Lusekofta – Lausiger Pullover ?

Irish Dream by DROPS Design

Und gleich ein neues Paar Socken in Arbeit, auch wieder in klassichen Farben

Ein klassisches norwegisches Pullovermuster ist das Lausmuster... einzelne kleine Maschen in einer anderen Farbe als die Grundfarbe, meistens hell auf einem dunklen Pullover. Annemor Sundbø hat dieses Muster Lusekofta  ja beschrieben und benannt. 

Mein graudunkelblauer Socken nach der Anleitung von Drops Design wächst,  und ich habe mich einige Zeit gewundert weshalb mir die Farbkombination so vertraut ist. Und dann kam mir die Erinnerung wieder.

In den 70er Jahren gab es eine interessante Zeitschrift: "100 Ideen", wohl das erste alternative Handarbeits- und Hobbymagazin überhaupt. Zwei Jahre lang erschien die Zeitschrift in Deutschland, dann verschwand sie wieder. Ich erinnere mich, daß ich 1976 einen Pullover aus dem Heft gestrickt habe. Einen dunkelblauen Norwegerpullover mit hellgrauen "Läusen".... Das Heft habe ich noch, den Pullover nicht mehr.

100 Ideen, November 1976

Dieses Heft enthielt die Anleitungen für mehrere Folklore-Pullover, damals geometrische Jacquard-Pullover genannt,  und einer davon wurde dann auch "meiner":

100 Ideen, November 1976Der Pullover oben rechts mit dem schönen dreieckigen Mustersatz.

Ich habe mich dann durch die Anleitung gekämpft und diesen Pullover gerne getragen. Leider gibt es kein Foto davon.

In den 80ern dann ging mir dieser wunderschöne Pullover verlustig: mein Freund Jim Menesses, ein amerikanischer Schlagzeuger ging mit der seligen Band "KIXX" auf Tour in die DDR und es sollte kalt werden und er hatte keinen warmen Pulli. Also nahm er meinen mit, und irgendwo hat er ihn wohl im Liebeswahn verschenkt. Er kam auf jeden Fall ohne meinen Pullover von der Tour zurück und ich war ziemlich sauer.

Ich habe mal die Anleitung und die Bilder rausgesucht und dabei festgestellt, daß diese "100 Ideen" , welche ursprünglich aus Frankreich kam, auch dort noch eine Fan-Gemeinde hat, es gibt sogar einen Blog / ein Forum dazu, wo man alte Hefte tauschen oder kaufen kann. Und da forschte vor 2 Jahren Joëlle nach der Anleitung. Und zeigte auch ein Photo.mein Pulli auf französisch

Heute habe ich dann  mal die Seiten aus meinem uralten Heft eingescannt und daraus eine kleine Galerie gemacht.  War schon eine wunderschöne Anleitung.

Und hier die Strick-Anleitung im PDF-Format zum Herunterladen:

  100 Ideen – der Pullover

 Und noch der Link zum blog des centidealistes, und die gezeigte Seite startet gleich mit einer Photographie des schönen Pullovers.

Die französisch-sprachige Anleitung ist dann hier auch zu finden: Pull jacquard du numéro 36

Badebukser = Badehosen

Ich lerne Norwegisch... auf die passive Art und Weise: gerade schaue ich mir noch einmal Auszüge aus der norwegischen Stricknacht  des norwegischen Fernsehens an und komme zum Interview mit Annemor Sundbø,

Annemor Sundbø

Annemor Sundbø

Ach, was ist das für ein schönes Land, das eine "Staatsstipendiatin für Stricken" auszeichnet!

In der Unterhaltung fallen so schöne Worte wie Badebuksen = Badehosen und Strikkeplagg steht für Strickwaren.  Ich merke, daß ich seit der durchwachten Nacht Anfang November 2013 doch schon eine ganze Menge über das Stricken gelernt habe, ich besitze nun das wunderbare Buch von AnnemorSundbø "Everyday Knitting", habe weitere Bücher von ihr auf der Wunschliste, weiß was selbuvotten sind (dazu gibts auch einen Videoausschnitt aus der Stricknacht) und, vor Allem: ich habe mich inspirieren lassen, bin angefixxt.

