Viel um die Ohren und der Wunsch nach Wenig-Müssen

Ich kann wieder eine Reihe Aufgaben abhaken, die ich nun abgearbeitet habe, aber es tun sich immer wieder neue Aufgaben auf oder vergessene Einträge der verinnerlichten To-Do-Liste kommen ans Tageslicht… ich habe eine Mitgliederversammlung mitvorbereitet und durchgeführt, vorher noch versucht die Beiträge einzutreiben, eine Schulungsanleitung geschrieben, eine Schulung gehalten und ein Konzert im Atelier Pamitz versäumt weil ich einfach zu müde war und fror… 

Aber ich habe die verlorenen Ordner mit den Bildern der Novemberreise auf der Festplatte mit einigem Aufwand rekonstruieren können und kann nun die nächsten Beiträge planen. Oder auch mit einem besseren Gefühl auf dem Sofa sitzen und stricken…

Und weil wir in der Weihnachtszeit ja ein Mäulchen für Leckereien haben und Handarbeiten natürlich ganz oben auf der Geschenkeliste stehen, ein Geschenkvorschlag, den ich in der Bonifatius-Gild in Viljandi fotografiert habe:

Garn-Marmelade

Garn-Marmelade aus Viljandi / Estland

Wer also noch ein Geschenk sucht…

Und wer in der Nähe von Wien oder in WIen  weilt, der sollte sich im MAK, dem Österreichischen Museum für Angewandte Kunst / Gegenwartskunst,  die Ausstellung  handWERK /Tradiertes Können in der digitalen Welt ansehen.

Handwerk ist ein wesentlicher Bestandteil der materiellen Kultur und der kulturellen Identität – das ist die Arbeitsaussage dieser Ausstellung, wobei ich  mit dem überstrapazierten Begriff der Identität wieder mal schwer tue, der wird neuerdings aus zu vielen Ecken posaunt…

Ich finde das Ausstellungsthema äußerst interessant – geht es hier doch auch um Marketingstrategien und Digitalisierung der Produktion; ich fand es immer schon erstaunlich daß gerade die Bastler, die mit einem 3D-Drucker arbeiten und diese Maschine etwas produzieren lassen, sich Maker nennen… aber vielleicht bezieht sich das dann auf das Gehype das sie um ihre Produktion machen ;=)

Aktuell werden die Begriffe „Handwerk“ und „handmade“ in der Werbung und in Lifestyle-Medien inflationär verwendet. Das „Maker Movement“ und die Do-it-yourself-Bewegung sind enorm erfolgreich und schaffen einen weltweiten Hype, global agierende Luxus-Labels setzen das Handwerk gezielt als Qualitätsmerkmal ein. Demgegenüber steht die Realität lokal agierender HandwerkerInnen, die um Anerkennung und eine gerechte Bezahlung kämpfen.

heißt es im Vorstellungstext auf der Museumsseite, und das ist für mich der wichtigste Aspekt.

Die Themen der Ausstellung sind Geschichte & Gegenwart“, Perspektiven“ Material & Werkzeug“  und eine Live-Werkstatt“, dann noch „Qualität & Exzellenz“ und  „Nachhaltigkeit“. Dazu natürlich Veranstaltungen und ein Woll-Café.

Ich sollte doch auch mal nach Wien reisen…

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Die Bilder entstammen dem Presse-Material der Ausstellung

handWERK Tradiertes Können in der digitalen Welt
Mi, 14.12.2016 – So, 09.04.2017
MAK-Ausstellungshalle
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
Stubenring 5, 1010 Wien

Textilkunst in Cincinatti: Unraveled – Entwirrt

Unraveled ist der Titel einer Ausstellung, die derzeit in im Contemporary Arts Center in Cincinatti / USA zu sehen ist. Textilkunst ist der gemeinsame Nenner der Exponate und  eine ganze Reihe renommierter Künstler ist vertreten: Noel Anderson, Lisa Anne Auerbach, Hildur Bjarnadottir, Margarita Cabrera, Adrian Esparza, Ying Kit Chan, Mark R. Smith, Kari Steihaug, Marie Watt (diese Links verweisen auf Seiten innerhalb der Museums-Webseite.)

Unraveled, Contemporary Arts Center, Cincinatti

Unraveled, Contemporary Arts Center, Cincinatti

Thema der Ausstellung? Dekonstruktion? Das ist ein vielgebrauchtverwirrtes Wort, das möchte ich nicht nehmen, eher „auseinandernehmen – entwirren – neu zusammensetzen – in neuen Kontext setzen“, so wird aus dem Gewohnten etwas Ungewohntes, der gewohnte Blick stimmt nicht mehr, der Betrachter sieht entweder etwas Neues oder das Alte in klarerer Sicht, herausgeschält aus dem Alltäglichen. Also Kunst.

