100% Wolle? 90% vertan…

Gegenwärtig sind, das stelle ich mal so fest, so ziemlich alle Völkerkunde- und Volkskunde-Museen in Deutschland in der Krise, permanent in Frage gestellt durch eine Gemengelage aus Poltical Correctness, Sparwut, Umwandlung in gewinnorientierte GmbHs, Ignoranz (was soll der alte Krempel) und multimigrationaler Überforderung. Da werden Museen umbenannt statt sie mit dem Notwendigen auszustatten (s. das alte wunderbare Hamburger Völkerkundemuseum) oder auseinandergerissen respektive zusammengelegt, passe was wolle.

Das Berliner Museum der Europäischen Kulturen ist aus der  Zusammenlegung der europäischen Sammlung des Museums für Völkerkunde (heute Ethnologisches Museum) mit den Beständen des Museums für [Deutsche] Volkskunde aus Ost- und Westberlin entstanden. Und selbstverständlich braucht dann ein neuer Topf auch einen neuen Deckel: man möchte gerne zu einer modernen, kulturanthropologischen und -vergleichenden Sammlungs- und Forschungstätigkeit mit europäischer Perspektive kommen.

Ob das funktioniert, kann ich nicht sagen. Ich, als Museumsbesucherin, erhalte ja immer nur einen kleinen Einblick in die Bestände und muss mich auf die Präsentation der Obekte verlassen.

Ich hatte schon einige Kritiken der gegenwärtigen Dauerausstellung "100% Wolle"  (von November 2017 bis Juni 2019!) vernommen, ließ mich aber nicht abschrecken.
Manchmal möchte ich meine Vorurteile bestätigt finden... ich will mir aber ärgern!

Nun, ich denke, soviele Vorurteile hatte ich gar nicht wie hier bestätigt wurden. Ich liste erst einmal auf, was mir beim Besuch und nach dem Besuch in den Sinn kam.

Die Außendarstellung macht auf modern: Ein Wortspiel (ja doch, Wolle kommt von Wollen)  und ein bemüht strickversuchender Hipster mit Bart und Hosenträgern. Wer ist die Zielgruppe dieser Ausstellung? Das wird nicht klar - oder anders ausgedrückt:
Allen wird zuwenig oder auch gar nichts geboten.

Aber mal dem Alter nach:

Kinder dürfen auf dem großen Schaf herumklettern, wenn sie ordentlich die Schuhe ausziehen und sich von dem grimmigen Blick des Riesentieres nicht abschrecken lassen. Aber warum sollten Kinder auf einem Schaf herumtoben?
Das hat keinen Bezug zur Lebenswelt, nicht zu der der Schafe und auch nicht zu der der Kinder.

Kinder können sich an den preiswert-lieblos aus Spanholz zusammengezimmerten Tischen im Handarbeiten üben, dazu ist das sicherlich schon vertraute Kita-Inventar (Kleinwebrahmen und Strickliesel) im Angebot, ob so spielerische Neugierde geweckt wird? Ein Pressebild zeigt Großmutter, Patchwork-Vater und zwei Jungs "irgendwas mit Wolle" machen (Mädchen sind nicht vertreten) , das ist wahrscheinlich die Umsetzung des Vorhaben "eine Plattform (zu) entwickeln, die den Besucher_innen die Möglichkeit bietet, gemeinschaftlich Kulturtechniken kennenzulernen und zu erproben."
Wie das an den Sonntagnachmittagen vor sich geht, vermag ich nicht zu sagen und zu beurteilen, ich war während der Woche da.

