Blaudruck, manufactured by Farbwerke vorm. Meister Lucius and Brüning

in Ückermünde!

Kukuka 2014gerade läuft das zweite Kukuka-Festival und wir nehmen daran teil. KuKuKa bedeutet Kunst / Kultur / Kajüte und ist ein regionales Kulturfestival im Oderdelta / Stettiner Haff. 
Eine deutsch-polnisch-pommersche Gruppe Kulturaktivisten fährt auf zwei Großseglern durchs Stettiner Haff und an den Anlegestellen gibt es dann Festival.  Am Sonnabend hat Heinz in Greifswald die Schiffe beim Auslaufen aus dem Hafen musikalisch begleitet, gestern war das Schiff in Ückermünde und im Kulturspeicher gab es Vernissagen und einen kleinen kulinarischen Höhepunkt. Es wurde ein "Kaffeegedeck á la Pommern"  kreiert (Blaubeerkuchen, Kaffee und Quittenlikör). Ich habe mich natürlich im ganzen Gebäude umgesehen, denn ich war zum ersten Mal dort.

Das Gebäude verfügt auch über einen Regionalladen, in dem kunsthandwerkliche Produkte aus der Region angeboten werden. Auch etliche Erzeugnisse von Workshops, die im Speicher gehalten wurden, werden hier feilgeboten.

Im Regionalladen im Kulturspeicher ÜckermündeSo auch gestrickte Kissenbezüge aus handgesponnener Schafswolle. 
Stolz zeigte mir Herr Kwasniak den von ihm gestrickten Kissenbezug.

Herr Kwasniak und das Schafswollkissen

Den Ausflug nach Ückermünde beendete ein Abstecher an den Strand von Mönkebude, wo man lecker Fisch essen kann. Obwohl schon Ende Mai, war es doch recht frisch und der Wind aus Nordost trieb das Wasser auf dem Haff heftig gegen das Land, eine ungewöhnliche Windrichtung.

Am Haff im Mönkebude

Die Segel-Veranstaltung "Haff-Sail" am heutigen Samstag hat dadurch sicherlich ordentlich viel Wind in die Segel bekommen.

Spitzweg: Es war einmal

Carl Spitzweg: Es war einmal (Der strickende Vorposten)

Beim Wollschaf wurde letzte Woche die Frage nach "nicht-frauen-spezifischen Strick- oder Häkelzeitschriften" gestellt.  Und es antwortete auch ein Herr Maschenbart. Er führt seit Kurzem ein Strickblog, maschenbart.wordpress.com und schreibt dort unaufgeregt und selbstverständlich, mit Humor über das Stricken und andere Dinge des Lebens.  Und auch er sucht wie der Vorposten hier rechts nach Strickern und Anleitungen für Stricker.

Herr Maschenbart setzt sich  mit den Klischees über  strickende Männer auseinander und schildert die Reaktionen, die ihm oft begegnen. Im Beitrag "Wieso denn bloß" stellt er die Frage, ob nicht ein Männer-Handarbeitsblog die Klischees zementiere.

Das möchte ich nicht bejahen. Es gibt MWBs (= MännerWollBlogs). die mit dem Klischee kokettieren und keine Gelegenheit auslassen, sich auf allen möglichen Plattformen zu präsentieren. So wie der MaleKnitter, der angestrengt alle sozialen Netze knüpft und immer als "Sau durchs Dorf" läuft, wie man so schön sagt. Ich vermute mal, er macht "irgendwas mit Medien" und ist da ganz aufgeregt. Aber so richtig schön strickt er trotz allem nicht wirklich.
Andere MWBs habe ich hier ja schon vorgestellt, eine ganze Rubrik dem Thema gewidmet. Und einige MWBs gefunden, die einfach nur gut sind. Dazu zähle ich ab jetzt auch den Herrn Maschenbart mit seinem Blog.

