Berlin: Our Artic Future – Eine Ausstellung über eine Welt im Wandel

Ich bin zu einer Ausstellungs-Preview nach Berlin eingeladen worden, aber leider leider kann ich am 6.10. nicht nach Berlin fahren. Schade, da versäume ich eine wirklich interessante Veranstaltung!

»This is the cosiest shit!«

Herbst- und Wintersachen aus dem hohen Norden

wie immer: für die Anzeige auf die Vorschaubilder klicken!

In der Ausstellung in Berlin nehmen Designer aus Grönland und den Färöer Inseln teil:
DIE FÄRÖER INSELN
Barbara í Gongini / Guðrun & Guðrun | Guðrun Rógvadóttir & Guðrun Ludvig / Heimkær | Ann Højgaard Slot / Shisa Brand | Karen Sissal Kristiansen / Soulmade Faroe Islands | Beinta Poulsen / Steinum | Jóhanna av Steinum
GRÖNLAND
Isaksen Design | Nickie & Rita Isaksen
Lennert Design | Else Lennert
Nuuk Couture | Louise Lynge Hansen & Jeanette Holding
Mit TEXTILINSTALLATIONEN von Randi Samsonsen, einer FASSADENPROJEKTION von Karen Thastum und einer FOTOSERIE von Cecilia Vanman

OUR ARCTIC FUTURE – Eine Ausstellung über eine Welt im Wandel
Oktober 2015 – 6. Januar 2016 / Nordische Botschaften Berlin

Faroer und Grönland, da will ich noch hin!

Ich werde mir die Ausstellung garantiert bei einem späteren Besuch ansehen!

Mode ist Identität. Mode erzählt Geschichten. Das gilt auf besondere Weise für Designer aus Grönland und von den Färöern, die auch dann ihrer Heimat zutiefst verbunden bleiben, wenn sie sich längst international einen Namen gemacht haben. Ihre Inspiration beziehen sie oft weiterhin aus der grönländischen und färöischen Natur und Kultur.

Färöer – übersetzt heißt das: Schafsinseln. Und so ist Strick für die Färinger selbstverständlich auch heute noch ein wichtiges Thema. Von Langeweile keine Spur, vielmehr erfinden die färöischen Designer Strickmode immer wieder neu, überraschend und mit einer ganz individuellen Perspektive, ob feminin, poetisch oder spielerisch.

Für die grönländischen Designer spielen Fragen nach Identität und Tradition eine große Rolle. Das weite Land mit seiner fantastischen Erzähltradition erzeugt einmalige Bilder – auch in der Mode.

Links zu weiteren Infos:
Nordische Botschaften, Berlin
Dänische Botschaft in Berlin

Testosteron-Gehäkel

Wenn Kunst zu sehr auf Effekt zielt, wird sie sehr schnell bedeutungslos.
Wenn Kunst zu sehr bestimmte sexuelle Präferenzen bedient, wird die Zielgruppe deutlich eingeschränkt.
Wenn Kunst dann noch Techniken verwendet, die Menschen mit anderer sexueller Präferenz zugeschrieben wird (also z.B. Menschen mit Menstruationshintergrund), wird sie zu kokett.

Jürg Benningers Arbeiten

Jürg Benningers Arbeiten / Screenshot (Klick vergrößert)

juergbenningerhimselfIch habe da eine Ausstellungsankündigung von Jürg Benninger erhalten und mir die Arbeiten angeschaut. Und finde sie belanglos und affektiert.

Einordnen würde ich die Arbeiten als Rosemarie-Trockel-epigonal, mit etwas Schwulenzauber garniert.
Aber schon mit den Arbeiten von Rosemarie Trockel kann ich wenig anfangen.

Ich finde, auf seine Arbeiten passen meine drei oben genannten Aussagen. Erscheint mir alles zu kalkuliert.

