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Craft Camp, 7.7, Ausflug nach Heimtali und Viljandi

Craft Camp, 7.7, Ausflug nach Heimtali und Viljandi

Am 3. Tag des Craft Camps wurden drei Ausflüge zur Wahl angeboten und ich hatte mich gegen die Fahrt nach Setumaa oder Pärnu entschieden, weil ich gerne Heimtali sehen wollte.

Heimtali ist eine kleine Gemeinde bei Viljandi mit einem klassizistischen Gutshaus, einer alten Mühle und einem alten Schulgebäude. Der Ort liegt idyllisch inmitten von Feldern und Wäldern. Und dieser schöne Flecken war das erste Ziel unseres Ausfluges.

Auf dem Lande in Estland

Auf dem Lande in Estland

In dem alten Schulgebäude ist das von Anu Raud geführte Museum untergebracht. Es besitzt eine schöne Sammlung von Gegenständen des bäuerlichen Alltags und natürlich eine ausgezeichnete Textil-Kollektion, die von Anu Raud gesammelt und gepflegt wird. In einem Nebengebäude sind wechselnde Ausstellungen zu sehen, zur Zeit eine Wanderausstellung über estnische Architektur.

Das Schulgebäude: bevor man eintritt, fällt der Zaun, der das Haus umgibt, ins Auge:

Zaum am Museum von Heimtali

Zaum am Museum von Heimtali

Jede Stakette wird von einem Handschuhmuster geziert.

Zaun-Detail

Zaun-Detail

Dies ist eine Arbeit von Schulkindern und zeigt die Vielfalt des pädagogischen Konzeptes von Anu Rau, die die Menschen auf die vielfältigste Weise mit den eigenen Traditionen bekannt macht.

Bestickte Decke

Bestickte Decke

Wir bekamen wunderbare Exponate gezeigt und erklärt: Decken, Handschuhe, Bekleidung...
So erfuhren wir von ihr zum Beispiel, daß die Decken auf Straßenmärkten oft als Unterlage für die angebotene Ware  genutzt worden waren, beispielsweise für Autoersatzteile und wie sie dann im örtlichen Geschäft eine neue Decke zum Tausch kaufte, um das gute Stück zu retten.

Im Museum werden neben den alten Gegenständen auch die berühmten Strick-Tiere gezeigt, mit denen die großartige Lehrerin Kindern das Stricken nahebringt.

gestrickte Handpuppen

gestrickte Handpuppen, der Buntspecht hat es mir angetan.

die berühmten gestrickten Tiere

die berühmten gestrickten Tiere

Auf dem Brett an der Wand stehen von Schülern gestrickte Tierchen zum Verkauf. Stricktierchen

Nach der Führung durch das Museum wurden wir auf den Hof von Anu Raud eingeladen in ihr Studio.

Anu Rauds Hof

Anu Rauds Hof

Das Anwesen liegt wunderbar in der Landschaft, mit schattigen Sitzplätzen, einem Blumen- und Gemüsegarten und es gibt auch eine Schafherde!
Anu Raud zeigte uns dann ihre aktuellsten Arbeiten, wunderschöne Wandteppiche.

ein wunderschöner Wandteppich

ein wunderschöner Wandteppich

In einer Nachlese meiner Reise, in einem späteren Beitrag, werde ich ausführlicher auf das eingehen, was ich bei diesem Besuch von Anu Raud gesehen und gelernt habe.

Viljandi ist  ein wunderhübsches, kleines Landstädtchen mit einer Burgruine, einem alten Wasserturm, einem See, netten Cafés, und vor allem Handarbeitsgeschäften und mehreren Museen. Dafür blieb uns der Nachmittag Zeit.

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Im Museum gibt es eine kleine Sammlung von Textilien zu sehen und eine ganze Reihe Funde aus allen historischen Perioden, die mit lustigen Schaubildern erklärt wurden. Das Mittelalter-Bild zeigt so manche Strickerei:

Eine Szene im Museum

Eine Szene im Museum

Das Zentrum für Handarbeiten führt es außer Wolle auch Gestricktes und Gewebtes und die dafür notwendigen "Werkzeuge" .

