Zwei Termine in Lettland und Estland: Craft Camp und „Stricken in Kurzeme“

Ich hoffe ja immer noch, daß ich die Wollgaster WollWoche im Oktober durchführen kann, daß ich die benötigte Förderung dafür zusammenbekomme, aber das soll Sie nicht von der Teilnahme an zwei großartigen Veranstaltungen abhalten:

das CraftCamp in Viljandi / Estland und "Let's Knit in Kurzeme VII" in Liepeja / Lettland. An beiden Veranstaltungen habe ich schon teilgenommen, insgesamt 4x am CraftCamp und dann am ersten KnittingCamp in Kurzeme, veranstaltet von Sena Klets. Für alle diesjährigen Veranstaltungen gibt es noch freie Kapazitäten.

 

Das CraftCamp 2019 der Kulturuniversität Viljandi findet dieses Jahr vom 8. bis 14. Juli zum ersten Mal in VIljandi und nicht mehr in Olustvere statt und unterscheidet sich dadurch etwas von den vorigen Veranstaltungen. Angeregt von den guten Erfahrungen beim Nordic Knitting Symposium letztes Jahr kam bei den Teilnehmerinnen, die schon mehrfach dabei waren, der Wunsch auf, nun einmal in dem netten kleinen Städtchen Viljandi zu lernen. Und die Räumlichkeiten der Kulturakademie eignen sich hervorragend dafür, genau wie das benachbarte Kulturzentrum.
Ein großer Vorteil: jetzt kann man unter verschiedenen Unterkünften wählen und auch abends mal in einem Café sitzen. Ich freue mich darauf!
Bei der Anmeldung trägt man sich auch für die Workshops ein, die zur Wahl stehen: je zwei eintägige und ein zweitägiger Workshop können ausgewählt werden und es gibt zum ersten Mal auch einen viertägigen Workshop: Kanu-Bauen, aber das ist eher nicht mein Ding und ich will das Erarbeitete ja auch im FLuggepäck mit nach Hause nehmen können ;=)
Im Programm ist auch ein eintägiger Ausflug enthalten, insgesamt 4 Regionen werden angeboten, und ein Abschluß-Diner mit Musik in Heimtali.
Bei allen Workshops auf der Webseite ist angegeben, ob sie für Anfänger oder Fortgeschrittene geeignet sind, und diese Empfehlungen sollte man auch ernst nehmen.

Ein solch breitgefächertes Angebot macht die Auswahl schwer: Silberschmuck, Maschinensticken, Stricken, Metallarbeiten, Stickerei, Nähen, Weben, Schmieden, Flechten, Knochenschnitzen, Färben mit Indigo, Spinnen, Klöppeln, aber sehen Sie selbst!

Info:

Was kann ich noch Neues über diese Veranstaltungswoche schreiben? Nicht viel, außer: UNBEDINGT TEILNEHMEN!
Sena Klets veranstaltet dieses Programm jetzt zum 7. Mal. Die Woche im Mai ist ausgebucht, aber warum nicht im September nach Riga und Kurland reisen? Der Frühherbst dort ist wunderschön!
Diese Woche bietet Workshops unterschiedlicher Länge, Besuchen in Handarbeitszentren, Kunsthandwerkerzentren und Museen, Präsentationen, Ausflüge... sie beginnt in Riga bei Sena Klets und endet auch in Riga. Ziedite Muse von Sena Klets begleitet die Gruppe, und und und..

Ich nenne jetzt noch ein paar Stichworte um Sie neugierig zu machen und zur Anmeldung zu nötigen: Suiti, Rucava, Perlenstricken, verschiedene Bündchen, das Museum in Liepaja, das Zvanitaj Zentrum in Rucava, Workshops zu doppeltgestrickten Handschuhen, Netzbrioche, unterschiedliche Bündchen, Fingehandschuhe stricken...

DIe Unterrichtssprache ist englisch, und die lettischen Ansprachen, Vorträge etc. werden ins Englische übersetzt.

