Shetland WoolWeek Logo

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nun, die Shetland Woolweek vom 26.9. bis 4.10.2015 ist ja wirklich ein großes Ereignis auf der Insel und ich bin auch überall gefragt worden, ob ich denn im September auch käme. Aber ich hatte schon von Anfang an das Gefühl, daß diese Veranstaltung mir zu crowded würde. Ich war ja mit den Teilnehmern unserer Textile Tour im Shetland Textile Museum (wir waren komplett 9 Leute), und da war das kleine Museum schon "voll".  Wie dann während der Veranstaltung?

Daß die Veranstalter selbst mit großem Andrang rechnen, sieht man schon daran, daß es jetzt ein Mitgliedschaft gibt, die etliche Privilegien birgt: für 20£ konnte man einige Zeit vor der Veröffentlichung des Programms schon Termine buchen und man kommt dann auch zur Eröffnungsfeier rein... Das zeigt schon, daß ein Vorsortieren notwenig wurde...

Nö, wenn ich dann auch noch im Programm sehe, daß ein Tagesausflug nach Unst ins Unst Heritage Center 70,00£ kosten soll (fast 90€!), dann finde ich das zu teuer und ich weiß auch nicht, warum ein Schmuckdesigner im Programm dabei sein muß. Es wird zu groß und kommerziell.

Fast alles, was angeboten wird, kann man selbst mit ein wenig Initiative aufsuchen und besuchen, die Orte sind ja alle mit ihren Angeboten gut beschrieben, und Veranstaltungen wie die Textile Tour gibt es ja auch (preiswerter, kleine Gruppen etc.).

Shetland WoolWeek 2015 hat

Shetland WoolWeek 2015 hat

Und zum Schluß: die diesjährige Mütze finde ich ein wenig kindlich, die von Hazel Tindall vom letzten Jahr hat mir besser gefallen.

So genug gemeckert ;=)
Mein Fazit? Ich spare mir das Geld, stricke die Wolle, die ich mitgebracht habe, und wenn die Wolle alle ist, fahre ich wieder nach Shetland. Und zwar für länger als eine Woche!

Links:
Shetland WoolWeek

Donna Smith Designs (WoolWeek Patron 2015)

Diese Tiere sind etwas ganz besonderes: manche der kleinen munteren Lämmer haben Augenringe wie Panda-Bären oder Panzerknacker.

Auch wenn leider der Wind die Aufnahme stört (das ist nun mal nicht wegzukriegen), macht es Spaß, den Film zu betrachten und den Lütten zuzusehen wie sie durchs Gelände stieben und übereinander purzeln.

Nun scheint die Sonne und das Gras ist grün, alles ist ein wenig wärmer, da habe ich die Jacke einfach mal auf das Grün gelegt:

Barbara Isbister Knitwear

Barbara Isbister Knitwear

Und eine Großaufnahme des Musters:

Barbara Isbister Knitwear: Muster meiner Jacke

Barbara Isbister Knitwear: Muster meiner Jacke

DIe Blütenpracht meines Fliederbusches möchte ich aber auch einbinden, auch wenn sich das Blau nicht ganz mit der Jacke verträgt:

Gribower Fliederbusch

Gribower Fliederbusch mit vom Unwetter umgestürzter Leiter

Am Abend des letzten Tages brachte Barbara Isbister die fertiggestellte, gewaschene und getrocknete Jacke vorbei und ich konnte das gute Stück endlich anprobieren. Sie sitzt wie angegossen, ist federleicht und sie ist einfach wunderschön! (Ein Bild der Jacke werde ich morgen auf unserer Löwenzahn-Pusteblumen-Wiese aufnehmen und dann hier posten)

Am Abreisemorgen dann. am Flughafen in Sumburgh, beim Check-In nach Edinburgh, meinte die junge Dame am Schalter: 
Oh, Sie haben aber eine schöne Jacke!
- ja, die ist extra für mich von Barbara Isbister gestrickt worden!
Das ist meine Tante! Sie hat meinen Onkel geheiratet!

