Let’s knit in Kurzeme! Tag 2

Das war ein langerwarteter Tag, denn das Programm nannte viele Highlights: eine Führung durch das Museum, die Ausstellungen im Untergeschoß zum Thema „Ländliches Leben„,  Workshops zum Thema „Verschiedene Bündchen-Arten“ und „Handschuhe mit Perlen„, eine Buchpräsentation („Die Suiti-Socken aus Alsunga„), das alles habe ich ja schon im Beitrag „Let’s knit in Liepaja“ beschrieben.

Das Museum von Liepaja befindet sich in einem Bürgerhaus vom Beginn des 20. Jahrhunderts, allein die Einrichtung aus der Gründerzeit ist schon staunenswert genug. Der bürgerliche Wohlstand in der Hafenstadt vor den Weltkriegen – hier kann man ihn bewundern.

Allein die großartigen Öfen sind für mich einen Besuch wert, ich liebe reichgezierte Kachelöfen!

Auch Kunstausstellungen gibt es und im Garten des Museums stehen einige Skulpturen. Aber niemand konnte mir erklären, warum direkt vor dem Haus das Modell einer Guillotine steht… (ich habe die besser nicht fotografiert…)

Das Museum wurde extra für uns geöffnet, trotz Ruhetag, und auch in der örtlichen Presse war unser Besuch schon angekündigt worden:  Ein Vorab-Bericht am 29.Mai: Liepaja Kurzeme Heimatmuseum Informationszentrum beteiligt sich an internationaler Handschuh Strickwerkstatt und dann der Bericht samt Mitschnitt des TV-Interviews Stricker aus nahen und fernen Ländern, die man sich mit Google-Translator oder gleich im Übersetzer-Browser Chrome anschauen kann. Auf der letztgenannten Seite am rechten Rand ist eine tolle Foto-Serie eingebunden, die die Athmosphäre dieses Museumstages wirklich herüberbringt.

Dieses Video bietet einen Rundblick durch das Museum und gibt einen Eindruck von den prächtigen Räumen.

Es stammt von der Webseite Tun und zu sehen in der Stadt Liepaja.

Die interessanteste Ausstellung war für uns sicherlich die Ausstellung Die Menschen, das Leben, die Arbeit von Südkurland, denn hier bekamen wir einen Einblick in das mühsame Leben der Landbevölkerung und deren ausgeprägten Schönheitssinn. Viele Exponate aus Nica, Rucava und Bārta  habe ich bestaunt.

Und ich habe gelernt, wie es kommt daß als Fundort von alten Handschuhen oft die Kornspeicher, granaries, genannt werden.  Ganz einfach: in den wärmeren Sommermonaten schliefen viele der Hofbewohner in den luftigeren Scheunen und da geht schon mal ein Kleidungsstück verloren.

DIe Exponate waren wirkungsvoll beleuchtet, aber die Räume recht dunkel und auch eng. Deshalb habe ich nicht viel fotografiert.

Die wunderbaren Strümpfe sind recht eigenartig: weiße Waden aber kräftig gemusterte Fuß-Teile. Eine Erklärung: die Frauen in Kurland trugen kürzere Röcke als anderwo und zeigten auch mal Fuß. Aber sie müssen auch recht luftige Schuhe getragen haben, damit man die schöne Arbeit auch bewundern kann….

3 Muster-Abschnitte gibt es: die weißen Waden, ein schmaler Trennstreifen mit viel weißem Hintergrund, der optisch überleitet  zu dem eher dunklen Fußteil. Raffiniert!

Mit welcher Geduld wurden diese Strümpfe gestrickt, welcher Fleiß und Akkuratesse, das erfreut mein wenig verwöhntes Pommern-Herz natürlich.

Diese drei Strümpfe zeigen viele interessante Details: die weißen Wadenabschnitte sind in unterschiedlichen Mustern gearbeitet, mit Noppen und Zöpfen, die Fersen sind nachträglich gestrickt (afterthought heel)  und der mittlere Strumpf begeisterte mich sofort: wieder mein Lieblingsmuster: Sonnen!

Vor dem ersten Workshop des Tages gab es noch ein Fernseh-Intermezzo, denn der örtliche Sender berichtete ja über diese Veranstaltung. Auch ich wurde interviewt und mein Name wurde dabei aufs Wunderlichste verballhornt, nun denn, ab jetzt heiße ich eben auch Kunumilu Gudike. Über diese Interviews habe ich ja schon zweimal berichtet:  In Liepaja und Kuldiga und Kurzeme TV.

Lia Mona Ģibiete stellte uns zuerst die Besonderheiten der kurländischen Handschuhe aus der Museumssammlung vor, dann ging es zum Workshop. Auf Tischen waren Handschuhe und Bündchen-Muster ausgebreitet, Nadeln und Garn lagen bereit, auf Informationstafeln waren die Stücke zu sehen, die auf den Tischen keinen Platz fanden.

Einige der Bündchen waren wirklich vertrackt zu stricken, aber Solvita Zurapska machte uns Mut.

Nach dem lustig-gezipfelten Bündchen wagte ich mich auch an diese löchrige Variante, aber dann verhedderte ich mich aussichtslos in den vielen Fäden, die man dafür mitführen muss.

Die Fotoserie auf der Webseite Adītājas no tuvām un tālām zemēm zeigt die prachtvollen Exemplare.

Der Nachmittag war dem Stricken mit Perlen gewidmet und als Erstes wurden wir in ein Nebengebäude geleitet, in dem das Kurzemes tautas tērpu informācijas centra (Kurländisches Trachten-Informations-Zentrum) eine kleine Ausstellung für uns arrangiert hatte, Fäustlinge, Fingerhandschuhe, Stulpen, Gürtel – alles aufs Schönste mit Perlen verziert.

Alles war für uns vorbereitet, in kleinen Schälchen lagen Perlen, Nadeln und Garn bereit.

Immer wieder bewundere ich die unendliche Geduld der Meisterinnen, die solche Werke schaffen. Da fielen unsere Übungsarbeiten doch wesentlich bescheidener aus.

Vier Meisterinnen zeigten uns ihre Werke und unterstützten uns bei unseren Versuchen; Antra Kukuka, Aisma Demme, Astra Dzērve und Solvita Zurapska.

Auf die Präsentation des Buches Suiti patterned socks von Lia Mona Ģibiete hatte ich mich ja vorbereitet, denn in letzter Minute vor der Abreise waren meine Suiti-Strümpfe noch fertiggeworden, an denen ich ja seit Ostern gearbeitet hatte und die auch als Anlaß des Ostermaschenpreisrätsels herhielten.

Nun aber das Buch von der Autorin selbst vorgestellt zu bekommen, das ist schon ein Privileg. Und stolz trug ich es mit SIgnatur der Autorin nachhause.  Zu unserem Glück ist das Buch in lettisch und englisch verfaßt. Es kann also nichts schiefgehen beim Stricken.

skaistas zeķes war Lia Mona Ģibiete’s Kommentar zu meinen Strümpfen, schöne Socken, welch ein Kompliment!

DIe Infos zu dem Buch finden Sie hier in diesem Beitrag; Suitu Rakstainas Zekes.

Let’s knit in Liepaja

Let’s knit in Liepaja

Das Museum in Liepaja war extra für uns geöffnet, wir bekamen das wunderschöne Haus gezeigt, bewunderten die Exponate, natürlich die gestrickten Exponate ganz besonders, und wir erhielten eine Einführung in den trockenen Kurländischen Humor! Lia Mona Ģibiete,die...

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