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diesmal in das Craft and Folk Art Museum, nach Los Angeles. Ein so berühmtes Museum, dass es eine Ortsangabe fast nicht zu finden ist, aber mit einer Lupe sieht man dann unten auf der Website, daß es in Los Angeles angesiedelt ist.

Dort läuft gerade das Projekt Social Fabric, an exhibition of seven contemporary artists who confront the problems of mass production and consumption through fiber-based art that incorporates social engagement and public interaction. Also eine Auseinandersetzung mit Massenproduktion, Massenkonsum durch textile Kunst. Da gibt es viel zu sehen, zu lernen und zu erfahren. Eine Frau Fiber wird eine Suffragettenbluse nähen,  Lindsay Degen gibt zum internationalen Frauentag (ja der ist in 3 Tagen!) eine Strickperformance und Stephanie Syjuco ist mit ihrem Counterfeit Crochet Project dabei. Counterfeit CrochetCritique of a political economy ist das Motto und so werden Konsum-Ikonen mit Alltagstechniken nachgearbeitet. An diesem Projekt kann man mitmachen, wenn man eine Häkelnadel halten kann:

  1. eines der zur "Übersetzung" vorgestellten Modelle aussuchen,
  2. es nacharbeiten,
  3. den Arbeitsgang fotografieren
  4. sich mit dem Werk fotografieren lassen
  5. diese Dokumentation einsenden.

Ob es ein Burberry Ipod Case wird oder eine Prada Tasche,  auf jeden Fall wird die Warenwelt ironisiert und hinterfragt. Ausgerechnet in den Ländern mit der ausgeprägtesten Produktpiraterei wurde eine Ausstellung mit diesen Arbeiten gezeigt: in China (Peking), der Türkei (Istanbul), den Philippinen (Manila). Autonome Fertigungszone (autonomous manufacturing zone) nennt Frau Syjuco ihr Blog. Ihre Webseite listet ihre vielfältigen Arbeiten auf und alle haben einen aktuellen Bezug: Copyright, OpenSource, Freie Texte, zu allem hat sie ihre eigene Handschrift.

Kapitalismus auf den Kopf gestellt: die Produzenten behalten ihre Arbeiten und Frau Syjuco profitiert davon nicht. Das ist das Prinzip. (Häkel-)Hut ab!

Wie immer fand ich Hinweise auf diese Ausstellung bei artdaily.org.