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haben sich die EU-Technokraten (andere nennen sie EU-Krawattenständer) wohl gedacht und sich eine Datenschutzgrundverordnung ausgedacht, die vollkommen wirklichkeitsfremd und auch in vielen Punkten nur lächerlich, aber auf jeden Fall lästig ist.
Am 25. Mai 2018 tritt diese Grundverordnung endgültig in Kraft. Und dann beginnt die hohe Zeit der Abmahn-Anwälte, die dann Jagd auf jede Webseite machen können, die nur irgendein klitzekleines Formular nutzt oder irgendwo eine GoogleMap einbindet ohne den Seitenbesucher erst durch Tausend Klicks zu zwingen, in denen er gezwungen wird zu akzeptieren daß sein Wunsch sich auf der Karte umzuschauen, wo z.B. Gribow liegt, Daten an den Google-Kartenserver überträgt... oder wie soll sonst eine Karte geladen werden auf der Gribow zu finden ist?

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Ich möchte jetzt nicht auf die technischen Details eingehen, aber ein wenig erklären warum es zur Zeit auf der Wockensolle etwas ruhiger zugeht. Ja, wenn man nur einfach so vor sich hinstricken könnte!

  • Ich arbeite ja mit mehreren Domains und betreue auch andere Webprojekte. Und es scheint für meinen Hoster ein recht grosser Aufwand zu sein, die Grundanforderung der oben angesprochenen Grundverordnung, nämlich die Verschlüsselung, umzusetzen. Und das ist nun mal die Voraussetzung für alles was dann noch folgt. Wenn der Server endlich https:// unterstützt muss ich alle internen Verweise etc. auf dieses Format umstellen. Dazu beginnt nächste Woche der erste Testlauf.
  • Gleichzeitig versuche ich die Anforderung dieser Verordnung zu verstehen und muss auch den nun endlich aufgescheuchten Kunden erklären was zu tun ist. So langsam wirkt das "Hühner-Scheu-Machen" der ach so technik-affinen Presse, so langsam merken auch die Kunden dass da was im Busch ist, und dann fragt man halt mich...
  • Ich versuche die eingesetzten Funktionalitäten der Wockensolle auf diese Punkte abzuklopfen und muss einiges tun. Unter jedem Youtube-Video beispielsweise soll nun ein Hinweis stehen, daß es datenschutzkonform geladen wird und und und... Wenn alle diese Hinweise umgesetzt sind wird die Seite vor lauter Klicks "Ja, ich weiß - Ja, ich akzeptiere - Ja, ich will" nur noch eine Belästigung für den Seitenbesucher und anstrengender als das tagelange Drehen einer tibetischen Gebetsmühle .. dieser schwachsinnige Hinweis auf die Cookies hat mir schon immer gereicht, ich habe diese Überbevormundung so richtig gefressen..
  • Erstmal versende ich keine Informationen mehr wenn es einen neuen Beitrag hier auf der Seite gibt, denn da fehlt noch der Standesamts-Klick "Ja - ich will"...

 

Nun aber zum Wockensolligen, das Technische ist jetzt abgehakt, genug gejammert.

Ich habe in den letzten Tagen meine estnischen Wadenwärmer Muhu säärised) fertiggestellt, den 2. Workshop-Pulswärmer gestrickt, einige Strickschriften für den Sena-Klets-Workshop "Let's Knit in Kurzeme" erstellt, ein Tuch angefangen, eine Mütze für den Mützen- KAL im Klinta-Forum bei Ravelry begonnen und auch Spurensuche betrieben.

Bei der Textil-Ausstellungseröffnung im Koeppenhaus habe ich ein Büchlein Mecklenburgische Volkstrachten aus dem Jahre 1986 geschenkt bekommen und darin entdeckte ich doch tatsächlich eine gestrickte Mütze, Teil der Mönchguter Fischertracht, von der Insel Rügent.
Bisher war ich ja mit meiner Suche hier in der Region immer erfolglos, aber das hat sich wohl nun geändert.

Auch wenn ich der Meinung bin, daß Rügen nicht zu Mecklenburg gehört sondern zu Vorpommern (früher zu DDR-Zeiten "Bezirk Rostock" geheißen) und also unter einem nicht so stimmigen Titel subsummiert wurde,  habe ich mich sehr gefreut.
Nun werde ich in der kommenden Woche das Stralsunder Museum, das diese Mütze besitzt, besuchen und die Kopfbedeckung genauer studieren, dazu dann mehr hier auf der Wockensolle.