Auli und Joiking – Norwegen und Lettland – Musik verbindet

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WInterende und Musik von Auli - das gehört für mich zusammen seit ich das wunderbare Metens-Video gesehen und hier auf der Wockensolle auch geteilt habe - jetzt gibt es ein neues Video.
Es entstand im Rahmen des Projektes "Voices of the Ancestors", eine Zusammenarbeit mit Musikern aus aller Welt.
Ich habe, gerade bei unseren Reisen durch Rußland, Tuva und Armenien viele wunderbare Musiker kennengelernt und die Kraft ihrer Musik erfahren dürfen, aber das norwegische Joiking kannte ich bis nur vom Festival Nordischer Klang in Greifswald.

Hier nun also mein heutiges Sonntagsvideo - lettische Dudelsäcke und Trommeln, norwegische Stimmen und das Nordlicht, ein Geschenk Gottes.

Wollgaster Wolltage – Wolle Kraft voraus!

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Drei viel zu kurze Tage in Wollgast - von Sonntagmittag bis Mittwochmittag, sechs wunderbare Frauen, ein großzügiger liebenswerter Gastgeber, tolle Betreuung und eine prima ganz spezielle  Unterkunft - das waren die Wollgaster WollTage - keine Rede mehr von WollTrotz!

Das Postel in Wollgast bot uns, umsorgt von Columba postalia, der Posttaube, viel Raum zum Stricken, Plauschen, für Freudentänze und Diskussionen. Und so wuchs in dieser Zeit eine tolle Gruppe zusammen. Petra, meine älteste und beste Freundin, Claudia, eine fröhliche Reisebegleiterin im Baltikum, Cornelia die mir das Steeken wenn nicht beibrachte so doch zeigte, Mechthild aus dem preussischen Vorpommern, eine begeisterte Sockenstrickerin, und Sabine, die ich vorher noch gar nicht kannte, und mit der ich viel gemeinsam habe... wir kommen noch öfter zusammen, das steht fest.

Dienstag war Ausflugstag, der bemerkenswerte Martin (Originalton Cornelia) hatte den Bus beschildert: "Wollgaster Wolltage - WolleKraftVoraus" und so ging es auf die Insel.
Der schöne Laden Spindönz in Usedom auf Usedom: ein großes Sortiment feiner Garne, viel Zubehör zum Weben und Spinnen, Leinen aus Litauen, verführerisch.

Im Restaurant Neptun in Świnoujście / Swinemünde wurden wir lecker bewirtet und auf der Seebrücke in Zinnowitz pustete uns der Seewind ordentlich durch.

Und zum Schluß ein Abstecher in das Café Biedenweg - besser kann es nicht sein!

wie immer: für eine größere Darstellung auf ein Bild klicken!

Ich bin glücklich und bedanke mich bei Petra, Claudia, Cornelia, Mechthild und Sabine für ihre Gesellschaft, Freundschaft und für die Nachsicht mit mir - ich hatte zwar zum Stricktreff eingeladen, aber selbst nur wenig gestrickt und das dann auch wieder aufgeribbelt.

Wolltrotz in Wollgast

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WollTrotz - das ist ein Begriff der mir einfiel als ich die für den März geplante WollWoche in Wollgast absagen musste, aber irgendetwas passieren sollte damit die liebe Seele Ruh hat.

Nun, die WollWoche in Wollgast ist nicht ad acta gelegt, ich werde mich weiter um eine mögliche Förderung kümmern und zwar ganz intensiv nach den WollTrotz-Tagen, die heute beginnen. Ich habe auch positive Signale bekommen, die WollWoche wird zu stellen sein, aber eben erst im Herbst 2019 und nicht jetzt im März. Und ich werde auch bald ein "Save the Date" - veröffentlichen können.

Aber was ist WollTrotz? Das Postel in Wolgast war ja für die Woche vom 13. März an reserviert, und nun gar nichts? Nicht nur ein emotionaler, auch ein finanzieller Verlust, und dann hatte ich eine Idee: Wenn schon nicht die Taube auf dem Dach, so doch den (Woll-)Spatz in der Hand und lud kurzerhand Freundinnen ein, mit mir einige Tage im Postel zu verbringen.

