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Craft Camp Workshop: Wristlets in Muhu style

Craft Camp Workshop: Wristlets in Muhu style

An diesem Workshop habe ich schon letztes Jahr teilgenommen, weil aber Kristi Jõeste eine gute Lehrerin ist und ich beim Fertigstellen der Pulswärmer zuhause gemerkt hatte, daß mir doch weitere Übung gut täte, habe ich diesen Workshop noch einmal belegt.

Die Muhu-Pulswärmer

Die Muhu-Pulswärmer

Solche Muster wurden nicht nur gestrickt, es gibt auch gehäkelte Vorbilder, wie dieses Beispiel aus dem Eesti Rahva Muuseum zeigt. Ich kann mir leicht vorstellen, daß dieses gehäkelte Bündchen "unsere" Pulswärmer inspiriert hat.

kindapära, ERM HM E 618, Eesti Rahva Muuseum, http://muis.ee/en_GB/museaalview/1211447

kindapära, ERM HM E 618, Eesti Rahva Muuseum, http://muis.ee/en_GB/museaalview/1211447

Am Ende dieses Workshop-Tages hatte ich doch einiges geschafft, im Vergleich zu letztem Jahr sogar eine ganze Menge ;=)

Viel und wenig

Viel und wenig (auf den Nadeln mein letztjähriges Resultat...)

Nun, ich habe mir auch ein paar Freiheiten herausgenommen und den Anschlag zweifarbig gestrickt.

Estnischer zweifarbiger Anschlag

Estnischer zweifarbiger Anschlag

Ich denke, wenn ich dieses Paar fertiggestellt habe, kann ich das erste Paar vergessen... beiseite legen...

Bei jedem Craft Camp hat Kristi Jõeste diesen Workshop nun durchgeführt und am Ende der Veranstaltung stellte sie die Frage nach einem neuen Thema für das nächste Jahr. Da fällt mir auf jeden Fall was ein, ich denke da an Roositud oder eine solche Mütze, wie ich sie auf der Insel Saaremaa gesehen habe:

Mützen aus Saaremaa

Mützen aus Saaremaa

Nicht nur die Strickereien sind farbenfroh in Olustvere, auch die Sport-Trikots leuchten in der Sonne.

Sportfarben

Sportfarben

Der Abend klang mit einem gemeinsamen Abendessen im Gutshaus und einem Konzert samt Reigentanz aus.

AbendkonzertReigentanz

Craft Camp Workshop: Sewn Fringes of Saaremaa Wedding Gloves

Craft Camp Workshop: Sewn Fringes of Saaremaa Wedding Gloves
Kristi Jõeste

Kristi Jõeste

So, nun gehe ich an die Nachbereitung der Reise und stelle als erstes die verschiedenen Workshops vor, an denen ich teilnehmen konnte.

Die angenähten Schlaufen und Fransen der Hochzeitshandschuhe von der Insel Saaremaa waren Thema unseres ersten Workshops beim Craft Camp. Lehrerin war die unermüdliche Kristi Jõeste.

Sie hatte auch etliche wunderschöne Handschuhe mitgebracht, Anregungen und Ansporn für uns.

Ich war gespannt auf die Bündchen-Traditionen und vor allem auf die Befestigung der Schlaufen und Fransen an den Handschuhen, denn damit hatte ich mich gerade bei der Übersetzung des lettischen Handschuhbuchs beschäftigt.  Werden die Schlaufen gestrickt, müsssen sie mit einer besonderen Technik befestigt werden, denn sonst lösen sie sich leicht wieder auf und man hat nur einen großen Faden hängen...

Aber bei diesen Handschuhen werden die Schlaufen und Fransen nach der Fertigstellung der Handschuhe angenäht und das versprach ungeübten Strickerinnen wie mir eine gewisse Sicherheit...

Anschauungsmaterial

Anschauungsmaterial

Ob ich jemals solch wunderschöne Exemplare stricken werde? Ich weiß es nicht, freuen kann ich mich aber immer daran.

