Schöne Schafe: Teeswater

Kategorie: Schafe -

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Die Teeswater-Schafe haben es mir angetan. Ich finde sie wunderschön und insgeheim habe ich mir vorgenommen, sie mir einmal in natura anzusehen. Also werde ich irgendwann in nächster Zeit auch  mal nach Nordengland, nach Durham fahren.

Als Schülerin war ich einmal für drei Wochen in Newcastle-upon-Tyne zum Schüleraustausch und wir haben sehr viel Besichtigungen unternommen, unter anderem auch nach Durham. Schon als 16jährige fand ich die Stadt sehr schön, bewunderte die Universität und die Kathedrale und meinte, da könne man doch prima studieren. An diese schönen Schafe kann ich mich nicht erinnern. Das ist schade. Ich habe meine Augen wohl woanders gehabt.

Die Seite britannicrarebreeds.co.uk charakterisiert diese Rasse solchermaßen:

Nutzen: Genutzt als Fleischschaf (Lamm und Hammel). Die Wolle eignet sich als Handstrickgarn.
Die Böcke werden als Zuchtböcke mit anderen Hügel-Rassen gekreuzt.
Herkunft: Teesdale, Durham, Northern England
Klasse: Longwool. Gekräuselt
Farbe: hell schimmernder Vlies, weißliches Gesicht. Dunkelbraune Markeriungen um Nase und Augen
Wolle: lockige, seidig schimmernde cremeweiße Wolle, mit dem Alter etwas dunkler werdend
Vlies: Vlies: 3 – 6 kg, manche sagen sogar bis zu 8,5 kg!
Haar: Haar-Länge: 15 – 30 cm
Faser-Durchmesser: 32.5 – 34 micron

Dieses Schaf ist schon etwas Besonderes, selbst sein Name bezieht sich nicht wie sonst üblich auf eine Gegend, sondern auf einen Fluß.  Ihr Vlies ist feiner als das fast aller anderen englischen Langwoll-Schafe, das Haar hängt frei und unverheddert.

So, das sind die Daten. Schönheit kann man nicht messen. Aber als ich das erste Bild dieser Schafe sah, war ich entzückt. Eine eigenartige Assoziation drängte sich mir auf: als ob sie von einem finnischen Designer entworfen seien… Diese schwarzen Hufe, elegant, fast damenhaft…

Und noch ein paar Links:


Mal zwei Videos, und wieder geht es um lettische Handschuhe

Die Stadt Rucava liegt im Südwesten Lettlands an der Ostsee, nahe zur litauischen Grenze. Wer schon ein wenig in den bekannten Handschuh-Büchern geschmökert hat, wird diesen Namen kennen. Viele wunderschöne Muster stammen von hier, und die Rucavaer Handschuhe fallen durch ihre kräftigen Farben auf.

Wenn es sich nicht gerade um Begräbnishandschuhe handelt, sind die Hauptfarben leuchtendblau oder grün oder leuchtendrot, mit grünen, schwarzen und roten Kontrasten.
Die Begräbnishandschuhe hingegen, die noch zu Lebzeiten für die Sargträger und den Pastor der eigenen Beerdigung gestrickt werden, sind in dunklen Farben gehalten.

Plakat einer Handschuh-Ausstellung 2012 in Aizpute

Plakat einer Handschuh-Ausstellung 2012 in Aizpute

Die zwei Videos, die ich hier einbinde, stammen von der  DVD “8 erstaunliche Fertigkeiten, welche die Letten immer noch ausüben“, die ich auf der Seite www.latvianonline.com vorgestellt gefunden habe. Das erste Video ist auf englisch untertitelt, aber leider das zweite Video, das auf die technischen Besonderheiten der Handschuhe eingeht, nicht.

Man sieht in dem Video auch ein schönes, spiralisiertes Musterbuch, das sie ab und an konsultieren.


Maruta Grasmane: Latvieša cimdi – Lettische Handschuhe

Was ist so besonders am Handschuhstricken in Lettland, daß solche Bücher mit soviel Liebe und Sorgfalt erstellt und herausgegeben werden? Daß keine Mühen gescheut werden, die alten Traditionen wiederzubeleben und zu bewahren?

