Berberteppich

8. Mai 2021: Tag der Befreiung vom Faschismus und Tag der Freude

Über den 8, Mai, dem Tag der Befreiung vom Faschismus und dem Ende des 2. Weltkrieges, und wie er in Demmin in Vorpommern immer wieder zum Anlaß für Aufmärsche der Rechtsextremen wurde, habe ich schon hier auf der Wockensolle berichtet. Anlaß dafür war die Idee des Demminer Aktionsbündnisses 8. Mai, das Stadtbild und die Stimmung an diesem Tag mit bunt-Gestricktem aufzuhellen und eine neue Art des Protestes zu zeigen.
Daß dann im Deutschen Stricktreff beim Strickernetzwerk Ravelry nach einem Zweck für einen großen Garnvorrat gefragt wurde und wie wir die 30 Kilogramm dann nach Demmin ins Café 3K brachten..

Letztes Jahr fiel zum Glück der große Aufmarsch aus und die Wollereien schmückten das friedliche Städtchen an der Peene. Dieses Jahr droht immer noch Corona und größere Versammlungen und Aufmärsche fanden nicht statt.
Aber ein Friedensfest am Peene-Ufer mit Musik und auch ein paar Ansprachen - das gab es. Und es tat so gut!
Viele fröhliche junge Menschen bei wunderschönem Sonnenschein, engagiert und aufgeweckt und die Infostände von bunten Wollschals umgarnt - es gab keine Auseinandersetzungen, rechte Provokateure kamen nicht zum Vorschein und die Demokraten und Antifaschisten konnten nicht nur den Tag der Befreiung vom Faschismus feiern, und dem Aufruf Esther Bejaranos folgend,  einen bundesweiten Feiertag für dieses Datum und diesen Anlaß fordern, sondern auch an den 100. Geburtstag von Sophie Scholl erinnern, der am 9. Mai zu gedenken ist.

wie immer: für eine größere Darstellung auf ein Bild klicken!

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Kurz bevor wir nach Demmin fuhren, brachte die Postbotin ein kleines Päckchen und dieses barg eine große, freudige Überraschung: Eine Leserin dieser Seite, die auf der Suche nach Informationen über Trachtenstrümpfe zur Wockensolle gefunden hatte und mit der ich auch schon ein paar wenige aber herzliche Mails wechseln konnte, hatte von einem alten Strumpfpaar geschrieben, einem sehr sehr alten Strumpfpaar, und daß sie mir dieses Paar schenken wolle.
Diese Großherzigkeit beschämte mich und als ich dann das Päckchen erhielt und es öffnete, war ich sprachlos und den (Freuden-)Tränen nahe:

Welch eine Gabe! Diese Strümpfe stammen wohl aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, sind aus Baumwolle, mit einer wunderschönen Bogenkante und einer kleinen Saumlinie auf der Rückseite samt hübschen kleinen Abnahmen über der Wade.
So unwahrscheinlich fein gestrickt, daß es fast nicht zu glauben ist. Sie sind in der Runde gestrickt und nicht gewirkt und dann genäht, denn es gibt keine Nahtkante.

Ein Brautstrumpf aus dem 19. Jahrhundert

Ich fand noch keine Zeit den Strumpf genauer zu untersuchen, ich bin noch in der Phase des bewegten Staunens. Wie fein die Maschen, wie fein das Bündchen, die Abnahmen auf der Rückseite.

Bündchen und Monogramm

An der geschwungenen Bogenkante ist ein längeres Bändchen angearbeitet, wahrscheinlich zur Befestigung.
Das Monogramm ist mit winzigkleinen grünen Glasperlen gestickt und auf der Bein-Innenseite ist ein zusätzliches kleines rotes Monogramm mit winzigen Kreuzstichen gearbeitet.

