Mecklenburger Strumpfbund
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Der estnische Musterstreifen hat mich ganz schön am Wickel, inzwischen sind alle 12 Muster gezeichnet und 11 Muster gestrickt, heute beginne ich mit dem 12. Muster, dann habe ich den ersten von insgesamt drei mir bekannten Musterstreifen aus dem Estnischen Nationamuseum fertig. Das Studieren der Vorlage ist wie eine Zeitriese und oft ertappe ich mich bei Vermutungen, warum zum Beispiel an einer bestimmten Stelle Frau Reet Kurrik doch ein wenig geschlampt hat. Einige kleinere Fehler habe ich entdeckt und in meinen Zeichnungen korrigiert, wenn ich nun auch noch die Fehler, die ich hineingebracht habe, korrigiere, dann wäre es perfekt.

Das war der Zwischenstand am 14. Januar, 7 Muster waren fertig. Die Abbildung aus dem Museum zeigte ja nicht alle Muster, 2 Muster waren nur zu erahnen, da der Streifen zum Photographieren geknickt wurde.
Deshalb fragte ich Mathilde Frances Lind, die ihre Doktorarbeit in Estland schreibt und oft im Nationalmuseum forscht, ob sie den Streifen für mich photographieren könne. Und das hat sie auch getan. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Denn jetzt habe ich alle Muster zusammen...

Wie ernsthaft und wunderbar Mathilde die estnischen Techniken studiert, kann man in ihrem Blog nachlesen und bewundern. "Tiny Stitches" nennt sie ihre Arbeit und das sind wahrlich winzige Stiche, es braucht schon Übung.

Ich habe die ersten Strickschriften zusammen mit Photos auch in mein Ravelry-Projekt hochgeladen, es mir dann aber anders überlegt. Dieses Nacharbeiten und Hineindenken in die Arbeit einer Frau, die vor rund 170 Jahren diesen Sampler zusammenstellte, macht mir und vielen Anderen, denen ich mein Projekt zeige, soviel Freude, daß ich ein kleines Büchlein erstellen werde, in dem ich die drei Sampler, die darin enthaltenen Muster und auch Hintergrundinformationen zusammenfassen werde. Jeden Tag sitze ich auch vor meinem Bücherregal und blättere meine gesammelten estnischen Handarbeitsbücher durch, um mehr zu erfahren. Oder zu sehen, ob und wie diese Muster auch im wirklichen Leben genutzt wurden.
Es dauert also noch ein wenig bis ich die Strickschriften alle herausrücke!

Es gibt aber noch mehr zu berichten.
Letzte Woche habe ich wieder meinen Vortrag Reisen und Stricken im Baltikum gehalten, diesesmal im Pfarrhaus in Horst. Und selbstverständlich bringe ich dann auch immer Gestricktes und Gesammeltes mit und ich bin auf großes Interesse gestoßen. Es war ein schöner Abend, Danke nach Horst!

Am Freitag dann fand der zweite Demminer Strickmarathon statt. Und 20 Teilnehmerinnen waren gekommen, inzwischen sind rund 30 Laternen-Bezüge gestrickt! Ich habe mir eine Wimpelkette vorgenommen, die zwischen Bäume oder über einen Weg gespannt werden kann, und Heinz wird ein Banner gestalten. Mehr über dieses Treffen und weitere Termin sind auf der Facebook-Seite des Café 3K Demmin zu finden.

Ja, und jetzt am Montag habe ich einen Vertrag mit der amerikanischen Zeitschrift Piecework unterschrieben, für das Herbstheft 2020 werde ich einen Artikel über die pommersche Pottmütze schreiben und die Anleitung ins Englische übertragen. Das wird mich jetzt einige Zeit beschäftigen und freut mich sehr.

Da ärgere ich mich dann auch nicht, wenn mir eine Rechnung eines Hamburger Rechtsanwaltsbüros ins Haus flattert, eine Rechnung über die ungenehmigte Nutzung eines Photos der französischen Agentur AFP. Da habe ich vor fünf Jahren nicht aufgepaßt. Die Rechnung bezahle ich und das Bild entferne ich. Und passe in Zukunft besser auf.