Hilado de Argentinia: Apukay

Kategorie: Wockensolle -

Ich habe eine Nichte. Diese ist mit einem Argentinier verheiratet. Nun war die  Schwiegermutter Betty aus Tucuman zu Besuch und alle drei kamen bei uns in Gribow vorbei. Und da in einer Familie ja nichts geheim bleiben kann, wußte Betty von meiner Strickerei und hat mir eine große Portion Wolle mitgebracht.

Hilado de Argentina, Garn aus Argentinien

Hilado de Argentina, Garn aus Argentinien

6 Stränge naturbelassene Lama-Wolle in den Farben “llama natural” und “llama claro”. Weich und warm fühlt sie sich an. Nun überlege ich, was ich damit stricken werde.

Der beigelegte Prospekt informiert über die Apukay genannte  Wolle:
sie stammt aus der Provinz Catamarca im Nordosten Argentiniens. Diese Region ist das Siedlungsgebiet der Calchaquí-Indianer. In 1800m Höhe leben die Tiere, die die Wolle liefern: Lamas und Schafe.

Apukay es el resultado de la fusíon de la más alta calidad combinada con la tradición y la autenticidad.

übersetzt:  Apukaiy ist das Resultat des  Zusammenwirkens von hohem Qualitätsanspruch, Tradition und Authentizität.

Die Firma hat ihren Sitz  und ein Geschäft in Santa Maria de Catamarca sowie ein Geschäft in Tucuman.

Ladengeschäft in Tucuman

Ladengeschäft in Tucuman

sieht der Shop nicht verlockend aus? Der Strang mit roter Wolle springt mir geradezu in die Augen. Die Vorstellung, daß die Wolle, die ich hier auf meinem Tisch liegen habe, aus diesem Geschäft stammt, ist schon ein wenig eigentümlich für mich. Ich würde gerne selbst mal dort stöbern, aber Tucuman ist zu weit weg, solange darf ich nicht fliegen, mehr als 7 Stunden sind leider nicht drin wegen bereits gehabter Thrombose.

Wer aber mal nach Tucumán reist, dem sei ein Besuch empfohlen.

Die Webseite: http://hilados-santamaria.com.ar/, dort fand sich auch ein Hinweis, daß die Wolle auch nach Deutschland geliefert wird. Da werde ich mal nachforschen…

Jetzt fehlt nur noch das Foto, welches Betty mit meinem letztgestricktem Tam zeigt ;=)

Mary Rowes Tam Nr. 13

Mary Rowes Tam Nr. 13

und übermorgen fliege ich für eine Woche nach Riga!


Vorurteile

Men who knit and DOgs who love them

Men Who Knit & the Dogs Who Love Them: 30 Great-Looking Designs for Man & His Best Friend Men who knit and Dogs who love them

Dieses Buch ist mir beim Bestücken meines neuen Bücherregals wieder “unter die Hände gekommen” und ich habe mich wieder einmal darüber und damit amüsiert. Ganz entspannt werden da Modelle für Herr und Hund gezeigt, mit Humor und modischem Bewußtsein.

Aber so entspannt ist es nicht. Strickende Männer werden immerzu mit Vorurteilen konfrontiert, oder kokettieren selbst mit den Vorurteilen gegen strickende Männer.

Ich habe hier auf der Wockensolle schon einige Männerstrickblogs vorgestellt und eine eigene Rubrik “Strickende Männer” eingerichtet.

Nun hat sich gestern Hasret Nakişlari in seinem Blog den Frust des männlichen Strickers von der Seele geschrieben und er hat sehr sehr bedenkenswerte Argumente aufgeführt. In dem Beitrag “was ich schon immer mal sagen wollte” schlägt er den Bogen von Kunden im Wollgeschäft bis zu Redakteuren von Strickmagazinen und zeigt wie unbewußt und permanent Dummheit und Gedankenlosigkeit Hand in Hand gehen.

Ich freue mich über die wunderbaren Arbeiten von Hasret Nakişlari, er bevorzugt orientalische Sockenstricktechniken und Fair Isle und erschafft dabei Zauberhaftes. Er trommelt nicht “Ich als Mann stricke, was bin ich doch so toll” und schreibt auch nicht Bücher  mit Titeln wie “… – Stricken ist männlich: Handfeste Strickprojekte für echte Kerle“, das hat er nicht nötig.

Destomehr sollten wir alle seinen Text lesen und uns an die Nase fassen.


Zum hundertsten Geburtstag von Susanne Kandt – Horn

Kategorie: StrickKunst -

Am 3. Oktober 2014 wäre der hundertste Geburtstag der Usedomer Malerin Susanne Kandt-Horn.  Aus diesem Anlaß zeigt das Wolgaster Stadtmuseum bis zum 5. Oktober eine großartige Ausstellung mit den Werken dieser großen Malerin.

Ich habe die Webseite mit der Festschrift von Ricarda Horn und einigen Galerien, die ihre Werke zeigen, erstellt. Dabei habe ich natürlich einen großen Einblick in ihre Werke bekommen und eines der Bilder möchte ich zeigen: Es zeigt Ricarda Horn, die Tochter, als junges Mädchen ganz versonnen bei der Handarbeit.

Susanne Kandt-Horn: Ricarda mit Türkenbund, 1955

Susanne Kandt-Horn: Ricarda mit Türkenbund, 1955

Heute, sagt mir Ricarda, kann sie nicht mehr häkeln.