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Mechanische Strumpfstrickmaschinen gibt es schon lange, Und eine historische Sockenstrickmaschine habe ich auf meiner langen Shetlandreise im Jahr 2015 schon im Museum von Tangwick Haa gesehen.
Diese Maschinen waren im 19. Jahrhundert nicht nur in England weit verbreitet, denn sie waren handlich und viele Menschen haben sich mit diesen Maschinen in Heimarbeit Geld verdient.

Betrieben wurden sie mit einer Handkurbel, brauchten also außer der menschlichen Arbeitskraft keine weitere Energie.

Ob diese Strümpfe wohl auf solch einer Maschine hergestellt wurden oder doch mit der Hand gestrickt? Das versuche ich herauszufinden.

Erst einmal bin ich dankbar und glücklich. Über die Strümpfe und das Friedensfest in Demmin. Es war ein guter Tag!

Sockenstrickmaschine

Gefunden und gelesen

Keeper of the Sheep

Keepers of the Sheep

Ich habe im Osterbeitrag auf das interessante Buch "Keepers of the Sheep - Knitting in Morocco's High Atlas and Beyond" von Irene Waggerer hingewiesen. Und ich habe es mir auch gleich bestellt.

Das Buch kann auf der Webseite der Autorin, https://106metersfromtheroad.com/, bestellt. werden, von dort wird man dann zu Etsy.com umgeleitet und das Buch wird aus den USA geliefert. (Man kann auch gleich bei Etsy bestellen, dann versäumt man aber den interessanten Inhalt der Webseite.
Wie mir Irene Waggerer aber jetzt mitteilte, gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, in Europa zu bestellen, Und zwar in Portugal und in Großbritannien. Also der Reihe nach:

Folk Galore - Handschuhe und Pastalas

Auch wenn ich mit klassischer Musik aufgewachsen bin und dem Jazz, der improvisierten und der Neuen komponierten Musik sehr verbunden bin, sind diese Kategorien keine Scheuklappen. Gerade auf meinen Reisen in Russland und im Baltikum habe ich gelernt, daß Volksmusik mehr ist als Blasmusik oder "Seven Drunken Nights", daß solche Musik unglaubliche Stile, Techniken und Klangfarben bieten kann; der Chor-Gesang des Pokrovski-Ensembles, das in Russland zu Ende der Sowjetzzeit intensive Feldforschung betrieben hat und so die wirkliche russische Musik am Leben erhalten hat, die Oberton-Gesänge aus Tuva und der Mongolei, Dainas aus Lettland und Frauenchöre aus der Region Setomaa in Estland - to name a few.
Folk GaloreUnd neben diesen traditionellen Musiken gibt es auch die Musik der frechen, fröhlichen, impusiven Ensembles wie Auli aus Lettland oder Отава Ё aus Russland - einige ihrer Video-Clips habe ich hier ja schon öfter mit Freude eingebunden.
Auf der Spur dieser Bands bin ich auf die deutschsprachige Zeitschrift "Folk Galore" gestoßen, die von Christian Pfliefke herausgegeben, dreimal jährlich im CPL Notes Verlag erscheint und einen Schwerpunkt auf ost- und nord-europäische Musik legt Ichhabe mir ein Päckchen mit den ersten 3 Heften und einer CD bestellt und bin dabei auf einen Artikel gestoßen, der mich überraschte und erfreut:

Darin fand sich ein Beitrag "Fingerkunst aus Wolle" über "Lettlands historische Handschuhe" und Sena Klets und Hobbywool werden vorgestellt, der Farben- und Musterreichtum und die Bedeutung der Handschuhe beleuchtet; auf eine klare und sachkundige Weise, ohne Oma-Klischee und sonstigem Nervkram. Maruta Grasmanes "Handschuhe aus Lettland", wir kennen es, wird darin als das vielleicht beeindruckendste Buch über lettische Handschuhe bezeichnet und dem möchte ich wirklich nicht widersprechen!
Der CPL-Musikshop bietet aber nicht nur Musik, sondern auch Pastalas, die traditionellen lettischen / baltischen Lederschuhe, in den verschiedensten Größen und Farben an. Und wo Pastalas zu haben sind, da paßt das Buch "Handschuhe aus Lettland" doch auch ins Portfolio. Vielleicht klappt es ja!

