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Unsere Reise nach Tallinn nähert sich dem Ziel, am 7. Juli verlassen wir die Insel Saaremaa und fahren nach Tallinn, mit einem Stopp in Haapsalu.

An der Fähre zum Festland ein letzter visueller Gruß: selbst am Fähranleger gibt es hier ein Handarbeitsgeschäft... wir sind aber zu früh und so bleibt uns nur der Blick durch die Fenster.

An der Fähre

In Haapsalu sind wir mit unseren Bekannten Anne und Embi zum Kaffee im Café Hugo verabredet, und selbstverständlich werden wir auch das Lace Center / Pitsikeskus besuchen und durch die Geschäfte bummeln.

Vor 2 Jahren war ich das erste Mal in dieser hübschen Stadt am Meer, habe das Spitzenzentrum kennengelernt und Freundschaften geschlossen.

Seitdem versuche ich bei jeder Reise nach Estland hier vorbeizukommen.

Der erste Weg führt uns ins Lace Center, und zu unserer Freude wird hier gerade die Ausstellung "Eesti Valge -Estnisches Weiß" gezeigt, die ich schon im letzten Winter in Tallinn bewundern konnte.

Nicht nur Spitze, auch Handschuhe, Strümpfe, Kleider werden ausgestellt, jedes Exemplar schöner als das andere.

Natürlich verlockt das bunte Garn zum Kauf, und Mirja, die Leiterin des Zentrums, tut ihr Bestes, aber ich bleibe standhaft, ich habe genug Garn für ziemlich viele Tücher und Schals zuhause. Mich freut, mit wie vielen Farben heutzutage gestrickt wird, zum klassischen Weiß kommen jetzt noch viele andere schöne Farben, aber es wird auch mit anderen Wollqualitäten gestrickt, sogar mit Mohair-Garn, wie ich erfahre. Das kann ich mir aber nun nicht mehr vorstellen, die schönen Muster verschwinden doch wohl alle im Flausch...

Das Zentrum wird von Touristen besucht, aber nicht nur.

Diese kleinen Besucher warten auf ihre Mutter, die gerade neues Garn besorgt.

Cool!

Das Lace-Center ist recht rührig, es werden immer neue Ausstellungen gezeigt, die Mitglieder treffen sich zu gemeinsamen Stricken oder zu Kursen und Vorträgen und unternehmen Ausflüge, so zum Beispiel zum "Mardilaat"-Markt in Tallin oder weißgekleidet am "Weiße-Dame-Tag" in Haapsalu. 

Zu den Mitgliedern zählen auch die Verfasserinnen der inzwischen doch recht zahlreichen Haapsalu-Schal-Bücher und immer wieder entwerfen sie neue Muster. So bekam die estnische Präsidentin, Kersti Kaljulaid, bei ihrem Besuch im Lace Center auch einen eigens von Sirii Reimann entworfenen Schal überreicht. Ein ausführlicher Bildbericht über diesen Besuch findet man auf der Seite der Zeitung Lääne Elu.

Jedes Jahr im August veranstaltet das Lace-Center auch den Lace-Day (Pitsipäev) mit Vorträgen, Freiluft-Stricken, Verkaufsständen, einer Modenschau und einem Strickwettbewerb.

Und dieses Jahr vergab die exzellent besetzte Jury (Linda Elgas, Aime Edasi, Siiri Reimann, Aasa Jõelaid und Anu Pink) den dritten Preis an Kaidi Kätlyn Reimann, die bereits 6 Mal an diesem Wettbewerb teilnahm und nun zum dritten Mal einen Preis gewann. Kaidi Kätlyn hat uns alle schon beim Knitting Camp "let's Knit in Kurzeme" im Mai in Lettland beeindruckt. Um so schön stricken zu können muß man wohl in Estland geboren und/oder aufgewachsen sein. Herzlichen Grlückwunsch!

Hier der Link zu einer Bildergalerie mit Eindrücken vom 6. Pitsipäev in Haapsalu im August! Ich war leider nicht dabei ;=(

Sirii Reimann und der Präsidentinnenschal

Der 3. Preis ging an Kaidi-Kätlyn!

Die Preisträgerinnen 2017

Die Preisträgerinnen 2017

Dieses Video zeigt einen Ausschnitt von der Modenschau des diesjährigen Spitzentages und gleich zu Beginn bei Minute 0:38 zeigt Embi den schönen dunkelroten Schal, bei Minute 2:09 präsentier Anne in ihrer ostpreußischen Tracht einen weißen Schal.

Nun aber wieder zurück zu unserem Aufenthalt in Haapsalu. WIr stromerten noch durch einige Geschäfte und dabei machte ich noch einige interessante Entdeckungen.

Eigenartige Sockenform

Ob diese Socken eine lokale Spezialität sind? Ich weiß es nicht, ich habe aber eine solche Form bisher noch nicht gesehen.

oÜ Rewool

Dieses Etikett habe ich fotografiert, um mir diese estnische Wollmarke zu merken. Leider findet man, wenn man nach dieser Marke googelt, nur recht alte Hinweise auf die schlechte wirtschaftliche Lage oder den Bankrott der Firma. Ob die Firma überhaupt noch existiert, weiß ich nicht.

Wir waren ja zum Kaffee verabredet und das Café Hugo an der Promenade zeigte sich diesmal von seiner besten Seite, die Bedienung war freundlich und schien ausgeschlafen, letztes Jahr waren unsere Erfahrungen nicht so gut...

Bei Kaffee und Kuchen erzählten wir Anne und Embi von unserer bisherigen Reise und den weiteren Vorhaben und tauschten uns aus. Mich freut, daß wir die Bekanntschaften pflegen können, wir uns bei jedem meiner Besuche in Haapsalu treffen und ich Anne (und vielleicht auch Embi)  auf jeden Fall beim nächsten Mardilaat in Tallinn im November wiedersehen werde.

Am frühen Abend brachen wir dann nach Tallinn auf, wo wir diesmal eine Ferienwohnung und kein Unterkommen im Hotel Economy hatten, ich sollte nicht soviel Werbung machen, daß hinterher für uns keine Zimmer mehr frei sind! Unsere Unterkunft im Kalamaja-Viertel war auf jeden Fall ein Glückstreffer und ich werde diesen Geheimtipp nicht herausposaunen!

Zum Schluß ein Gruppenbild mit Damen aus Haapsalu: von links nach rechts:

Anne, Sue, Christiane, Embi und rechts von mir Ewa. Man sieht uns an wie gut es uns geht!

 

Gruppenbild in Haapsalu