Im Coffeeshop am Flughafen bekam ich dann noch ein weiteres Kompliment:
Was für schöne Farben!

Ja, das macht mich stolz. Ich freue mich sosehr über diese Jacke, endlich habe ich so ein schönes Teil! Früher nannte man soetwas wohl ein Erbstück, das von Generation zu Generation weitergegegen werden wird. Wer die Jacke nach mir tragen wird? Im Moment bin ich dran!

Shetland-Koffer

Shetland-Koffer

Der  Shetland-Koffer vor dem Auspacken und dann der Shetland-Stash nach dem Auspacken:

Shetland-Stash

Shetland-Stash

Dieses Bild zeigt die Farben meiner Wolle, nicht die exakte Menge, von manchen Farben gibts mehrere Knäuel! Und der große Konen? 500g in der Farbe Tartan von Jamieson's of Shetland. Und die Farbkarten habe ich jetzt auch.

war die Heimreise alles andere als relaxed. Einerseits hatte ich einen Fehler bei der Planung gemacht und andererseits...

Nur ganz kurz unsere Heimreise, alles weitere dann in der Nachbereitung:

Am Flughafen in Sumburgh auf Shetland äußerst penible Sicherheitskontrollen, von freundlichen Beamten durchgeführt, aber meine Fingerringe + Schuhe + (noch mehr) ausziehen mußte ich bisher noch nirgendwo.

Ich hatte die Zeitspanne zum Umsteigen am Flughafen in Edinburgh falsch eingeschätzt. Zwischen Ankunft und Schließung des EasyJet-Gate hatten wir nur 35 MInuten und die Koffer werden nicht durchgereicht. Also raus aus dem Flieger, Gepäck eingesammelt, noch einmal durch den Checkin und die Sicherheitskontrollen und dann endlos lange Gänge entlang... das erste Mal, daß ich als Letzte in ein Flugzeug hetzte, 10 Minuten vor Abflug.

In Berlin dann beim Aussteigen aus dem Flieger ein vertrautes Gesicht: "I followed you" sagte der nette junge Kellner aus dem Scalloway Hotel. Er hatte aber keinen Highland Park Whiskey für mich dabei ;=)
Dann, wie das am Schönefelder Flughafen ist, steile Treppen hoch, lange Gänge entlang, steile Treppen herunter, barrierrefrei ist anders.

Und dann der größte Streß. Es ist tatsächlich immer noch Bahnstreik und der nette Taxifahrer meint, er bringt uns besser nur bis Südkreuz, zum Hauptbahnhof wäre es viel zu teuer, die Straßen verstopft. Am Bahnhof Südkreuz dann die Auskunft, daß zwar der Streik des Herrn Weselsky erstmal ausgesetzt sei, aber unsere Richtung (R3 nach Greifswald) nicht bedient würde. Bis zum nächsten Morgen kein Zug!
Beim Versuch dann zum Hauptbahnhof zu kommen, Treppen runter (mit dem ganzen Gepäck), Gleisverlegung, Treppen wieder rauf, dann am Hauptbahnhof Lift kaputt und Rolltreppe geht nicht vom Tiefgeschoß nach oben.

Willkommen in Deutschland!

Wie es weiterging? Wir haben noch einen Leihwagen mieten können, einen Fiat 500 für 130,00 EUR und kamen nachts um 00:30 in Gribow an, Baustelle vor dem Haus. Ein glücklicher Kater, der für uns eine tote Eidechse und einen zerrupften Vogel als Empfangsgeschenk bereitgelegt hatte und die ganze Nacht glücklich auf mir herumtrampelte.

Ja, das war ein unschönes, anstrengendes Ende einer sehr sehr schönen Reise, die mich noch eine Weile begleiten und beschäftigen wird. Bis ich wieder nach Shetland fahre.