Viljandi Käsitöökoda

Viljandi Käsitöökoda

Im Handarbeitszentrum

Im Handarbeitszentrum

Seit 2003 besteht das Museum für Außenseiter- und Naive Kunst. Paul Konda war ein Lehrer in Viljandi und Heimtali, der nach seiner Pensionierung zu malen begann. 26 Werke von ihm werden ausgestellt, und das berühmteste sind die Erdbeer-Esser.

Die berühmten Erdbeer-Esser von Paul Kondas

Die berühmten Erdbeer-Esser von Paul Kondas

Was es mit diesem Gemälde (und dem starren Blick der Gruppe) auf sich hat, werde ich auch in einem späteren Beitrag ausführlicher berichten können. Jetzt wartet das Frühstück und anschließend der Workshop Plaited Ribbons.
Blumen in Viljandi

Blumen in Viljandi

Craft Camp, 7.7, Heimtali und Viljandi

Craft Camp, 7.7, Heimtali und Viljandi

Heute abend nach dem schönen Ausflug bin ich wirklich müde und lege mich gleich ins Bett. Morgen früh vor dem nächsten Workshop (Bänder-Flechten) schreibe ich dann den Bericht über den heutigen Tag.

Das Programm heute war: Ein Besuch im Museum von Heimtali und bei Anu Raud, der Strick-Designerin und Lehrerin, und ein Aufenthalt im kleinen Landstädtchen Viljandi.

Und so wie der Hund des (mit dem Denkmal vor dem Rathaus von Viljandi geehrten) Bürgermeisters August Maramaa (1881 - 1941) wartet, daß es endlich zum Spaziergang geht, so warte ich auf den Upload des Photos und danach mach ich Schluß für heute.

Viljandi: Bürgermeister August Maramaa und sein Hund

Viljandi: Bürgermeister August Maramaa und sein Hund

Craft Camp, 6. 7., Nadelbinden

Craft Camp, 6. 7., Nadelbinden

Das Thema des heutigen Workshops ist Nalbinding, auf deutsch Nadelbinden, eine über die ganze Welt verbreitete archaische Technik. Beim Nadelbinden wird ein recht steifes, nur längselastisches Gewebe erzeugt, das auch nicht wieder aufgeribbelt werden kann.

Ich hatte von dieser Technik bisher nur gehört und von einer Freundin hatte ich dazu ein Buch geschenkt bekommen: Nadelbinden - Was ist denn das?: Geschichte und Technik einer fast vergessenen Handarbeit
Mit einem kleinen Vorwissen kam ich also zu diesem Workshop.  Und dieses Wissen konnte ich in theoretischer Hinsicht vergrößern, in praktischer Hinsicht bin ich gescheitert.

Beim Nadelbinden wird ein Faden mit einer Nadel verschlungen. Dazu nimmt man ungefähr 1 oder 1,5 m Garn vom Knäuel (Experten können auch wirklich längere Stücke nehmen) und verschlingt ihn. Die Nadeln, die wir geliehen bekamen oder auch kaufen konnten, waren aus Knochen.

Nalbinding-Werkzeug: Nadel aus Knochen

Nalbinding-Werkzeug: Knochen-Nadel

Wir arbeiteten mit hellem, dicken Garn von der Farm von Anu Raud, der bekannten Textil-Künstlerin, zu der mein morgiger Ausflug gehen wird.

Nalbinding-Workshop: Unser Arbeitstisch

Nalbinding-Workshop: Unser Arbeitstisch

Ich muß gestehen, ich war nicht erfolgreich. Ich kann mich mit dieser Technik  nicht anfreunden. Es ist mühsam zu arbeiten und das fertige Stück ist recht unelastisch und kann nur von wirklichen Künstlerinnen ansehnlich gefertigt werden. Meine Werkstücke waren in keiner Weise ansehnlich:

Mein Arbeitsergebnis: kümmerlich

Mein Arbeitsergebnis: kümmerlich

und während andere Teilnehmerinnen schon mehrere Runden für eine Mütze geschafft hatten, krebste ich immer noch an einer ersten Reihe herum. Ganz gleich wie gut die einzelnen Schlingen im Unterrichtsmaterial dargestellt waren, ich habs nicht wirklich kapiert.