Bleiben Sie gesund! Lassen Sie sich impfen!

Zum Schluß noch eine Bitte: Lassen Sie sich impfen! Ich hatte die Möglichkeit und das Glück, am Montag im Greifswalder Impfzentrum die erste Dosis Biontech zu erhalten. Das erfüllt mich mit Freude und auch Dankbarkeit.
Es ist so ein kleiner Pieks und es kann soviel bewirken. Immunisierung ist unsere einzige Chance die Pandemie zu besiegen,
Und deshalb bitte ich Sie: Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie sich impfen!
Bleiben Sie gesund!

Fiete und Heike, 2 kleine Poken

"Poken" - so nennt man die Menschen, die auf der Halbinsel Mönchgut auf Rügen leben. Sie sollen angeblich verschlossen, dickköpfig und eigensinnig sein. Nun, Eigensinn finde ich immer gut, und ich persönlich habe bisher nur nette Poken kennengelernt.
Eine ganz besonders nette Geschichte haben Heike und Fiete. Sie sind 75cm groß und waren einmal Schaufensterpuppen, bis Frau Gerda Mathis sie auf einem Flohmarkt entdeckte und zu sich nahm. Und da sie eine begeisterte Näherin ist, hat sie den beiden Kleinen die Mönchguter Tracht auf den Leib geschneidert.

Sceenshot OZ Gerda Mathis mit Fiee und Heike

Ein Screenshot der Ostsee-Zeitung vom August 2020

Als ich den Artikel über Frau Mathis und ihre 2 Poken in der Ostsee-Zeitung las, habe ich mich sehr gefreut. Welch eine schöne Idee!
Aber natürlich braucht der kleine Kerl eine richtige Mütze, eine Pottmütze.

Und so nahm ich Kontakt mit Frau Mathis auf und strickte 2 Mützen für den Bub.
Inzwischen stehen die Puppen in der Touristen-Information in Baabe und Fiete trägt jetzt seine Pottmütze!
Frau Mathis hat die beiden Puppen bei schönstem Küstenlicht am Strand für mich fotografiert.

Freuen Sie sich mit  mir über diese bezaubernden kleinen Wesen!

Ziehen Sie den Teiler nach links

Und hier alle Bilder der Photo-Session am Strand von Rügen

Vielen Dank, Frau Mathis! Ich freue mich schon daß ich irgendwann bald die beiden Poken in Baabe besuchen kann, wenn wir wieder reisen können.

VorÖsterliches

Ich habe diesen Beitrag zwar "VorÖsterliches" betitelt, aber der Schwerpunkt liegt nicht auf Ostern. Mir ist wirklich nicht österlich zumute und wenn nicht der Ostersonntag mit dem Geburtstag meines lieben Mannes Heinz zusammenfiele, würde ich so gar nicht feiern wollen. So feiern wir zu zweit und freuen uns daß wir uns haben,  über 30 Jahre nun. Ein großes Glück.

Ein großes Unglück ist vor ein paar Tagen geschehen und das liegt mir auf der Seele. Wir glauben nur allzugerne daß Unglücke einfach so geschehen. Aber der Brand der Schweine-Quäl-Anlage in Alt-Tellin, 10 km von Gribow entfernt, geschah nicht einfach so. Er war absehbar und die Schuldigen kann man benennen. Alle, die es verursacht haben, die weggesehen haben oder immer noch ihre Mitschuld leugnen.

60.000 Schweine sind verbrannt. Qualvoll, elend. Tiere empfinden Todesangst und Qualen,sie sind keine Ware. Aber jetzt sind sie Sondermüll, denn ihre Kadaver brannten in den Kunststoffboden der Ställe.

