Sommer 2019: in Cēsis

Nach dem verregneten Riga genossen wir das sommerliche Wetter in Cēsis, das kleine Café in der Rigaer Strasse, wir erkundeten die Altstadt und das Neue Schloß.

Cēsis gilt als hübscheste Stadt Lettlands. Ich kann das zwar nicht bestätigen (weil ich noch nicht alle Städte des Landes kenne), aber hübsch ist es allemal. Wir wohnten in einem kleinen Häuschen direkt an der großen Johanniskirche, in der Altstadt, ganz nah an all den Attraktionen.

Die große Kirche mit einem erstaunten Engel, ist umgeben von einem Bauzaun, der wiederum als Rahmen für eine ganze Reihe von großformatigen Fotos dient, vom Kleinkind bis zum posaunenlehrenden alten Mann - ein liebenswertes Portrait der Bürger von Cēsis.

Auch gastronomisch wird viel geboten: leckere Suppen und kleine Speisen im Cafè Vinetas un Allas Kārumlāde, von lustigen Bäckerinnen betrieben, wie ein Blick in GoogleMaps zeigt,  mein Lieblingsgebäck, die Pavlova, und das excellente Essen im Bistro Priede, wo man unbedingt das geröstete Graubrot mit Käse und Dipp bestellen sollte!

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Einige Souvenir- und Käsitöö-Geschäfte haben auch am Wochenende geöffnet, aber das Angebotene überwältigte uns nicht unbedingt.

Aber wir haben am Montagmorgen ja auch noch einen ganz speziellen Termin: einen Besuch im Handarbeitszentrum Vēverīšas. Ich war schon einmal vor 2 Jahren hier und damals wie heute war Jana dabei, die Inhaberin von Klinta-Wolle, wo man die lettische Wolle direkt bestellen kann.
Jana spricht gut deutsch und englisch und wir haben uns schon mehrmals getroffen, sind Freundinnen geworden. So war sie diesmal unser Gast, kam am Sonntagmittag aus Riga und begleitete uns dann am Montagmorgen zum Zentrum Vēverīšas, wo wir mit Dagnija Kupče, der renommierten Textilkünstlerin und Weberin, verabredet waren,

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Hier werden die Stoffe nach den überlieferten Mustern und Techniken gewebt.

Dagnija Kupče führte Sue, die gerade ihr Weberdiplom erarbeitet hatte, den großen Webstuhl vor und erklärte uns einige der Muster und Trachten. Und selbstverständlich gab es hier auch schöne  Handarbeiten (Handschuhe und Socken natürlich) zu kaufen.

Ich interessiere mich zur Zeit sehr für Legwarmer, Beinstulpen, und deshalb fragte ich auch hier danach, obwohl ich weiß daß diese nicht unbedingt zur regionalen Tracht gehören. Aber wer weiß? Ich fand zwar keine Stulpen, aber ein Paar Kniewärmer! (ich habe sie noch nicht fotografiert, dieses unerwartete Exemplar werde ich später noch vorstellen!

Trachten sind nicht nur ländlich, wie man oft so meint, es gibt auch städtische Trachten, wie die tollen Hüte eindrucksvoll beweisen!

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Eine Sehenswürdigkeit möchte ich noch erwähnen, die uns sehr beschäftigt hat: Die Ausstellung "Das Feuer des Gewissens", die im ehemaligen Gefängnis des KGB direkt beim Neuen Schloß gezeigt wird und über den Widerstand der Bevölkerung gegen die deutsche und die sowjetische Beseztung in den Jahren 1939 bis 1957  berichtet und ihre Leiden schildert.

In ungewöhnlich eindringlicher Weise werden die Vorkommnisse, Jahr für Jahr, aufgezeigt und erläutert. In Gefängniszellen werden Einzelschicksale in künstlerisch-respektvoller Weise gewürdigt, ich denke niemand kann diesen Ort verlassen ohne sich zu schämen für die Verbrechen, die das 20, Jahrhundert so schrecklich prägten.

Die Webseite sirdsapzinasugunskurs.lvzeigt die Ausstellung auch in einem Web-Format. Ansehen!

