Und wenn das Sockenstricken zu anstrengend wird gibt es immer noch ein Stashbuster-Tuch auf den Nadeln..

Nachricht aus der Werkstatt…

Der estnische Musterstreifen hat mich ganz schön am Wickel, inzwischen sind alle 12 Muster gezeichnet und 11 Muster gestrickt, heute beginne ich mit dem 12. Muster, dann habe ich den ersten von insgesamt drei mir bekannten Musterstreifen aus dem Estnischen Nationamuseum fertig. Das Studieren der Vorlage ist wie eine Zeitriese und oft ertappe ich mich bei Vermutungen, warum zum Beispiel an einer bestimmten Stelle Frau Reet Kurrik doch ein wenig geschlampt hat. Einige kleinere Fehler habe ich entdeckt und in meinen Zeichnungen korrigiert, wenn ich nun auch noch die Fehler, die ich hineingebracht habe, korrigiere, dann wäre es perfekt.

Das war der Zwischenstand am 14. Januar, 7 Muster waren fertig. Die Abbildung aus dem Museum zeigte ja nicht alle Muster, 2 Muster waren nur zu erahnen, da der Streifen zum Photographieren geknickt wurde.
Deshalb fragte ich Mathilde Frances Lind, die ihre Doktorarbeit in Estland schreibt und oft im Nationalmuseum forscht, ob sie den Streifen für mich photographieren könne. Und das hat sie auch getan. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Denn jetzt habe ich alle Muster zusammen...

Wie ernsthaft und wunderbar Mathilde die estnischen Techniken studiert, kann man in ihrem Blog nachlesen und bewundern. "Tiny Stitches" nennt sie ihre Arbeit und das sind wahrlich winzige Stiche, es braucht schon Übung.

Ich habe die ersten Strickschriften zusammen mit Photos auch in mein Ravelry-Projekt hochgeladen, es mir dann aber anders überlegt. Dieses Nacharbeiten und Hineindenken in die Arbeit einer Frau, die vor rund 170 Jahren diesen Sampler zusammenstellte, macht mir und vielen Anderen, denen ich mein Projekt zeige, soviel Freude, daß ich ein kleines Büchlein erstellen werde, in dem ich die drei Sampler, die darin enthaltenen Muster und auch Hintergrundinformationen zusammenfassen werde. Jeden Tag sitze ich auch vor meinem Bücherregal und blättere meine gesammelten estnischen Handarbeitsbücher durch, um mehr zu erfahren. Oder zu sehen, ob und wie diese Muster auch im wirklichen Leben genutzt wurden.
Es dauert also noch ein wenig bis ich die Strickschriften alle herausrücke!

Es gibt aber noch mehr zu berichten.
Letzte Woche habe ich wieder meinen Vortrag Reisen und Stricken im Baltikum gehalten, diesesmal im Pfarrhaus in Horst. Und selbstverständlich bringe ich dann auch immer Gestricktes und Gesammeltes mit und ich bin auf großes Interesse gestoßen. Es war ein schöner Abend, Danke nach Horst!

Am Freitag dann fand der zweite Demminer Strickmarathon statt. Und 20 Teilnehmerinnen waren gekommen, inzwischen sind rund 30 Laternen-Bezüge gestrickt! Ich habe mir eine Wimpelkette vorgenommen, die zwischen Bäume oder über einen Weg gespannt werden kann, und Heinz wird ein Banner gestalten. Mehr über dieses Treffen und weitere Termin sind auf der Facebook-Seite des Café 3K Demmin zu finden.

Ja, und jetzt am Montag habe ich einen Vertrag mit der amerikanischen Zeitschrift Piecework unterschrieben, für das Herbstheft 2020 werde ich einen Artikel über die pommersche Pottmütze schreiben und die Anleitung ins Englische übertragen. Das wird mich jetzt einige Zeit beschäftigen und freut mich sehr.

Da ärgere ich mich dann auch nicht, wenn mir eine Rechnung eines Hamburger Rechtsanwaltsbüros ins Haus flattert, eine Rechnung über die ungenehmigte Nutzung eines Photos der französischen Agentur AFP. Da habe ich vor fünf Jahren nicht aufgepaßt. Die Rechnung bezahle ich und das Bild entferne ich. Und passe in Zukunft besser auf.