Zurück von einer ganz besonderen Reise

Eine Reise ist zu Ende, oder war es ein Traum? Drei Wochen scheinen ewig zu dauern und doch enden sie viel zu schnell.
Der letzte Workshop geht zu Ende, am Freitagabend das Abschiedsdiner (diesmal mit Urkunden für Stammgäste und Craft-Botschafter), am Samstag ein schnelles Kofferpacken, den heruntergefallenen FIngerring unter dem Bett vorgeholt, die in den Workshops gestalteten  Arbeiten bei der Schluss-Präsentation ins rechte Licht gerückt, dann gab es die Diplome / Teilnahmebestätigungen und schon war alles vorbei - mit dem Bus nach Tallinn.

Der letzte Abend geriet dann noch sehr lecker, wir  (Claudia, Sue, Charlotte, Sim und ich) trafen uns zum Abschiedsessen im armenischen Restaurant SEWAN am Fährhafen in Tallinn, und am Sonntag flog ich dann heim.

Um das Urlaubsgefühl zu verlängern, gönnte mir Heinz, der mich in Berlin abholte, eine Fahrt durch Brandenburg und ein sommerliches Ausruhen am See in Fürstenberg an der Havel, das Restaurant am Yachthafen ist sehr zu empfehlen!

Aber so ganz war doch noch nicht alles vorbei: Uschi fuhr auf der Heimfahrt vom Craft Camp noch  in Riga bei Sena Klets vorbei und gab dort meine Geschenke für Maruta Grasmane ab und sie kam am montagabend bei uns in Gribow vorbei. Ein langer schöner Abend auf der Terrasse war der schöne Ausklang.

Ein Lebenszeichen aus Estland

Ja, ich habe eine ganze Weile nicht geschrieben, aber auch im IT-affinen Estland klappt es nicht immer so mit dem Netz.... und deshalb nur eine kurze schnelle Zusammenfassung der letzen 2 Wochen:

  • nach der intensiven Woche des Nordic Knitting Symposiums, die ich selbstverständlich noch ausführlich beschreibe, und den vielen persönlichen liebenswerten Begegnungen ging es in unser "Ausweichquartiert" auf die Insel Saaremaa.
  • Die Fähre auf die Insel Ruhnu kann wohl nicht so einfach repariert werden, für die Menschen auf der Insel ein Riesenverlust, fällt doch die Hauptsaison ins Wasser... für uns fiel der geplante Workshop mit Külli Ustaal aus, aber vielleicht können wir das das nächste Jahr nachholen.
  • Wir haben zu unserer Freude eine liebenswerte Unterkunft in Kuressare gefunden, im Ovelia B&B und so verbrachten wir eine geruhsame Strickwoche, mit abendlichen Ausflügen in die Gastronomie. Auch das werde ich später ausführlich beschreiben, habe ich doch während dieser Tage intensiv Travelling Stitches nach Art der Ruhno Handschuhe geübt.
  • Nach der Woche ging es dann mit dem Bus nach Viljandi und von dort weiter nach Olustvere. Ich nehme zum 4. Mal am Craft Camp der Culture Academy Viljandi teil, das dieses Jahr zum 5. Mal stattfindet und ich habe einen wunderbaren zweitägigen Kurs bei Riina Tomberg genossen: Travelling Stitches.

80 Maschen / Nadeln Nr, 1.25 / Teksrena Wolle - das sind die technischen Angaben für diese Herausforderung,

Aber es ist gut, daß ich noch einmal neu angefangen habe und nicht das auf Saaremaa gestrickte Handschuhteil weiterstrickte, denn so habe ich den schönen Anschlag, den ich aus dem Gedächtnis nicht mehr parat hatte, wieder üben können.

Am Ausflugstag bin ich nach Tartu ins Estnische Nationalmuseum gefahren und habe die aktuelle Ausstellung der estnischen Trachten studiert (davon nachstehend zwei Bilder) und heute nahm ich am Workshop für Card Weaving / Bändchenweben teil, eine Technik, die sich mir langsam erschließt und die mich fasziniert (sie wird aber sicherlich das Stricken nicht ersetzen!).