Zurück von der Reise

Ein Lebenszeichen: Ich bin zurück von der langen Reise durch Lettland und Estland, erschöpft aber freudig.
Wie bei jeder dieser Reisen habe ich liebe Menschen getroffen, neue Freunde gefunden und vieles Neues gesehen.
Das werde ich noch ausführlich auf der Wockensolle beschreiben, aber schon einmal das traditionelle Beute-Foto:

Viel Wolle ist wieder dabei, und diesmal eine ganz besonders gestreute Palette:

  • kunterbunte Merinowolle einer Färberin aus den USA, die ich an Pat's Adresse bestellt hatte und Pat hat sie mir jetzt nach Riga  mitgebracht
  • bunte Knäuel lettische Wolle von Jana  und ein Strang blaugrünes Verlaufsgarn von Tines aus Riga
  • Indigo-gefärbte Wolle vom Workshop beim Craft Camp in VIljandi
  • schwarze und graue Wolle vom Kihnu-Schaf und naturweiße Wolle, alle beim Wollfabrik-Workshop beim Craft Camp hergestellt
  • dicke 8/3er Wolle vom Kihnu-Schaf auf der kleinen estnischen Insel Manija

und auch Gestricktes (ein paar Geschenke sind schon weitergegeben):

  • Fingerhandschuhe von der Insel Kihnu
  • Knieschoner (ja tatsächlich!) aus Cesis
  • Socken aus Cesis
  • Fingerhandschuhe aus Töstamaa
  • Miniatur-Socken und Handschuhe von der Insel Vormsi

und vieles mehr. Davon aber in den kommenden Beiträgen!

Schöne Jacken aus Kurzeme

Die unermüdliche Linda Rubena aus Riga hat Anfang Februar ein wunderschönes neues Buch vorgestellt:

Dienvidkurzemes adītās jakas. South Kurzeme Knitted Jackets

Das Buch, herausgegeben vom Lettischen Nationalen Kulturzentrum, stellt Strickjacken, wie sie in Süd-Kurland getragen wurden, vor, zeigt ihre Besonderheiten auf und enthält auch Hinweise und Anleitungen zum Stricken dieser wunderschönen Jacke. Darunter auch die Jacken in Netz-Brioche, die mir und etlichen anderen Teilnehmerinnen bei der ersten Kurzeme-Strickreise von Sena Klets (und den Teilnehmerinnen der Folge-Reisen wohl auch) etliche Rätsel aufgegeben hatte.

IZDOD GRĀMATU PAR DIENVIDKURZEMES ADĪTAJĀM JAKĀM

Šodien Latvijas Universitātes Lībiešu institūta telpās atklāta grāmata “Dienvidkurzemes adītās jakas”. Vai tajā apkopotā informācija varētu kļūt par iedvesmas avotu ikvienam savas, individuālās jakas adīšanā?

Gepostet von 100 g Kultūras am Dienstag, 5. Februar 2019

Das Buch kann man bei Sena Klets, aber auch bei amazon.com, bestellen. Bei Amazon.com ist der Titel leider irreführend übersetzt, es geht ja nicht um "knitted Shawls" sondern um "Knitted Jackets". Sei's drum!

Mein Exemplar ist auf dem Postweg, ich denke es kommt diese Woche an. Ich bin schon sehr gespannt, haben mich doch die bisher veröffentlichten Bilder sehr neugierig gemacht: ich habe viel wiedererkannt.

  • Dienvidkurzemes adītās jakas - Knitted Jackets of South Kurzeme
  • 48 Seiten, Hardcover
  • Autor: Linda Rubena
  • Verlag: Latvijas Nacionālais kultūras centrs (2018)
  • ISBN-10: 9934528312
  • ISBN-13: 978-9934528316

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Lugt da nicht eine Seite mit Muhu-Mustern aus dem Buch "Estonian Knitting 1" (oder "Patterns and Designs from Muhu" ?) auf den Bildern hervor? Und auf einer anderen Seitenvorschau las ich den Verweis auf Riina Tombergs Buch "Vatid, troid, vamsad: silmkoelisi kampsuneid Lääne-Eesti saartelt" - mich interessieren die Verflechtungen der Stricktraditionen, ihre Eigenarten und Gemeinsamkeiten und ich denke dazu kann ich in dem Buch Einiges erfahren.