Daß Stricken nicht immer eine fast-nur-weibliche Domäne war und daß in vielen anderen, meist angelsächsischen Ländern Männer ganz selbstverständlich stricken, daß es viele Künstler gibt, die mit Textilien (also auch Wolle) arbeiten, das weiß der Leser / die Leserin meines Blogs ja doch wohl schon ;=)

Also hier nochmal Links zu deutschsprachigen MWBs:

Herr Maschenbart, http://maschenbart.wordpress.com + KnitSomething, http://knitsomething.wordpress.com/ + Lauréus, http://laureus.wordpress.com/

Komisch, alle drei bei wordpress.com ;=)

Da hab ich doch eine bemerkenswerte Ausstellungsankündigung gefunden:

Scythia Textile. Fibremen 2FIBREMEN 3

Vom 23. Oktober bis zum 23. November 2013 findet in Kherson in der Ukraine die 

“Fibremen 3” International Fibre Art Exhibition restricted only for men. Juried. Open to all professional male artists, working in fibre. Digital submissions “ only. Contemporary and innovative works are welcome.

statt. Ein ganz besonderes Vorhaben, nun schon zum dritten Mal. FIBREMEN 2 im Jahre 2012 wird auf der Webseite von scythiatextile.com dokumentiert. Ludmila Egorova, die Kuratorin, beschreibt die Schwierigkeiten bei der Suche nach Teilnehmern: It’s not an easy task to find fibremen who work creatively worldwide. Letztendlich hat sie dann Teilnehmer im Alter von 26 bis 70 Jahren gefunden,  und Arbeiten von 3 Zentimetern bis 3 Metern ausstellen können.

Zwei deutsche Teilnehmer habe ich ausmachen können: Johan Söhl und Wolfgang Raetz. Eine Slideshow der ausgestellten Werke gibt es auf der Webseite zu sehen.

Im nächsten Jahr findet vom18. bis 22.  Juni 2014 in Kherson, Ukraine, "Scythia 10", die 10. Internationale Biennale der zeitgenössischen Textilkunst mit Ausstellungen und Konferenz statt.

Nu hab ich ja schon hier im Blog nachgefragt, ob jemand "deutschprachige männliche Strickblogs" kenne, aber keine Antwort erhalten.

 Dann habe ich beim Wollschaft eine Dienstagsfrage gestellt und es gab ein paar Antworten. Aber nur ganz geringe  Ausbeute. Der maleknitter natürlich, aber den mag ich nicht. Weitere Blogs dann, aber davon waren die meisten inaktiv, seit Jahren keine Beiträge, stehen halt im Netz rum, weil man könnte ja mal wieder wenn einem was einfällt oder so ...

Aber zwei Seiten gefallen mir sehr gut:

Knit something

Knitsomething, ein Mann und seine Stricknadeln... das ist eine aparte Seite. Die gezeigten Strickstücke sind sehr sehr schön und geschmackvoll und ich mag gar nicht glauben, daß Ronny. der Mann der hinter dieser Seite steht, erst so kurze Zeit strickt (4 Jahre!) Und: seit Januar ist er Verkäufer in einem Wollgeschäft und ist somit seinem Wunsch, ein eigenes Wollgeschäft zu führen, ein Stück näher gekommen. Hut ab!

 

laureus

Lauréus, male knitter from Switzerland, hat eine ausgesprochen schöne Seite und seine Arbeiten sind sehr sehr elegant, selbst ein Hoodie hat plötzlich Stil, das beeindruckt mich sehr.

Diese beiden Tipps kamen von Michaela (www.stricktagebuch.de), sie stellte Lauréus vor und den Hinweis auf "Knit Something" gabs zu Tee und Keksen ;=)

So wurde meine Vermutung, daß sich nicht allzuviele Herren strickenderweise im Netz herumtreiben, bestätigt, aber diese zwei Links machen das alles wieder wett. Danke für die Links!

Und damit bedanke ich  mich für die Antworten auf meine Frage und entschuldige mich gleich im Voraus, wenn in der nächsten Zeit hier nicht viel kommt, denn ich fliege in einer Woche nach 34 Jahren (!) wieder nach Kreta und stöbere meinen Erinnerungen hinterher, vorher muß/will  ich noch ein Pflichtenheft erstellen und zwei Projektbeschreibungen fertig stellen.

Deshalb meine nächste Wockensolle-Frage:

Wer hat einen Strick- oder Woll-Tipp für Kreta für mich?