Hier alles Wichtige aus der Ankündigung von Sena Klets, in englischer Sprache:

From **September 5th to 9th in Liepāja,** Latvia, we invite you to learn the traditional mitten knitting of the Kurzeme region and explore Latvian culture, traditions and crafts.

The Application Form: bei GoogleDocs

General information:

Participation Fee containts:
  • Organizer: National Costume Center, Senā klēts,Sena Klets
  • * Workshop languages: Latvian / English
  • * Total participation fee: 570, – eur / (520,- eur **Early bird price** for applications until March 5th, 2019)
  • * Application deadline: 20th July, 2019
  • The Participation fee includes:
    • Transportation from Rīga to Liepāja and back.
    • Four nights at a 3 to 4 star hotel in Liepāja on a shared Twin room basis ( Single room with supplement payment available)
    • All meals, tea and coffee breaks.
    • Museum visits and a tour around Liepaja and Kuldīga.
    • All necessary yarns and needles for the workshops.
Retreat itinerary:

Thursday, September 5th
10:00 Optional introductory meeting at Senā Klēts, Ratslaukums 1, Riga
11:00 Departure from Senā Klēts to Talsi
13:00 Lunch
After lunch Workshop in Talsi craft house: “Knitted Gloves” with masters from Applied Arts Studio “Dzīpars” leader Valda Dedze
17:30 Departure from Talsi to Liepāja Hotel Kolumbs
20:00 Dinner at the Hotel Kolumbs restaurant. Welcome evening

Friday, September 6th
9:00 Walk to Kungu Street Creative Quarter from hotel Kolumbs
An exhibition and lecture about Kurzeme mittens with Applied Arts Studio “Kursa” leader Ilma Rubene
Workshop: “The knitting of braids and fir needles.” Master Rita Pogoska
13:30 Lunch
A visit to Art and Craft Center “Dārza iela”
Workshop: Double knitted mittens, master Aiva Dzenīte.
Workshop: The knitting of “Čiekuriņi”, master Milda Dīriņa
19:00 Dinner with the folk music group “Atštaukas”

Saturday, September 7th
9.00 Tour around Liepaja and trip to Rucava.
Visit Ethnographic living history house “Zvanītāji’’. Rucava region traditions with Sandra Aigare.
Workshop: “Traditional Rucava notched or picot cuff edges” Masters: Aleksandra Maksakova, Rasma Kleina, Dace Liparte
13:30 Lunch
Workshop: “Colorwork (4 to 5 colors) Mittens and Honeycomb Brioche mittens”
17:30 Departure back to Liepāja
18:30 Dinner at the Hotel Kolumbs restaurant

Sunday, September 8th
9:30 Walk to Liepāja Museum from hotel Kolumbs
Ethnographic (Traditional Craft) Exhibition visit in Museum
Workshop: “Variations of Mitten Cuffs” with master Maruta Eistere
13:30 Lunch
14.30 Kurzeme Region National Costume Information Center visit and presentation of book “Suiti patterned socks” by author Lia Mona Ģibiete.
Workshop: “Beaded Mittens” with master Solvita Zarupska
18.00 Walk tour around Liepāja or free time
19:00 Dinner Promenade Hotel, Restaurant “Piano”

Monday, September 9th
9:00 Departure from Liepāja to Riga
Stop in medieval town Kuldīga, tentatively listed by Unesco World Heritage Centre.
11.00 Workshop with Applied Arts Studio “Čaupas” leader Jolanta Mediņa.
Walk tour around Kuldīga.
14:00 Lunch in “Jēkaba sēta”
Arriving in Riga around 17:00

We welcome everyone, including spouses!
Recommended knowledge for participants at least on intermediate level.
Spouses will have discounted participation fee and will be able to enjoy all the cultural experience!

Recommended books:
Lizbeth Upits. Latvian Mittens.
Maruta Grasmane. Mittens of Latvia. ( Handschuhe aus Lettland / Latviske Vottar / ラトビアのミトン / LES MOUFLES de la LETTONIE / LÄTI KINDAD)

For any questions please email cimdi@senaklets.lv

Also: Unbedingt anmelden!

Zurück aus Riga!