Das nachstehende Video ist ein Ausschnitt aus einer Morgenshow des lettischen Fernsehens und nach den einleitenden wohlwollenden Worten werden auch schöne Details gezeigt.

Und ganz genau hinschauen kann man bei der "Virtuellen Ausstellung", die das Nationale Kulturzentrum Lettlands bei Youtube eingestellt hat.

Jetzt warte ich auf unsere Postzustellerin, auch liebevoll "Frau Freude" genannt. Und wer das Buch haben möchte: man/ frau  sollte schnell bestellen, die Auflage ist nicht sehr hoch.

2 Termine in Estland und Lettland

Ich hoffe ja immer noch, daß ich die Wollgaster WollWoche im Oktober durchführen kann, daß ich die benötigte Förderung dafür zusammenbekomme, aber das soll Sie nicht von der Teilnahme an zwei großartigen Veranstaltungen abhalten:

das CraftCamp in Viljandi / Estland und "Let's Knit in Kurzeme VII" in Liepeja / Lettland. An beiden Veranstaltungen habe ich schon teilgenommen, insgesamt 4x am CraftCamp und dann am ersten KnittingCamp in Kurzeme, veranstaltet von Sena Klets. Für alle diesjährigen Veranstaltungen gibt es noch freie Kapazitäten.

Craft CampDas CraftCamp 2019 der Kulturuniversität Viljandi findet dieses Jahr vom 8. bis 14. Juli zum ersten Mal in VIljandi und nicht mehr in Olustvere statt und unterscheidet sich dadurch etwas von den vorigen Veranstaltungen. Angeregt von den guten Erfahrungen beim Nordic Knitting Symposium letztes Jahr kam bei den Teilnehmerinnen, die schon mehrfach dabei waren, der Wunsch auf, nun einmal in dem netten kleinen Städtchen Viljandi zu lernen. Und die Räumlichkeiten der Kulturakademie eignen sich hervorragend dafür, genau wie das benachbarte Kulturzentrum.
Ein großer Vorteil: jetzt kann man unter verschiedenen Unterkünften wählen und auch abends mal in einem Café sitzen. Ich freue mich darauf!
Bei der Anmeldung trägt man sich auch für die Workshops ein, die zur Wahl stehen: je zwei eintägige und ein zweitägiger Workshop können ausgewählt werden und es gibt zum ersten Mal auch einen viertägigen Workshop: Kanu-Bauen, aber das ist eher nicht mein Ding und ich will das Erarbeitete ja auch im FLuggepäck mit nach Hause nehmen können ;=)
Im Programm ist auch ein eintägiger Ausflug enthalten, insgesamt 4 Regionen werden angeboten, und ein Abschluß-Diner mit Musik in Heimtali.
Bei allen Workshops auf der Webseite ist angegeben, ob sie für Anfänger oder Fortgeschrittene geeignet sind, und diese Empfehlungen sollte man auch ernst nehmen.

Ein solch breitgefächertes Angebot macht die Auswahl schwer: Silberschmuck, Maschinensticken, Stricken, Metallarbeiten, Stickerei, Nähen, Weben, Schmieden, Flechten, Knochenschnitzen, Färben mit Indigo, Spinnen, Klöppeln, aber sehen Sie selbst!

Info:


Knit in KurzemeWas kann ich noch Neues über diese Veranstaltungswoche schreiben? Nicht viel, außer: UNBEDINGT TEILNEHMEN!
Sena Klets veranstaltet dieses Programm jetzt zum 7. Mal. Die Woche im Mai ist ausgebucht, aber warum nicht im September nach Riga und Kurland reisen? Der Frühherbst dort ist wunderschön!
Diese Woche bietet Workshops unterschiedlicher Länge, Besuchen in Handarbeitszentren, Kunsthandwerkerzentren und Museen, Präsentationen, Ausflüge... sie beginnt in Riga bei Sena Klets und endet auch in Riga. Ziedite Muse von Sena Klets begleitet die Gruppe, und und und..

Ich nenne jetzt noch ein paar Stichworte um Sie neugierig zu machen und zur Anmeldung zu nötigen: Suiti, Rucava, Perlenstricken, verschiedene Bündchen, das Museum in Liepaja, das Zvanitaj Zentrum in Rucava, Workshops zu doppeltgestrickten Handschuhen, Netzbrioche, unterschiedliche Bündchen, Fingehandschuhe stricken...

