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Die kleinen Lämmer in der Lamm- Kinderstube des Bird Observatory haben wir zuerst aufgesucht, gleich nach dem Frühstück, und die haben uns auch gleich sehr aufgeregt empfangen, denn die Zweibeiner bedeuten für sie "Futter". Hatten wir aber leider keines für sie, trotzdem drängten sie sich am Gatter und ließen sich streicheln und auf den Arm nehmen. 7 kleine Kerle tollen da herum, und ich staune wie leise sie sind. Sie blöken zwar mit dünner Stimme, aber sonst geben sie keinen Laut, man hört sie nicht, egal wie  munter sie herumhüpfen oder übereinander her klettern.

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Danach haben wir uns den Mutterschafen, den Zibben, mit ihren Kleinen auf den Weiden genähert. Es macht Freude, ihnen zuzusehen, auch wenn es noch so sehr stürmt und regnet.

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Seehunde an der Nouster Bay

ein Seehund taucht auf, als wir an den Strand der Nouster Bay kommen und dann zählen wir gleich 5 davon

Aber noch haben wir keine Schafe am Ufer gesehen und uns auch noch nicht sehr weit von unserer Unterkunft entfernt. Deshalb haben wir Tommie, den Taxifahrer der Insel, gerufen, damit er uns zum nördlichen Leuchtturm und zur Wollmühle bringt, bei dem Wetter will das wirklich niemand zu Fuß unternehmen. Tommie ist ein sehr angenehmer Gesprächspartner, der gerne Auskunft gibt und so kann ich ihm auf dem Hin- and Rückweg viele Fragen stellen.

Das Besucherzentrum am Leuchtturm ist im gleichen Gebäude wie die Wollmühle untergebracht, die Türen stehen offen, aber niemand ist da. Es gibt keinen Kaffee, keine Suppe und auch keine Führung durch die Wollmühle; wie uns andere Reisende erzählen, sei die junge Frau mal kurz weg zum Flughafen... Nun, so gehen wir erstmal runter zu den Klippen. Hier weht eine doch recht steife Brise, viel Salzwasser in der Luft, hohe Wellen, und Schafe am Strand. Leider sind sie sehr scheu und verschwinden sobald sie Menschen wahrnehmen.

Als die junge Frau vom VisitorCentre zurückkommt, bleibt uns nur kurze Zeit für die Besichtigung der Wollmühle. Aber ihre technischen Erklärungen sind auch recht dialektal gefärbt und wahrscheinlich hätten wir sie auch bei einer längeren Führung nicht wirklich verstanden. Aber das Wichtigste haben wir gesehen und erfahren. Die Wollmühle ist als Kooperative gegründet worden, und ursprünglich wurden die Vliese hier auch gewaschen. Es ist aber die Waschmaschine kaputtgegangen und so werden die Vliese erstmal zum Waschen aufs Festland geschickt.
Über 10 verschiedene Farbtöne verfügen die North Ronaldsay Schafe und jedes Tier bringt rund 1 Kilogramm Vlies pro Schur, wovon oft nur 300g Wolle übrigbleiben, wenn der Sand und das Salz herausgewaschen sind.

In der Wollmühle

In der Wollmühle

In der Wollmühle

In der Wollmühle

Tja, und dann erfuhr ich, daß ich zwar an der Quelle der Wolle von North Ronaldsay sei, daß sie aber fast keine Wolle mehr haben. Denn durch die steigenden Online-Bestellungen und die wachsende Nachfrage in den Geschäften in Kirkwall und anderswo haben sie alle Bestände von hier, wo die wenigsten Kunden kämen,  verteilt und verkauft. Aber dann schaute ich in einen Sack und fand darin noch etliche Stränge 2ply hellbraunes Garn. Eigentlich ein leichtcremefarbiges Garn, mehr hell als braun. Nach einigen Telefonaten konnte die junge Frau mir dann Menge und Preis nennen: 825 g für 65,00£.  Mein Stash wächst ;=)

Ein weiterer schöner Fund im Shop des Besucherzentrums  war die CD von Elizabeth Lovick: Knitting North Ronaldsay mit Photos, Informationen und Strickanleitungen.

Was bleibt uns für morgen? Ein langer Spaziergang am Strand, um doch noch ein paar Schafe an den Klippen zu "erwischen", nochmal nach den kleinen Lämmern schauen, tief durchatmen in der guten Luft und dann geht es abends zum Flughafen und zurück nach Kirkwall. Wir müssen dann noch Tabletten gegen Seekrankheit finden, damit Heinz nicht wieder so leiden muß.