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Die Frühjahr - 2019 - Ausgabe des von mir sehr geschätzten Piecework-Magazinn kommt mit einer schönen Überraschung daher: auf dem Titelbild prangt ein Paar Pulswärmer unverkennbar estnischer Prägung, reißerisch angekündigt mit der Schlagzeile Knit Clever Colorwork from Estonia's Ruhnu Island.

Ein ausführlicher Artikel The Exceptional Knitting of Ruhnu || Everyday and Festive Garments und die Anleitung für das Paar Pulswärmer stammen natürlich von? na von wem wohl? Selbstverständlich von Riina Tomberg und Nancy Bush! Sachkundigere Autoren als diese beiden sind schwer zu finden.

 

Ich habe das Glück gehabt, schon mehrfach Seminare / Workshops von Riina Tomberg mitzumachen und habe von ihr die Techniken der estnischen Inseln Saaremaa, Kihnu und Ruhnu nahegebracht bekommen. Und letzen Sommer war ich ganz nahe an der Insel Ruhnu dran.. aber eben nur "ganz nahe"; denn aus unserer Woche auf der Insel wurde nichts, die Fährverbindung war zusammengebrochen.

Das Besondere der Ruhnu-Strickerei? Wenig Farben (naturweiß, dunkelblau, seltener rot), farbige Muster nur in Bündchen und an Halsausschnitten, der Rest ist in naturweiß gehalten, mit vertrackten wunderschönen Strukturmustern: OpenWork, Zöpfe, und vor allem die Travelling Stitches, einzelne Maschen, welche nach links oder rechts mit rechten oder auch linken Maschen gekreuzt werden.

Viele Handschuhe und Pullover sind hauptsächlich in den Museen in Schweden und Finnland erhalten, denn dorthin flohen die "Inselschweden" im 2. Weltkrieg und sie nahmen ihre Stricktraditionen mit. Aber auch in den estnischen Museen finden wir wunderschöne Exemplare.

Nun hatte ich mich im letzten Sommer an die Handschuhe von der Insel Ruhnu gewagt, deren Vorbild im Estnischen Nationamuseum in Tartu liegt (ERM A 509:5278). Anu Pink hat die Anleitung "Old Runö Gloves" erstellt und als PDFzum Download zur Verfügung gestellt.
An dieses Projekt habe ich mich gewagt, zuerst ein wenig die Muster geübt und gleich falsch begonnen, ich habe den weißen und den blauen Faden in der falschen Richtung verkreuzt. Zudem wurde das Strickstück bei einer vorgegebenen Maschenzahl (96M) mit Nadelstärke 1.25 viel zu eng für meine zarten Hände und ich bin zur Nadelstärke 2.0 gewechselt.

Ruhno ferryboat victim mittens habe ich dieses Projekt genannt und bei Ravelry eingestellt. Aber fertiggestellt habe ich diese Handschuhe dann nicht, das war wie  mit dem falschen Fuß aufgestanden...

Estonian National Museum, Collection: kindad, sõrmkindad,
ERM A 509:5278/ab
Eesti Rahva Muuseum, http://www.muis.ee/en_GB/museaalview/504457

Beim CraftCamp dann im Juli 2018 konnte ich einen neuen Ansatz wagen, denn Riina Tomberg gab einen Workshop zu diesem Thema.
Die Vorgabe für das Projekt war schon großzüger: 80 Maschen mit Nadel 1.5 und das Garn war auch ein wenig stärker.
Aber auch dieses Projekt habe ich (bisher) nicht vollendet. Ich habe bei den Travelling Stitches auf dem Handrücken einen Fehler gemacht und erst einige Reihen später bemerkt. Und mit meinen alten Augen kann ich das komplizierte Geflecht nicht so gut sehen, ich habe mir also eine Arbeitslupe besorgt, was auch eine Zeit dauert, und kann mich mit ihr nicht anfreunden. Einfach so aufribbeln möchte ich aber auch nicht...

Da kommt die Anleitung im Piecework-Heft doch gerade recht! Riina Tomberg ist eine sehr gute Lehrerin und kennt ihre Schüler, also hat sie zusammen mit Nancy Bush für das Magazin eine Anleitung mit 61 Maschen und Nadelstärke 2.0 erarbeitet.

Das macht es Anfängern (fortgeschrittenen Anfängern) leichter.. und ich werde erstmal diese Anleitung nacharbeiten, bevor ich mich das andere Projekt wieder aufnehme. Und vielleicht können wir ja dieses Jahr vor oder nach dem CraftCamp ein paar Tage auf Ruhnu verbringen, schön wärs!

Und hier noch einmal die Links:

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