Wir werden stricken, Filme schauen, Freundschaften auffrischen, einen Ausflug über die Insel Usedom nach Swinemünde unternehmen, einfach gut leben. Und heute mittag fängt der WollTrotz an!

Da aber heute Sonntag ist und ich ja auch des öfteren am Sonntag hier ein Video einbinde, kommt heute ein ganz besonderes Schmankerl:

Ein Stummfilm aus den 30er Jahren, Wie der Flax mit einem Spinnrad gesponnen wird..

aufgenommen wurde der Film in der hessischen Schwalm, einer Gegend in der die heimischen Trachten noch lange getragen wurde. Als Haartracht ein Dutt, kleine Käppchen auf dem Kopf und kurze aber weit abstehende Röcke ...  eine ganz spezielle Tracht, die heute noch getragen wird.

Das Bild rechts. Schwälmer Bäuerin im Festkleid,  stammt von Paul Scheffer, der 1916 starb.

PS: Der Hinweis auf den Film stammt aus dem "Historic Knitting"-Forum bei Ravelry.com

Vom Hölzche aufs Stöckche

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Vom Hölzche aufs Stöckche - das ist hessisch, mein Heimatdialekt, den ich rudimentär noch beherrsche, und dieses Bild beschreibt mein Themenstromern - früher nannte man das Surfen im Internet.

Ich möchte einen strickenden Mann vorstellen, den ich bei Ravelry kennengelernt habe: Franz-Josef Klar, bei Ravelry ist er der User "verdreht"

Wir waren ins Gespräch gekommen, weil er in einem Forum einen Beitrag von mir las, und dann wurde es immer interessanter. Er arbeitet beim holländischen Textile Research Center mit und hat am Projekt "Zijden Kousen von Texel - Silk Stockings from Texel" teilgenommen. Der Link zu diesem Projekt im Menü der Webseite ist falsch, aber findige User finden den Inhalt trotzdem ;=)

 

 

Diese Seidenstrümpfe aus dem 17. Jahrhundert waren in einem Schiffswrack vor der niederländischen Insel Texel gefunden worden, in einem excellenten Zustand. Und nun werden diese Strümpfe von freiwilligen Strickern, na meistens Strickerinnen aber eben auch der Stricker Franz-Josef Klar, rekonstruiert. Mit 1mm-Nadeln und dünnem Seidenfaden - Respekt!

Links mit Infos zum Texel-Seidenstrumpf-Projekt:

Man braucht nur "Texel silkstockings shipwreck" in einer Suchmaschine eingeben und findet jede Menge Infos

Ich wollte ja gar nicht so sehr auf dieses Strickprojekt eingehen, aber es wird immer interessanter.
Es gibt sogar Garn, speziell für diese Seidenstrümpfe, in 3 Varianten:

  • TRC Texel Silk Sock dun niet ontgomde zijde von Bart & Francis, 1200m / 100g, also ein 12/1 Garn
  • TRC Texel Silk Sock dik niet ontgomde zijde
  • und auch noch TRC Texel Silk Sock 225 den   (1 denier = 1 g / 9000m)

Aber der Link zu Franz-Josef Klars Projekt darf nicht fehlen, und er hat das Projekt wie so viele seiner Arbeiten mit einem perfektiven Aspekt benamst: vertexelt ...

 

Ein Presseartikel über Franz-Josef Klar ist online, da geht es um das Texel-Socken-Projekt:  Textilgeschichte: Frankfurter strickt für niederländisches Forschungsprojekt.

Franz-Josef Klar strickt gerne Socken. Und als Vorbild für die Socken nimmt er sich Bilder strickender Männer. Das ist mal ein Konzept!  Da gibt es e=mc²-Socken, Weihnachtsmann-Socken, einen jütländischen Hirten oder Dagobert Duck und viele andere Herren, alle ihnen gewidmeten Socken nach seiner freien Anleitung ver50ckt gestrickt.

Rechts ein Screenshot seiner Ravelry-Projekte...

