Peasants make Gloves (1948) – 2

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Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich auf der Suche nach polnischen Stricktraditionen ein Video der Pathe-Wochenschauen aus dem Jahr 1948 hier auf der Wockensolle einband:

Peasants make Gloves - Bauern produzieren Handschuhe hieß der Film. Frauen, Männer, Kinder - alle stricken Handschuhe aus grober Wolle mit einfachen Sternmustern, und das auf eine ungewöhnliche Weise: sie arbeiten mit 3 langen Nadeln, jeweils die Maschen der Vorderseite und die der Rückseite auf einer Nadel. Wir rätselten damals über die Herkunft der Muster, die ungewöhnliche Strickweise - denn der Text der Wochenschau war zum Einen den meisten von uns nicht verständlich, da auf polnisch, und zum Anderen auch noch sehr ungenau gehalten.

Das war im Januar 2017. Im Januar 2018 schrieb mir eine Leserin und wies mich auf die Berliner Ausstellung "100 Prozent Wolle" hin, die sie als "lieblos, kühl und uninspiriert" bezeichnete. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da, das habe ich jetzt schon von mehreren Besucherinnen der Ausstellung gehört und nächste Woche werde ich mich davon selbst überzeugen.

In dieser Mail gab mir Steffi K. aber auch einige Hinweise zu der polnischen Handschuh-Strickerei und versprach, ihre polnische Freundin bei deren nächsten Besuch dazu zu befragen. Und nun habe ich heute diese Informationen bekommen:

…endlich war meine Freundin Ewa mal wieder zu einem längeren Besuch bei uns und wir haben zusammen den Film über die strickenden Dorfbewohner in Polen angeschaut. Es geht um das Dorf Tyniec in der Nähe von Krakau, dort arbeiten alle (!) Dorfbewohner als Stricker/innen, von klein bis groß, wie man sehen kann. Oma Śmiech (das Lachen) ist 'Instruktor'. Die besten schaffen 5 Paar am Tag. Man kann sogar beim Stricken flirten (die Szene mit dem Jungen und dem Mädchen auf der Mauer). Die Handschuhe werden gern beim Skifahren benutzt.

Ewa sagte noch, dass sie das Wort 'knüpfen' benutzen, also nicht 'stricken'. Leider geht alles so schnell und ich kann nicht richtig sehen, wie die Handschuhe entstehen.

Heute gibt es diese Muster dort immer noch, aber Ewa weiß nicht, ob sie wirklich noch vor Ort hergestellt werden.

Naja, jetzt haben wir einige Informationen, aber auch viele neue Fragen. Im Sommer fahre ich in die Nähe von Krakau. Mein Polnisch ist nicht so richtig gut, aber vielleicht kann ich etwas mehr herausfinden...

Das finde ich spannend. Vielen Dank, liebe Steffi, mal sehen ob Sie noch mehr herausfinden können, das wäre prima!

Latvia – Madagassikara

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Lettland und Madagaskar und Puppentheater - eine Sonntagsfreude!

Immer wieder finde ich wunderbare, fröhliche oder skurrile Videos, dabei habe ich nach einem Tutorial gesucht... aber das findet sich auch noch.

Der erste Mai

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Das Sonntagsvideo diesmal am Montag, ist aber in Ordnung, finde ich.

Der erste Mai war ein hart umkämpfter Ruhetag für die Arbeiter, erkämpft von der Arbeiterbewegung, um zu entspannen, für mehr Arbeiterrechte zu demonstrieren, ja auch für Frauenrechte und heute wird er leider mehr als unpolitischer als Feiertag wahrgenommen, und wenn er dann noch zu einem langen Wochenende verhilft...
Ich habe viele Erinnerungen an erste Maie... bin oft auf Demos gegangen, habe die blödsinnigen Mai-Unruhen in der Schanze in Hamburg oder in Kreuzberg immer abgelehnt als konterproduktiv, erlebe hier im Nordosten die ersten Urlauber-Ströme auf die Insel Usedom und werde heute eine musikalische Mai-Feier im Atelier Pamitz genießen können.

Vor 7 Jahren brach am 1. Mai der Eyjafjallajökull-Vulkan auf Island aus, und dran habe ich mich heute auch erinnert. Und dieses herrliche Video gefunden... und nach Island fahr ich auch, nicht nur wegen der Vulkane... soll ja auch tolle Wolle dort geben.

PS: Die leichtkitschige Musik, die diesem Video unterlegt ist, kann man ja ausblenden ;=)