Zurück von einer ganz besonderen Reise

Eine Reise ist zu Ende, oder war es ein Traum? Drei Wochen scheinen ewig zu dauern und doch enden sie viel zu schnell.
Der letzte Workshop geht zu Ende, am Freitagabend das Abschiedsdiner (diesmal mit Urkunden für Stammgäste und Craft-Botschafter), am Samstag ein schnelles Kofferpacken, den heruntergefallenen FIngerring unter dem Bett vorgeholt, die in den Workshops gestalteten  Arbeiten bei der Schluss-Präsentation ins rechte Licht gerückt, dann gab es die Diplome / Teilnahmebestätigungen und schon war alles vorbei - mit dem Bus nach Tallinn.

Der letzte Abend geriet dann noch sehr lecker, wir  (Claudia, Sue, Charlotte, Sim und ich) trafen uns zum Abschiedsessen im armenischen Restaurant SEWAN am Fährhafen in Tallinn, und am Sonntag flog ich dann heim.

Um das Urlaubsgefühl zu verlängern, gönnte mir Heinz, der mich in Berlin abholte, eine Fahrt durch Brandenburg und ein sommerliches Ausruhen am See in Fürstenberg an der Havel, das Restaurant am Yachthafen ist sehr zu empfehlen!

Aber so ganz war doch noch nicht alles vorbei: Uschi fuhr auf der Heimfahrt vom Craft Camp noch  in Riga bei Sena Klets vorbei und gab dort meine Geschenke für Maruta Grasmane ab und sie kam am montagabend bei uns in Gribow vorbei. Ein langer schöner Abend auf der Terrasse war der schöne Ausklang.

Das wird ein Sommer…

und im Herbst gehts dann noch weiter!
Aber der chronologischen Reihenfolge nach:

viel habe ich vor:

In 4 Wochen fliege ich nach Riga, feiere das Johannisfest mit Freunden, dann gehts mit dem Bus nach  Viljandi in Estland.
Denn ich habe mich für das Nordic Knitting Symposium 2018 angemeldet und freue mich auf die Möglichkeit, mein Wissen zu erweitern oder zu vertiefen, liebe Menschen wiederzutreffen oder neu kennenzulernen.

Ganz besonders freue ich mich auf die Workshops zum Stricken in Russland, denn davon weiß ich noch viel zu wenig!

Ich bin gespannt auf die Referentinnen aus Arkhangelsk, der Stadt am Weißen Meer, wo ich schon oft war. Zu der Zeit habe ich mich aber mehr für die Holzarchitektur interessiert und für das JazzFestival, das unser lieber, leider verstorbener Freund Vladimir Resitzky immer gegen alle Widerstände ausrichtete. Das waren andere Zeiten.

Nach dem Symposium brechen wir auf in ein neues Abenteuer. Eine Woche auf der estnischen Insel Ruhnu! Mit Museumsführung und Strick-Workshop. Die Wolle dazu bringen wir aus Viljandi mit, denn auf der Insel gibt es keine so feine Wolle, das aktuell heimische Garn ist dicker, mehr was für Pullover. Da es aber beim Symposium in Viljandi auch wieder eine "Markt" gibt, konnte ich bei HEA Wolle ausreichend Garn vorbestellen für uns.

Und nach der geruhsamen Woche auf der Insel? Craft Camp 2018! Zum vierten Mal nehme ich daran teil, habe wieder Unterricht bei meiner verehrten Lehrerin Riina Tomberg und stürze mich wieder aufs Bändchenweben, das fasziniert mich.
Ein Tag in Tallinn (Karnaluks auf dem Weg zum Flughafen!) rundet dieses dreiwöchige Abenteuer ab.

Ende August setze ich dann mein Studium der lettischen Sprache an der Universität Greifswald fort, nocheinmal 2 Wochen intensivster Unterricht. Bis dahin muss ich noch einmal alle Lektionen des ersten Kurses durcharbeiten.

Zur Entspannung, und um das babylonische Sprachengewirr zu verdichten, geht es im September nach Dänemark zum Strikkefestival auf der Insel Fanø; das wird sicherlich ein wolliges Gewimmel, und das in einem Land, das ich,  obwohl so nah, eigentlich nicht kenne.

Ich habe nur einmal vor fast 30 Jahren eine Tour durch dänische Kunstmuseen unternommen.

Brueghel-tower-of-babel.jpg
Der Turmbau zu Babel, Pieter Brueghel der Ältere

Ich erinnere mich gerne an die Stadt Ribe, denn dort spielte eines meiner liebsten Kinderbücher, Bibi von Karin Michaelis. Die Bücher sind auch eine Fundgrube für uns Strickerinnen, denn es enthält über 100 reizvolle  Illustrationen). Allein schon die Mütze auf dem Titelbild einer alten Ausgabe verspricht viel.

Auch die Museen in der Stadt sind besuchenswert, seien es die Gemälde der Skagenmaler, die Nalbinding-Exponate oder das großartige Wikingermuseum... wir werden sicherlich noch eine Tag in Ribe anhängen...