Nun, das Stricken gilt nach dem Singen als die zweite lettische Volkskunst und die gestrickten Handschuhe sind fest in der Tradition verankert. So gehörten sie früher zur Mitgift jeder Braut, aber nicht ein oder zwei Paare, nein, jeder Hochzeitsgast bekam ein Paar überreicht. Es soll Bräute gegeben haben, deren Mitgift bis zu 300 Paar Handschuhe umfaßte, welche sich alle im Muster unterschieden. Man kann sich gut vorstellen, daß die ganze Familie an einem solchen  Schatz mitgestrickt hat.
Handschuhe wurden auch als Geschenke, Ehrengeschenke für Gäste, für Beerdigungen gestrickt und genutzt. Daneben gab es selbstverständlich Arbeitshandschuhe, aber diese sind nicht so gut erhalten, da sie ja bei der Arbeit verschlissen wurden.

Der NATO-Gipfel 2006 wird auch als “Renaissance der lettischen Handschuhe” bezeichnet, denn damals wurden  4500 Paare für die Gäste des NATO-Treffens gestrickt, eine klassische Geste: Handschuhe als Geschenk für Gäste. Diese Handschuhe wurden als “original” , “traditionell”, “Volkskunst” bezeichnet, aber das waren sie eigentlich nicht, denn das Garn und die verwendeten Nadelstärken waren viel zu grob, und, wie Maruta Grasmane in einem Interview bemerkte, keine noch so beschlagene, geübte Strickerin könne in einem Monat mehr als 30 Paare ethnographische Handschuhe stricken.

Die Letten sind stolz auf ihr kulturelles Erbe und so war der NATO-Gipfel Ausdruck dieses Stolzes. Nun aber geht es in diesem Beitrag um das eine Buch von Maruta Grasmane, das zum ersten Mal 2012 erschienen ist, als Ergebnis einer mehr als 20jährigen Forschung.

Maruta Grasmane: Latviesa Cimdi

Maruta Grasmane: Latviesa Cimdi

Dieses Buch habe ich ja schon bei meinem ersten Riga-Aufenthalt vorgestellt und inzwischen habe ich einige Handschuhe aus diesem wunderbaren Vorrat nachgestrickt.

Es erschien 2014 in der zweiten Auflage, nachdem die erste Auflage aus dem Jahr 2012 innerhalb weniger Wochen vergriffen war.
Die zweite Auflage von 7000 Stück ist auch bald ausverkauft, aber inzwischen hat sich die Nachfrage so gefestigt, daß sogar Übersetzungen geplant sind.

Bis dato konnte man das Buch nur in Lettland oder in ausgewählten Online-Shops in den USA finden, oder man bestellte es per email an das Zentrum “Sena Klets”, das Maruta Grasmane aufgebaut hat.

Die internationale Nachfrage, vor allem aus Japan, USA und Deutschland ! ist so groß, daß internationale Distriubutoren für die Neu-Auflage gesucht werden.

Mirdza Slava: Latviesu Rakstainie CimdiDas Buch gehört in eine Reihe mit dem bekannten, ebenfalls vergriffenen Werk Latviesu Rakstainie Cimdi von Mirdza Slava.

Aber während Mirdza Slava durch das Land gereist ist und überall nach Handschuhen gesucht hat, durchsuchte  Maruta Grasmane Museen nach alten textilen Zeugnissen.

So gehen die Muster in ihrem Buch bis in das 18. Jahrhundert zurück, während Mirdza Slava die Traditonen dokumentierte, die im 20. Jahrhundert noch aufzufinden waren.
Deshalb kann Grasmane bei den einzelnen Modellen auch immer auf das jeweilige, zum Teil sehr alte Exponat in einem der Museen verweisen.

Einen großen Teil des Buches nimmt die Geschichte und ethnographische Aufarbeitung dieser großartigen lettischen Tradition ein.