Die Details: die obigen Beispiele zeigen von links nach rechts einen Handschuh mit extrem langen Fransen, der wurde ja wohl auch nur zu einer Hochzeit getragen, der mittlere und der rechte Handschuh zeigen unterschiedlich lange, "zweistufige" Fransenreihen.

Ein Beispiel für mehrstufige Fransenreihen

Ein Beispiel für mehrstufige Fransenreihen

Und bei diesem Musterbündchen sieht man die feine Kombination von Fransen, mehrfarbigen Flechtborten, Musterstreifen und linken Reihen, die einerseits zur Befestigung der Fransen, aber auch als Zierstreifen gestrickt wurden.

Wie immer ist die Farbanordnung außerordentlich wichtig, Alle in den Mustern verwendeten Farben kommen auch in der Schlaufenreihe vor, Ganz wichtig für eine gute Wirkung der Fransen ist die exakte Einhaltung der Farbreihe und die Anzahl der Fäden pro Farbe, hier aufs harmonischste umgesetzt!

Für uns waren die benötigten Garne liebevoll vorbereitet und zuerst ging es darum, kleine Musterstreifen zu stricken, in die wir dann die Schlaufen oder Fransen einarbeiteten. Die Anleitungen für die einzelnen Werkstücke stammen aus dem wunderbaren Buch "Estonian Knitting", das ich hier ja auch schon vorgestellt habe und an dem Kristi Jõeste ja nicht unbeteiligt ist.

Wollzuteilungen

Unser Wollzuteilungen

Die Anleitung für die Handschuhe aus Valjala zeigt, daß die Fransen in die 6. und in die 9. Reihe gearbeitet werden, die Schlaufen also auf dem Handschuh-Bündchen liegen. Das hat den Vorteil, dass sie sich nicht so leicht verfransen und dass sie als zweite Lage das Bündchen noch wärmer machen. Damit die Schlaufen prominent befestigt werden sind, werden sie in die Füßchen von links gestrickten Maschen eingeknüpft.

Workshop-Ergebnis

Mein Workshop-Eregbnis: Handschuhbündchen der Handschuhe aus Valjala

Eine kleine Herausforderung war für uns, die Reihen, deren Chart für Runden geschrieben ist, flach zu stricken, wo ich doch schon immer Probleme mit rechts / links / Spiegelbild habe;=)
Die erste Schlaufenreihe habe ich fertigbekommen, die zweite, bunte Reihe begonnen.

Handschuhe aus Karja

Handschuhe aus Karja

Das Bündchen der Handschuhe aus Karja war die zweite Übungsaufgabe.

Da habe ich zwar das Bündchen gestrickt, aber die Schlaufen nicht eingeknüpft. Durch die geschickte Kombination farbiger Musterreihen, links oder rechts gestrickt, entsteht eine hübsche Musterborte.

Bündchen des Mustjala-HandschuhsUnsere dritte Aufgabe war die Borte für den prachtvollen Handschuh aus Mustjala.

Das Bündchen selbst ist nicht besonders komplex, einfache Reihen in den drei Farben dunkelgrün, schwarz und dunkelbraun bilden den markanten unteren Rand des Handschuhes und die Fransen werden zweilagig gearbeitet, eingeknüpft in die dritte und fünfte Reihe.

Ich mag die Muster aus Mustjala, dem kleinen Ort im Nordwesten der Insel Saaremaa sehr, ein Paar Kniestrümpfe habe ich ja schon gestrickt, nun also ein rudimentäres Bündchen ;=)

Als Augenschmaus füge ich hier noch ein paar Detail-Aufnahmen ein:

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Und hier noch eine Galerie der wunderbaren Hochzeitshandschuhe:

Estonian Knitting
Und wer es genau wissen möchte:
auf den Seiten 272 bis 281 der englischen Ausgabe des Buches "Estonian Knitting 1, Traditions and Techniques" sind die Schlaufen- und Fransenränder explizit beschrieben!