Der leidlich interessierte Besucher kann nach oben blicken und an einer Kleiderstange hängende Pullover oder Blusen betrachten. Er kann sich blumentopfähnliche schwarze Plastikteile ans Ohr halten und sich Geschichten erzählen lassen, so jedenfalls die Intention: die  Möglichkeit, sich der Wolle spielerisch, sinnlich, intellektuell oder nostalgisch anzunähern und damit auseinanderzusetzen - mittels der sprechenden Kleiderstange, die ich allerdings eher mit einer chemischen Reinigung oder einer Kleiderkammer assoziierte.
Der Besucher kann sich Bücher von einem Regalbrett nehmen und sich lesend vertiefend. Vorher allerdings muß er die Schuhe ausziehen, sich am Schaf vorbeidrücken und dann kommt er erst ans Regal. Was dort auf dem Regalbrett stand? Auf jeden Fall keine Fachliteratur, nichts Vertiefendes, so ein Bücherkisten-Krabbel-Angebot eben...
Oder er faßt mal in die kleinen Schälchen mit geringen Mengen Vlies, Wolle oder 3 Seidenkokons und versucht die

Ein wirklich interessierter (Fach-)Besucher jedoch muß zwangsläufig enttäuscht werden. Alle Erwartungen, die man vor einem Museumsbesuch so aufbaut, werden nicht erfüllt.  Dazu noch später...

Ein kunstinteressierter Besucher wird sich vielleicht in dem letzten Raum der Ausstellung die VIdeo-Installation betrachten und dabei auf dem "fliegenden Teppich" sitzen, welcher in China hergestellt und aus Synthetik...

Was will der Hipster sehen, was kann er wahrnehmen? Da fällt mir gar nichts ein.

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ein einziger Handschuh!

nachhaltig designt???

nachhaltig designt aber nichts Besonderes

Wenn ich aufzähle, was ich vermißt habe, wird sicherlich deutlich was meine Erwartungen so waren; als ich das erste Mal von diesem Ausstellungsvorhaben hörte freute ich mich.
Ein ethnographisches Museum das sich diesem Thema stellt, da bildet sich doch gleich von selbst eine Erwartung, ich nenne ein paar Stichworte:

  • der unglaubliche Entwicklungsschritt der Menschheit zur Haustierhaltung, der die Produktion von Nahrungsmitteln und Bekleidung ermöglichte
  • die Vielfalt der faserliefernden Haustiere, ihre geographische Verbreitung, die unterschiedlichen Lebensformen die sich aus der Haltung ergeben: Nomadentum, Seßhaftigkeit,von Weidehaltung zu landwirtschaftlicher Produktion
  • die mythische und wirtschaftliche, kulturprägende Verbindung zwischen Mensch und Tier
  • die Vielfalt der Woll-Nutzung; Wärme, Isolierung, Kleidung, Schmuck...
  • Alltagskleidung und Festtagskleidung (man denke nur an die rituellen Handschuh-Präsente im Baltikum)
  • Herstellungstechniken: von dem Vlies zur Faser, vom Groben zum Feinen, von der Manufaktur zur Fabrik
  • die Mannigfaltigkeit der Trachtenkleidung
  • die regionalen Ausprägungen der Wollnutzung in Europa - von Shetland über Skandinavien und dem Baltikum bis Südeuropa
  • ...

Viele dieser Punkte werden angerissen, aber nichts wird auch nur knapp behandelt oder im Überblick vorgestellt.
Ein paar hübsche Instrumente (Spindeln, Spinnrad usw.), keine Nadeln, in den kargen Vitrinen einige wenige Stücke vom Westbalkan bis Bulgarien, ein einziger estnischer Handschuh!!!

Bei den Techniken: Spinnrad, Webrahmen, und Kärtchen fürs Bändchenweben (eine Technik die aber vollkommen rätselhaft bleibt, nicht erklärt wird). Dabei wäre es so einfach gewesen, anhand  des Bändchenwebens mit wenigen Exponaten die Verbreitung der Technik im gesamten europäischen Raum aufzuzeigen, es werden doch sogar Kärtchen aus TIflis / Georgien gezeigt!

Daß die Stricker(innen) auch ein politisches Bewußtsein haben - nagottseidank gibt es die Pussy-Hat aus Amiland!
Und daß Designer inzwischen umweltbewußt / nachhaltig  Textilien entwerfen (und die Strickerinnen ihrer Entwürfe dann sogar persönlich kennen), da fällt doch glatt die Ananasdose in Peking oder ein Auftragsbuch bei Tines oder Sena Klets in Riga um!

