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KAL: Baltische Stulpen / Legwarmer bei Ravelry

Am 15. Mai starte ich bei ravelry.com in der Gruppe "Knit like a Latvian" ein KAL (KnitALong) mit dem Thema: Baltische Legwarmer.
6 Wochen wird er dauern, Ende Juni sollen sie fertig sein. Ich bin gespannt,

Beinstulpen / -wärmer oder wie das auf deutsch auch noch genannt werden kann, mit traditionellen Mustern. Entweder nach Vorlagen, z.B. Exemplare aus Museen oder Strickbüchern, oder nach eigenem Gusto mit Mustern aus dieser Region.

Ich habe gesucht. Und wenige lettische Legwarmer gefunden, viele estnische und keine litauischen. Aber vielleicht finden ja die Teilnehmer noch unbekannte Exemplare?

Eigentlich sind es Knie- oder Wadenstrümpfe ohne Ferse und Fuß. BIs zu den Knöcheln unterscheiden sie sich nicht von Kniestrümpfen. Dann aber hörts auf. Es wird locker abgekettet damit man sie über die Fußknöchel anziehen kann.

Legwarmer werden entweder neu gestrickt, oder aus kaputten alten Strümpfen, bei denen sich üblicherweise der Fuß eher abnutzt als der obere Teil über dem Fuß, gemacht. In solch einem Fall schnitt man das Fußteil ab und strickte vielleicht noch einen kleinen Musterstreifen zum Abschluß.

Solche secondfeet-Legwarmer wurden dann meistens nur noch zur Feldarbeit o.ä. getragen.

Die gestrickten Stulpen gibt es für Männer und Frauen gleichermaßen, Erhalten geblieben sind aber mehr Frauen-Legwarmer. Vielleicht weil sie wertvoller waren, mit mehr Mustern, farbenfroher?

Heutzutage sind sie zwar noch Bestandteil der althergebrachten Trachten, sie gelten aber auch als eigenständiges Accessoire.

Die wunderschönen, bunten Exemplare aus Alsunga / Lettland oder Muhu / Estland schmücken die Festtagstracht. Sie lugen unter den weiten Röcken hervor und lenken den Blick auf auf die Füße und das Schuhwerk.
Diese Stulpen wurden / werden über weißen Socken getragen, und deshalb erkennt man sie oft nicht, wirkt das Ganze dann doch wie aus einem Guß am Fuß.

Im Sommer wurden nichtmehrsoschöne Stulpen am blanken Bein getragen, sie sollte die Trägerin bei der Feldarbeit vor kratzigem Kraut schützen oder verhindern, daß die naßgewordenen schweren Wollröcke, die bei der Arbeit getrage wurden. an der Wade scheuern.

Ravelry-KAL: Baltic Legwarmers

May 15, 2019, I start a KAL in the Ravelry-Group "Knit like a Latvian" ein KAL (KnitALong), subject:  Baltic Legwarmers.
It will be a 6-week-KAL and I hope that we will have many and lovely participants.

We will knit legwarmers with traditional patterns. Either following tradtional designs, f.e. items seen in museums or pattern books, or designing our own projects, using patterns from the baltic regions.

I searched for legwarmes from the baltic regions in and found many. Many from Estonia, some from Latvia and none from Lithunia unfortunately. I hope that participants know about more pieces.

In general, legwarmers are knee-heigh or calf-high stockings without heel and foot.
You won't find differences between stockings and legwarmers above the ankle. But they are cast-off below the ankle in a stretchy way so that they fit easliy.

Legwarmer are knitted new or they consist of the upper part of old used stockings. Usually the feet parts wear out faster than the upper parts. If that was the case the foot part was cut off and eventually a small elastic patterned stripe was added.

Those secondfeet-legwarmer usually were worn when working on the fields.

There are legwarmes for men and women. But mostly legwarmers for women survived. One reason could be that they were knittend with more delicacy or decoration.

Today they still are part of the traditional costumes, but they are worn as a a fashion accessory as well.

The lovely beautiful multicoloured legwarmers from Alsunga / Latvia or  Muhu / Estonia adorn the festive costumes. They peep out under the wide skirts and attract the admirer's eyes.
These legwarmers mostly were worn above white socks, so that they are consided as socks very often.