Und wenn ich jetzt etwas polemisch werde, so meine ich doch, daß, wenn Frauen in sog. Männer-Domänen eindringen, gelingt dies meistens weniger oberflächlich, affektiert und aufgesetzt.

Und nun genug der Kunst-Polemik, die Woche hat begonnen und viel Garn erwartet mich ;=)

Rijswijk Textile Biennial 2015

Ich war schon einmal auf einer Papier-Biennale, aber noch nie auf einer Textil-Biennale und diese in Rijswijk in Holland werde ich auch nicht besuchen können, das ist schade. Ich habe von der Ausstellung, die noch bis zum 27. September im Museum Rijswijk gezeigt wird, nichts gewußt. Aber einen Trost habe ich: in 2 Jahren gibt es wieder eine Textil-Biennale!

Die Arbeiten von Kari Steihaug habe ich ja schon einmal vorstellen wollen, ihre Webseite habe ich schon durchgeschaut und das Projekt "Vierte Klasse" spricht mich sehr an, das würde ich gerne mal in natura sehen.

Kari Steihaug: Detail: FourthGrade

Kari Steihaug: Detail: FourthGrade

Das Photo stammt von der norwegischen Insel Radøy, vor Bergen gelegen, aus dem Jahre 1967. Alle Kinder tragen handgestrickte Pullover und die in der Arbeit vereinten 21 Pullover hat die Künstlerin aus verschiedenen Gegenden Norwegens zusammengetragen.

Mehr von Kari Steihaug kann man auf ihrer Webseite bestaunen.

Infos zum Museum
Museum Rijswijk
2282 BR
Rijswijk
The Netherlands
http://www.museumrijswijk.nl/rtb2015/infoENG01.html
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Nachlese: Ein Projekt im Shetland Museum

Ach, ich muß mich beeilen. Jetzt ist es schon  Juni und in knapp vier Wochen geht es schon wieder nach Riga und nach Estland zum Craft Camp... und ich habe noch soviel Material von meiner Shetland-Reise, das ich hier vorstellen möchte. Mal sehen, wie sich diese unterschiedlichen Strick-Kulturen hier auf der Wockensolle überlappen werden...

Das Shetland Museum and Archive in Lerwick habe ich noch nicht genug gewürdigt und bei der Durchsicht meiner Aufnahmen und Mitbringsel heute morgen wurde mir klar, daß das nicht mit einem Beitrag möglich ist. Und ein Thema sprang mir ins Auge, das einen kleinen Bogen nach Orkney schlägt, denn darüber habe ich auch noch zu schreiben: Das Cosy Croft Project.

Anfang der 90er Jahre entwickelten die Künstlerin Roxane Permar und die Strickerin Wilma Johnson dieses Projekt. Sie wollten ein leerstehendes, zerfallenes shetlandisches Crofthouse (und davon gibt es viele) mit einer Wollhaut überziehen.

Zerfallenes Crofthouse

Eines von vielen zerfallenen Crofthouses auf Shetland

Sie wollten mit diesem Projekt die Individualität der Strickerinnen von Shetland  und die shetlandische Strickkunst herausstellen. Etliche Modelle wurden angefertigt und in vielen Galerien gezeigt.

Cosy Croft Modell
Cosy Croft
Cosy Croft Modell

Ein paar dieser Modelle im Shetland Museum.

Aber dieses Projekt wurde nie umgesetzt. Zu kontrovers wurde es diskutiert, die Menschen wollten es einfach nicht.

Karikatur der Shetland Times

Karikatur der Shetland Times im Shetland Museum

Ich verstehe zwar den Text dieser Karikatur nicht, die auch im Museum zu sehen ist, aber wir können uns die Absicht vorstellen...

In der Vitrine im Shetland Museum wird auf der Info-Tafel auch auf die neue Mode des Yarnbombing oder Grafitti Knitting hingewiesen und die Frage aufgeworfen, ob dieses Projekt nicht einfach seiner Zeit voraus gewesen sei?