Tja, er wohnt in Frankfurt, und es ist gerade Fassenacht (neuhochdeutsch: Karneval), die tollen Tage (Weiberfastnacht bis Aschermittwoch) schlagen Wellen.

Ich selbst war Fassenachterin in meiner Jugend, und 1982 organisierte ich die erste Alternative Fassenacht in Wiesbaden mit: Lalü - Mer lasse Euch net hänge...
Infos darüber findet man heute noch online, damals hat sogar der SPIEGEL über die Repressalien der Stadtverwaltung berichtet. Und Radioberichte gabe es auch. Irgendwo wird unser Fastnachtszug (300 Teilnehmer - 80.000 Zuschauer, und das mit gerade mal 50kg Bonbons...) sogar als legendär bezeichnet... auf die Titelseite der TAZ haben wir es damals auch geschafft, allerdings mit einer Karikatur, die die Vorurteile gegen uns nur so anheizte: ein mit Pflastersteinen jonglierenden Narr ...

Aus einem Pressebericht:
Unter dem Titel „Notkomitee Wiesbadener Narren“ organisierten sich linke Alternative wie die „Wiesbadener Liste“ mit deren Protagonisten, dem späteren SPD-Kulturstadtrat Wolfgang Herber, um die Lücke zu schließen. „Locker, alternativ – lustvoll übermütig“, abgekürzt „Lalü“, sollte der Zug werden. „Kreativ statt öde und blöde“, hieß ein Slogan der „Spaß-Guerilla“. Mit „Geheul und bissiger Satire, aber ohne Polizeikapellen, US-Army und Reklamegaukler“ wurde ein „radikaldemokratisches Volksfest von unten gegen oben“ initiiert.

Das ist meine Verbindung zur Fassenacht, als aktive Närrin im Notkomitee. Gefeiert habe ich aber schon vorher heftig, einmal ging ich samt Freund für 6 Tage verlustig, wir feierten von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch - und wurden ziemlich erschöpft dann wieder im legendären "Old Roczek" gesichtet (Wiesbadener wissen welches Etablissement gemeint ist).

Und was ist jetzt das Stöckche? Dieser Beitrag heißt ja "Vom Hölzche aufs Stöckche" und als "Hölzche" tuns die Seidensocken.

Das Stöckche sind dann rotweißen Strickstrümpfe, Wahrzeichen der Kölner "Roten Funken Garde". Fast alle rheinischen Karnevalsgruppierungen haben einen militärischen oder freiheitlich-militärischen Hintergrund aus der napoleonischen Zeit, sonst wären es ja keine Garden.
Die Roten Funken Gardisten sind da keine Ausnahme, aber sie hatten nicht den besten Ruf:

Die abgezehrten, meist alten, müden und leicht bedusselten Komißköppe wurden herumgeschubst und verspottet. Ihre Dummheit war sprichwörtlich, und ihr armseliges Duldertum äußerte sich im Strümpfestricken, während das Gewehr traurig an der Wand lehnte.

Stricken war also nicht sehr angesehen. Heute ist das anders:

Die armen Gardisten von damals haben eine eigene Webseite, Streckstrump Alaaf! und Franz-Josef Klar würdigt die damaligen armen Stadtsoldaten, die heutigen Jecken: er hat ihnen einen Strumpf gewidmet! Bei Ravelry zu finden. Schön rot und weiß gestreift.

Und ich widme ihm jetzt ein Bild für sein Sockenbildprojekt, hat aber noch ein wenig Zeit bis zur Fertigstellung:

Ein strickender Weihnachtsmann von der estnischen Insel Muhu!

Schöne Jacken aus Kurzeme

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Die unermüdliche Linda Rubena aus Riga hat Anfang Februar ein wunderschönes neues Buch vorgestellt:

Dienvidkurzemes adītās jakas. South Kurzeme Knitted Jackets

Das Buch, herausgegeben vom Lettischen Nationalen Kulturzentrum, stellt Strickjacken, wie sie in Süd-Kurland getragen wurden, vor, zeigt ihre Besonderheiten auf und enthält auch Hinweise und Anleitungen zum Stricken dieser wunderschönen Jacke. Darunter auch die Jacken in Netz-Brioche, die mir und etlichen anderen Teilnehmerinnen bei der ersten Kurzeme-Strickreise von Sena Klets (und den Teilnehmerinnen der Folge-Reisen wohl auch) etliche Rätsel aufgegeben hatte.