Ich versuche das so nüchtern so schreiben, aber ich kämpfe immer wieder mit den Tränen. Auch Tränen der Wut. Denn seit es die Anlage gibt war bekannt, daß es dort keinerlei Brandschutz gibt, dass immer wieder neue Ställe gebaut wurden, ohne Baugenehmigung, Kontrolle etc. Investoren haben sich bereichert, die Verwaltung hat geschlafen / weggeschaut / ignoriert..., die Politik hat wie immer keine Schuld.
Und niemand dieser Herrschaften zeigt auch nur ein Zeichen von Empathie. Sie zeigen immer nur mit dem Zeigefinger auf andere, die sollen schuld sein. Schuld sind alle, die bei diesem Schweine-System mitmachen.

Die LINKE hat für diese Katastrophe eine treffende und hoffnungsvolle Bezeichnung gefunden: das Fukushima der Mega-Ställe. Das möchte ich auch hoffen. Ob ein Umdenken möglich ist?
Die deutsche Landwirtschaftsministerin, die unsägliche Frau Klöckner, hat gerade wiedereinmal die Genehmigung für die enge Tierhaltung verlängert - sie sollte einmal so vegetieren müssen!
Der furchtbare Tod der Tiere ist ein MENETEKEL

Ich hatte mich wieder einmal verführen lassen, an einem MKAL, Mystery Knit Along bei Ravelry teilzunehmen, Denn ich schätze die Anleitungen von General Hogbuffer sehr. Also habe ich die Pescatarian-Socken auf die Nadeln geladen. Und das war diesmal wirklich kein erquickliches Stricken. Die Anleitung enthielt, zumindest für mich, einige Unklarheiten und mit dem asymetrischen Muster-Verlauf kann ich mich auch nicht so recht anfreunden. Ich empfand das Stricken als sehr sehr anstrengend, obwohl ich ja wirklich schon recht komplexe Teile gestrickt habe, und das hat mir auch die Lust an meinem eigentlich Projekt weiterzustricken für eine Zeit genommen. Ich musste nach diesem "Strick de force" erstmal noch ein paar Socken stricken, die allereinfachsten die mir so in den Sinn kamen und die Decathlon-Socken haben mich wieder in die Spur gebracht.

Was lerne ich daraus? Nie mehr an einem MKAL teilzunehmen, oder höchstens das Muster "abzugreifen" und bis zur Veröffentlichung der kompletten Anleitung zu warten und erst dann zu entscheiden, ob ich das wirklich stricken möchte. Mal sehen, wie lange dieser Vorsatz hält...

Keepers of the Sheep
Irene Waggener: Keepers of the Sheep

Dann gibt es aber auch noch ein paar Netzfunde, die ich unbedingt zeigen möchte.

Da ist erstmal das herrliche Buch "Keepers of the Sheep - Knitting in Morocco's High Atlas and Beyond" von Irene Waggerer. Meine Freundin Betta hatte dieses Buch bei Ravelry favorisiert und schon der Titel weckte meine Neugier. Ich kenne den Hohen Atlas, in den 70er Jahren war ich in Marokko und Algerien unterwegs, habe aber leider keine strickenden Schäfer kennengelernt.
Ich habe mir trotz des hohen Portos das Buch bestellt, und freue mich auf die Artikel darin und auch auf die Anleitungen. Sogar warme und schön gemusterte Legwarmer sind dabei! Und auch die Socken, die nach dem Ort Tlemcen in Algerien benannt sind, wo ich einige Male war...
Das Buch erschien im Selbstverlag und kann bei Etsy bestellt werden. Die Webseite der Autorin Irene Waggerer ist absolut lesenswert!

