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Lettische traditionelle HandschuheSo viel um die Ohren. Die Übersetzung ist natürlich das Wichtigste, und wieder einmal merke ich wieviel Zeit es kostet die richtige Formulierung zu finden. Und wie unglaublich präzise man arbeiten muß bei so einem wichtigen Buch. Ich bin da L. für die stricktechnische Redaktion und für Ihre Adleraugen sehr sehr dankbar!

Dazwischen kommt dann noch die Vorstandsarbeit beim Kunst- und Kulturrat Vorpommern-Greifswald, die viel Zeit frißt. Und ich erlebe gerade die Auswirkungen der Förderpolitik des Landes MV und anderer Institutionen und Verbände, es ist zum Junge-Hunde-mit-Blechköpfen-Kriegen. Ein unglaublicher Formalismus, Behörden die eine Antragsprüfung mit einer Abrechnungsprüfung verwechseln und schon im Voraus für angedachte  Winterveranstaltungen Angebote der Dolmetscher und Mietverträge für Veranstaltungsräume einfordern... und der Hammer ist, daß das Geld immer erst nach der Umsetzung der Projekte ausgezahlt wird und die Förderanträge für das Jahr 2016 jetzt im Juni zum größten Teil immer noch nicht abgeschlossen bearbeitet sind. Was das für die Veranstalter bedeutet, kann man sich denken. Wie gesagt, in mir steigt langsam aber sicher eine Wut hoch, wie Kreativität abgetötet und tourismuskonforme Kultur gezüchtet wird...

Da lob ich mir die Veranstaltungen im Atelier Pamitz. Gestern abend ein Solokonzert der russischen Pianistin Tatiana Pichkaeva,  wunderbare Musik, Unterhaltungen bis spät in die Nacht und das Alles ohne Geld, ohne EIntritt, nur aus Liebe. Welch ein Luxus und welch traurige Situation, daß man ohne Geld am besten fährt wenn man ohne Förderung Kultur veranstaltet...

Lokale Aktionsgruppe Vorpommersche KüsteTja, das beschäftigt mich, damit beschäftige ich mich, dann arbeite ich noch an einer Webseite, die Ende Juni fertiggestellt sein soll und die ich eigentlich gar nicht umsetzen wollte, es hat sich aber in unserer Region kein Webgestalter gefunden, der willens oder preislich akzeptabel gewesen wäre, das umzusetzen. Was nützt der Wille zur Stärkung der lokalen Wirtschaft, wenn es an fachlicher Qualifikation fehlt? Also erstelle ich auch noch diese Webseite...

Und während ich so am Schreibtisch sitze, kommt jeden Tag neues Futter für meine Strickbuch-Sammlung... In der letzten Zeit hatte ich so viele Gelegenheiten, lang Gesuchtes zu ergattern, daß ich jetzt endlich A History of Hand Knitting  Rutt: A history of Hand Knitting von Richard Rutt, Bishop of Leicester, besitze, ein nicht mehr aufgelegtes und auch oftmals strittiges Standardwerk. Das ist etwas zum Nachschlagen oder für lange Winternachmittage (aber dann stricke ich doch wohl eher?)
Das Buch habe ich lange gesucht und nun steht es in meinem Regal.

Traditional KnittingEin Neuzugang ist ebenfalls Sheila McGregors "Traditional Knitting", ein kleines Büchlein zum Schmökern, ein historischer Rundschlag mit vielen Abbildungen. Ein wenig angestaubt inzwischen, aber doch sehr lesenswert.

Knitter's Life ListManchmal erstaunt es mich, welche Bücher von Büchereien aussortiert werden und ich kann die Gründe dafür oft nicht nachvollziehen. Liegt es nur an der geringen Zahl der Ausleihen, daß manche Bücher so schnell in die Zweitverwertung kommen? Ein solches Buch ist Knitter's Life List von Gwen W. Steege,  (To Do, To Know, To Explore, To Make), ein recht amerikanisches Werk, sehr pragmatisch und mit vielen guten Tipps gespickt. Es trägt einen Stempel: Discarded, Outdated, Redundant Material.
Und da kommen wir schon zum letzten Exemplar in meiner Liste der Neuerwerbungen, The Culture of Knitting von Joanne Turney. Eine sozio-kulturelle Betrachtung des Strickens in der Gegenwart, von dieser Art habe ich schon einige Werke und Abhandlungen, die ich mal alle in einem gesonderten Beitrag vorstellen werde.

Erstaunlich, auch für mich, ist, daß ich doch noch zum Stricken komme. Jeden Tag kommt der Zeitpunkt, an dem ich ganz bewußt den Rechner ausschalte und mich aufs Sofa begebe. Das ist für mich wie Urlaub. Und der Wollvorrat? Sollte eigentlich kleiner werden, wird es aber nicht, wie mein neues Tuch zeigt. Ich befürchtete, daß das Garn nicht reicht für die Kante und bestellte neues Garn, das Garn hat aber gereicht... nun habe ich also fast vier Knäuel verarbeitet und drei neue Knäuel dazubekommen, immerhin: ein Knäuel weniger in der Kiste ;=)

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Ja, und der Kniestrumpf? Das Muster stammt aus Estland,  aus Helme im Süden des Landes. Und die Farben sind rot-weiß-blau, Lizzy's Landesfarben und ihr zu Ehren, hat sie mir doch beim beim Muster-Ausrechnen geholfen. Die Strümpfe müssen noch fertig werden bevor ich nach Tallinn fliege, das Craft Camp in Olustvere... und die Reise durch Estland... soviel Schönes kommt auf mich zu und die Reise habe ich nun wohl auch fertig organisiert, gestern habe ich den Leihwagen gebucht, mit viel Platz im Kofferraum für die Hamstereien dreier strickwütiger Damen ;=)

Jetzt aber, heute, am Sonntag, fahre ich den Rechner schon mittags runter und faulenze.