Ich brauche immer einige Tage um mich nach einer intensiven, erlebnisreichen Reise wieder zuhause einzufinden.
Jetzt bin ich ja schon 2 Tage wieder zuhause, aber in Gedanken noch beim großen Fest in Riga, dem 100jährigen Jubiläum Lettlands.

Und während ich einen ersten kurzen Bericht auf Ravelry schrieb, stürzte dort der Server ab. Auf der Wockensolle möchte ich noch ausführlich berichten, aber schon mal vorab, als Lebenszeichen, ein Foto von der Party bei Sena Klets, das es bis auf die Webseite Delfi.lv geschafft hat:

Cimdota Latvia! Tragen wir unsere Handschuhe zu Ehren Lettlands!

Wer ist hier alles zu sehen?

Maruta Grasmane, Bruno Grasmanis, Ansis Grasmanis und Monta Grasmane, Linda  und Elza Rubena, Nora Grasmane, ZIedite Muse, Carla und ihre Freundinnen Tia und Anneke aus den Niederlanden, der Fotograf,  Arta Ozola-Jaunarāja,Laila Udre und Akiko Mizoguchi! Lizzy war auch dabei aber nicht im Bild.

Niemals hätte ich gedacht, als ich im August 2014 bei SENA KLETS hereinstolperte, daß ich eines Tages an einem solch denkwürdigen Tag dabei sein könnte!

Fotos: F64/Kultūras ministrijas Latvijas simtgades birojs

Auf die nächsten 100 Jahre!

In Cesis: intensive Begegnungen

Nun ist es an der Zeit, die Berichte über meine Winterreise nach Lettland fertigzustellen, ich habe hier ja noch nicht über den Tag in Cesis, das dortige Weberzentrum und unser Treffen mit Jana von Klintawolle berichtet.

Heute, am 3. Januar des Jahres 2018, gestehe ich ein,  daß ich diesen Beitrag aus dem letzten Jahr noch schuldig geblieben bin.

Cesis gilt den Letten als eine der lettischsten Städte des Landes und es liegt in einer wunderschönen Landschaft der Region Vidzeme. Neben vielen historischen Sehenswürdigkeiten (Johanniskirche, Burg etc.) ist auch das kulturelle Angebot interessant.

Immer mehr kreative Menschen ziehen hierhin, denn im Gegensatz zum Überzentrum Riga ist das Leben hier noch einigermaßen preiswert, das Leben verläuft ruhiger, und es gibt wohl ausreichend Platz für Ateliers und andere Wirkungsräume.

Aušanas darbnīca Vēverīšas

Das Weberzentrum "Vēverīšas" in der Rigaer Str. 19 in Cesis
http://www.veverisas.lv/

90 Kilometer sind es von Riga bis Cesis und je weiter man vorankommt, desto harmonischer wird die Landschaft. Und wir hatten großes Glück: In Riga lag noch kein Schnee, nur ein wenig Puderzucker auf der großen Tanne, aber dann schneite es. Ich liebe Schnee!

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Linda Rubena hatte mir den Tipp gegeben, das Weberzentrum Vēverīšas aufzusuchen und Jana hatte gleich einen Besuchstermin für uns vereinbart.

In Riga hatten wir ja schon im Zentrum Ritums herrliche Webereien und Handarbeiten bewundert und ich freute mich daß ich nun noch weitere Arbeiten sehen durfte. Diese Zentren bewahren das immaterielle Kulturerbe des Landes und pflegen es, einige halten sich strikt an die überlieferten Muster und Farben, in andere Zentren werden die überkommenen Muster weiterentwickelt. Hier im Zentrum Vēverīšas hält man an der Tradition fest und verteidigt sie.

Die Leiterin des Zentrums, Dagnija Kupče, empfing uns und erzählte voller Stolz von den Aufgaben und Prinzipien des Zentrums. Dagnija Kupče ist eine renommierte Wissenschaftlerin und Spezialistin für historische Textilien. So hat sie zusammen mit Aija Jansone, der Leiterin der ethnographischen Abteilung des OpenAir Museums Riga und vielbekannte Autorin wunderbarer Bücher, das Buch "Piebalga ir, bija un būs: piebaldzēnu ģērbšanās kultūra 19. gadsimtā" herausgegeben. Auf Deutsch übersetzt: "Piebalga ist, war und wird bleiben: Die Kleiderkultur des 19. Jahrhunderts". Piebalga ist ein Ort nicht weit von Cesis.