DIe Unterrichtssprache ist englisch, und die lettischen Ansprachen, Vorträge etc. werden ins Englische übersetzt.

Hier alles Wichtige aus der Ankündigung von Sena Klets, in englischer Sprache:

From **September 5th to 9th in Liepāja,** Latvia, we invite you to learn the traditional mitten knitting of the Kurzeme region and explore Latvian culture, traditions and crafts.

The Application Form: bei GoogleDocs

Details

General information:

Participation Fee contains:

  • Organizer: National Costume Center, Senā klēts,Sena Klets
  • * Workshop languages: Latvian / English
  • * Total participation fee: 570, – eur / (520,- eur **Early bird price** for applications until March 5th, 2019)
  • * Application deadline: 20th July, 2019
  • The Participation fee includes:
    • Transportation from Rīga to Liepāja and back.
    • Four nights at a 3 to 4 star hotel in Liepāja on a shared Twin room basis ( Single room with supplement payment available)
    • All meals, tea and coffee breaks.
    • Museum visits and a tour around Liepaja and Kuldīga.
    • All necessary yarns and needles for the workshops.

Retreat itinerary

Thursday, September 5th
10:00 Optional introductory meeting at Senā Klēts, Ratslaukums 1, Riga
11:00 Departure from Senā Klēts to Talsi
13:00 Lunch
After lunch Workshop in Talsi craft house: “Knitted Gloves” with masters from Applied Arts Studio “Dzīpars” leader Valda Dedze
17:30 Departure from Talsi to Liepāja Hotel Kolumbs
20:00 Dinner at the Hotel Kolumbs restaurant. Welcome evening

Friday, September 6th
9:00 Walk to Kungu Street Creative Quarter from hotel Kolumbs
An exhibition and lecture about Kurzeme mittens with Applied Arts Studio “Kursa” leader Ilma Rubene
Workshop: “The knitting of braids and fir needles.” Master Rita Pogoska
13:30 Lunch
A visit to Art and Craft Center “Dārza iela”
Workshop: Double knitted mittens, master Aiva Dzenīte.
Workshop: The knitting of “Čiekuriņi”, master Milda Dīriņa
19:00 Dinner with the folk music group “Atštaukas”

Saturday, September 7th
9.00 Tour around Liepaja and trip to Rucava.
Visit Ethnographic living history house “Zvanītāji’’. Rucava region traditions with Sandra Aigare.
Workshop: “Traditional Rucava notched or picot cuff edges” Masters: Aleksandra Maksakova, Rasma Kleina, Dace Liparte
13:30 Lunch
Workshop: “Colorwork (4 to 5 colors) Mittens and Honeycomb Brioche mittens”
17:30 Departure back to Liepāja
18:30 Dinner at the Hotel Kolumbs restaurant

Sunday, September 8th
9:30 Walk to Liepāja Museum from hotel Kolumbs
Ethnographic (Traditional Craft) Exhibition visit in Museum
Workshop: “Variations of Mitten Cuffs” with master Maruta Eistere
13:30 Lunch
14.30 Kurzeme Region National Costume Information Center visit and presentation of book “Suiti patterned socks” by author Lia Mona Ģibiete.
Workshop: “Beaded Mittens” with master Solvita Zarupska
18.00 Walk tour around Liepāja or free time
19:00 Dinner Promenade Hotel, Restaurant “Piano”

Monday, September 9th
9:00 Departure from Liepāja to Riga
Stop in medieval town Kuldīga, tentatively listed by Unesco World Heritage Centre.
11.00 Workshop with Applied Arts Studio “Čaupas” leader Jolanta Mediņa.
Walk tour around Kuldīga.
14:00 Lunch in “Jēkaba sēta”
Arriving in Riga around 17:00

We welcome everyone, including spouses!
Recommended knowledge for participants at least on intermediate level.
Spouses will have discounted participation fee and will be able to enjoy all the cultural experience!

Recommended books:
Lizbeth Upits. Latvian Mittens.
Maruta Grasmane. Mittens of Latvia. ( Handschuhe aus Lettland / Latviske Vottar / ラトビアのミトン / LES MOUFLES de la LETTONIE / LÄTI KINDAD)

For any questions please email cimdi@senaklets.lv

Also: Unbedingt anmelden!