Was ein eine herrliche Zeit!

Was ein eine herrliche Zeit!

Das Craft Camp hat gerade erst begonnen und schon ist es schwupps vorüber. Aber wie intensiv war es. Und wieviel Schönes konnte ich sehen und lernen.

Faszinierend für mich war der Stickworkshop "Archaistic embroidery from Mulgi region", ich hätte nicht gedacht, daß mir das Sticken soviel Freude bringt, aber die beiden Lehrerinnen,  Liina Laaneoja und Annika Vaalma bringen das auch so fröhlich und leicht rüber...

Ein estnisches Mühle-Spiel

Ein estnisches Mühle-Spiel

Am Dienstag habe ich an dem Ausflug nach Pärnu teilgenommen und habe mir das Küstenstädtchen angeschaut, ein wenig ausgeruht und natürlich Wolle erstanden, ich konnte nicht widerstehen und habe mir ausreichend Teksrena-Knäuel gekauft, die zusammen mit der schwarzen Teksrena von Regina für eine schöne Jacke verstrickt werden.

Die Maria-Magdalena-Gilde in Pärnu

Die Maria-Magdalena-Gilde in Pärnu

Die Die Maria-Magdalena-Gilde ist einfach ein Kunsthandwerk-Kaufhaus, aber nicht besonders ergiebig, da haben wir schon viel Feineres gesehen. Zum Beispiel in den schönen Leinengeschäften...

Am Mittwoch fand der Workshop "Saaremaa and Runö sweater and jacket knitting techniques" statt und Riina Tomberg hat es wieder einmal geschafft, die einzelnen Techniken an einem einfachen und schönen Beispiel zu vermitteln. Aber die zweifarbige Flechtborte mit Hintergrundmaschen sind schon sehr fordernd, das alles mit 1.25er Nadeln gestrickt...

Pulswärmer - Original und Nachahmung

Pulswärmer - Original und Nachahmung

Der dreieckige Ansatz am Bündchen ist auch eine reizvolle Variante. Und bei meinem Strickstück wird der Ansatz beim "Weaving in" natürlich noch ordentlicher. Eine so wunderbare und reizvolle Strickerei, die werde ich bestimmt bald fertiggestrickt haben.

Der letzte Workshop am Donnerstag war dann "Wristlets in Muhu style", mein zweiter Workshop diesmal bei Kristi Jõeste und es hat sich gelohnt, auch wenn ich schon letztes Jahr an diesem Workshop teilgenommen habe. Jetzt kann ich das einfach viel besser, eine gute Übung für mich.

Die Muhu-Pulswärmer

Die Muhu-Pulswärmer

Am Abend schon das Abschiedsessen im Gutshaus und ein Konzert mit interessanter estnischer Volksmusik, hervorragend dargebracht von drei jungen Damen, die dann auch noch zum Tanzen aufforderten und die ganze Gruppe aufmischten.  Vorher aber wollte ich noch ein wenig die Ruhe im Park genießen, gelang mir aber nicht, denn:

Im Park kannst du  nicht liegen, da fressen dich die Fliegen

...Im Park kannst du nicht liegen, da fressen dich die Fliegen

Tja, das war schon das Craft Camp 2016 im Schnellüberblick, Frauen aus 13 Ländern nahmen daran teil, Freundschaften wurden geschlossen oder vertieft und natürlich haben wir uns versprochen, daß wir alle wiederkommen.

Am Freitagmorgen dann spazierte der Storch über das Gras von Olustvere, im Schulgebäude zeigten wir unsere Arbeiten und bekamen die Diplome.