Dagnija Kupče stellte uns die verschiedenen Tätigkeiten des Weber- und Handarbeitszentrums vor. Auch die mittelalterliche, blau-goldene Tracht, die auch von der lettischen Kultusministerin und von Maruta Grasmane getragen wird, wurde hier gewebt. Mich faszinierte daß die goldenen Ringe schon am Webstuhl eingearbeitet und nicht erst nachträglich aufgebracht werden.

Piebalga ir, bija un būs: piebaldzēnu ģērbšanās kultūra 19. gadsimtā,
Autoren: Aija Jansone, Dagnija Kupče
Veröffentlicht 2014, 182 Seiten, ISBN 9934140519, 9789934140518

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Aber nicht nur Gewebtes wird hier angefertigt, Kopfbedeckungen werden gestickt, Perlengürtel, Perlenstulpen, Webgürtel, bunte Strümpfe, Handschuhe, ein Bad in Farben!

Nach diesem eindrucksvollen Besuch frönten wir einer anderen lettischen traditionellen Kultur, der Konditorei-Kultur! Nun fand sich auch die Zeit, mit Jana Projekte zu planen und zu besprechen, die wir für 2018 avisiert haben. So werden wir im Laufe des Jahres einige KnitALongs im KlintaWolle-Ravelry-Forum durchführen, an der großen Handschuh-Aktion "Cimdota Latvija!" zum lettischen Jubiläum teilnehmen, Workshops stehen auf unserer Ideenliste... 

Das Jahr 2018 wird nicht langweilig werden.

Jana führte uns dann noch durch die Altstadt von Cesis, am Rosenplatz strahlte der Weihnachtsbaum, es fiel immer mehr Schnee und in der mittelalterlichen Burg mit dem städtischen Museum waren wir fast die einzigen Besucher.

Den Museumsbesuch jedoch habe ich mir für den nächsten Besuch im Sommer aufgespart, ich hatte inzwischen winterlich-kalte Füße und mochte nicht in ungeheizten Räumen herumstreunen.

Und zum Schluß noch ein, nein kein Uhren-Vergleich, sondern ein Handschuh-Vergleich!
Im Klintawolle-Forum bei Ravelry läuft ja ein Knitalong / KAL, bei dem Handschuhe nach den Anleitungen und Mustern von Janas Großmutter gestrickt werden.

Ich habe mir ein Paar weiß-violette Handschuhe gestrickt, auch wenn ich an dem KAL außer Konkurrenz mitlaufe, und bei dem dichten Schnee in Cesis konnte ich diese nun endlich auch mal richtig einweihen!
Bis jetzt war der 5. Dezember der einzige, richtige Wintertag in dieser Saison, und umso mehr freut es mich, daß ich an diesem Tag in Cesis sein konnte und soviele wunderbare Eindrücke gewinnen konnte.

In Riga, im Zentrum „Ritums“

Ganz in der Nähe von Sena Klets, nur wenige Schritte weiter, findet sich der Ausstellungssaal des Kulturellen Zentrums "RItums". Ritums (Rhythmus) ist eine Dachorganisation verschiedener Kulturvereine. Schon bei einem ersten Rundgang am Sonnabend sahen wir eine Adventsfeier in den festlichen Räumen, und vom 16.11. bis zum 10.12. lud die Vereinigung Draudzība (Freundschaft) in ihre Ausstellung. Schon bei einem Aufenthalt vor 2 Jahren hatte ich eine Ausstellung dieser Gruppe im Zentrum Ritums besucht und die wunderbaren Exponate bestaunt.

Aber vor dem Ausstellungsbesuch erst noch ein Spaziergang durch das etwas angeschneite Riga... viel blieb ja nicht liegen..