Schema: Growing Loops

Schema: Growing Loops

Neugierig war ich auf diese Technik gewesen und diese Neugier ist nun befriedigt. Damit bin ich zufrieden. Der Workshop-Tag war keinesfalls ein verlorener Tag. Wir Teilnehmerinnen haben von unseren beiden Referentinnen viel gelernt und viel Freude gehabt.

Die 2 Workshop-Leiterinnen

Die 2 Workshop-Leiterinnen Astri Kajus und Kristina Libe (im Vordergrund)

Beide Referentinnen gaben sich viel Mühe mit uns und sie hatten auch recht schöne Werkstücke zur Anschauung mitgebracht:

Nalbbinding: Hut

Nalbinding: ein Hut, der mit Perlen geschmückt ist

Nalbbinding: Pulswärmer

Nalbbinding: bestickte Pulswärmer

Zum  Abschluß der Workshop-Stunden zeigte Kristina noch Bilder von der Arbeit der Cultural Academy: große Dekorationsstücke für das jährliche Festival von Viljandi, aus allerlei Materialien gefertigt. Und alle mit traditionellen Mustern und Techniken erstellt, gehäkelt, geklebt... beeindruckend.

Aus diesem Workshop habe ich einige Anregungen mitgenommen, die ich später hier im Blog noch auffassen werden. So kam die Rede auf einen deutschen Autoren, H. E. Kiewe, der in England in den 40er bis 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein Wollgeschäft hatte und eine anscheinend recht abstruse (The)  Sacred History of Knitting schrieb. Im englischen Blog The Knitting Curmudgeon fand ich  dazu schon einmal Informationen, die allerhand ahnen lassen, denn die Autorin bezeichnet das Buch als nutsy nonsense ;=) Natürlich habe ich mir eine secondhand-Ausgabe dieser Geschichte des Strickens gleich bestellt und werde wohl später mit großem Vergnügen darauf zurückkommen.

Nach einem solchen Arbeitstag bin ich doch recht ausgelaugt, und so habe ich mir die Filme über die Insel Kihnu im Abendprogramm nicht mehr angeschaut. Stattdessen habe ich mir ein Netzkabel besorgt und mit den Berichten über das tolle Craft Camp begonnen.

Craft Camp: 5.7., der erste Workshop

Craft Camp: 5.7., der erste Workshop

Craft Camp in Olustvere, Estonia Das Craft Camp dauert von Samstag abend, 4. Juli, bis zum Freitag, den 10. Juli. An vier Tagen nimmt man Workshops teil, die vorher ausgesucht werden konnten, am Dienstag gibt es einen Ausflug und am Freitag findet dann die Schlußveranstaltung statt. Ein volles Programm.

Ich habe mich für die Kurse "Muhu Pulswärmer", Nalbinding, "Plaited Ribbons" und "Saaremaa & Runö Blue-White Gloves" angemeldet.

Vor den Workshops aber erst einmal ein Spaziergang, eine Führung durch den Park, das Gutshaus und die vielen Nebengebäude des Gutshauses, das heute zur Kultur-Akademie gehört. Wunderschöne alte Bäume, interessante Bauten und alles wunderbar in Schuß.

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 Kristi Jõeste: Ornamented Journey

Kristi Jõeste: Ornamented Journey

Und dann ging es ans Lernen. Mein erster Kurs:  "Muhu-Pulswärmer", gehalten von Kristi Jõeste. Das war gleich ein Glückstreffer.

Kristi ist eine sehr bekannte Strickerin, unterrichtet an der Kultur-Akademie, hat ein eigenes Design-Unternehmen und ist Autorin des wunderschönen Buches Ornamented Journey , das ich mir in Tallinn schon gekauft hatte.

Im Unterrichtsraum war schon für jede von uns ein Platz vorbereitet und die notwendigen Utensilien ausgebreitet:

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Wir Teilnehmerinnen hatten alle unterschiedliche Vorkenntnisse, von der Anfängerin bis zur  absoluten Expertin (Nancy Bush!). Ich sortiere mich da irgendwo in der Mitte ein ...