Und dann bin ich auf das Buch "Parimus Luksus - Luxury in Tradition" der estnischen Designerin Heli Väärtnõu-Järv, die auf der Insel Saaremaa lebt, aufmerksam geworden. Ich habe mit ihr Kontakt aufgenommen und sie hat mir das Buch geschickt. Das werde ich demnächst noch genauer vorstellen, denn sie trifft mit ihren Kreationen haargenau ins Schwarze: lässige, tragbare Mode mit Details. die sie von den traditionellen estnischen Mustern übernommen hat.
Ein Halsbündchen wird wie der Bund eines Kihnu-Pullovers gestrickt, auf der Schulternaht sitzt ein bunter Musterstreifen, oder ein Muster von Handschuhen aus Mustjala auf der Insel Saaremaa bildet den unteren Teil einer Jacke.

Das Buch ist leider nicht auf ihrer Webseite zu finden, aber die Abbildungen im Buch sind auch auf der Webseite zu finden, Beim Durchblättern ihres Portfolios juckt es mich immer mehr in den Fingern, ich möchte am liebsten sofort auch solch eine Jacke stricken, oder oder oder ... Und dazu findet man im Buch viele Ratschläge, aber keine fertigen Anleitungen. Die braucht es auch nicht, denn die Phantasie ist geweckt, der Stachel gelöckt.. Schauen Sie sich's an! Ich bin mir sicher Sie werden genauso begeistert sein.

Das ist genau das, was unseren Modedesignern (meiner Meinung nach) fehlt: sie können einfach keine zeitgemäße Modelle mit traditionellen Elementen kombinieren - wenn ich da nur an das unselige Küstendirndl für "MeckPomm" denke :=)

Heli Väärtnõu-Järv: Buchtitel
Heli Väärtnõu-Järv: Jackendetail
Heli Väärtnõu-Järv: Jacke - Parimusluksus

Wunderschön!  Mir haben es die Jacken angetan!

Unten auf der der Webseite der Designerin Heli Väärtnõu-Järv: http://parimusluksus.ee/ finden Sie die Kontaktdaten.

Netzfunde aus Lettland und Estland und tolle Musik aus Russland

Ja, Kontakte fehlen mir zur Zeit sehr. Immer nur zu zweit zuhause sein, das klappt zwar gut, aber die Freunde fehlen, die Gesellschaft, Gespräche und das Lachen. Die Telefongespräche mit Freundinnen und Freunden werden immer länger und vielleicht mal wieder ein Videotreffen - aber was ist das gegen Pfannkuchen-Essen mit Freunden?

Zum Glück gibt es immer wieder Lichtblicke. Ein Link in einer lettischsprachigen Facebook-Gruppe und ich finde einen Schatz.

Vor einer Woche schrieb ich hier auf der Wockensolle, daß ich jetzt glücklich alle drei Bände der Reihe "LATVIEŠU TAUTAS TĒRPI" besitze, und jetzt hat das Lettische Historische Nationalmuseum diese drei Bände sogar online gestellt, samt Schnittmusterbögen! Zum freien Download, eine große Freude.

Der Download lohnt sich wirklich, die Texte sind in lettischer, russischer und englischer Sprache, und die vorgestellten Objekte sind mit Inventarnummern eingebunden.

Suiti Informationen

Die Suiti, diese kleine kulturelle Gemeinschaft in Lettland, brauche ich hier auf der Wockensolle eigentlich gar nicht mehr vorzustellen.
Schon allein die farbenfrohen Strümpfe  haben es mir angetan. Ein Buch dazu habe ich hier ja schon vorgestellt, es gab sogar einmal einen Wettbewerb hier auf der Wockensolle, und jetzt  stolperte ich über den Aufruf zur Teilnahme an einem Wettberwerb des Suiti Kulturzentrums teilzunehmen und ein Paar Strümpfe zu stricken.

Und auf der Suiti-Webseite, die auch auf englisch zu lesen ist, finden sich Downloads, PDFs: Reiseführer, Einführung in die Kultur der Suiti, UNESCO-Informationen über immaterielles Kulturerbe in Lettland und Estland und noch viel mehr.