Bei jedem Besuch in „Sena Klets″, dem „Alten Speicher, schaue ich genauer hin, entdecke immer mehr Besonderheiten und erfreue mich immer wieder an den schönen Trachten, eine unendliche Fülle.

Das rechte Bild zeigt eine Brosche, ein Schmuckstück, das vom banalen Zweck, ein Tuch zusammenzuhalten, zu einem der wichtigsten Accessoires der lettischen (und auch der estnischen) Trachten wurde. Diese Broschen gibt es in allen Ausführungen, von einfach bis prachtvoll.

Aber jetzt zur Ausstellung im Ritums-Zentrum. Schon ein Blick durchs Fenster zeigt den Reichtum der Ausstellung.
Gewebte Tücher und dazu passende Handschuhe, Perlenarbeiten, Web-Gürtel, die ganze Bandbreite der traditionellen Textilien wird gezeigt.

Jede Arbeit ist mit einer Nummer versehen und aus ausliegenden Listen erfährt man die Namen der Künstlerinnen. Dabei habe ich allerdings eine Information übersehen: die wunderbaren Handschuhe mit 5 Farben in einer Reihe...

Beim Knitting Camp im Frühjahr bekamen wir während des Aufenthaltes in Rucava die Wolle und die Vorlage für diese Handschuhe, die uns aus zweierlei Gründen erstaunten: zum Einen die Dollarzeichen im Bündchen und dann Runden mit 5 Farben gleichzeitig!
Ich komme geradeso mit drei Fäden in einer Reihe zurecht, aber fünf? Das habe ich gar nicht erst probiert.

Inta Jansone aber hat sich daran gesetzt und dieses Paar gestrickt und nach Tallinn mitgenommen. Ich konnte die Handschuhe bei unserem Treffen am Mardilaat bewundern.
Deshalb schrieb ich ihr auch gleich, nachdem ich dieses hier im Ritums sah, daß sie ja jetzt eine museumswürdige Strickerin sei! Und hier zeigte sich, wozu Facebook gut ist: schnell kam die Korrektur, daß dieses Prachtpaar von Anda Mazvērsīte gearbeitet sei.

Anda war auch bei unserem Knitting Camp dabei und sie ist wirklich eine Meisterin!

Mit welcher Phantasie und Meisterschaft die Kunsthandwerkerinnen hier fähig sind, ist erstaunlich.

Immer wieder setzen sie neue Akzente, wie hier mit diesem Bündchen, das mit seinen bunten Tannennadel-Mustern dem schwarz-violetten Fingerhandschuh einen bunten Abschluß verleiht.

Vielleicht ein Einzelstück, ich habe diese Variation hier zum ersten Mal gesehen.

Nun aber zum Abschluß dieses Berichtes eine bunte Galerie. Handschuhe, Tücher, Perlen, und auch ungewohnte Variationen: statt mit einer Kontrastfarbe wurde bei manchen Arbeiten das Muster mit Perlen gearbeitet, sehr exquisit!

Wie immer: Auf die Vorschaubilder klicken!

Und noch ein paar Informationen für Riga-Reisende:

Kultūras un tautas mākslas centrs "Ritums"
Jauniela 29a, Rīga (Altstadt)
Telefon: 67105667
Webseite: https://www.ritums.lv/lv

50 m von Sena Klets entfernt, eine ideale Lage!

My location
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In Riga und im Nationalen Kunstmuseum

Als ich die Reise plante, den Flug und Hotel buchte, hatte ich gar kein festes Programm für diese Tage in Riga im Kopf. Nur eine Liste was ich tun möchte, sehen möchte, speisen möchte, lesen möchte... und wie immer: ein Tag fügt sich an den anderen und jeder Tag bringt interessante Begegnungen, intensive Gespräche und Erlebnisse.

Über die Anreise brauche ich nicht viel zu sagen, der kleine Leihwagen stand bereit und nach etlichem Rätseln und Blättern in der nur lettisch-sprachigen Betriebsanleitung des nagelneuen Klein-Japaners fand ich dann doch heraus, wie ein Automatik-Gefährt zu starten ist. Meine Lettisch-Kenntnisse sind limitiert, mehr passiv als aktiv, aber Bremze verstand ich und die entsprechenden Comic-Zeichnungen dazu auch.. Also ging es los.