In summer, at harvest time, not-so-beautiful-anymore legwarmers were worn without socks, on the naked feet. They protected from itchy straw on the fields or from the seam of wet skirts scraping the bare skin.

Suitu rakstainas zekes

Die bekanntesten lettischen Legwarmer stammen aus der Suiti-Region, bekannt deshalb weil Lia Mona Ģibiete vor ywei Jahren das Buch "Suiti patterned books" herausgebracht hat  und darin auch diesen Stücken ein kleines Kapitel gewidmet hat.

Interessanterweise heißen die Stulpen auf lettisch "Štrimpa", das erinnert doch sehr an Strümpfe!

Die Autorin führt die Entstehung der Stulpen auf die Liebe zu den Mustern und das aufwendige Stricken der Ferse und der Füße zurück. So entstanden sie vielleicht aus Bequemlichkeit, aber wohl auch aus dem Wunsch im Sommer solche hübschen Teile zu tragen.

Ein weiterer Grund ist, daß diese Stulpen wunderbar zu den traditionellen Lederstiefeletten der Suiti-Frauen mit ihren für Lettland ungewöhnlichen Ansätzen passen.

Suitu rakstainas zekes

Most known are the latvian legwarmers from the Suiti region in Kurzeme,  as Lia Mona Ģibiete published the book "Suiti patterned books" two years ago and therin the legwarmers have their own shot chapter.

The latvial word for these garments is Štrimpa", which resembles a lot to the german word Strümpfe (stockings).

The author claims that the knitters loved the pattern but not the efforts to knit the heel and the foot oarts. So they were knitted for convenience. Another reason for sure is the whish to ware them in summer as well without warm socks.

Another reason is that they fit perfectly to the elegant Suiti-leather-boots with (in Latvia) uncommon heels.

In Estland wurden Beinstulpen gestrickt bevor Strümpfe in Mode kamen. Sie wurden im ganzen Land getragen, aber nur wenige Exemplare sind erhalten geblieben, wahrscheinlich weil sie, wenn sie nicht mehr schön waren, bei der Feldarbeit getragen wurden.

Sie wurden über Socken getragen, so z.B. auf der Insel Vormsi und ganz allgemein von den Küsten-Schweden (schwarze Schuhbänger, weiße Socken, rote Stulpen). Die Stulpen aus Vormsi haben eine runde Form mit 4 Abnahmen, immer die 1. Masche einer Nadel. Sie wurden erst nach dem Stricken rot gefärbt.

Auf  Muhu wurden Sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Strümpfe verdrängt. Sie wurden von oben nach unten gestrickt und die Wadenabschnitte wurden fast immer glatt rechts gestrickt.
Saaremaa Stulpen sind sehr fest gestrickt und haben meistens ein 5cm hohe, elastisches Bündchen.
Die von Muhu lind mit einem dickeren Garn gearbeitet als die bekannten buntgemusterten Strümpfe, mit einer Zopfborte an der Oberkante, einem mehrfarbigen Muster, an das sich dann ein rot und schwarz gestreiftsn Wadenteil anschließt. Zum Abschluß dann wieder ein kleines Musterband und eine Zopfborte / Braid.

In Estonia legwarmers have been knitted before stockings came in fashion and they were worn everywhere, but not many examples are kept, as they were usually worn to work on the fields (protecting from bewing scratched by straw or thistles etc.)
They were mostly worn with socks on top, so f.e. on Vormsi Island and in general by the Coastal Swedes (black shoe lace, white socks, red legwarmers). Legwarmers from Vormsi have a round shape with decreasing at the beginning of each needle. They were dyed after knitting.

On Muhu, they were replaced by stockings at the beginning of the 20th century. Most were knitted top-down, most have stockinette pattern for the leg,
Saaremaa legwarmers mostly are knitted very straight and posess a 5cm deep edging with an elastic stitch pattern
Muhu legwarmers are knitted with thicker yarn than the more elaborated stockings (which are younger), with a twisted braid at the top, some colorwork and a striped leg in black and red,followed by a braid at the end.

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Handschuhe aus Lettland

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