Kurze Unterbrechung: Let’s go to Riga!

Ich habe es doch nicht geschafft: vor meiner Abreise habe ich die Berichte von der letzten Reise nicht mehr fertigstellen können, denn es muss noch der und der Newsletter verschickt werden, diese Seite bearbeitet und und und… und gepackt habe ich auch noch nicht.

Und heute nachmittag fahre ich nach Berlin, fliege morgen nach Riga, denn am Donnerstag, dem 25. August, feiert das Nationale Trachtenzentrum Sena Klets sein 25jähriges Bestehen!

Und einn Erfolg kann ich doch vermelden:  die Perlen-Pulswärmer sind fertig geworden.

Es war geplant, dass auch die neuen Übersetzungen rechtzeitig zum Fest fertigwerden, aber es sieht so aus als wird die Druckerei nicht rechtzeitig fertig. Ich hoffe immer noch

Handschuhe aus Lettland

Handschuhe aus Lettland, 178 überlieferte Fäustlinge zum Nachstricken

Das Cover der deutschen Ausgabe zeige ich schon mal, vielleicht klappt ja alles!

Wer am Freitag in Riga mitfeiern möchte, hier das Programm zum Download:
Jubiläumsprogramm als PDF

Natürlich werde ich über dieses Ereignis berichten und danach auch noch die fehlenden Kapitel der Juli-Reise nachschieben ;=)

Vor genau 2 Jahren bin ich das erste Mal nach Riga gefahren und wurde infiziert… mich hat der baltische Strickvirus gepackt.

Dass ich einmal das wunderbare Buch, das ich damals das erste Mal sah und in den Händen hielt, übersetzen würde, an der Jubiläumsfeier teilnehmen werde, so wunderbare Strick-Seminare / Camps besuchen werde, nein, das habe ich mir gar nicht vorstellen können.

In der Ausstellung "Sena Klets"

27. August 2014: Mein erster Besuch bei Sena Klets

"Ungurmuiza" Handschuhe aus Vidzeme

27. August 2014: DIe Handschuhe, das Buch und die Wolle…

Schon damals wollte ich gleich losstricken, hab mir jedoch nicht nur das Buch, sondern auch noch ein Paar der Handschuhe mit dem Sonnenradmuster gekauft. 

Ja, wie es dann weiterging, kann man ja hier bei der Wockensolle lesen. Und es geht weiter, das Knitting Camp wird es wohl auch 2017 geben;=)

After Camp: Muhu Juhu again!

Das ist schon sehr  eigenartig: morgen gehts nach Berlin und übermorgen nach Riga, und ich habe meinen Reisebericht von der Juli-Reise immer noch nicht fertiggestellt. 

Bevor ich mich aber wieder in Riga verlustiere, möchte ich heute noch den Bericht über unsere Zeit auf der Insel Muhu zusammenstellen. Muhu ist eine kleine Welt für sich und es gibt soviel zu sehen! Natürlich ist das Museumdorf Koguva die Hauptattraktion mit dem Muhu-Museum, in dem die berühmte Textilsammlung ausgestellt wird. Und ich hatte es fertiggebracht, direkt in diesem Museumsdorf in einem Bauernhof Zimemr für uns zu buchen: ein Doppelzimmer im Haupthaus und ein kleines Apartment in der ehemaligen Sommerküche. Ganz verwunschen und still..

Keine zwei Steinwürfe von unserem verwunschenen Garten geht es in das Museum, dieses Mal verkauft der Herr Museumsdirektor persönlich die Eintrittskarten und erzählt voller Stolz von dem diesjährigen Sommerhighlight: er hatte zu einem Muhu-Stickerei-Bademoden-Wettbewerb aufgerufen und tatsächlich wurden 15 verschiedene Entwürfe präsentiert: von der Badehose bis zum Bikini… gelebte Tradition!

Das Museum in einer ehemaligen Schule

Das Museum in einer ehemaligen Schule

Fingerhandschuhe mit Travelling Stitches

Fingerhandschuhe mit Travelling Stitches im Museum

Stickereien von Floriida Tüüri

Eine Sonderausstellung mit Stickereien von Floriida Tüüri zu Ehren ihres 90.ten Geburtstages

Das Museumsdorf ist nicht nur für uns Strickerinnen interessant, und so haben diese Kids eine Marktlücke entdeckt: Wanderer und Museumsbesucher sind hungrig und kaufen gerne ein Sandwich..

Imbiß am Wegesrand

Imbiß am Wegesrand

und die Jungs, die das Stelzenlaufen übten, haben sicherlich auch Appetit:

Stelzenspaß im Museum

Stelzenspaß im Museum

Wir haben uns dann auf eine Inselrundfahrt begeben. In Liiva gibt es eine wunderschöne Kirche miteinem verwunschenen Friedhof zu besichtigen, Straßenhändler verkaufen allerlei Krimskrams, im Souvenirgeschäft überwältigt das Angebot nicht nur handgestrickter (!) Muhu-Strümpfe und ich freue mich, als ich auch die wunderschönen Jacken aus Riina Tombergs Kollektion sehe. (Meine Jacke habe ich ja noch nicht bekommen…)

Riina Tombergs Jacken

Aus Riina Tombergs Jackenkollektion

Von Liiva aus geht es nach Norden an die Küste, wo eine spezielle Heidelandschaft mit nicht gerade sehr hohen Klippen zu sehen ist und wir suchen die einsame orthodoxe jungfrauen-Kirche in Rinsi auf. Verlassen ist die Kirche und verlassen wirken auch die wenigen Häuser, trotzdem wird hier wohl Post zugestellt, warum sonst gäbe es einen so wunderhübschen Briefkasten?