Nun, hinter Yarnbombing steckt selten soviel künstlerische Überlegung und Planung wie hinter dem Cosy Croft House Project, und ich habe auf Shetland auch nirgends Yarnbombing wahrgenommen.

Aber in Kirkwall auf Orkney, in der Broad Street vor der St. Magnus Kathedrale, habe ich eine solche Arbeit gesehen und wie immer (meine Meinung zu dieser Art der Wollverarbeitung ist ja bekannt) fand ich dies "gewogen und zu leicht gefunden".

Yarnbombing in Kirkwall

Yarnbombing in der Broad Street  in Kirkwall

Yarnbombing in Kirkwall

Gewogen und zu leicht befunden

Die BBC hat Kirkwall auf Orkney sogar zur Yarnbombing Capital of the North erklärt und zeigt auf ihrer Facebook-Seite noch weitere Beispiele aus der Stadt.

Nachösterliches … Windiges …

Nach wunderschönen Oster-Tagen mit lieben Menschen in Hamburg tut mir die Ruhe hier auf dem Land wieder gut. Ich merke, daß ich mich nach zwei, drei Tagen in der "alten Heimat" Hamburg  wieder in die "neue Heimat" sehne. Das Stricken fehlte mir auch, zwar hatte ich einen Strickstrumpf dabei (ich möchte die ägyptischen Socken nachstricken),

Nancy Bush: Ägyptische Socken

Nancy Bush: Ägyptische Socken

aber daraus wurde nicht viel. Zuviel Abwechslung, zuviele interessante Themen..

Nun also wieder auf dem Land. Die Sonne ist weg, der Wind hat sich gelegt. War ja wirklich viel Sturm in den letzten Wochen.
Morgens, wenn ich zum ersten Mal aus dem Fenster schaue, schaue ich ob der Wind in den Bäumen ist, denn an den Bewegungen der Zweige kann ich die Windstärke einschätzen. Eine Visualisierung der Luft, des Windes. Das Unsichtbare zeigt sich in seiner Wirkung.

Windrad

Eine andere Art der Visualisierung des Windes sind Windräder und die holländische Künstlerin Merel Karhof propagiert das Tragen solcher Räder auf der Kleidung.Damit wird die durch das Gehen, die Bewegung des Trägers produzierte Energie sichtbar. Energie-Ernter, energy harvesters nennt sie diesen Prozeß.

Aber sie hat noch mehr in petto: Sie nutzt, als echte Holländerin, den Wind auch für produktive Zwecke:

Sie konstruierte eine Wind Knitting Factory:

Wind Knitting Factory, by Merel Karhof

Wind Knitting Factory, by Merel Karhof

Mit Windkraft treibt sie eine Strickmaschine an. Die Windmühle wird außen an einem Gebäude angebracht, die Strickmaschine befindet sich innen.

Die genutzte Wolle ist meistens selbstmusternde Wolle mit langem Verlauf. Dadurch gelingt es ihr, Schals mit breiten Streifen zu produzieren.

Auf ihrer Webseite kann man die Funktionalität der Strick-Mühle studieren, und in ihrem Online-Shop kann man die solcherart produzierten Schals bestellen.

Und natürlich erinnert mich ihre wind knitting factory an den legendären Veranstaltungsort Knitting Factory in New York, wo mein Mann auch einmal konzertierte. Aber das ist lange her und diese Knitting Factory ist ein altes Manufakturgebäude aus vergangenen Zeiten...

Mit dem Laptop im Flieger

Klar nehme ich meinen Laptop mit, aber so anstellen werde ich mich sicherlich nicht.
Laptop Compubody Sock in flight

Die Anleitung für diese Arbeit gibt es bei instructables. Kann man sogar als PDF herunterladen.
Anwendungsgebiete: Nach Angaben der Designerin:

  • Flughäfen
  • Büchereien
  • Türlose Büroräume
  • Öffentliche Parks
  • aber vor allem in Kunstgalerien.

Auf Überhitzung achten!