Ein Storch aus Olustvere

Ein Storch aus Olustvere

Das alles werde ich noch ausführlich vorstellen, aber das Tolle ist, daß mit der Rückfahrt nach Tallinn noch nicht alles vorbei war. Nicht nur, daß wir ja noch eine Rundreise durchs Land vorhaben, es hat sich ergeben, daß doch noch einige Teilnehmerinnen in Tallinn bleiben und wir uns für den Abend verabreden konnten. Wir trafen uns nach ausgiebigen Stöbereien in den verschiedenen Handarbeitsgeschäften am Rathausplatz und fanden Platz in einem russischen Restaurant. Das war schon irrwitzig, denn alle halbe Stunde tauchten drei junge Tänzerinnen aus dem Hinterhalt auf und brachten authentische russische Folklore zur Darbietung.

Troika Restaurant

Das russische Restaurant Troika am Rathausplatz.

So, für heute reicht es. Der Besuch im Kurzwarenparadies "Karnaluks" und der Samstag verdient einen eigenen Beitrag

 

 

“Shetlonia” oder “Shetland-Estonian WoolWeek”

“Shetlonia” oder “Shetland-Estonian WoolWeek”
Kristi Jõeste

Kristi Jõeste

Ich werde ja, wie ich schon öfter bekräftigt habe, nicht zur Shetland Wool Week im Herbst fahren. Da sind mir zu viele Leute und zuviel Trubel. Ich werde aber auf jeden Fall wieder einmal auf die Inseln fahren, meine große Reise nach Orkney und Shetland ist ja schon ein ganzes Jahr her...

Natürlich habe ich aber gleich nach Veröffentlichung das Programm der diesjährigen Wool Week studiert und da hab ich doch herausgefunden, daß Kristi Jõeste  dieses Jahr Workshops gibt. Sie lehrt dort Estnische Handschuhe und Estnisches Rundstricken und moderiert die Baltic Night. Na, das ist doch was!

Letztes Jahr habe ich beim Craft Camp in Olustvere einen Kurs bei ihr belegt und einen orange-bunten Muhu-Pulswärmer gestrickt, sie macht wunderschöne Entwürfe und hat ein ganz besonderes Geschick für Farben. Das kann man auch in ihrem Blog bewundern.

Schön, daß die Shetlander und FairIsler nun auch vom baltischen Virus infiziert werden!

Estonian Knitting

Estonian Knitting

Kristi Jõeste ist auch Mitautorin des wunderbaren Buches "Estonian Knitting / Eesti Silmus-Kudumine", das ich ja hier auf der Wockensolle schon vorgestellt habe und das einfach nur wunderbar (aber auch bestellbar!) ist...

Ich habe die estnische Originalausgabe vom Craft Camp mitgebracht und die englische Ausgabe gleich zweimal (um Portokosten zu sparen), da wird sich schon jemand finden...

Ja, und lese ich da heute bei Ravelry? Dieses Buch wird von Felicity Ford (aka Knitsonik) in ihrem Youtube-Channel vorgestellt, voller Enthusiasmus.. noch eine Schottin, die baltisch infiziert ist... aber das ist sie ja schon länger, sie war ja schon dort und ist im Land herumgereist.

Hier also das Video:

Wunderschöne indische Handschuhe.. eine lange Geschichte

Wunderschöne indische Handschuhe.. eine lange Geschichte

Angharad Thomas habe ich beim Craft Camp in Olustvere kennengelernt, wo wir beide an den Strickworkshops von Kristi Jõeste und Riina Tomberg teilgenommen haben. Angharad ist Mitglied der Knitting and Crochet Guild of the UK und schreibt in ihrem Blog "Knitting Gloves / Hand knitting British GLoves".  Und dort hat sie nun Erfolg gemeldet: sie hat einen der Muhu-Pulswärmer fertiggestrickt. (Mein Gestrick ist noch im gleichen Larvenstadium wie nach dem Workshop). Applaus!

Viel und wenig

Viel und wenig

Es lohnt sich wirklich, mal auf ihrer Webseite zu stöbern und die wunderschönen Handschuhe zu bewundern, die sie in den letzten Jahren gestrickt hat. Ihre Beschäftigung mit historischen Mustern und vor allem mit den Handschuhen aus Sanquar ist bewundernswert.
Da ich eine eifrige Leserin der "Knitting Traditions"- oder "Piecework"-Zeitschriften  bin, habe ich schon einige ihrer Werke bewundert, z.B. die Polarforscher-Handschuhe und nun bin ich ihr persönlich begegnet.