So ausgefüllte Tage machen hungrig und müde und Claudia und Ewa zaubern uns noch ein leckeres Abendbrot. Danach wird gestrickt. Und die nächsten Pläne geschmiedet, denn für den nächsten Tag steht die Insel Saaremaa auf dem Programm und ich möchte mir meine Jacke in Kuressare in Riina Tombergs Atelier abholen..,

AfterCamp: Happy (birthday) auf Hiumaa! / 20.07.2016

Was ein schöner Geburtstag, der mit einem kleinen Kuchen, Kerzen und einem Lied anfängt! Ich habe mich wie ein Kind gefreut, dass mein Geburtstag so schön begann.

Für den heutigen Tag hatten wir uns viel vorgenommen und ich muss sagen, das war auch einer der schönsten Tage der Reise. Ein Highlight!

Zuerst überraschte uns diese barocke Ruine des Schlosses derer von Ungern-Sternberg inmitten gemähter Wiesen auf dem Weg zur Fähre nach Hiumaa.

Das Schloß Ungern-Sternberg in Ungru

Das Schloß Ungern-Sternberg in Ungru

Der Fährhafen erinnert mich immer an eine der schrecklichsten Frisurenmoden der letzten Jahrzehnte: nicht von Vokuhila, sondern von  Rohuküla fahren wir auf die Insel, und zu unserer Freude ist auch Anne Rekkaro mit an Bord, sie fährt zu einem Besuch. 

Unser erstes Ziel ist die Wollfabrik Hiiu Vill, ein Familienbetrieb, auf der Insel Hiumaa, die wir auch sehr schnell finden. In einem alten WIrtschaftsgebäude eines Herrenhaus wird Wolle produziert und verkauft. Und jetzt im Hochsommer sind so viele (na ja, für estnische Verhältnisse viele) Touristen unterwegs und drängeln sich im Laden, dass die Mitarbeiter gar nicht dazu kommen, die Maschinen laufen zu lassen.

Die Schafe verstecken sich im hohen Gras vor der Wollfabrik, sheephiding nennt Sue das. In der Fabrik schauen wir uns die Maschinen an, mich beeindruckt auch die Ästhetik der Maschinen, ich werde da wohl noch eine gesonderte Galerie erstellen. Aber später.
Es sind so Kleinigkeiten, die erfreuen. Wie zum Beispiel die kleinen Schäfchen, die als Logo auf die Strickwaren gestickt werden, ob Socke oder Jacke, überall sieht man die kleinen Markenzeichen.

Die Schafe, Markenzeichen der Wollfabrik

Die Schafe, Markenzeichen der Wollfabrik

Hier gibt es keine knallbunten Garne, sondern naturbelassene oder naturgefärbte Stränge. Und natürlich erstehen wir auch einiges Garn, aber irgendwie sind meine drei Knäuel verschwunden, ich habe sie nicht mehr gefunden. Nun ja, im November komme ich wieder vorbei!

Zu der Wollfabrik gehört auch ein kleines Sommercafé und Ewa und Claudia nutzen gleich die Zeit um das neue Garn zu wickeln. Ein paar Tage später kann man das Muster schon erkennen, sie strickt die Seashore-Stola von Kieran Foley.

DIe Insel berührt uns mit ihrer sanften Landschaft, viel Wald, Heide und ein großer Himmel. Es ist aber nicht überall so geruhsam, der Jachthafen von Kärdla im Norden der Insel ist recht lebhaft. Im netten Restaurant dort genießen wir und Claudia strickt die Muhu-Pulswärmer aus Kristie’s Workshop beim Craft Camp fertig.

Soviel Selbstgestricktes hindert uns aber nicht, den nächsten Handarbeitsladen in Kärdla auch noch zu entern. Nette Dinge gibt es hier, vom Kinderkleidchen bis zu bestickten Pulswärmern.