Dann steht noch eine Reise nach Riga im Kalender:

Im November feiert Lettland den hundertsten Jahrestag der Republikgründung und Sena Klets plant etwas Besonders:

Cimdotā Latvija!

Auf dem großen Platz am Daugava-Ufer werden viele Menschen zusammenkommen und ihre Handschuhe, als Ausdruck ihrer Freude, tragen. Ich nenne das einen Mitten-Flash-Mob, und da werden Lizzy und ich auf jeden Fall dabei sein. Ein sehr spezieller Entwurf für einen Handschuh, der einem solchen Ereignis würdig ist, ist schon erstellt. (Das kleine Bild oberhalb ist nur ein Beispiel)

Die Reise zum Loch-Ness-Strickfestival habe ich gestrichen, das wäre dann doch zu viel geworden, zuviel für meine Aufnahmefähigkeit und auch zuviel für meinen Geldbeutel. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Das wird ein Jahr…

Nun werde ich doch noch zum Gasthörer an der Uni Greifswald auf meine alten Tage. Schon lange hatte ich mir das vorgenommen... irgendwann studiere ich wieder, aber es fehlte dann der innere Antrieb (oder der Tritt in den Hintern...)

Nun hatte mir Kati Mattutat vom Koeppenhaus erzählt, daß es einen Lettisch-Sprachkurs an der Uni geben wird, am Insittut für Baltitistik, und "soll ich soll ich nicht soll ich"... natürlich soll ich! Meine Freundin Lizzy war schneller und hat sich ganz klammheimlich hinter meinem Rücken angemeldet... da musste ich ja dann auch! Also, es ist beschlossen:

Vom 19. Februar bis 2. März lerne ich Lettisch! Ich freue mich.

Im April / Mai wird es dann einige Veranstaltungen geben, die gerade noch in Form gegossen werden, und bei denen ich mitwirken darf.

Genaueres kann ich noch nicht verraten.

Hat mit dem 100-Jahre-Jubiläum der baltischen Republik zu tun.

Anfang Juni lockt wieder der Gada Tirgus, der Open Air Kunsthandwerkmarkt im Freilichtmuseum in Riga. Ich weiß noch nicht genau ob ich hinfahre, aber eigentlich möchte ich schon...

Ruhnu Museum

Im Juni dann lang erwartet, mit großer Hoffnung, daß ich teilnehmen kann (und ich kann!): Nordic Knitting Symposium 2018 in Viljandi! Vom 24. Juni bis 1. Juli.

Diesjähriges Thema des alljährlichen Symposiums: "Baltic Special" mit dem Schwerpunkt auf den Stricktraditionen Estlands, Lettlands, Lithauens und Nordwest-Russlands. Ich freue mich! 

Nach dem Symposium werde ich eine Woche auf der Insel Ruhnu in der Bucht von Riga verbringen, zusammen mit Strickfreundinnen (Sue, Claudia, Pat, Angharad). Dieses Jahr planen wir keine Rundreise durch Estland mit Stopps mal hier mal da, sondern ruhige Tage, so dass wir die Eindrücke des Symposiums verarbeiten können, das Gelernte nacharbeiten und üben können, und den Sommer genießen. Ruhnu hat eine ganz eigene Strickkultur - nicht so rot-bunt wie Kihnu, sondern weißes Strickwerk mit blauen Akzenten und Travelling Stitches... also wieder etwas zu lernen.

An diese Woche auf der Insel schließt sich dann das 5. Craft Camp der estnischen Kulturuniversität Viljandi an, an dem ich das 4. Mal teilnehme. Ich habe mir wieder den eintägigen Workshop "Tablet Weaving" ausgesucht, denn das hat mir ungeheuren Spaß gemacht im letzten Jahr und ich möchte gerne mehr von dieser Technik kennen und können.

Und natürlich wieder Workshops bei Riina Tomberg, der besten aller Lehrerinnen!

Das ist schon ein ziemlich intensives Programm, das ich mir da für dieses Jahr vorgenommen habe. Aber dabei bleibt es nicht!

Sena Klets hat die Parole Cimdota Latvia! für dieses Jahr ausgegeben. Handschuhe - ein Symbol, welches die Letten (und die Freunde Lettlands!) in Lettland und in der ganzen Welt vereint.

Am 18. November 2018, dem großen Feiertag, wird es einen GloveMob, ein Treffen der Handschuhträger in der Innenstadt Rigas geben, werden die Handschuhe ihre Träger wärmen, und ich weiß schon wer dabei sein wird: Lizzy natürlich und ich!

Das Projekt wird unterstützt von Latvijas Nacionālais kultūras centrs, dem Zentrum für Volkstrachten SENĀ KLĒTSHobbywool und Tīnes.

Tja, und Strickprojekte habe ich natürlich auch!

Den Kihnu-Pullover fertigstellen, einige Musterentwürfe eines lettischen Designers als Charts zeichnen und stricken, an etlichen KnitALongs im Knit Like a Latvian-Forum bei Ravelry und im Klintawolle-Forum teilnehmen ... und was sonst noch meine Aufmerksamkeit oder Begehrlichkeit fesselt.