Bei der "Shameless-Selfpromotion" des Craft Camps stellte Angharad ihre Webseite und die Seite der Knitting and Crochet Guild vor.

Dr. Angharad Thomas

Dr. Angharad Thomas und die Webseite der "Knitting and Crochet Guild of the UK"

Ja, wenn eine so engagierte Strickerin auf andere Webseiten verlinkt, dann gehe ich davon aus, daß diese Seiten auch etwas Besonderes sind. Und so ist es.  Neben den Seiten von Franklin Habit und Tom Of Holland, die ich ab und an lese, hat mich diese Seite besonders fasziniert: Click'n'Knit.

Ich habe zwar nicht herausgefunden, wer diese Seite betreibt und seit Februar ist dort auch nichts mehr erschienen, aber das was es dort zu schauen und zu lesen gibt, ist beachtlich. Die Verfasserin (oder der Verfasser, ich gehe aber aus kultureller Gewohnheit davon aus, daß es eine Frau ist) ist geradezu besessen von einem Projekt:

Im Dezember 2014 beginnt sie, sich mit den Warren Hastings Gloves aus dem Ashmolean Museum in Oxford zu beschäftigen. Sie möchte diese Handschuhe nachstricken und experimentiert monatelang mit den verschiedensten feinen Fasern und Nadeln und kommt auch zu erstaunlichen Ergebnissen, ihre Projektseite bei Ravelry zeugt davon:

clicknknit bei ravelry

Warren Hastings Handschuhe / clicknknit bei ravelry

Sie kommt auf eine Maschenprobe von 100 Stichen pro 10cm und hat sich vorgenommen, 104 Stiche / 10cm zu erreichen.

Mit einem feinen Kashmir-Garn (28/2 !) und 0.7mm - feinen Nadeln errrechnet sie, daß sie 180 Maschen / 15 Motive stricken werden wird, während die Vorlage 204 Stiche und 18 Motiv-Wiederholungen mitbringt

Wieder einmal sehe ich, wie sehr man sich in eine Sache, ein Vorhaben, ein Projekt vertiefen kann. Und ich werde mich jetzt ein wenig in die Geschichte der Warren-Hastings-Handschuhe vertiefen und hier demnächst mehr über diese wunderbaren Strickarbeit schreiben. Das Ashmolean Museum geht sehr strickt mit den Bildrechten der Ausstellungsstücke um und so habe ich ersteinmal um eine Wiedergabe-Erlaubnis angefragt, wird auch einen kleinen Betrag kosten.

Also wieder ein Thema, das mich noch eine Weile beschäftigen wird.

Als Kostprobe aber ein Paar Handschuhe aus der Sammlung Arts of the Islamic World des Brooklyn Museums. Diese ähneln den Warren Hastings Handschuhen sehr und stammen wohl aus der gleichen Zeit.

Brooklyn Museum: Männerhandschuhe

Pair of Man’s Gloves. Knitted purl stitch wool, 4 5/16 x 6 5/16 in. (11 x 16 cm). Brooklyn Museum, Brooklyn Museum Collection, 34.5759. Creative Commons-BY

Brooklyn Museum: Männerhandschuhe

Pair of Man’s Gloves. Knitted purl stitch wool, 4 5/16 x 6 5/16 in. (11 x 16 cm). Brooklyn Museum, Brooklyn Museum Collection, 34.5759. Creative Commons-BY

Craft Camp: 5.7., der erste Workshop

Craft Camp: 5.7., der erste Workshop

Craft Camp in Olustvere, Estonia Das Craft Camp dauert von Samstag abend, 4. Juli, bis zum Freitag, den 10. Juli. An vier Tagen nimmt man Workshops teil, die vorher ausgesucht werden konnten, am Dienstag gibt es einen Ausflug und am Freitag findet dann die Schlußveranstaltung statt. Ein volles Programm.