Wir wollen an diesem Tag noch nach Koguva auf der Insel Muhu, denn dort haben wir unsere nächste Unterkunft gebucht und dahin kommen wir mit der Fähre von Söru im Süden Hiumaas nach Triigi auf Saaremaa. Hier merken wir dass es Sommer ist! Die Sonne scheint und ein leichter Wind weht über dem blauen Meer, eine entspannte Stimmung die mich an Inselferien vor 40 Jahren in Griechenland erinnert… aber damals habe ich nicht so viel gestrickt;=)

In Söru beim Warten auf die Fähre

Strickpause in Söru beim Warten auf die Fähre

Wie gesagt, ein herrlicher Tag, an dem noch eine Überraschung auf uns wartet, nachdem wir die Unterkunft in Koguva endlich gefunden haben: Drei Tage wohnen wir jetzt in einem alten Bauernhof im Museumdorf! Die Sommerküche ist zu einem Apartment umgebaut…

Unser Domizil im Museumsdorf Koguva

Unser Domizil im Museumsdorf Koguva

AfterCamp: in Haapsalu / 19.07.2016

Haapsalu ist ein gemächlicher Ort an der Küste mit einer langen Ferien- und Badekur-Tradition, früher ein Treffpunkt der deutsch-baltischen und russischen Aristokratie, wie man im Stadtmuseum lernen kann.
Und da die russischen Gräfinnen abends auf der Promenade ihre schönen Spitzenschals aus Orenburg spazierenführten, kamen die Haapsaluer Frauen auf die Idee, das Haushaltsgeld mit Stricken aufzubessern und die Muster weiterzuentwickeln. Das war der Beginn des Haapsalu-Schals! Bei meiner ersten Reise nach Haapsalu hatte ich das dortige Spitzenzentrum besucht und die dort ausgestellten Arbeiten bewundert und dabei eine wunderbare Freundschaft geschlossen mit Anne Rekaro. Das Lace-Center hat eine eigene Webseite und wenn ich mir die Fotos dort betrachte, sehe ich viele mir inzwischen bekannte Gesichter.

Im Lace Center in Haapsalu

Im Lace Center in Haapsalu

Im Lace Center kann man wunderbare, mehr oder weniger modische Arbeiten bewundern, die Materialien erstehen, die man so braucht oder sich am Dienstagnachmittag mit den Strickerinnen treffen und ihnen beim Plausch zuhören oder ihre Fertigkeiten bewundern.

Garnangebot im Lace Center

Garnangebot im Lace Center

Ich habe schon soviel HEA Lace Garn, aber bei dem Türkis und dem Silbergrau konnte ich nicht wiederstehen.

Wir waren an diesem Tag aber nicht nur im Lace-Center, wir haben das Stadtmuseum besichtigt, die Handarbeitsgeschäfte (es gibt mehrere!) durchstöbert, waren am Strand und haben abends dann im Restaurant Kärme Kuulik mit Anne und Lembi, der Deutschlehrerin des städtischen Gymnasiums, gespeist.

Wie immer: für die Anzeige der Bilder auf die Vorschaubilder klicken!

Und gerade erst ist ein neue Veröffentlichung angekündigt worden: ein Jahreskalender für 2017 mit dreizehn Schals aus Haapsalu, samt Anleitungen, Charts und Infos!

Haapsalu - Wandkalender für 2017

Haapsalu – Wandkalender für 2017

Zu bestellen im Webshop von Saara.ee

After Camp: Haapsalu, I soon be seeing you ;=)

Nach einem letzten (wirklich?)  Besuch bei Karnaluks in Tallinn (liegt ja auch an der Ausfallstraße…) ging es nach Haapsalu. Wir nahmen die Nebenstrecke, dann ich erinnerte mich an die landschaftlichen Schönheiten der Strecke, die vorbei an kleinen Dörfchen durch wunderbare Wälder geht… und an die Klosterruine von Padise, die auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

Der Himmel über Estland

Der Himmel über Nordwest-Estland

Es ist einfach wunderbar, durch diese herrliche Landschaft unter diesem herrlichen Himmel zu fahren! Aber es gibt auch lohnende Stopps: Padise. Eine Klosterburg-Ruine und ein Gutshaus.

Ich war hier schon im letzten Herbst, bei grauem Regenwetter, kein Vergleich!

Die Klosterburg von Padiste

Die Klosterburg von Padiste

Eine Zisterzienserburg aus dem 13. Jahrhundert, ein klassizistisches Gutshaus, das heute als Hotel dient und sehr leckere Pfannkuchen auf der Karte hat.

Im Gutscafé von Padise

Im Gutscafé von Padise

Ja, aber die Hauptattraktion für uns Strickerinnen war das große Stallgebäude, in dem die Tourismusinformation und der örtliche Handarbeitsladen untergebracht sind.

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Kann man solch einen Laden ungekauft verlassen? Wir können das natürlich nicht, Ewa ersteht wunderbar schafig-duftende weiche Wolle für ein Babyjäckchen und Claudie greift bei einem Strang feiner naturfarbener Wolle für einen Schal zu (100g = 2€!)… ja, und langsam nähern wir uns Haapsalu, dem Ferienort an der Küste.

Wir haben eine große Ferienwohnung angemietet für unseren Aufenthalt, und verbringen den Rest des Tages wie Kurgäste: gemütlich Kaffeetrinken an der Promenade, im Einkaufszentrum die Lebensmittelabteilung durchstöbern (Kama!) wie auch den Buchladen, im Städtchen flanieren.. Ferien eben.

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Auf dem Programm für den nächsten Tag steht der Besuch im Museum, im Spitzenzentrum, beim Eisenbahnmuseum und am Abend dann ein gemütliches Abendessen mit unseren Bekannten aus Haapsalu, Anne und Lembi.

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