Daß die gezeigten "Design-Entwürfe" auch noch ausgesprochen unelegant, wenig schön, eher armeslig ind, zeigt wieder einmal die ästhetische Unempfindlichkeit der Ausstellungsmacher... es gibt immer Schönes und Banales, man muß es nur finden!

So, nun habe ich die Dinge, die mir durch den Kopf gehen, seit ich diese Ausstellung besucht habe, aufgelistet.
Ich ärgere mich daß es so eine oberflächliche, leidenschaftslose und langweilige Ausstellung geworden ist, wo das Thema doch soviel hergeben könnte, und wo, wie ich mir habe sagen lassen, das Museum über einen großen Textilien-Bestand verfügt.

Einfach nur schade, Thema vergeigt.

Woran liegt das aber? Fehlt es an inspirierten Ausstellungsmachern, sind Wissenschaftler zu teuer, muß heute alles von Praktikanten oder Messebau-Firmen umgesetzt werden, will man nicht in die Tiefe gehen, schätzt man die Schätze, die man in den Sammlungen hat, nicht, stapelt man zu tief oder läuft man unter dem (Synthetik-)teppich?

Es ist nicht so schwierig, es gibt soviele Informationen, on- oder offline, man braucht doch nur fragen und sich umschauen.

 

Sommerreise 2017 – In Limbaži – bei Limbažu Tine

Daß ich die lettische / baltische Wolle liebe, ist wohl kein Geheimnis. Schon bei meinem ersten Besuch in Lettland war ich begeistert von den vielen Möglichkeiten, die diese Wolle bietet. Und natürlich auch von den Farben!

Immer wieder habe ich zugegriffen, in Riga findet man Wolle nicht nur in Wollgeschäften, sondern auch in Buchläden, in den Geschäften der Ladenkette "Zvaigzne ABC". Jedesmal habe ich etliche Stränge der herrlich bunten Wolle in 8/2er-Qualität mit nach Hause gebracht, und wenn mir das nicht reichte, habe ich, nachdem ich den Online-Shop "Klinta Wolle" entdeckte,  auch dort reichlich bestellt.

Nun plante ich zum ersten Mal eine selbstbestimmte Fahrt von Riga nach Estland (nicht im Flieger, nicht im Bus) und da lag ein Abstecher nach Limbaži auf der Hand.

Am Sonntag, den 2. Juli 2017, brachen wir von Riga auf und über kleine Straßen durch ein wunderschönes grünes Land, in dem auch ganz unerwartete Attraktionen am Straßenrand lauern, kamen wir nach Limbaži.

Limbaži - das ist eine Hansestadt im Norden Lettlands, in Vidzeme, eine Stadt, die oft durch Kriege zerstört und immer wieder aufgebaut wurde.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich hier Textilindustrie und heute schmückt der Kreis Limbaži  sein Logo mit einem Wollknäuel!

Seit 1914 gibt es die Wollfabrik SIA Limbažu Tīne, die heute bis zu 40 Mitarbeiter beschäftigt. Hier wird Wolle aus Lettland und Deutschland versponnen und verwoben zu ethnographischen Stoffen, und die Strickwolle in verschiedenen Qualitäten (von einfädig bis dreifädig) wird als Limbažu Tīne und seit einiger Zeit außerhalb Lettlands unter dem Label "Klinta" vertrieben.
Und ich horte und stricke diese bunten Schätze seit 2014 ...

Der größte Anteil der hier verarbeiteten Kammzugwolle (Rohwolle) kommt aus Deutschland und die Farben werden aus der Schweiz importiert.

  • Alle farbigen Garne sind 100% reine Wolle und bestehen zu 80% aus deutscher Merinowolle, die restlichen 20% steuern lettische Schwarzkopf-Schafe bei.
  • Die ungefärbten Garne stammen zu 90% von lettischen Schwarzkopf-Schafen. Die dunkelgrauen Farbtongarne enthalten etwa 60% schwarze Schafwolle aus Schweden.