Ich habe mich für die Kurse "Muhu Pulswärmer", Nalbinding, "Plaited Ribbons" und "Saaremaa & Runö Blue-White Gloves" angemeldet.

Vor den Workshops aber erst einmal ein Spaziergang, eine Führung durch den Park, das Gutshaus und die vielen Nebengebäude des Gutshauses, das heute zur Kultur-Akademie gehört. Wunderschöne alte Bäume, interessante Bauten und alles wunderbar in Schuß.

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 Kristi Jõeste: Ornamented Journey

Kristi Jõeste: Ornamented Journey

Und dann ging es ans Lernen. Mein erster Kurs:  "Muhu-Pulswärmer", gehalten von Kristi Jõeste. Das war gleich ein Glückstreffer.

Kristi ist eine sehr bekannte Strickerin, unterrichtet an der Kultur-Akademie, hat ein eigenes Design-Unternehmen und ist Autorin des wunderschönen Buches Ornamented Journey , das ich mir in Tallinn schon gekauft hatte.

Im Unterrichtsraum war schon für jede von uns ein Platz vorbereitet und die notwendigen Utensilien ausgebreitet:

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Wir Teilnehmerinnen hatten alle unterschiedliche Vorkenntnisse, von der Anfängerin bis zur  absoluten Expertin (Nancy Bush!). Ich sortiere mich da irgendwo in der Mitte ein ...

Kristi gab eine Einführung in die Besonderheiten der Strickwaren von der Insel Muhu und stellte uns dann das Unterrichtsprojekt vor. 

EInführungsvortrag

Kristi's EInführungsvortrag

Mit feinsten Nadeln (Stärke 1,5!) und 6 Farben sollten die Pulswärmer gestrickt werden und als Besonderheiten lehrte sie uns eine traditionelle  Anschlagtechnik und dann enthielt das Muster auch noch etliche Reihen "braids", eine Technik der Fadenführung, die erhabene Reihen gestaltet und an der ich schon einige Male gescheitert bin. Wir bekamen auch einige Tricks gezeigt, die beim Stricken schon sehr nützlich sein können.
Heute hatte ich also die Chance, diese Techniken in Ruhe unter Anleitung zu lernen. Die "wollige Umgebung" in unserem Schulungsraum unterstützte das nur zu sehr.

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Am Ende des Workshops hatte natürlich keine von uns einen der Pulswärmer fertiggestrickt. Dazu dauert das Stricken der Borten zu lange, weil es einfach ungewohnt ist, zwei Fäden vor der Nadel zu führen und zu verkreuzen.

Der Stoßseufzer nach dem Workshop: 6 Stunden Unterricht und gerade mal 1,5 cm fertig ;=(

Meisterwerk und Schülerarbeit

Meisterwerk und Schülerarbeit

Viel und wenig

Viel und wenig

Beim Zusammenpacken unserer Knäuel und Strickwerke fragten wir uns natürlich gegenseitig nach dem nächsten Kurs. "I'll have nalbinding"- "Oh dear, does the doctor know?" war dann ein Joke.

Im Park von Olustvere

Abendstimmung im Park von Olustvere

Aber das war noch nicht Alles an diesem ersten Tag. Nach dem Abendessen ging es noch in einen Hörsaal, zu Vorträgen und Vorstellungen: Organisatoren des Craft Camp, Mitarbeiter und Leiter der Culture Academy, Referenten und Absolventen.

Ich bin immer wieder begeistert von dem Können und der Kreativität, die ich hier erfahre.

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Ganz toll fand ich die Modenschau mit den Modellen von Riina Tomberg, (der Link führt zu Bildern ihrer Arbeiten), von der ich zwei wunderbare Bücher besitze und auf deren Workshop "Saaremaa & Runö Blue White Gloves" am Donnerstag ich schon sehr gespannt bin.

Und müde ist man nach solch einem langen intensiven Tag, das ist wohl selbstverständlich.