Kristi gab eine Einführung in die Besonderheiten der Strickwaren von der Insel Muhu und stellte uns dann das Unterrichtsprojekt vor. 

EInführungsvortrag

Kristi's EInführungsvortrag

Mit feinsten Nadeln (Stärke 1,5!) und 6 Farben sollten die Pulswärmer gestrickt werden und als Besonderheiten lehrte sie uns eine traditionelle  Anschlagtechnik und dann enthielt das Muster auch noch etliche Reihen "braids", eine Technik der Fadenführung, die erhabene Reihen gestaltet und an der ich schon einige Male gescheitert bin. Wir bekamen auch einige Tricks gezeigt, die beim Stricken schon sehr nützlich sein können.
Heute hatte ich also die Chance, diese Techniken in Ruhe unter Anleitung zu lernen. Die "wollige Umgebung" in unserem Schulungsraum unterstützte das nur zu sehr.

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Am Ende des Workshops hatte natürlich keine von uns einen der Pulswärmer fertiggestrickt. Dazu dauert das Stricken der Borten zu lange, weil es einfach ungewohnt ist, zwei Fäden vor der Nadel zu führen und zu verkreuzen.

Der Stoßseufzer nach dem Workshop: 6 Stunden Unterricht und gerade mal 1,5 cm fertig ;=(

Meisterwerk und Schülerarbeit

Meisterwerk und Schülerarbeit

Viel und wenig

Viel und wenig

Beim Zusammenpacken unserer Knäuel und Strickwerke fragten wir uns natürlich gegenseitig nach dem nächsten Kurs. "I'll have nalbinding"- "Oh dear, does the doctor know?" war dann ein Joke.

Im Park von Olustvere

Abendstimmung im Park von Olustvere

Aber das war noch nicht Alles an diesem ersten Tag. Nach dem Abendessen ging es noch in einen Hörsaal, zu Vorträgen und Vorstellungen: Organisatoren des Craft Camp, Mitarbeiter und Leiter der Culture Academy, Referenten und Absolventen.

Ich bin immer wieder begeistert von dem Können und der Kreativität, die ich hier erfahre.

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Ganz toll fand ich die Modenschau mit den Modellen von Riina Tomberg, (der Link führt zu Bildern ihrer Arbeiten), von der ich zwei wunderbare Bücher besitze und auf deren Workshop "Saaremaa & Runö Blue White Gloves" am Donnerstag ich schon sehr gespannt bin.

Und müde ist man nach solch einem langen intensiven Tag, das ist wohl selbstverständlich.

Craft Camp: Treffen und Fahrt nach Olusvere

Craft Camp: Treffen und Fahrt nach Olusvere

Craft Camp in Olustvere, EstoniaAm späten Nachmittag war Treffpunkt im Hafenterminal für die Teilnehmer des Craft Camps und nach einer runden Stunde Busfahrt kamen wir in Olustvere an. Wir wurden untergebracht im Studentenwohnheim der Kultur-Akademie von Viljandi, die zur Universität von Tartu gehört.  Also Olustvere => Viljandi => Tartu ;=)

Nach dem Abendessen wurden wir noch zu einem Kennenlern-Smalltalk im Grünen eingeladen.

Das alles war recht aufregend für mich, denn nach etlichen Tagen alleine so vor mich hin war ich plötzlich in einer grossen Gruppe. Eine Umstellung.

Vom Ort habe ich noch nicht viel gesehen, aber der Blick auf die Felder ist schon einmal sehr beeindruckend und vielversprechend.

In Olustverre

In Olustvere

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Craft Conference in Viljandi

Craft Conference in Viljandi
Netzwerktreffen, Tag der Tracht, Konferenzen - ich komme mit vielen interessanten Menschen und deren Themen zusammen. Letztes Jahr nahm ich am "Nordic Knitting Symposium" der Kulturakademie Viljandi teil, und dieses Jahr veranstaltete die Akademie neben dem...