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Nun eine kurze Zusammenfassung meines Treffens im Zentrum Sena Klets. Tautas tērpu centrs SENĀ KLĒTS ist das nationale Trachtenzentrum Lettlands und besteht seit 1991. In dieser Zeit wurde die Tradition und die traditionelle Kleidung des Landes erforscht, und hier wird die größte Sammlung lettischer Trachten gezeigt, zusammengestellt von der Ethnographin Maruta Grasmane.

Berühmt wurde das Zentrum durch die Sammlung der wunderschönen gemusterten Handschuhe aus allen Regionen des Landes. Während manche Forscher von Ort zu Ort unterwegs waren und Handschuhe etc. erforschten und dokumentierten, arbeitete Maruta Grasmane in den Museen und forschte in den Museumsbeständen.

Die Handschuhe, ein Muß in kalten Klimata, haben nicht nur Bedeutung als Kleidungsstück, zum Wärmen im Winter, sie sind traditionell Geschenke bei Hochzeiten und Beerdigungen und gestrickte Handschuhe gehör(t)en zu jeder Aussteuer. Und selbst wenn eine Braut Hunderte von Handschuhen anfertigte für die große Hochzeitsfeier und alle Gäste, kein Paar durfte einem anderen gleichen, Farben und Muster mussten sich immer unterscheiden.

Zum NATO-Gipfel in Riga 2006 wurden 4500 Paare gestrickt und verschickt, einer der wenigen friedlichen Aspekte einer solchen Tagung. Dadurch wurden diese Muster auch weltweit bekannt.

Maruta Grasmane: Latviesa Cimdi

Maruta Grasmane: Latviesa Cimdi

2012 erschien das inzwischen weltweit begehrte und gerühmte Buch Latvieša cimdi, welches nun in die dritte Auflage geht und 177 Handschuh-Abbildungen samt Muster-Graph enthält.

Die Handschuhe sind nach Regionen geordnet und jede Region wird zuerst in ihrer Besonderheit, mit ihren speziellen Farben, vorgestellt.

Gerade ist die englische, erweiterte Ausgabe im Druck, eine japanische Ausgabe wird zur Zeit gesetzt und nach deren Erscheinung wird es eine deutschsprachige Ausgabe geben. Ich werde wohl dabei ein wenig lektorieren und korrekturlesen, darauf freue ich mich schon jetzt.

Dieses Buch wird sehnsüchtig erwartet und es gab einige Fragen dazu. Ich stelle hier mal zusammen, was ich alles im Gespräch mit Monta Grasmane erfahren habe.

  • Die neuen Auflagen werden wie die Auflagen seit 2014 auf Hochglanzpapier gedruckt werden, mit außerordentlicher Druckqualität. Nur die allererste Ausgabe von 2012 war auf mindergutem Papier gedruckt, welches die Farben verlaufen oder verblassen ließ.
  • Das Buch kann entweder bei amazon oder auf der Webseite von Sena Klets bestellt werden. Veikals/Shop: hier werden alle Ausgaben angeboten werden. Der Preisunterschied zwischen den beiden Bestellmöglichkeiten erklärt sich aus den unterschiedlichen Portoberechnungen, denn bei Amazon sind die hohen Versandpreise im Preis enthalten, ansonsten werden sie nach der Bestellung mitgeteilt.
  • Ich fragte, welche Wolle bei den Handschuhen, die im Zentrum verkauft werden und auch für die Handschuhe aus dem Buch empfohlen wird.
    Im Allgemeinen stricken die Strickerinnen mit dem Garn aus Limbaži, die meisten mit dem Garn in 8/2-er Stärke. Für die feineren Exemplare wird das gleiche Garn in der Stärke 8/1 (also 1 Gramm einfädig = 8m) verwandt. Dieses muß aber extra bestellt werden, es ist kein Standardprodukt von Limbažu Tine. Und es ist nicht immer einfach zu beschaffen.
    Dieses feinere Garn erklärt auch, warum manche Handschuhe aus dem Buch so groß ausfallen... In der englischen Ausgabe werden die Informationen für uns Strickerinnen wohl zugänglicher sein;=)
    Ab und an werden auch andere Garne ausprobiert, z.B. aus Italien. Aber meistens kommt lettisches Garn zum Einsatz.
  • Wenn ein ganz besonderes Handschuhmodell aus dem Buch gestrickt werden soll und es gibt Schwierigkeiten, die richtige Wolle in den richtigen Farben zu finden, dann bietet das Zentrum Hilfe an. Monta Grasmane sagte zu, daß dann eine ethnographisch ausgebildete Mitarbeiterin helfenw ird, also: Mail genügt an  
  • Das Zentrum hat nicht vor, selbst Wolle zu vermarkten, die Personaldecke ist dafür zu dünn.
  • Die Webseite des Zentrums, www.senaklets.lv, wird weiter entwickelt. Im Moment ist gerade der "shop" dazugekommen, ich habe einige Möglichkeiten für die Seite angesprochen und habe auch zugesagt, einen Prototypen zu entwickeln mit allen Features, die wir uns wünschen ;=)
  • Aktuellere Informationen als auf der Webseite findet man auf der Facebook-Seite des Zentrums. Auch über eine Zusammenführung der Informationen der beiden Seiten haben wir gesprochen.