Ich habe Handschuhe und Socken nach einer Anleitung von Drops Design gestrickt und bin ganz schön stöiz drauf:

DROPS Handschuhe und Socken

Und nochmal in aller Schönheit eine Galerie dieser Arbeiten:

Strickverletzung…

zumindest indirekt ...

Ja, man kann sich beim Stricken verletzen, durch das Gestrickte verletzten oder mit dem Gestrickten verletzen. Letzteres ist mir passiert.

Zwockelsocken

Zwockelsocken

Da hab ich aus Spaß und Wollresten mal diese zwei Teile gestrickt, wollte mal Fünf-Zehen-Socken und Vier-Plus-Eins-Zehensocken ausprobieren. Die mit dem gelben Zehendaumen sagen mir sehr zu, wer jemals von Halux gedrückt wurde und auf Birkenstock-Schuhe ausweichen mußte (die mit dem Zehentrenner), wird zumindest zu Hause gerne mal solche Fußwärmer anziehen.

Zu diesem Zweck strick ich mir dann aber sicherlich ein einfarbiges Paar, aus einem richtig frischen Wollknäuel und nicht aus Resten..

Aber die Fünf-Zehen-Socken. Die sind ein solcher Graus, nie weiß man ob der Zeh nun die richtige Länge hat oder nicht, was hab ich wieder aufgeribbelt etc... und dann bin ich mit den Socken auf Wanderung gegangen zuhause. Holzfußboden. Tisch, der im Weg steht.
Ergebnis? Blauer kleiner gelber Zeh, Bluterguß unter dem Nagel, permanenter leichtbrennender Schmerz und Distanz-Angst (komm mir ja nicht zu nahe....)

Für die verstrickte Dienstagsfrage aus der KW 26 kam dieses Mißgeschick allerdings zu spät...

Ein Gruß an Frau Wollfrosch, die die blau-bunte Wolle sicherlich wiedererkennt. ;=)

Strumpfspitze (Abbildung 364)

Mit dieser Vorlage wird ein anderer nicht minder praktischer Strumpfabschluss gebracht.

Anleitung Nr. 364

Anleitung Nr. 364

Im ersten Gang werden die beiden ersten Maschen je einer Nadel verkehrt abgenommen.

Der 2. und 3., der 5. und 6., der 8. und 9., der 11. und 12., der 14. und 15., der 17. und 18. Gang werden glatt gestrickt.
4. Gang: Die 1. Masche einer jeden Nadel glatt abstricken; die 2. und 3. Masche und die beiden letzten verkehrt abnehmen.
7. Gang: Die beiden ersten Maschen einer jeden Nadel glatt abstricken, die 3. und 4. Masche sowie die beiden letzten Maschen verkehrt abnehmen.
Es wird nun bei jeder Abnahme um eine glatte Masche mehr zu Anfang der Nadel gestrickt.

Wenn sich die beiden Nähtchen vereinen, wird die letzte Masche einer jeden Nadel über die erste Masche der nächsten gezogen; die Zwischenmaschen sind glatt zu stricken. Das Abnehmen ist bis auf die letzten Maschen gleich fortzusetzen.

Strumpfspitze #364 / Thérèse de Dillmont

Strumpfspitze #364 / Thérèse de Dillmont

Diese Spitze hab ich nicht so gern gestrickt. Da die gute Madame Dillmont keine Maschenangaben trifft, habe ich wie bisher 64 Maschen angeschlagen. Dann kam es aber im 16. Gang nicht so so recht hin, ein Gang Abnahmen fehlt, die Anleitung im Buch braucht wohl 70 Maschen.

Außerdem wird diese Strumpfspitze sehr kurz, man muß also mindestens 2cm mehr "Fußlänge" stricken, bevor man mit der Spitze beginnt.

