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Der  8. März ist ein wichtiger Tag in der Geschichte der Frauenbewegung.  Und er wird sehr wenig wahrgenommen, zumindest im westlichen Teil der BRD ist er ziemlich unbekannt oder wird als "Kommunisten-Tag" oder ähnlich abklassifiziert.

Dieser Tag ist wichtig. Den Frauen gehört immer noch nicht die Hälfte der Welt und auch nicht die Hälfte des Himmels. Frauen sind (fast) immer die ersten Opfer von Gewalt und Unterdrückung, von verweigerter Bildung und sexueller Agression.

Das sollten wir nicht vergessen. Ich stamme von einer Suffragette ab, einer Frauenrechtlerin in der ersten deutschen Republik, Journalistin und Autorin. Damals angefeindet, heute vergessen. Wie fast alle Frauen, die für Frauenrechte und damit für Menschenrechte kämpften.
Und ich weiß, daß ich zur ersten deutschen Frauengeneration gehöre, die über ihr Leben selbst bestimmen kann (Wahlrecht, eigenes Geld, eigenes Konto, eigener Schlüssel, Verhütung....), aber das reicht nicht!

Frauenrechte? Damit meine ich nicht einen Blumenstrauß am 8. März, eine Ulla-Popken-Werbung "für starke Frauen" oder ein lustiges Gleichstellungsquiz (übrigens: Copyright 2004!) des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend, welch ein geistiges Armutszeugnis!

Lustiges Gleichstellungsquiz

Frauen verdienen immer noch weniger für gleiche Arbeit (ging mir auch so in einer modernen Software-Company mit weiblichem Betriebsrat!), die durchschnittliche Rente einer deutschen Frau liegt bei 590,00 € (was eine Schande!), ach wieviel Benachteiligungen soll ich aufzählen?

Wir wissen es doch. Warum setzen wir uns nicht für uns ein? Warum lassen wir es zu, daß unsere Töchter nicht wissen, wer für ihre Rechte gekämpft hat und ihren Töchtern rosa Kleidchen zum Prinzessinen-Spielen anziehen?

Warum sind wir so wenig solidarisch mit den Frauen in Indien und Pakistan, die verbrannt, verbannt, geschändet werden aus Gier?

Warum sind wir nicht solidarisch mit den Frauen aus den Kriegsgebieten, die Schutz suchen und ihn wirklich dringend brauchen?

Es sind die Frauen, die die Täter, Unterdrücker, Ausbeuter erziehen.
Es ist auch unsere Verantwortung!