4. Mai in Riga: Trachtenprozession

wenns zu langsam gleitet: auf die Bilder im Slider klicken!

Und, Appetit bekommen?
Dies ist der erste Bericht über Wollmühlen, die ich schon besichtigen konnte oder noch besuchen werde.
Die Bilder im Slider über diesem Text zeigen Wolle von der Insel North Ronaldsay, der nördlichsten Insel des Orkney-Archipels.

Seit nunmehr 5 Jahren beschäftige ich mich mit Wolle und Stricken und Traditionen und allem zusammen…. Und von Anfang an verlor ich mich in den unendlichen Verlockungen dieser Faser, sammelte Wolle, die mir besonders erschien, leistete mir einige Stränge der Wolle, die ich wirklich unbedingt haben musste.

Und im Jahr 2014 begegnete mir zum ersten Mal die Wolle von der Insel North Ronaldsay,  ich las von den algenfressenden Schafen auf dieser Insel und war fasziniert.

Und habe mir erst einmal Wolle bestellt.

„North ron sheep“ von Ian Caldwell – Eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Attribution 2.5 über Wikimedia Commons

North Ronaldsay Lighthouse Visitor Centre

Das Lighthouse Visitor Centre

North Ronaldsay

Einige Stränge dieser schönen Wolle in den verschiedenen natürlichen Farbtönen, zweifädig, habe ich damals geordert. Und daran geschnuppert und die Wolle bewundert, aber verstrickt habe ich sie noch nicht. Irgendwie habe ich Respekt vor diesem Garn.

Meine Neugierde wurde immer stärker und ich wollte diese Schafe unbedingt in echt sehen. So kam es, daß Heinz mit mir im Frühjahr 2015 auf die Reise ging, für einen Monat fuhren wir nach Orkney, North Ronaldsay und Shetland.

Das Wetter war schlecht, aber überall sprangen kleine Lämmchen herum und wir wanderten über die Insel.

North Ronaldsay im Mai 2015

Ganz im Norden, im schönen Leuchtturm, befindet sich die 2003 in Betrieb genommene Wollspinnerei, ein Projekt der Bewohner der Insel North Ronaldsay. Sie wollten bessere Preise für ihre Wolle erzielen und außerdem ihrer Wolle einen Markennamen erarbeiten, denn immerhin gehören die Schafe zu den seltenen und in ihrem Bestand gefährdeten Rassen Großbritanniens.

Im Leuchtturm befindet sich auch das Visitor Centre und ein kleines Café, man kann sich dort also gut aufhalten.  Wir saßen auch eine ganze Weile herum, da die junge Dame, die uns durch die Spinnerei führen sollte, am Flughafen gebraucht wurde, sie hat 2 Jobs. Das habe ich aber schon im Beitrag „Ein Tag auf North Ronaldsay“ ausführlich beschrieben. Deshalb noch einige Photos und dann stelle ich die Wollmühle vor.

wtfdivi014-url6

Liz Lovick: North Ronaldsay Sheep

North Ronaldsays are a primitive breed, genetically the most primitive in the UK. They are small, fine-boned sheep with small heads. Ewes have a dished face, and rams have big curly horns: some ewes have smaller, backward-facing horns. Fleeces can be any colour, from white to very dark brown, with a staple of about 10cm/4″. Unlike most sheep, North Ronaldsays have a double coat, the inner being as fine as cashmere and the outer being thicker. The outer coat, or guard hair, is structured to encourage water to run off the hair rather than soak into the undercoat.

Quelle: Liz Lovick, Northern Lace

wtfdivi014-url2

Garn-Charakteristik

Gewicht des Vlieses 1.0kg – 1.25kg
Faser-Länge 5cm – 15 cm
Faser-Durchmesser 23-28 Mikron
Gewicht double-knitting, DK
Naturfarben weiß, grau, braun, beige, schwarz

Quelle: Deborah Robson & Carol Ekarius, The Field Guide to Fleece, 2013

WollstrangSeit der Errichtung der Wollmühle müssen die Schafzüchter auf der Insel nun nicht mehr die Vliese zu schlechten Preisen verkaufen, das Angebot umfaßt nun vielmehr Strickwolle in verschiedenen Stärken (von 2ply bis Aran), Filzwolle, kardierte Wolle, Kammzüge und Strickwaren. Denn eine Filzpresse gehört auch zum Inventar.

Und die Erzeugnisse aus North Ronaldsay werden inzwischen zumindest englandweit verkauft, sodaß, wie ich es ja erlebt habe, auf der Insel selbst nur noch wenig im Angebot ist.

Im „Shop“ des Visitor Centres jedenfalls war keine Wolle zu sehen, aber Pullover, Jacken, Mützen etc. Dafür habe ich dann direkt in der Wollmühle noch einen Sack mit Wolle entdeckt und konnte so 850g schöne graue Wolle erstehen.

Und dann habe ich noch eine CD mit Photographien von der Insel und Strickanleitungen für die Wolle ergattert. Verfaßt von Liz Lovick. Und da diese Anleitungen inzwischen vergriffen und auch recht altbacken sind, arbeitet die Autorin gerade an einer erweiterten Neu-Auflage. Ich freue mich darauf.

 

North Ronaldsay in der Wikipedia

Ein Bericht im SPIEGEL: Insel der Seetang-Schafe aus dem Jahre 2012 samt dazugehöriger Foto-Strecke

Visit Orkney: North Ronaldsay + Orkney.com: North Ronaldsay

North Ronaldsay Birds Observatory

Ach ja, dann ist da noch der schöne Bericht auf der Seite des Frontiers Magazine, da möchte man gerade wieder losreisen..

 

 

 

 

 

A Yarn from North Ronaldsay – Die Garn-Company mit Online-Shop

The Orkney Sheep Foundation

Yarn Profile: North Ronaldsay Wool

Limited Edition  Rare  von BlackerYarns und noch ein netter Online-Shop: www.brityarn.co.uk

Ganz bunt wird es dann bei LittleOrkneyDyeShed

Und bei Ravelry: Die Anleitungen von Liz Lovick für diese Wolle!

da gibt es noch viel mehr Infos im Web, einfach mal „North Ronaldsay Yarn“ eingeben bei Tante Google… aber leider: preiswert ist diese Wolle nicht. Aber wert ist sie.

Und dann habe ich noch von Freda Bayne gehört, einer Weberin aus Kirkwall, die dieses Wolle mit Farben, welche sie aus Holzresten des 1740 gesunkenen Schiffes Svecia  gewinnt, färbt.  Aber bis auf eine knappe Wirtschaftsauskunft habe ich keine weiteren Informationen über diese sicherlich interessante Frau gefunden.