Ben Cuevas

Ben Cuevas

 

Ben Cuevas: Gestrickte Venen

Ben Cuevas: Gestrickte Venen

Die Fasern unseres Lebens betitelt der us-amerikanische Künstler Ben Cuevas seine Arbeit. Mit dieser Arbeit beteiligt er sich an der Gruppenausstellung Fiber 2 Form der Galerie Salem Artworks Ben Cuevas: Venen, von: https://twitter.com/Ben_Cuevas/status/358298718195294208/photo/1Ben Cuevas: Venen, von: https://twitter.com/Ben_Cuevas/status/358298718195294208/photo/1

Sein gestricktes Gehirn war hier ja schon mal vorgestellt. Die neue Ausstellung zeigt eine Wand, die mit roten und blauen Adern, Venen, überzogen ist.

Dieser Künstler ist besessen vom anatomischen Stricken, so scheint mir. Der Grund hierfür liegt in seinen Fragen:

  • what does it mean to have a body
  • to inhabit a body,
  • to be a body incarnated in, and interacting with, this world?

Aber das ist nicht alles. In einer seiner Performances sitzt er in nackt in einem Umkleideraum und strickt ein Suspensorium.Dabei läßt er sich über die den Gegensatz weibliche Arbeit versus männliche Arbeit aus und über den Geschlechter-Definitionen angepaßtes Verhalten.
Der Erfolg scheint nicht groß gewesen zu sein, denn er wünscht sich eine Wiederholung dieser Performance und auch reagierendes Publikum und er möchte das dort gefertigte nächste Suspensorium dann auch tragen.

Körperwelten 4 - MusclesBen Cuevas: Skeleton:

Ein recht männlicher Künstler also, der die Strickerei von jedem weiblichem Kontext befreit. Er provoziert. Mich auch. Aber nur so wie der Herr Gunter von Hagen. Dessen plasitifzierten Körperwelten setzt er seine gestrickten Körperwelten entgegen. (oder dazu?)

Wie auch immer. Mein Urteil? Eher Effekthascherei denn ästhetischer, visueller oder gesellschaftlich-philosophischer Stimulus. Dazu wohl noch Coming-Out-Kunst.

Ben Cuevas Homepage || Ben Cuevas Performance: Jock Strap (a work in progress) || Suspensorium => in der Wikipedia || Bildersammlung bei Google Images

Carl Spitzweg [Public domain], via Wikimedia CommonsAuf meine Frage nach Stricker-Blogs bekam ich keine Hinweise, was aber nicht bedeuten muß, daß es keine solchen geben sollte.

Vielleicht ist es tatsächlich so, daß im angelsächsischen Raum Stricken bei Männern eher üblich ist als in unseren Breiten. Und deshalb ein etwas krummes Wortspiel:

Im englischen Brighton gibt es das Café Temptation. Sein Besitzer Peter Allison ist ein passionierter Stricker. Und ein exzentrischer noch dazu: so hat er den Brightoner Königlichen Pavillon gestrickt und das Brightoner Riesenrad ebenfalls. In seinem Café stellt er gestrickte Kannenwärmer aus und an der National Knitting Week 2011 nahm er auch teil. 

Seine Werke sind vielfältig dokumentiert, auf seiner Webseite www.brightontemptation.com zeigt er seine Werke. Und selbstverständlich wurde er in etlichen TV-Shows gefeatured.

Dieser Beitrag endet mit der Frage der Moderatorin:

"When will this knitting craze end?"

In der Alan Titchmarsh Show, im Kontext der National Knitting Week, nennt der Moderator eine wahrhaft erstaunliche Zahl: 500.000 strickende Männer werden in Britannien gezählt / geschätzt! Und dann wird auch Peter Allison vorgestellt:

Ich werde zwar in absehbarer Zeit nicht nach Brighton kommen, aber lohnenswert ist ein Besuch bei ihm wohl auf jeden Fall!

Hier ein paar Links zu Peter Allison und seinem Hobby:

Seine Webseite: http://www.brightontemptation.com/
Ein Zeitungsartikel über den Royal Palace: Brighton Café Owner knits the Royal Palace
Ein Porträt seines Cafès:

und last not least sein gestricktes Riesenrad: