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Albert Anker, Sitzende Großmutter beim Stricken, DetailDie Mädchen und Frauen auf Albert Ankers Bildern stricken, soweit erkennbar, immer Schläuche. Das können lange Strümpfe sein, aber auch rundgestrickte Ärmel. Besonders gut erkennbar ist dies beim Bild "Sitzende Großmutter beim Stricken", von dem ich hier einen Ausschnitt zeige.

Auch Meister Bertram von Minden zeigt seine strickende Madonna mit einem Strickstück auf einem Nadelspiel. Selbst wenn viele Jahrhunderte diese Arbeiten voneinander trennen, sehe ich doch auch Ähnliches: rundes Strickstück, Schlauchform, Kragen oder Ärmel.

PS: Bei der coolen Masche fand ich einen Beitrag über Stricken in der Kunst. Die Autorin beschäftigt sich dort auch mit den Bildnissen von Albert Anker und stellt diese in den zeitgeschichtlichen Zusammenhang. Ich zitiere:

Folgendes mag beim Betrachten auffallen: Wir sehen nur Mädchen, die stricken. (So selbstverständlich, wie man meinen möchte, ist das nicht. In Grossbritannien etwa lernten Buben während der Weltkriege auch stricken. Sie machte Socken für die Soldaten. Aber: andere Zeit, anderes Land.) Die Mädchen stricken alle mit der rechten Hand ("kontinentale Methode"), wie sie heute noch an Schweizer Schulen gelehrt wird. Sie stricken mit Nadelspielen, was logisch ist, da die Rundnadel meines Wissens noch nicht erfunden war. Sie stricken Kleidungsstücke; ich meine, Socken und Ärmel auszumachen. Die Mädchen, zum Teil noch sehr klein, sind sorgfältig und konzentriert bei der Sache. Sie stricken mit sehr dünnen, zum Teil auch sehr langen Nadeln und gehen bespielsweise die Ärmel in Runden an. (Diese Technik finde ich in europäischen Mustern viel seltener als in amerikanischen.)

Eines möchte ich aber korrigieren: Anker malt nicht nur strickende Mädchen, auch Frauen und Großmütter. Aber keine Jungs oder Männer. Das war nicht üblich in Ins.