Immer schon hatte ich vorgehabt, das Lettische Nationale Kunstmuseum zu besuchen, viel hatte ich gehört, wie schön es sei nach der grundlegenden Renovierung 2016, wie interessant die Ausstellungen dort, und an einem grauen Sonntagmorgen ist ja ein Museumsbesuch immer geraten..

wie immer: auf die Bilder klicken

Das Nationale Kunstmuseum in einem prachtvollen Bau zeigt Kunst vom 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts und spiegelt in seinen Sammlungen die lettische Geschichte, nicht nur die Kunstgeschichte: die baltisch-deutschen Maler, die Italiensehnsucht, die Maler der Petersburger Schule, der Akademismus, klassische Moderne, Russische Avantgarde, sozialistischer Realismus und Dissidenz ... das sind nur Stichworte, die respektable Sammlung mit rund 500 Werken ist eindrucksvoll und zeigt wie sehr Lettland sich immer im Strom der Zeit befand, wie europäisch geprägt der Lettische Kulturelle Kanon ist.

Das Museum ist auch virtuell erreichbar: das Google Cultural Institute präsentiert 360 Werke aus dem Bestand des Museums online und stellt sie damit der Welt zur Verfügung.

Die temporäre Ausstellung über Künstler-Schmuck, "Von Picasso bis Koons", wurde im Kuppelsaal auf originelle Weise präsentiert. Wertvollste Schmuckstücke, mit Packpapier und Gurtstraffern umgeben.

Meine Favoriten? Werke aus verschiedenen Epochen: von Janis Rozentāls, Miervaldis Polis und Janis Tidemans, die ich nachstehend hier einbinde.

Janis Rozentals: Ganu meitas dziesma | Lied der Schäferin, 1898
das einzige Gemälde im Museum, auf dem eine Strickerin zu sehen ist.

Janis Tidemanis: Meitene tautas tērpā | Mädchen in Tracht, 1930

Miervaldis Polis: Sapņojums | Tagtraum, 1982

Polis gilt als einer der wichtigen Vertreter des Photorealismus und hier hat er auf altmeisterliche Art ein Porträt gestaltet, welches auf verblüffende Weise der estnischen Textildesignerin Kristie Joeste ähnelt...

Die Berichte über den Ausflug an die Küste, den Besuch im Ritums-Zentrum und die Fahrt nach Cesis folgen in den nächsten Tagen!

Und noch einmal nach Riga (und Cesis)

Die wirklich letzte Reise dieses Jahr, wenn ich von dem geplanten Aufenthalt in Hamburg kurz vor Weihnachten absehe, geht noch einmal nach Riga.

Ich habe dies als Ferienreise geplant, also Museen besuchen, herumstromern, im Café sitzen, Treffen mit Freunden, auch ein Gang über den Weihnachtsmarkt... und dann konkretisiert sich auf einmal das Programm.

Endlich das Nationale Kunstmuseum besuchen, im Zentrum Ritums die aktuelle Ausstellung "Svetki"  bewundern (gerade mal 10 Schritte von Sena Klets entfernt, an der nächsten Ecke), nach Büchern stöbern, und an einem Tag fahren wir auch nach VIdzeme, nach Cesis, und treffen dort Jana, die gute Seele von Klintawolle.

Das alles dient der Freude und der Vorbereitung einer Veranstaltungsreihe, über die ich noch nichts verlauten lasse.

 

Und noch was:

Die Anmeldung zum Craft Camp 2018 in Olustvere  / Estland ist nun möglich (und empfehlenswert, denn Frühbucher können etwas sparen).

Die Anmeldung geht in 2 Schritten voran, die Links dazu sind etwas versteckt unten auf der "About"-Seite zu finden;

in Step 1 gibt man seine persönlichen Daten ein, mit Step 2 trifft man die Auswahl für Workshops und Ausflug,