Das Musée de Marrakech

Kategorie: Auf Reisen -

Der Titel dieses Museums in der nördlichen Altstadt von Marrakech ist etwas irreführend. Es ist ein wunderschön renovierter Palast, der die Sammlung des Kunstsammlers Omar Benjelloun enthält. Es ist kein historisches oder ethnographisches Museum und hat auch nicht den Anspruch, alles zu einem eingegrenzten Sammlungsgebiet zu erwerben, zu bewahren und zu zeigen.
Vielmehr ist der renovierte Palast selbst Ausstellungsstück, zeigt die meisterhafte Architektur und die vielfältige Ausstattung eines solchen Palastes; gleichzeitig beherbergt er auch temporäre Ausstellungen zu zwei Themengebieten: Kulturelles Erbe und Zeitgenössische Kunst.
Für uns war der Besuch dieses Museums der erste Ausflug in die Altstadt nördlich des Djema el Fna, des berühmten Platzes. Im Norden finden sich die meisten Souks, Basar-Gassen und so mußten wir etliche Einladungen “Just for Looking!” abschlagen, bis wir erst einmal eine Pause in dem netten Café, das zu dieser Einrichtung gehört, einlegten.

Café des Musée de Marrakech

Café des” Musée de Marrakech”

Museumskatze

sehr elegante Museums-Café-Katze

Kommt man in den Palast, muss man die Ausstellungsstücke suchen, denn diese sind (fast) alle in den kleineren Nebenräumen untergebracht, der meiste Raum wird eingenommen von dem säulengerahmten großen Innenhof mit Brunnen und riesigem Leuchter, in dieser Jahreszeit noch durch eine Dachmarkise vor Kühle und Regen geschützt. Bei unserem Besuch gab es gerade zwei temporäre Ausstellungen: Schmuck der Berber und Stickereien der Berber zu sehen.

Die bestickten Schärpen haben beträchtliche Ausmaße: 20cm breit und bis zu 2 Meter lang sind diese Kunstwerke. Eine Augenweide. Und das ist wohl auch das Ziel dieser Ausstellungen: nicht wissenschaftliche Aufarbeitung und Sammlung, sondern Augenweide und visueller Genuß dokumentieren das kulturelle Erbe.
Der zweite Schwerpunkt des Museums, zeitgenössische Kunst, kommt recht provinziell daher, aber ein Werk stach mir doch sehr ins Auge (im wahrsten Sinne des Wortes):

Abderrahim Yamou

Abderrahim Yamou

Der Künstler Abderrahim Yamou spielt gekonnt mit den Materialien und schafft einen starken Eindruck. Diese Arbeit allein hat für mich den Besuch des Museums gelohnt.

Kein einziges gestricktes Werk hier! Aber so ist das, die marokkanischen Textilien sind gewebt und bestickt, aber nicht gestrickt.

Wolle im Souk von Marrakesch

Die ersten Wollstränge

Und jetzt lade ich Sie zu einem farbenfrohen Rundgang durch die nördliche Altstadt von Marrakesch ein!

Hier entlang bitte!


Marrakesch: Spaziergang durch die nördliche Altstadt

Kategorie: Auf Reisen -

Vom Place de la Kissariat durch die Gasse Derb Sidi Ishak und in die Souks, vorbei an Lederhändlern, kleinen Garküchen, zum Wollhändler und zum Schluß fanden wir noch einen Großhändler für Tombaks, hölzerne Bechertrommeln… ohne festen Plan sind wir durch die Gassen gestreunt und haben uns überraschen lassen.
Zu Beginn unseres Spazierganges kamen wir an der Koubba aus der Almoraviden-Zeit vorbei, leider ein trauriges Kapitel: Die Stätte kann nicht besichtigt werden und die freigelegten Fundamente verschwinden langsam unter dem Müll, der einfach über die Mauern gekippt wird.

 Was gab es da alles! Ledertaschen, Gewürze, Pflanzenkosmetik, Schmuck, Wolle, klar, aber was ist Spargelseide? Nun, ich habe gelernt, daß die knallbunten feinen Fädchen aus den Fasern des Agaven-Kaktus gewonnen werden und diese Agaven gehören zur Pflanzenfamilie des Spargels. Die Agaven-Seide ist also, salopp gesagt, Spargelseide.

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Marrakesch: Ruhepause in der Sonne

Kategorie: Auf Reisen -

Nun bin ich schon wieder zurück in Deutschland und finde mich vorsichtig wieder ein.
So viele schöne Eindrücke, herzliche Begegnungen und aufregende Entdeckungen.

Die letzten Tage in Marrakesch haben wir die Sonne auf der Dachterrasse des “Riad Dubai“, der Pension, in der wir wohnten, genossen, den Blick auf die in der Thermik kreisenden Störche, auf die verschneiten Berge des Hohen Atlas, ich fühlte mich wie im Märchen.