Jana von Klintawolle ermöglichte uns den Besuch in der Wollfabrik, trotz Sonntag und Werksferien. Wir wurden durch die Produktionsräume geführt, tranken Kaffee im Showroom, besprachen Projekte und bewunderten dort die Ausstellungsstücke bevor wir in den Laden kamen.

 

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Im Geschäft dann war die Verlockung gross: alle Qualitäten (einfädig, zwei- und dreifädig, mit und ohne Farbverlauf) lagen aus, zu Preisen, die jede Anreise lohnen (und das Fassungsvermögen jedes Koffers übersteigen),

Aber Jana hatte dafür eine Lösung: sie bot uns an, unsere gekauften Schätze per Post nach Deutschland zu expedieren und jetzt sind die 3kg Wolle und 3m Stoff auf dem Weg nach Gribow.

Danke Jana!

Direktor: Jānis Krasovskis
Adresse: Pļavu 4, Limbaži, Limbažu n., LV-4001
Email: limbazutine@apollo.lv
Webseite: limbazutine.lv/english.html

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Adresse: Klinta Wolle, Torstr. 205, D-10115Berlin

Webseite: http://klintawolle.de

Kundenregistrierung und Newsletter-Abo: http://klintawolle.de/index.php?route=account/login

ich packte meinen Koffer und brachte mit…

Dieses Spielchen bezieht sich eigentlich auf den Anfang einer Reise, aber wer schon mal strickinteressiert im Baltikum unterwegs war, summt dies auch öfter vor sich hin. Immer wieder kommt die Frage hoch, ob denn auch wirklich alles in den Koffer paßt und das Höchstgewicht nicht überschritten wird. Da hat sich die digitale Kofferwaage, die ich immer dabei habe, schon bewährt.

Mitbringsel aus zweieinhalb Wochen

Mitbringsel aus zweieinhalb Wochen

Man sagt ja, daß Wolle leicht sei. Aber viel Wolle = viel leicht = auch schwer ;=)

Ich kann aber nicht widerstehen, nicht bei feinem Lace-Garn, bei einem schönen Projektbeutel aus Saaremaa, der Wolle von HEA und schon gar nicht bei den Büchern.

Wolle und Bücher

Wolle und Bücher

Und dann ist es ja auch so, daß manche Bücher gleich mehrfach in den Koffer wandern, denn die Freundinnen zuhause haben auch so ihre Begehrlichkeiten. Das nicht nur inhaltlich gewichtigste Buch war das Buch "Mulgi Rahvarõivad", Trachten aus der Region Mulgi im südlichen Estland. 3kg schwer und voller wunderbarer Illustrationen, die Texte auf estnisch sind mir unverständlich, die englischsprachige Zusammenfassung studiere ich noch.

Trachten aus Mulgi

Trachten aus Mulgi

und wenn ich diese Bilder so betrachte, fällt mir auf, wie schnell alles eingeräumt wird als hätte es immer schon seinen Platz gehabt, auch wenn das Strickbuchregal fast keinen Platz mehr läßt und die Wollkisten auch zusammengerückt werden müssen, intelligenter platziert werden sollten, alles findet seinen Platz, aber es fehlt auch etwas: die drei Wollknäuel, die ich in der Wollfabrik auf Hiumaa gekauft habe, sind wohl irgendwo weggekullert und ein Ladegerät steckt noch in Muhu im Zimmer.

Jacke mit Muhu-Stickerei

Jacke mit Muhu-Stickerei

Und in diesem Bericht fehlt noch die wunderschöne Jacke von Riina Tomberg, das wird aber noch nachgetragen, sie ist wirklich ein Extra-Kapitel wert.

Und dann an dieser Stelle noch ein Dank an meine Mitfahrerinnen, Ihr wart wunderbar! Next year in Estonia!