Kari Steihaug: Fourth Grade

Kari Steihaug: Fourth Grade

Arbeiten von Kari Steihaug habe ich hier auf der Wockensolle schon einmal vorgestellt, und in Cincinatti ist sie auch vertreten. SIe nimmt sich der Alltagskleidung an, zieht Fäden, vom Produkt zum Ausgangsmaterial, in einer ästhetisch beeindruckenden Anordnung. Waren es in der oben gezeigten Arbeit „Fourth Grade“ die Pullover einer Schulklasse, die per Faden mit einem Bild verbunden sind, so zeigt ihre Arbeit in Cincinatti ein Objekt und viele Fäden:

Kari Steihaug: Legacy

Kari Steihaug: Legacy

Ich würde so gerne mal solch eine hochkarätige und anregende Ausstellung in Deutschland sehen, nicht immer so weit reisen müssen oder wollen…

Noch einmal die Links:

Contemporary Arts Center, Cincinatti

http://www.karisteihaug.no/

Why not? Auf jeden Fall! Unbedingt!

Im TextielMuseum im holländischen Tilburg gibt es zur Zeit eine ganz großartige Ausstellung einer ganz großartigen Frau zu sehen:

Sheila Hicks: Why not?

Sheila Hicks: The Treaty of Chromatic Zones (Der Vertrag der chromatischen Zonen)

Sheila Hicks: The Treaty of Chromatic Zones (Der Vertrag der chromatischen Zonen)

Ihre farbenfrohen, beeindruckenden Arbeiten machen mich ganz hibbelig, am liebsten möchte ich sofort nach Tilburg aufbrechen. Am 5. März begann die Ausstellung und bis zum 6. Juni 2016 haben wir die Chance, uns an ihren Arbeiten zu berauschen.

The TextielMuseum is pleased to announce a major retrospective of American artist and textile pioneer Sheila Hicks (1934). Internationally renowned, thanks to her participation in numerous large solo and group exhibitions, this is her first appearance in the Netherlands for many years. Her colourful work, which ranges from monumental textile installations to metre-high sculptures and enchanting miniatures, has been making waves since the late 1950s. A varied selection of this free work is on display, along with examples of her textile designs – both for hand woven and industrial production. Attention is also be paid to the artist’s special and long term privileged relationship with the Netherlands. Photos, films, sketches, drawings and personal documents illustrate her peripatetic and productive life. Sheila Hicks | Why Not? includes work spanning seven decades loaned by both national and internationals museums. New works have been created especially for the TextielMuseum.,

Noch mehr Informationen findet man auf der Webseite des Museums, und die Bilder, die ich hier zeige, gehören zum Pressematerial, das großzügigerweise zur Verfügung gestellt wird.

Ihre Arbeitsweise wird in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung genauer beschrieben, faszinierenderweise hat sie eine Technik entwickelt, reine Pigmente zu Fasern zusammenzufügen. Daß sie lange in Marokko gelebt und gearbeitet hat, verwundert mich nicht, diese Farben könnten direkt aus Marrakesch herbeigeflogen sein…

wie immer: auf ein Vorschaubild klicken!

Sheila Hicks‘ Webseite: http://www.sheilahicks.com

Und noch ein Link, warum es zwei Webseiten gibt? Naja, schaden kann es nicht: die Sheila Hicks-Webseite bei Artsy

Ein Interview mit Sheila Hicks: Archives of American Arts  und 6 MInuten aus dem sechsstündigen Interview:

Berlin: Our Artic Future – Eine Ausstellung über eine Welt im Wandel

Ich bin zu einer Ausstellungs-Preview nach Berlin eingeladen worden, aber leider leider kann ich am 6.10. nicht nach Berlin fahren. Schade, da versäume ich eine wirklich interessante Veranstaltung!