Auf der Dachterrasse unserer Unterkunft

Auf der Dachterrasse unserer Unterkunft, Blich von der Polsterbank unter dem schattenspenden Zeltdach

In den nächsten Tagen werde ich noch die Textilien im Musée de Marrakech beschreiben, über den herzlichen Abschiedsabend im Café Clock berichten und weitere Themen nachtragen, eine Menge Eindrücke sind noch zu verarbeiten…

Faul in der Sonne.. das ist ein Katzenleben

Faul in der Sonne.. das ist ein Katzenleben


Original und Kopien

Kategorie: Auf Reisen -

1973 war Zagora der südlichste Punkt unserer Reise in Marokko, weiter kamen wir mit unserem Wagen nicht. Sehnsuchtsvolle Blicke warfen wir auf die nach Süden gehende Piste, dorthin wo das Abenteuer lockt. (Ein paar Jahree später sind wir dann in Algerien bis tief in die Sahara gereist, bis nach Tamanrasset). Aber 1973 war in Zagora Schluß und wir fotografierten den malerischen Wegweiser.

Pisten-Wegweiser nach Süden

Pisten-Wegweiser nach Süden

Und nun finden wir dies als Souvenir-Motiv wieder, mehrfach auch auf der Stufe eines Jeansladens… ob aber der Wegweiser noch steht?

Fast möchte ich es annehmen, es ist ein schönes Motiv und eine Erinnerung an die Zeit, als Reisen in den “Grand Sud” noch gefahrlos(er) möglich war.

Das alte originale Photo hat mir heute Günter per eMail geschickt, danke dafür!


Marrakesch: Im Touristen-Gebiet

Kategorie: Auf Reisen -

Die Hauptattraktion Marrakeschs, glaubt man den Reiseführern, ist und bleibt der Djema-el-Fna, der Platz der Gehenkten; ein Platz, den ich bei meinem ersten Besuch nur kurz streifte und den  wir bei dieser Reise auch erst am 4. Tag aufsuchten. Die Schlangenbeschwörer tröten heftig mit ihren lauten Tsurnas, die Affenführer schleichen sich von hinten an, setzen einem die Tiere auf den Kopf und verlangen dann 100 Dirham (10 €), wohlgemerkt pro Tier! Soviel haben wir natürlich nicht bezahlt.

Affen-Opfer

Affen-Opfer

Tja, da betrachten wir lieber die anderen Platzbesucher und gönnen uns einen Minztee in einem Café am Platz, ruhen uns aus vom “Freikaufen”.

Wir wollen zum Gewürzmarkt Rahba Kedima, dort soll es die größte Auswahl und die frischesten Spezereien geben. Das ist nicht so einfach, die engen Gassen sind voller Besucher, an Wegkreuzungen gibt es sogar Staus… und immer wieder fangen die Angebote meinen Blick.

aus alt mach antik

aus alt mach antik

Alte Berbertaschen werden mit Steinen aufgemotzt und gehen dann als antik durch. Auf einem kleinen Markt, abseits des Hauptweges Rue Semarine kommen wir auf einen Flohmarkt, wo wir aber außer einem mumifizierten Pferdeschädel nichts weiter sehenswertes finden. Den lassen wir wo er ist, auch die Chamäleons in kleinen Käfigen oder die Schildkröten reizen uns nnicht. Die würden wir lieber in Freiheit sehen…

Am Platz Rahba Kedima wird es wieder hell und licht. Die Katzen machen Siesta in der Frühlingssonne oder wandern zwischen den Mützenstapeln herum.

Alles ist herrlich bunt, strahlende Farben in der Frühlingssonne. Das bringt uns auf die Idee, nicht nur Gewürze auszusuchen, sondern auch nach Farbpigmenten zu schauen.

Indigo aus Marrakesch

Indigo aus Marrakesch

Der Händler fordert uns zum Platznehmen auf, wischt eine Bodenplatte sauber und holt dann Gläser mit Farbpigmenten und eine Wasserflasche vom Bord, und führt die einzelnen Farben vor

Beim Pigmenthändler

Beim Pigmenthändler

Farben und Gewürze

Links die Gewürze, rechts die Beutel mit den Pigmenten

Malachit, Siena, Zitronengelb, Bleu Majorelle, alles dabei. Wer kann da widerstehen? Am Ende summiert sich unser Einkauf recht kräftig, denn Gewürze habe ich auch reichlich ausgesucht.

Handeln und auch Nicht-Handeln ermüdet und uns erwartet noch ein kulturelles Highlight: Im Café Clock gibt es am Abend ein Konzert mit traditioneller Musik.

Fünf Frauen singen und trommeln, das Café ist so voll, daß wir  nur auf der Dachterrasse Platz finden und nach dem Abendgebets-Ruf der Muezzine der Kasbah beginnt das Konzert, atem- und sinne-beraubend. Die jungen Leute geraten außer Rand und Band, klatschen den komplizierten Rhythmus mit, tanzen und singen. Diese jungen Leute strahlen einen ungeheuren Optimismus, Herzlichkeit und Lebensfreude aus, wir sind begeistert. Von dem Abend auf der Dachterrasse im Café Clock, der Musik, den Gästen.

Ich freue mich, daß wir diesen Abend erleben dürfen, daß wir so “mittendrin” sind und am Leben der Menschen hier teilnehmen dürfen, als wohlgelittene Gäste.

Sonntagmorgen in der Kasbah

Kinderspiel am Sonntagmorgen in der Kasbah


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