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Ziemlich früh treffen sich die Teilnehmer morgens in Riga zur Fahrt nach Strazde. Einige kennen sich bereits, andere nicht, alle freuen sich auf das was kommt. Und sind gespannt, Wie wird die Unterkunft sein, schaffen wir das Programm, was bekommen wir zu sehen und zu lernen?

Sobald man Riga verläßt, schaut man ins Grüne. Die Fahrt geht durch ein welliges Hügelland, Störche sind zu sehen, ein uralter Traktor ("Vintage" nennt man solche Teile heute wohl) schnauft auf einem Acker und nach kurzer Fahrt erreichen wir die kleine Siedlung Strazde und richten uns im Gutshaus ein. Hier in Strazde kommen noch die DutchKnitters dazu, eine von CarlaM geführte holländische Reisegruppe, mit Fotoapparaten und Stricknadeln bewaffnet, und einige lettische Strickerinnen, Meisterinnen ihres Fach, die uns ihre Arbeiten zeigen werden, aber auch an den praktischen Übungen mitmachen.
Und schon startet der erste Vortrag. Baiba Vaivare (eine Schülerin von Maruta Grasmane= referierte mit viel Wissen über die Komposition der lettischen Handschuhe, allerdings nur auf lettisch, etwas wenig abgesprochen die Übersetzung ins Englische dann und auch ohne Handout für uns...(das ist übrigens das einzige was ich bemängeln würde...)

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Die Bilder zeigen Handschuhe aus verschiedenen Regionen und Zeiten, auch moderne, nicht-traditionelle Handschuhe. Geradezu Furore machte die kleine Anmerkung, daß die lettischen Handschuh-Muster auch numerologische Elemente enthielten und im Lauf der nächsten Tage erhielten dann einige Teilnehmerinnen ihr ganz spezielles numerologisches Handschuh-Muster errechnet.

Baiba rechnet ein Muster aus

Baiba Pilane rechnet ein Muster aus, man beachte die wunderschönen Pulswärmer mit den feinen Perlen!

Külli Jacobson strickt unermüdlich

Külli Jacobson strickt unermüdlich

Külli kommt aus Estland, sie ist Masterknitter der Nordic Knitters, und ich habe sie in Tallinn bei den Mittelalter-Tagen und beim Martinsmarkt im November kennengelernt, siehe hier:

Külli Jacobson aus Seto - Meisterstrickerin

Külli Jacobson aus Seto - Meisterstrickerin

Ein ansteckenderes Lachen kann ich mir gar nicht vorstellen!

Die ersten praktischen Übungen: wir lernten verschiedene Bündchen-Arten kennen. unterrichtet von Baiba Pilane, geschwungene, gerippte, falsches Entrelac... mit viel Gelächter entstanden so die ersten kleinen Arbeitsproben.

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Am Nachmittag stellte uns Ina Valtere ihre Arbeiten vor.  SIe strickt meisterhaft, von den kleinsten Mini-Handschuhen (gerade mal 0,5cm gross und einfarbig) bis zu Monster-Handschuhen, aus Spaß an der Freude und für Souvenirjäger. Sie gehört zu den Strickerinnen, deren Arbeiten wir im Sena Klets - Zentrum in Riga bewundern können. Und sie steckt so voller Leben und Lachen, Wissen und  Freude, spricht ein so lustiges Englisch - wir radebrechten auf lettisch-russisch-englisch, aber verstanden haben wir uns immer.

Nur eine kleine Auswahl ihrer Arbeiten:

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Zuguterletzt noch eine Überraschung für mich: Lettische Wissenschafter haben es geschafft, Bernstein zu verflüssigen und daraus Fasern zu spinnen. Und lettische Strickerinnen haben mit diesem uralten Garn feine Fingerhandschuhe gezaubert:

Fingerhandschuhe aus Bernsteingarn

Fingerhandschuhe aus Bernsteingarn

Der Tag klang aus mit einer Vorstellung der Amateuer-Theatergruppe aus Strazde, Schloßgeister führten uns dann in das geheime Zimmer des Weihnachtsmannes, der gerade auf Jahresurlaub ist, aber einen Geschenke-Koffer dagelassen hatte, und so bekamen wir alle eine Tasse aus Strazde geschenkt.

Amateuertheater aus Strazde

Amateuertheater aus Strazde

Zum Abschluß trat eine stimmstarke Sängerin auf, die, begleitet von Akkordeonklängen, allerlei fröhliche Lieder schmetterte. Scherzlieder und Tanzlieder spielte sie auf.
Sie ist in der Region sehr bekannt, auf der Webseite des kleinen Städtchens Talsi habe ich sie auf den Abbildungen einiger kultureller oder folkloristischer Veranstaltungen gefunden:

 

Die Sängerin, eine stimmstarke Frau

Die Sängerin, eine stimmstarke Frau

Nun, sie animierte unsere Gruppe zu Reigentänzen, und zum Schluß sanken sich alle lachend in die Arme...

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der erste Tag unseres dreitägigen Workshops war wunderbar!