Das ist eine kurze geraffte Zusammenfassung, mehr später, kurzes Fazit: Wunderschön und wunderbar, daß ich das erleben kann!

wie immer: auf die Bilder klicken für eine grössere Anzeige!

Eine bestickte Mütze aus Simuna im Nordosten Estland, 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts

 

Ein noch nie wahrgenommenes Muhu-Motiv: eine Kutsche, auf einer Schürze im Estnischen Nationalmuseum, Anfang des 20. Jahrhunderts

Nordic Knitting Symposium II

Ich habe ja schon im vorigen Beitrag auf den Fernseh-Bericht hingewiesen. Nun kann ich ihn auch einbinden.

Es ist ein Bericht in estnischer Sprache, aber man sieht die verschiedenen Workshops und die Teilnehmer, bekommt einen Eindruck, was wir hier alle so erleben und lernen. Traurig aber ist, daß das hinter dem jugendlichen Moderator mit dem zu engen Jäckchen eingeblendete Hintergrundbild dickes Garn mit dicker Nadel zeigt, also keinen Bezug zum nachfolgenden Inhalt hat, nur der eingeschränkten Vorstellungskraft des Bildredakteurs entspringt.

Verschlungene Wege

Eesti rahvapärane taimornament tikandis

Das Pflanzenornament in der estnischen volkstümlichen Stickerei

Elle Vunder
Tallinna Raamatutrükikoda, Tellimise nr. 230
© "Kunst" 1991
ISBN: 5899200170
Seiten: 160

Dieses Buch ist mir "zugeflogen", Susanne, eine Leserin der Wockensolle und auch bei Ravelry, hat dieses Buch auf einem Flohmarkt gefunden und konnte es nicht liegenlassen.

Dann hat sie sich aber entschieden, sich doch auf Strickbücher zu konzentrieren und hatte eine wunderbare Idee: sie fragte mich ob ich das Buch haben wolle...

Natürlich!

Und so kam dieses schöne alte Buch bei mir an, noch dazu mit einem Paar dünner Stricknadeln, die Susanne nicht brauchte.

Nachstehend eine Galerie zu diesem Buch:

Und wie immer: Auf die Vorschaubilder klicken, um die Galerie zu laden!

Dieses Buch stammt aus dem Jahre 1991 und zu dieser Zeit war es noch üblich, daß volkskundliche, also wissenschaftliche Bücher, eine Zusammenfassung in deutscher und in russischer Sprache enthielten. Leider ist das heute wohl oft zu teuer geworden...

Aus der Zusammenfassung im Anhang des Buches:

Die farbenfrohe Pflanzenornamentstickerei bildet in der estnischen Volkskunst einen Abschnitt für sich. Auf die ethnische Herkunft hinweisend, widerspiegelt das Ornament besonders deutlich sowohl die Beständigkeit als auch die Wandelbarkeit der Volkskunst, deren Entwicklungsstufen, Kulturbeziehungen, lokale Vielfältigkeit, Geschmack und Können der Meister. Das verhältnismäßig spätere Auftauchen vom Pflanzenornament (verglichen mit dem eine scheinbar statische und stärker traditionsbetonte Struktur enthaltenden geometrischen Ornament) und seine deutliche Verbindung mit den professionellen Kunststilen heben insbesondere die zeitliche Labilität dieses Ornaments und dessen Modifizierungsfähigkeit hervor. Dies seinerseits ermöglicht es wieder, die Gesetzmäßigkeiten und Schaffensprozesse bei der Gestaltung des volkstümlichen Ornaments zu verfolgen. Eben unter allen diesen Aspekten werden im vorliegenden Buch die Pflanzenorrıamentstickereien auf estnischen volkstümlichen Trachten, Teppichen und lnterieurtextilien betrachtet. Hinsichtlichdessen hat die Autorin alle interessebietende ethnographische Gegenstände in den Museumssammlungen ganz Estlands, im Ethnographiemuseum der Völker der UdSSR, im St. Petersburger Staatlichen Russischen Museum analysiert. Viel Material wurde in Museumsarchiven und während der ländlichen Expeditionen in Estland gewonnen. Bei der Arbeit wurde im großen Umfang vergleichendes kunstgeschichtliches und die Volkskunst der Nachbarvölker behandelndes Material hinzugezogen. In diesem vergleichend-geschichtlichen und gebrauchsgegenstandforschenden Werk werden Volkskunstgegenstände als Gegenstände der angewandten Kunst betrachtet, deren geschichtliche Entwicklung sowohl mit den allgemeinen Kunststilen als auch lokalen Ethnokulturprozessen eng verbunden ist.