Wie gesagt und geschrieben, das wird ein großartiges, wolliges Jahr!

Und noch einmal nach Riga (und Cesis)

Die wirklich letzte Reise dieses Jahr, wenn ich von dem geplanten Aufenthalt in Hamburg kurz vor Weihnachten absehe, geht noch einmal nach Riga.

Ich habe dies als Ferienreise geplant, also Museen besuchen, herumstromern, im Café sitzen, Treffen mit Freunden, auch ein Gang über den Weihnachtsmarkt... und dann konkretisiert sich auf einmal das Programm.

Endlich das Nationale Kunstmuseum besuchen, im Zentrum Ritums die aktuelle Ausstellung "Svetki"  bewundern (gerade mal 10 Schritte von Sena Klets entfernt, an der nächsten Ecke), nach Büchern stöbern, und an einem Tag fahren wir auch nach VIdzeme, nach Cesis, und treffen dort Jana, die gute Seele von Klintawolle.

Das alles dient der Freude und der Vorbereitung einer Veranstaltungsreihe, über die ich noch nichts verlauten lasse.

 

Und noch was:

Die Anmeldung zum Craft Camp 2018 in Olustvere  / Estland ist nun möglich (und empfehlenswert, denn Frühbucher können etwas sparen).

Die Anmeldung geht in 2 Schritten voran, die Links dazu sind etwas versteckt unten auf der "About"-Seite zu finden;

in Step 1 gibt man seine persönlichen Daten ein, mit Step 2 trifft man die Auswahl für Workshops und Ausflug,

5. Internationales Craft Camp, Juli 2018

Es wird Zeit, den 2018er-Kalender einzuweihen: Der Termin für das 5. Craft Camp, wie immer  veranstaltet von der Kulturakademie Viljandi in Estland, steht fest:

es findet vom 8. bis 14. Juli 2018 wieder in Olustvere statt, und ab dem 1. Dezember kann man buchen!

Aus der Ankündigung:

In the upcoming camp there’s going to be a great variety of techniques and materials - silverwork, woodwork, birch bark, bone, glass, ceramics, dyeing, bronze spirals, tablet weaving, knitting, ribbon plaiting, bobbin lace. The new-comers are leather pouches, Kihnu doll, wool and spinning, weaving, sewing calico jacket, felting and pick-up belt weaving. The complete workshop information will be updated by the end of November.

This time we have 2-day-long workshops in addition to the known 1-day-long workshop format. The evenings will be spent on site with activities. There are three different workshops each participant can attend during the camp, one day is scheduled for a field trip. The options include going to Heimtali-Viljandi, Setomaa, Estonian National Museum in Tartu or Tõstamaa-Pärnu county.

Diese Puppen stammen aus dem Kihnu-Museum, das ich im Sommer besuchen konnte.
Ob ich jetzt zur Puppenmacherin werde?

Das freut mich ganz besonders. Es wird nun auch zweitägige Workshops geben! Ein lang gehegter und geäußerter Wunsch, und wenn ich Glück habe, dann gehört auch der Tablet-Weaving-Workshop dazu.

Neue Themen sind: Ledertaschen, Kihnu-Puppen, Wolle und Spinnen, weben, Baumwolljacke nähen, Filzen, Pick-Up-Weben... ein unerschöpflicher Schatz und immer neue Anregungen!

Für mich wird das fünfte Craft Camp das vierte werden, drei Mal war ich schon dabei. Und immer habe ich Neues gelernt und nie ist es genug.

Die Cultural Academy Viljandi gehört zur Universität von Tartu (früher Dorpat) und gliedert sich auf in vier Abteilungen:

  1. Performing Arts
  2. Culture Education
  3. Music
  4. Estonian Native Crafts

Seit diesem Jahr gehört auch das Centre for Arts in Tartu zur Cultural Academy VIljandi.

Die Fakultät Estonian Native Crafts ist eine weltweit einzigartige Einrichtung, ihre Aufgabe:

The mission of the department is to represent the local and native traditions and values that strengthen the sense of identity. This is done by integrating traditional craft techniques into contemporary functional milieu.

Zwei Studiengänge werden angeboten:

  1. Estonian Native Textile
  2. Estonian Native Construction and Metalwork
[mappress mapid="25"]

Angharad Thomas und die estnischen Handschuhe

Angharad Thomas habe ich beim Craft Camp in Estland kennengelernt. Sie ist Handschuhspezialistin (wenn ich so sagen darf), denn sie strickt wunderschöne Sanquhar-Gloves, und hat eine tolle Ausstellung darüber zusammengestellt:

Sanquhar Gloves - a living Scottish Tradition.

beim Craft Camp 2015

Angharad ist eine unglaublich fröhliche und aktive Frau, ich fühle mich in ihrer Gegenwart immer sehr wohl, sie ist schlagfertig und witzig. Und sie gibt ihr Wissen gerne weiter.

Das beweist dieses Video:

Estonian Gloves - an introductory talk by Dr. Angharad Thomas