Einige der Broschüren sind im Rahmen eines EU-Interreg-Projekts entstanden, und stellen die Kulturen der Suiti, der Livonen und von Kihnu und Setomaa in Estland vor. "Jede Ecke hat ihre Besonderheiten...:" SIe sind in lettischer oder estnischer Sprache, der Text ist sicherlich deshalb  nicht allen von uns zugänglich, aber die Bilder zeigen viel!

Suiti Strumpfwettbewerb
Festtage

PDF KATRAM NOSTŪRIM SAVI PARADUMI - Every Corner has his habits
Die Kulturen von Suiti, Livland, Kihnu und Setomaa aus Lettland und Estland

Postkarte

Noch mehr Informationen sind auf der Seite Celotajs.lv zu finden, einer Seite die Öko-Tourismus und ländliche Entwicklung in den Ländern Litauen, Lettland und Estland propagiert.

Reiseführer, Landkarten, thematische Broschüren, Rezeptsammlungen - eine Fundgrube, und das meiste dann auch auf englisch oder deutsch.

Отава Ё - Тимоня | Viel Freude damit!

Dieses Video hebt die Lebensfreude! Eine Band aus St. Petersburg, die mit viel Witz moderne Folk-Musik spielt und inszeniert. Augen und Ohren auf!

Achter März ist Frauentag.

Zum Internationalen Tag der Frau wiederhole ich den Text, den ich im November 2020 für die Ausstellung Freiheit - wolność geschrieben habe.

Weltfrauentag
Rosa Luxemburg

Freiheit = meine Mutter stellte mir eine Lebensaufgabe: "Eigenes Geld + eigener Schlüssel"

Ich bin fast 70 und gehöre damit zur ersten Generation der (west-)deutschen Frauen, die frei ihr Leben selbst gestalten konnte -
Geld, Verträge, Berufswahl, Studium, Familienstand / Eherecht, Kinder - ohne Zustimmung des Mannes oder Vaters.

Ich konnte so leben, wie meine Mutter es sich gewünscht hatte - frei. Ein freies privates selbstbestimmtes Leben.
Noch dazu, und dafür bin ich sehr dankbar, frei von staatlicher Bevormundung oder Diktatur und ohne Krieg erleben zu müssen;
ich bereiste die Welt, studierte vielfältige Kulturen, schloß vielerorts Freundschaften fürs Leben - ich habe eine privilegierte Freiheit genossen.

Aber: Freiheit ist Verantwortung, die universellen Menschenrechte müssen von freien Menschen umgesetzt und geschützt werden.
Und erst wenn alle Frauen frei sind von sexueller, sozialer, politischer, religiöser Unterdrückung, sind alle Menschen frei.

Freiheit ist anstrengend. Wolność jest wyczerpująca.

Jedes Jahr habe ich zu diesem Tag einen Beitrag hier geschrieben, und die möchte ich nicht unterschlagen; dieser Beitrag aus dem Jahr 2013 ist immer noch uneingeschränkt aktuell. Die Ministerin hat gewechselt, statt der kindlichen Ministerin Kristina Schröder ist jetzt die Ministerin mit der kindlichen Stimme, Franziska Giffey, im Amt. Das Amt jedoch hat nicht an Gewicht gewonnen, und wirklich notwendige Gesetzesänderungen sind nicht auf den Weg gebracht worden.

Von der für mein Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zuständigen Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Drese, habe ich noch nie etwas gehört, ihre Webseite ist inhaltsleer.
Zum 8. März wünscht sie uns allen, zusammen mit unserer Ministerpräsidentin Schwesig, Alles Gute zum Internationalen Frauentag.

Von einer Sozialdemokratin erwarte ich mehr.

Die Zitatbilder stammen von der Seite gutezitate.com