Ich freue mich sehr über dieses Buch, genieße die Schönheit der vorgestellten Arbeiten und habe natürlich auch eine kleine Gegen-Gabe für Susanne aus Tallinn mitgebracht.

Danke!

5. Internationales Craft Camp, Juli 2018

Es wird Zeit, den 2018er-Kalender einzuweihen: Der Termin für das 5. Craft Camp, wie immer  veranstaltet von der Kulturakademie Viljandi in Estland, steht fest:

es findet vom 8. bis 14. Juli 2018 wieder in Olustvere statt, und ab dem 1. Dezember kann man buchen!

Aus der Ankündigung:

In the upcoming camp there’s going to be a great variety of techniques and materials - silverwork, woodwork, birch bark, bone, glass, ceramics, dyeing, bronze spirals, tablet weaving, knitting, ribbon plaiting, bobbin lace. The new-comers are leather pouches, Kihnu doll, wool and spinning, weaving, sewing calico jacket, felting and pick-up belt weaving. The complete workshop information will be updated by the end of November.

This time we have 2-day-long workshops in addition to the known 1-day-long workshop format. The evenings will be spent on site with activities. There are three different workshops each participant can attend during the camp, one day is scheduled for a field trip. The options include going to Heimtali-Viljandi, Setomaa, Estonian National Museum in Tartu or Tõstamaa-Pärnu county.

Diese Puppen stammen aus dem Kihnu-Museum, das ich im Sommer besuchen konnte.
Ob ich jetzt zur Puppenmacherin werde?

Das freut mich ganz besonders. Es wird nun auch zweitägige Workshops geben! Ein lang gehegter und geäußerter Wunsch, und wenn ich Glück habe, dann gehört auch der Tablet-Weaving-Workshop dazu.

Neue Themen sind: Ledertaschen, Kihnu-Puppen, Wolle und Spinnen, weben, Baumwolljacke nähen, Filzen, Pick-Up-Weben... ein unerschöpflicher Schatz und immer neue Anregungen!

Für mich wird das fünfte Craft Camp das vierte werden, drei Mal war ich schon dabei. Und immer habe ich Neues gelernt und nie ist es genug.

Die Cultural Academy Viljandi gehört zur Universität von Tartu (früher Dorpat) und gliedert sich auf in vier Abteilungen:

  1. Performing Arts
  2. Culture Education
  3. Music
  4. Estonian Native Crafts

Seit diesem Jahr gehört auch das Centre for Arts in Tartu zur Cultural Academy VIljandi.

Die Fakultät Estonian Native Crafts ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, ihre Aufgabe:

The mission of the department is to represent the local and native traditions and values that strengthen the sense of identity. This is done by integrating traditional craft techniques into contemporary functional milieu.

Zwei Studiengänge werden angeboten:

  1. Estonian Native Textile
  2. Estonian Native Construction and Metalwork
[mappress mapid="25"]

WinterAcademy in Estonia – 09.02.2018 – 11.02.2018

Die Cultural Academy of Viljandi lädt zum zweiten Internationalen WinterCamp Estonia Vintro im Februar 2018 ein!

Drei Tage lang Vorträge über Geschichte, Kultur, Sprache,  Heritage Landscapes, die Küche Estlands, die Saunatraditionen, Tanz, Musik, eine intensive Zeit. Ich habe im Februar an der ersten Winterakademie teilgenommen und ich habe nicht nur viel gelernt, ich habe es genossen!

  • Alle Informationen über die WinterAcademy auf der Webseite der Cultural Academy Viljandi
  • Datum: 09.02.2018 - 11.02.2018 / Kosten: 150,00 €
  • Auf der Webseite gibt es auch eine Photogalerie zu sehen
  • Das Anmeldeformular ist dort ebenfalls zu finden, Anmeldeschluss: 20.12.2017
    Dort ist auch eine Kontaktmail-Adresse angegeben.