Nordic Knitting Symposium V

Ich habe mir fest vorgenommen, von jetzt an jeden Tag mindestens einen Bericht über das Symposium, das Craft Camp oder die Woche dawischen hier auf der Wockensolle zu verfassen, und deshalb folgt hier jetzt der Bericht über den 3. Tag, den Mittwoch, in Viljandi.

Jeden Abend nach dem Essen gab es noch Vorträge, Vorträge die jeweils einem Thema / Land gewidmet waren.

Am Abend des zweiten Tages wurden weitere Aspekte des estnischen Strickens vorgestellt:

  • Riina Tomberg referierte über die traditionelle Strickkleidung der estnischen Schweden, den Elbofolke
  • Anu Pink beantwortete die Frage, ob wirklich 30 verschiedene Sockenfersen-Typen in Estland gestrickt wurden in ihrem Vortrag "Local Variations on the Construction of Socks in Estonia in the 19th Century" und es gab wahrscheinlich noch mehr Sockenfersen-Varianten.
  • Kristi Jõeste referierte über den Stellenwert des traditionellen Strickens im heutigen Estland.

Vera Maksimovskaya, Spezialistin für die Strickweisen der nördlichen Region im Arkhangelsker Bezirk

Aber der Reihe nach. An diesem, dem dritten Tag nahm ich am Workshop der bezaubernden Vera Maksimovskaya teil; sie vermittelte uns die Muster und Farben der Mezen-Region am Nordmeer, nordöstlich von Arkhangelsk.
Das Werkstück für dieses Thema: Kinderhandschuhe.

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Vera sprach etwas Englisch (das im Verlauf der Konferenz immer besser wurde), die Dolmetscherin ein ausgezeichnetes Englisch, aber manchmal musste doch noch online in einem Wörterbuch nachgeschlagen werden...

Was ist nun das Besondere an diesen Handschuhen?

  • Die großen Muster ähneln den Mustern vieler finno-ugrischen Volksgruppen, z.B. der Komi
  • Das Daumenmuster wird nur auf der Vorderseite gestrickt und fügt sich fast unsichtbar in das Hauptmuster ein
  • An der Handschuhspitze wird darauf geachtet, daß die Musterfarben bis zur Spitze hin ungestört weiterlaufen
  • Für die Spitze wird solange abgenommen, bis nur noch 9 Maschen übrig bleiben, dann werden die mittleren 3 Maschen so zusammengestrickt, daß die mittlerste Masche sichtbar bleibt und die restlichen Außenmaschen werden abwechselnd von rechts und links über diese Masche gezogen.

Eine verblüffend einfache Spitzenvariante, die die meisten von uns noch nicht kannten.

Die Handschuhspitze in Großaufnahme

Seitliche Aufnahme der Spitze

Aber natürlich strickt man in solch nördlicher Gegend nicht nur Handschuhe, Vera zeigte uns auch interessante Strümpfe mit reizvollen Fersenlösungen.

Lettland bildete den Schwerpunkt der abendlichen Vorträge und dies waren die Themen:

  • Irita Žeiere referierte über Knitted Items in the Latvian Archaeological Materials, sie arbeitet in der archäologischen Abteilung des Lettischen Historischen Museums
  • Inita Heinola stellte Knitted gloves, mittens, socks and stockings in Latvia vor, sie ist Chef-Kuratorin der Textil- und Bekleidungssammlungen des Lettischen Historischen Museums
  • und Ziedite Muze stellte unser Buch ""Mittens of Latvia"  ̶  an inspiration book for knitters" vor. Das war ein gelungener Vortrag, mit den beiden anderen Vorträgen waren wir Zuhörer wohl alle nicht so zufrieden, die beiden Damen trugen uninspiriert und in schlechtem Englisch vor (obwohl Dolmetscherinnen bereit standen) und beherrschten nicht einmal die Aussprache der grundsätzlichsten Begriffe.

Ziedite lud zum Schluß Ihres Vortrags dann noch zur Teilnahme am Handschuh-Flashmob (meine Bezeichnung) am 18. November in Riga ein.

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