Nach den Ostertagen in der Nähe von Ettlingen reiste ich weiter ins Frankenland, in den Gottesgarten, zum Kloster Banz. Ich war zur Teilnahme an dem Seminar "Was uns anzieht: Trachten der Deutschen aus dem östlichen Europa zwischen Ästhetik, Politik und Mode" eingeladen. Am zweiten Tag stand der Vortrag „Pommersche Trachten in der Trachtenpflege und -forschung heute: die Rekonstruktion der Vorpommerscher Pottmütze“ auf dem Programm. Den Vortrag hielt ich zusammen mit Dorota Makrutzki, der Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg beim Pommerschen Landesmuseum in Greifswald.
War unser Thema, die pommersche Pottmütze, eher auf die Auffindung und Wiederbelebung des Kleidungsstückes und dessen Verwendung im heutigen Alltag gerichtet. so überraschten mich die teilnehmenden Trachtenträger mit einer Fülle von Stoffen, Farben, Techniken... Der Einfallsreichtum der Menschen scheint grenzenlos, wenn es um Schönheit, um Festtagstracht geht. Kleidungsstücke, die mit viel Mühe hergestellt und gepflegt werden müssen - seien es die siebenfach übereinander getragenen plissierten Unterröcke oder ein herrlich bestickter Mantel, Tücher, Strümpfe. Die Trachtenträgerinnen und -träger und Expertinnen und Experten stellten Bekleidungen aus den deutschen Siedlungsgebieten im östlichen Europa vor, die entweder aus der Heimat mitgebracht oder nachgearbeitet waren. Die pommerschen Trachten (Mönchgut, Pyritz, Kaschubei) des Ihna-Ensembles waren, wie bei Tanztrachten üblich, relativ identisch für die Mitwirkenden und an das Tanzen angepaßt.
Einige der Höhepunkte des Programms:
Dr. Elsbeth Wallnöfer hielt einen kontroversen Vortrag "Die Identitätspolitische Relevanz von Kleidung für Minderheiten“, Dr. Irmgard Sedler referierte äußerst fachkundig über die Kostümgeschichte der Siebenbürger Sachsen und .Josef Balazs M.A. überraschte mit senem Vortrag über „Die Gottscheer Kleidung in Bild- und Textzeugnissen des 17. bis 21. Jahrhunderts“. (Die Gottschee war eine deutsche Sprachinsel im heutigen Slowenien, die dort rund 600 Jahre lebten.)