Die Links:
Die Webseite der Malerin Susanne Kandt-Horn
Stadtgeschichtliches Museum der Stadt Wolgast
Susanne Kandt-Horn in der Wikipedia


Alte Sünden werfen lange Schatten

Kategorie: StrickKunst -

Masken stammen aus archaischer Vorzeit und werden seit Menschengedenken in Ritualen verwendet…
Masken zeigen einen Gesichtsausdruck, eine  Empfindung…
Masken bilden die Verbindung zu den Vorfahren, den Ahnen…
Zu Masken gehört immer ein Geheimnis…
Masken beschwören, erschrecken, verbergen…

Chrystl Rijkeboer: Masken

Chrystl Rijkeboer: Masken

Alte Sünden werfen lange Schatten heißt diese Installation der holländischen Künstlerin Chrystl Rijkeboer.  10 gestrickte, lebensgroße, mehrfarbige Köpfe auf 1,80m hohen Holzpfählen. Nur Naturmaterialien werden verwendet, keine neue Formensprache sondern Archetypen. Themen, die sich seit heute nicht geändert haben: Geburt, Tod, Angst…

Was macht diese Arbeit so besonders? In meinen Augen die Direktheit, die starke Wirkung auf mich, selbst wenn ich diese Arbeiten nur bildhaft, auf Webseiten, nicht in natura im Museum, in einer Ausstellung sehen kann.

Es gibt noch eine Besonderheit, die Arbeitsweise der Künstlerin. Als Material für diese gestrickten Köpfe verwendet sie Menschenhaar.  Warum?

‘Hair’ contains memories. Everyone knows the lock of hair kept in a medallion or a braid that is kept in an envelope for years lying in a drawer, memories of our childhood or a lost love. They keep the past tangible. Everything perishes except for our hair. By a lock of hair you can literally touch the past.

Das Material “Haar” verbindet ebenso wie die daraus erstellten Masken die Gegenwart mit der Vergangenheit. 
Das Material “Haar” hat wie die Masken auch Fetisch-Charakter.
Das Material “Haar” ist alltäglich und doch individuell, ich könnte diese Liste weiterführen, möchte aber nicht in kulturtheoretischen Abhandlungen  versinken.
Wikipedia hat einige interessante Links zu diesem Thema: Haar / Literatur / Sonstige Literatur
 
Ich bin auf die Künstlerin Chrystl Rijkeboer durch einen Beitrag in der aktuellen Textiel Plus aufmerksam geworden.  Und wurde immer neugieriger. Und bin fasziniert nicht nur von den Masken-Arbeiten, auch die anderen Arbeiten haben einen starken Reiz.
Mein Resumée? Ihre Arbeiten sind mir fremd und vertraut.
 
 
Chrystl Rijkeboer: Wolf

Chrystl Rijkeboer: Wolf

Hier die Links:
Die Webseite von Chrystl Rijkeboer:  http://www.rijkeboer.com/
Die Bilder habe ich textielplus und der Webseite der Künstlerin entnommen. Ich habe angefragt ob das in Ordnung geht und Chrystl Rijkeboer hat das großzügig gestattet.
Textiel Plus: http://www.textielplus.nl/


Der erste Weltkrieg vor 100 Jahren

Kategorie: Wockensolle -

Am 1. August vor 100 Jahren begann der  Erste Weltkrieg. Ein Krieg, dessen Ursachen und dessen Folgen das gesamte 20. Jahrhundert und wohl auch noch “unser” Jahrhundert prägten. 

Ich stamme mütterlicherseits aus einer bürgerlichen Familie, viele der jungen Männer wurden Offiziere. Mein Großvater war Korvettenkapitän der Kaiserlichen Marine, in Wilhelmshaven stationiert.  “Sein” Schiff war die SMS Oldenburg, stationiert in Wilhelmshaven.

Als am 1. August 1914 die Allgemeine Mobilmachung verkündet wurde, wurde noch schnell die Verlobung mit seiner Braut Bertha verkündet, um schnell heiraten zu können und Bertha nicht unversorgt zu lassen. Ich besitze immer noch eine große Silberplatte mit Gravur, die Josef Hieronymus Steinhauf von der Schiffsmannschaft zu diesem Anlaß geschenkt bekam.
Im Bundesarchiv findet sich ein Bild des Schiffes, die angetretene Mannschaft salutiert dem Kaiser. Der 5. Offizier von rechts ist mein Großvater.

Bundesarchiv Bild 134-B2656, Linienschiff Oldenburg, Kaiser Wilhelm II.

Aus diesem Krieg hat die Welt nichts gelernt. Und jetzt, genau 100 Jahre später, wird wieder gezündelt und ein Krieg herbeigeredet, bis er Realität ist. Die Ukraine ist das Pfand im Kampf um die Energie; durch die Unterbrechung der russischen Gaslieferungen nach Westeuropa wollen die USA Europa das Fracking-Gas aufzwingen. Die Welt hat nichts gelernt, Europa hat nichts gelernt, der Schrecken hört nicht auf.

Aber warum schreibe ich das hier? Weil es mich so bedrückt, daß ich fast nicht mehr schlafen kann und weil dieses “Jubiläum” soviel aufrührt in mir.

Es gibt viele Arten des Gedenkens. Eine besondere Aktion stellt dieses Video vor, das nicht auf anderen Webseiten eingebunden werden darf. Deshalb nur ein Screenshot, der mit dem Video bei Youtube verlinkt ist. Den dort vergebenen Titel finde ich allerdings sehr degoutant.

Gedenken an den 1. Weltkrieg in Roubaix

Gedenken an den 1. Weltkrieg in Roubaix


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