»This is the cosiest shit!«

Herbst- und Wintersachen aus dem hohen Norden

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In der Ausstellung in Berlin nehmen Designer aus Grönland und den Färöer Inseln teil:
DIE FÄRÖER INSELN
Barbara í Gongini / Guðrun & Guðrun | Guðrun Rógvadóttir & Guðrun Ludvig / Heimkær | Ann Højgaard Slot / Shisa Brand | Karen Sissal Kristiansen / Soulmade Faroe Islands | Beinta Poulsen / Steinum | Jóhanna av Steinum
GRÖNLAND
Isaksen Design | Nickie & Rita Isaksen
Lennert Design | Else Lennert
Nuuk Couture | Louise Lynge Hansen & Jeanette Holding
Mit TEXTILINSTALLATIONEN von Randi Samsonsen, einer FASSADENPROJEKTION von Karen Thastum und einer FOTOSERIE von Cecilia Vanman

OUR ARCTIC FUTURE – Eine Ausstellung über eine Welt im Wandel
Oktober 2015 – 6. Januar 2016 / Nordische Botschaften Berlin

Faroer und Grönland, da will ich noch hin!

Ich werde mir die Ausstellung garantiert bei einem späteren Besuch ansehen!

Mode ist Identität. Mode erzählt Geschichten. Das gilt auf besondere Weise für Designer aus Grönland und von den Färöern, die auch dann ihrer Heimat zutiefst verbunden bleiben, wenn sie sich längst international einen Namen gemacht haben. Ihre Inspiration beziehen sie oft weiterhin aus der grönländischen und färöischen Natur und Kultur.

Färöer – übersetzt heißt das: Schafsinseln. Und so ist Strick für die Färinger selbstverständlich auch heute noch ein wichtiges Thema. Von Langeweile keine Spur, vielmehr erfinden die färöischen Designer Strickmode immer wieder neu, überraschend und mit einer ganz individuellen Perspektive, ob feminin, poetisch oder spielerisch.

Für die grönländischen Designer spielen Fragen nach Identität und Tradition eine große Rolle. Das weite Land mit seiner fantastischen Erzähltradition erzeugt einmalige Bilder – auch in der Mode.

Links zu weiteren Infos:
Nordische Botschaften, Berlin
Dänische Botschaft in Berlin

Testosteron-Gehäkel

Wenn Kunst zu sehr auf Effekt zielt, wird sie sehr schnell bedeutungslos.
Wenn Kunst zu sehr bestimmte sexuelle Präferenzen bedient, wird die Zielgruppe deutlich eingeschränkt.
Wenn Kunst dann noch Techniken verwendet, die Menschen mit anderer sexueller Präferenz zugeschrieben wird (also z.B. Menschen mit Menstruationshintergrund), wird sie zu kokett.

Jürg Benningers Arbeiten

Jürg Benningers Arbeiten / Screenshot (Klick vergrößert)

juergbenningerhimselfIch habe da eine Ausstellungsankündigung von Jürg Benninger erhalten und mir die Arbeiten angeschaut. Und finde sie belanglos und affektiert.

Einordnen würde ich die Arbeiten als Rosemarie-Trockel-epigonal, mit etwas Schwulenzauber garniert.
Aber schon mit den Arbeiten von Rosemarie Trockel kann ich wenig anfangen.

Ich finde, auf seine Arbeiten passen meine drei oben genannten Aussagen. Erscheint mir alles zu kalkuliert.

Und wenn ich jetzt etwas polemisch werde, so meine ich doch, daß, wenn Frauen in sog. Männer-Domänen eindringen, gelingt dies meistens weniger oberflächlich, affektiert und aufgesetzt.

Und nun genug der Kunst-Polemik, die Woche hat begonnen und viel Garn erwartet mich ;=)

Rijswijk Textile Biennial 2015

Ich war schon einmal auf einer Papier-Biennale, aber noch nie auf einer Textil-Biennale und diese in Rijswijk in Holland werde ich auch nicht besuchen können, das ist schade. Ich habe von der Ausstellung, die noch bis zum 27. September im Museum Rijswijk gezeigt wird, nichts gewußt. Aber einen Trost habe ich: in 2 Jahren gibt es wieder eine Textil-Biennale!

Die Arbeiten von Kari Steihaug habe ich ja schon einmal vorstellen wollen, ihre Webseite habe ich schon durchgeschaut und das Projekt „Vierte Klasse“ spricht mich sehr an, das würde ich gerne mal in natura sehen.

Kari Steihaug: Detail: FourthGrade

Kari Steihaug: Detail: FourthGrade

Das Photo stammt von der norwegischen Insel Radøy, vor Bergen gelegen, aus dem Jahre 1967. Alle Kinder tragen handgestrickte Pullover und die in der Arbeit vereinten 21 Pullover hat die Künstlerin aus verschiedenen Gegenden Norwegens zusammengetragen.

Mehr von Kari Steihaug kann man auf ihrer Webseite bestaunen.

Infos zum Museum