IZDOD GRĀMATU PAR DIENVIDKURZEMES ADĪTAJĀM JAKĀM

Šodien Latvijas Universitātes Lībiešu institūta telpās atklāta grāmata “Dienvidkurzemes adītās jakas”. Vai tajā apkopotā informācija varētu kļūt par iedvesmas avotu ikvienam savas, individuālās jakas adīšanā?

Gepostet von 100 g Kultūras am Dienstag, 5. Februar 2019

Das Buch kann man bei Sena Klets, aber auch bei amazon.com, bestellen. Bei Amazon.com ist der Titel leider irreführend übersetzt, es geht ja nicht um "knitted Shawls" sondern um "Knitted Jackets". Sei's drum!

Mein Exemplar ist auf dem Postweg, ich denke es kommt diese Woche an. Ich bin schon sehr gespannt, haben mich doch die bisher veröffentlichten Bilder sehr neugierig gemacht: ich habe viel wiedererkannt.

  • Dienvidkurzemes adītās jakas - Knitted Jackets of South Kurzeme
  • 48 Seiten, Hardcover
  • Autor: Linda Rubena
  • Verlag: Latvijas Nacionālais kultūras centrs (2018)
  • ISBN-10: 9934528312
  • ISBN-13: 978-9934528316

wie immer: für eine größere Anzeige auf ein Bild klicken!

Lugt da nicht eine Seite mit Muhu-Mustern aus dem Buch "Estonian Knitting 1" (oder "Patterns and Designs from Muhu" ?) auf den Bildern hervor? Und auf einer anderen Seitenvorschau las ich den Verweis auf Riina Tombergs Buch "Vatid, troid, vamsad: silmkoelisi kampsuneid Lääne-Eesti saartelt" - mich interessieren die Verflechtungen der Stricktraditionen, ihre Eigenarten und Gemeinsamkeiten und ich denke dazu kann ich in dem Buch Einiges erfahren.

Das nachstehende Video ist ein Ausschnitt aus einer Morgenshow des lettischen Fernsehens und nach den einleitenden wohlwollenden Worten werden auch schöne Details gezeigt.

Und ganz genau hinschauen kann man bei der "Virtuellen Ausstellung", die das Nationale Kulturzentrum Lettlands bei Youtube eingestellt hat.

Jetzt warte ich auf unsere Postzustellerin, auch liebevoll "Frau Freude" genannt. Und wer das Buch haben möchte: man/ frau  sollte schnell bestellen, die Auflage ist nicht sehr hoch.

Wenn der Abend den Morgen trifft

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Auf Arte gab es gestern abend einen wunderbaren Bericht über die Musik der Balten:

Wenn der Abend den Morgen trifft -Eine Reise zur Musik der Balten

Ein Bericht der die starke Beziehung der Menschen in den drei Staaten zu ihrer Kultur deutlich aufzeigte und neben der Volksmusik und den Liederfesten auch die zeitgenössischen Komponisten vorstellte.

Peteris Vasks, Erki Sven Tüür, Arvo Päärt und der großartige Geiger Gidon Kremer mit seinem Ensemble Kremerata Baltica, eine Freude.

In den 90er Jahren wurde die Musik dieser Komponisten auf Indie-Labels veröffentlicht, mein leider verstorbener Freund Nikolai Dmitriev hat auf seinem Laben Longarms Records die baltischen Komponisten herausgebracht und ich lernte diese beseelte aber nicht rührselige Musik (vor allem dann nicht rührselig, wenn sie von Gideon Kremer aufgeführt wird) schon früh kennen. Um so größer war meine Freude!

Die Sendung ist noch bis zum 23. Februar auf Arte.tv zu sehen und wird am 26. Februar um 05:00 morgens wiederholt. Es lohnt sich!