Knitting Lady…

das ist ein Titel, den sich wohl jede Strickerin ans Revers heften könnte. Aber eine Dame ganz besonders: The Knitting Lady,

Diese Webseite hat eine spezielle Zielgruppe:
“The knitting lady is a site dedicated to providing resources for all your miniature and small knitting needs. ”

Warren Hastings, Lange, gestrickte HandschuheGefunden habe ich diese Webseite im Zusammenhang mit den wunderschönen indischen Handschuhen (die ich hier auch schon einmal vorgestellt habe), und einem Forumthread bei Ravelry dazu. So fand ich die Knitting Lady und ihr Angebot und das möchte ich hier doch mal vorstellen:
ganz dünne Wolle und ganz feine Nadeln!

Ganz feine Stricknadeln

Es ist ja nicht immer leicht, feine dünne Nadeln zu finden, und das einzige wirklich feine Nadelspiel, das mir bisher unter die Finger kam, waren  0.7mm-Hiya Hiya Nadeln, bei MyLys in Hamburg erstanden.

Jetzt habe ich auch noch Nadelspiele (wenn auch nur immer 4 Nadeln einer Stärke) von 0.8mm über 0.9mm, 1.4mm, 1.6mm und 1.8mm, da müssten die Maschenproben doch hinkommen ;=)

Und mit dieser einfädigen feinen Wolle sollte doch jeder lettische oder estnische Handschuh aufs Feinste gelingen:

wie immer: für die Anzeige auf die Vorschaubilder klicken!

nun bin ich gespannt, wann ich diese Wolle auf die Nadeln hole.

der 7. und letzte Tag in Riga

Am Montag herrschte strahlender Sonnenschein in Riga, ein Sommer- oder ein Spätsommermorgen?

Die Sonne beschien den Bernstein an den Verkaufsständen,

Bernsteinstand an der Petri-KIrche

und ich kam mit Vija Staskunas ins Gespräch. Sie sprach sehr gut deutsch, war Handarbeits-Lehrerin und verdient sich nun etwas zur Rente hinzu. Sie erzählte mir von den Ursprüngen der Muster und Symbole,  beschrieb klar die unterschiedlichen Vorlieben der internationalen Kundschaft ("Die Letten und die Deutschen haben die gleichen Vorlieben, die Schweden wollen einfache Muster in dunklen Farben") und empfahl mir gegen Asthma eine Bernsteinkette zu tragen, aber nur mit ungeschliffenem Bernstein. Daß sie wie die anderen Verkäufer auch hauptsächlich maschinengestrickte Stricksachen verkauft, die in Heimarbeit hergestellt wäre, liegt auch daran, daß die Touristen alle Diskont forderten…

Ich werde sicher, wenn ich wieder nach Riga fahre, nach Ihr Ausschau halten und ich darf ihr Photo hier auf der Wockensolle veröffentlichen.

Vija Staskunas, Strick-Expertin

Um 11:00 Uhr ging es dann zum Flughafen und in Deutschland hatte mich dann der graue Alltag wieder, nach einem Kaffee in Berlin nahm ich einen früheren Zug als geplant, denn ein Lokführer-Streik war angekündigt. Und so endete meine Zugfahrt dann auch bei strömenden Regen in Pasewalk, wo ich dann von meinem Mann abgeholt wurde. Nun muß ich den Alltag zurückfinden.

Ein Rätsel konnte ich aber für mich inzwischen noch lösen: Weshalb ein Wollstrang mit der Maßangabe "8/2" nicht 400m, sondern nur 350m lang sein soll. Denn diese Maßeinheit, wie im vorigen Beitrag beschrieben, ist sicherlich bei gefachter Wolle präziser, gezwirnte Wolle braucht ja längere Fäden als glatt-liegende.

Woll-Label der Firma Limbazu

Diese dicke Wolle bringt also pro Gramm 2,5m, und, da zweifädig, kommen dann bei 100g 130 Meter zusammen.