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Achtung Polemik!

Der nachfolgende Text ist polemisch, es ist aber trotzdem was dran..

Ich habe heute morgen wieder mal ein wenig im Netz gestöbert und fand die Ankündigung für eine zweitägige Veranstaltung: "Berlin knits - Yarn Festival 2017".

Nun ist Berlin ja nicht so weit weg und ich gehe gern unter Leute, aber dann habe ich mich auf der Webseite des Festivals umgeschaut und mich doch recht gewundert.

Berlin knits? Warum strickt Berlin nicht?
Berlin - the place to be? Wer sagt das? Wer schreibt das vor? Warum soll ich dort sein? Bin ich ein Lemming? 
Von 10.00 bis 18.00 h - ? Uhr? Also wenn die Abkürzung für Stunde genommen werden soll, dann bitte ohne Leerschritt zwischen Stundennummer und dem 'h'.

Berlin the place to be?

Das fiel mir beim Aufruf der Seite gleich auf.
Dann habe ich mich weiter umgeschaut. DIe Seite soll zweisprachig sein, es gibt auch einen Knopf zum Sprachwechseln, aber trotzdem sind etliche Porträts der Kursleiterinnen auf englisch, selbst deutschsprachige Damen (aus Moenchengladbach) werden auf englisch vorgestellt.  Der Blog dieser Designerin ist übrigens auch auf englisch... 

Was soll das? Die Veranstaltung findet in Berlin statt, organisiert von deutschen Wollladenbesitzerinnen. Richtet sich die Veranstaltung nur an ein englischsprachiges Publikum? Eher doch wohl nicht.

Unter Sprache versteht man die Menge, die als Elemente alle komplexen Systeme der Kommunikation beinhaltet, sagt die Wikipedia. Und das erledigt in Deutschland die deutsche Sprache. Warum aber wird deutsch vermieden, wechselt man ins Englische?

Es soll Weltläufigkeit demonstriert werden, denke ich. Aber das ist albern. Weltläufigkeit bedeutet daß man sich in der Welt zurechtfindet, und das tut man in der Sprache, die an dem Ort gesprochen wird wo man sich gerade aufhält, oder sehe ich das falsch?

Ich spreche seit meiner Schulzeit englisch,das ist meine 2. Sprache und ich habe, damit ich mich dort wo ich herumreiste verständigen konnte, insgesamt 12 Sprachen gelernt, 5 davon kann ich noch (mal besser, mal schlechter). Aber ich spreche in Deutschland doch deutsch und wechsele nur dann in eine andere Sprache, wenn ich mit Anderssprachigen zu tun habe..

Alles auf Englisch - das ist borniert. Und ab morgen tragen alle Strickerinnen / Festivalbesucher nur noch grüne Klamotten und sind römisch-katholisch... ach Verzeihung, das ist ja nicht hip, nicht "the religion to be"...

Und noch was: welche Sprache ist denn nach dem Brexit an der Reihe?