Nun, zum Ende hin wurde die Anleitung auch recht unklar und ich habe mich eher am Bild orientiert. Zudem musste ich noch nachschauen, was eine "verkehrte Abnahme" bei Madame Dillmont ist:

Verkehrt Abnehmen: Zwei Maschen verkehrt zusammenstricken; dies geschieht um die zusammengestrickten Maschen sichtbar zu machen, oder bei Arbeiten in Streifen auf der Kehrseite, wenn das Abnehmen auf der Rechtseite nach rechts liegen soll.

Verkehrte Masche. Die Kehrseite einer Strickerei kann auch absichtlich ausgeführt werden. Die verkehrt gestrickte Masche heißt verkehrte, zuweilen auch linke oder krause Masche.
Um sie zu bilden, wird der Faden auf die linke Nadel gelegt, die rechte Nadel von oben herab hinter dem Faden in die Masche der linken Nadel geführt, der Faden von unten nach aufwärts auf die rechte Nadel gelegt, durch die Masche gezogen und die Masche von der linken Nadel fallen gelassen.

Fazit? Verkehrte Abnahme = 2 Maschen links zusammenstricken

Und  nochwas zum Spaß: Beim Fotografieren dieser Strumpfspitze zeigte sich das Strickstück von einer ganz unerwarteten Seite:

Strumpfspitze mal andersrum

Strumpfspitze mal andersrum

Honi soit qui mal y pense!

Können Sie sich aber der Annahme, daß Stricken durchaus eine körperliche Seite hat, nicht verwehren, verweise ich Sie noch auf einen anderen Artikel hier: Brust-Stricken ;=)

Strumpfspitze (Abbildung 363)

Anleitung Nr. 363

Anleitung Nr. 363

Das Abnehmen beginnt hier mit den ersten beiden Maschen einer jeden Nadel und zwar ist die erste Masche abzuheben, die zweite abzustricken, die erste Masche über die zweite zu ziehen.

Ueber jeden Gang mit Abnahmen ist ein glatter Gang zu stricken,

In den folgenden GÄngen werden im zweiten die 3. und 4. Masche, im dritten die 5. und 6. Masche, im vierten die 7. und 8. Masche abgenommen, sodass zum Schluss das Abnehmen eine Art Schneckenwindung bildet. Der Abschluss wird den andern gleich hergestellt.

Spitze #363

Spitze #363

Diese Spitze gefällt mir bisher am besten, Ich habe aber ab dem Moment, wo nurmehr 4 Maschen auf einer Nadel waren, also die letzten zwei Abnahmen, bisher immer die Zwischenrunden (Gänge) ausgelassen. Dann sitzt die Spitze auf meinen Zehen besser.

Strumpfspitze (Abbildung 362)

Anleitung Nr. 362

Aus dem Buch: Anleitung Nr. 362

Hier müssen die Maschen vor Beginn des Abnehmens zu 8, 10 oder 12 eingetheilt werden.

Angenommen, sie seien durch 10 theilbar, so sind 8 Maschen glatt zu stricken, die neunte und zehnte hingegen abzunehmen. Dann folgen wieder 8 glatte Mashcen, wieder eine Abnahme und so fort um die ganze Rundung.

Nach dem Gang mit Abnahmen folgen ebensoviele glatte Gänge, als Maschen zwischen den Abnahmen liegen.

Strumpfspitze #362

Strumpfspitze #362

Bei jeder folgenden Abnahme hat eine Masche weniger zwischen den abgenommen zu bleiben, so zwar, dass beim zweiten Abnehmen 7 Zwischenmaschen bleiben und 7 glatte Gänge gestrickt werden, beim dritten Abnehmen 6 Zwischenmaschen bleiben und 6 glatte Gänge gestrickt werden; beim vierten Abnehmen 5 Zwischenmaschen bleiben und 5 glatte Gänge darüber u.s.f.

Die restlichen Maschen werden dann bis auf 4 im Kreise abgenommen, welche nach dem Innern des Strumpfes gebracht und vernäht werden.


 

hier muss man ein wenig aufpassen, aber die Logik erschließt sich. Interessant ist, wie sich das Maschenbild je nach verwendetem Garn verändert. Heutiges Sockengarn hat doch viel mehr Halo, wie Tina es nennt.