Im zweiten Teil werden dann 177 Handschuhe, nach Regionen geordnet,  vorgestellt, jeweils mit Foto und Strickschrift. Bei jedem Handschuh ist die Museums-Registratur mitangegeben und eventuell ein Hinweis auf ein Muster für die Handschuh-Innenseite, falls diese abweichend gestaltet ist.

"Ungurmuiza" Handschuhe aus Vidzeme

Im Zentrum “Sena Klets” gekaufte Handschuhe, die Anleitung im Buch und ein wenig Wolle…

Im letzten Teil gibt es dann Erklärungen zur Strickschrift, weitere Nachweise und einen Abriß der Handschuh-Tradition und der Symbolik in englischer Sprache.

Zur Vorbereitung der nächsten Auflage hat das Sena Klets – Zentrum einen kleinen Flyer verfaßt, der das Besondere des Buches umreißt und auf die anstehenden Übersetzungen hinweist. Sena Klets sucht Verlags- und Vertriebspartner für die internationalen Ausgaben.

Wer daran interessiert ist, möge sich wenden an:
Liga Turjanska, Project manager
email:


Und ich habe noch ein Angebot für alle, die an diesem Buch interessiert sind:

Ich habe ein überzähliges Exemplar aus Riga mitgebracht.
Es kostet 24,00€ zuzüglich Päckchenporto von 4,10€, also insgesamt 28,10€.

Wer es haben möchte, schickt mir am besten eine Mail an

Wer zuerst schreibt, bekommt das Buch! Vielleicht sogar noch vor Weihnachten?

Das Buch ist vergeben und geht morgen schon auf die Post!


Riga – ein Resumée

Was bleibt nach einer solch schönen, aber kurzen Reise? Das Gefühl, dieser Stadt wieder ein wenig näher gekommen zu sein und diese schöne Stadt meinem Mann und meinen Neffen nähergebracht zu haben.

Atlas am Nationaltheater
Eine Stadt voller Wolle …

… selbst die Atlanten, die den Prunkbalkon des Lettischen Nationaltheaters tragen, haben inzwischen einen Schal umgebunden oder eine Mütze aufgesetzt bekommen.

Der schönste Atlas schmückt auch die Grußkarte, die man vom Lettischen Nationaltheater versenden lassen kann.

Was ich nachhause gebracht habe?

Selbstverständlich viel Wolle, sehr viel Wolle! Ein Handschuh-Buch für mich und zwei Exemplare des wunderschönen Buches “Latviesa Cimdi” von Maruta Grasmane.

Alles über Handschuhe

 
Dieses kleine Büchlein “Alles über Handschuhe” fand ich im Zvaigzne-Buchladen in der Valnu Iela und es ist wirklich ganz nützlich. Es enthält generelle Informationen und Anleitungen zum Handschuh-Stricken, Anleitungen für jedes Lebensalter und jede Menge schöner Muster.

Und im Gegensatz zu anderen Handschuhbüchern findet man hier Maßangaben. Viele Muster für den Hand-Teil, die Bündchen. Und auch sehr preiswert: 43 Seiten für 3,06€.
Im Klappentext  wird das Buch als geeignet für den Handarbeitsunterricht in der 7. bis 9. Klasse klassifiziert.

Handschuh-Proportionen Dieser Scan zeigt, wie verständlich die Anleitungen sind: Cimda proporcijas =  Handschuh-Proportionen, für verschiedene Lebensalter.

Nataļja Kotjurgina-Lāma: Viss par cimdien (Alles über Handschuhe)
Seiten: 43
ISBN10:    9984377067
ISBN13:    9789984377063
Verlag:    Zvaigzne ABC
Erscheinungsjahr:    2007

Zuhause habe ich dann erstmal die mitgebrachte Wolle ausgepackt und farblich sortiert:

Limbazu Tine Sia

Limbazu Tine Sia

Ich glaube, ich werde diese Wolle nicht nur für Handschuh-Projekte nehmen, eine bunte Jacke vielleicht? Schade nur, daß bei der Farbpalette dieser Wolle kein schönes tiefes Rot dabei ist.

Zu dem Buch Latvieša cimdi werde ich morgen etwas schreiben. Sonst wird dieser Beitrag hier noch zu lang ;=)


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