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Nun, ein neues Jahr ist angezählt und die Zeit vergeht immer schneller. Ich habe inzwischen soviele NeuJahre erlebt und Sylvesterfeiern, daß mir der Sinn gar nicht mehr nach Rein-Knallen und Sekt-Trinken steht. Hier auf dem Dorf geht es auch ruhiger zu, weniger Geknalle als in Hamburg (dort wurde ich oft richtig narrisch durch das tagelange Geböller) und uns stand der Sinn nach dem Sylvester-Gottesdienst in Wolgast, nicht nur weil unser Freund Jörg Rasche die Orgel spielte, nein, auch ein wenig Nachdenklichkeit und Dankbarkeit erschien mir wichtig.

Ein Rückblick auf das vergangene Jahr?
Ganz egozentrisch kann ich sagen, daß ich ein gutes Jahr hatte, viel gesehen habe, viel gereist bin, viel lernen konnte, viele wunderbare Menschen kennenlernen durfte oder die Bekanntschaft vertiefen konnte.

Käthe Kollwitz: Nie wieder Krieg

Käthe Kollwitz: Nie wieder Krieg

Daß ich mich von der Strickerin zur Woll-Sammlerin wandelte, das verdanke ich den vielen Reisen (Marokko, Orkney / Shetland, Lettland, Estland) und den vielen Anregungen, die ich dort erhielt.

Nichtsdestotrotz war das letzte Jahr ein schlimmes Jahr, Kriegsgeschrei statt Frieden, Waffengeklirr und Krieg statt gegenseitigem Verständnis, Rechtsradikalismus statt Aufgeklärtheit, das sind die Punkte, die mich beunruhigen.

Wie kann es sein, daß die gegenseitige Annäherung, an der wir seit der Zeitenwende 1989 arbeiteten, so schnell aufgekündigt wird, die Medien aller Seiten auf allen Kanälen statt Information wieder Propaganda und Kalten Krieg auskübeln?

Das alles trifft mich, denn ich habe die Öffnung nach 1989 als große Chance erlebt und mit großer Neugierde den Osten entdeckt. Die Kultur, die Menschen, mein Leben wurde bereichert. Das möchte ich nicht verlieren, nicht zerstören lassen von den Kriegstreibern und Waffenhändlern.

Und deshalb habe ich nur einen Wunsch:  Nie wieder Krieg! Nicht in der Ukraine, nicht in der Türkei, Syrien, Irak, nirgends.