On the Fly…

Nun geht es ja schon bald wieder auf Reisen! Aber vorher ist noch Einiges zu erleben und zu erledigen: zu meinem / unserem Erstaunen haben wir Ende des Monats Silberhochzeit, und das feiern wir mit Neffen, Nichte, Freunden bei Erich im Atelier Pamitz, mit Musik, Leckereien, Performance und Lesungen… es wird sicherlich aufregend und schön.

Kurz danach geht es dann nach Berlin, weiter nach Riga und nach einer Stippvisite bei Sena Klets nehme ich einen Bus nach Estland, wo ich in Männiku südlich von Viljandi am Winter-Camp der Cultural Academy teilnehmen werde.

Und zu meiner Freude habe ich erfahren, daß Annemor Sundbø in Berlin auf der Grünen Woche anzutreffen sein wird. Also fahre ich einen Tag früher nach Berlin und mische mich unter die Menge. Ich möchte sie sehr gerne kennenlernen…

Auf unseren Flughäfen werden die Sicherheitskontrollen immer schärfer und wir Strickerinnen fürchten da oft um unsere Stricknadeln (in Tallinn habe ich ja auch neulich eine Rundstricknadel eingebüßt… ).

Knitting on the fly?

Knitting on the fly? Foto: agoodyarn.net

So kann man heute nicht mehr reisen, das ist mir klar.
Aber je mehr ich über die Sicherheit an Bord nachdenke, desto mehr ärgere ich mich.
Den größten Druck üben ja die USA aus,  verlangen immer schärfere Gepäck- und Fluggast-Kontrollen und immer mehr Passagierdaten und dann erfährt man, dass es in den USA vollkommen selbstverständlich ist, Waffen und Munition im Gepäck einzuchecken. Da wird dann auch schon mal ein ganzes Terminal unter Feuer genommen…

Aber was ist schon eine Handfeuerwaffe gegen eine gefährliche  Rundstricknadel?

Im November: zurück und zuhause

Von einer solchen Reise zurückzufinden in den heimatlichen Alltag ist nicht leicht. Das Ankommen wird mir zwar etwas verlängert, denn von Berlin aus geht es nicht sofort nach Vorpommern, sei es mit dem Regionalzug oder mit dem in Berlin wartenden Auto, fast immer legen wir noch einen Zwischenstopp bei den Neffen in Friedrichshain ein und heim geht es dann nach einem leckeren Frühstück…

Nun sammele ich meine Gedanken, sortiere die Reisebeute und bringe die bestellten oder gewünschten Bücher auf den Postweg.

Die Reisebeute

Meine Reisebeute

Das macht schon immer mächtig Eindruck… ich muss wohl doch noch anbauen.

Bücher, Kalender, Schal-und Strick-Nadeln, Kurzwaren von Karnaluks und Wolle in unterschiedlicher Stärke. Der hellgraue Klumpen links: das sind 950g Schafwolle aus Hiumaa, die noch unglaublich viel Wollfett enthält und deshalb formbar wie Lehm ist.

Diese Karte zeigt unseren Reiseweg:

In Riga begann die Reise, die verschneite Stadt ist mir vertraut, aber mit Schnee und Eiszapfen habe ich sie noch nie erlebt.

Winterliches Riga

Winterliches Riga

Mich lockte die die Handschuh-Ausstellung im Lettischen Historischen Museum und außerdem gab es eine private Einladung von Maruta und Monta Grasmane

Schon beim ersten Stadtrundgang sah ich mein Buch in den Schaufenstern und Auslagen, und freute mich darüber.

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Im Sena Klets-Zentrum herrschte Geschäftigkeit. Seit der Veröffentlichung der norwegischen Übersetzung war Sena Klets in Bergen und in Oslo auf Strick-Festivals vertreten und nun bereitete Ziedite Muse den nächsten Workshop in Oslo vor. Dieser Termin überlappte sich mit dem St. Martins-Markt in Tallinn, und deshalb konnte sie nicht zu unserem Treffen beim Mardilaat kommen.

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Lielvarde belt ornament.jpgIch hatte mir bei meinem letzten Aufenthalt im August bei Sena Klets einen lettischen Gürtel bestellt, nach dem Vorbild des Lielvārdes josta, dem berühmten mittelalterlichen gewebten Prachtstück. Māras Zeichen, Laimas Zeichen, Akas Zeichen, Sonnenzeichen, Glückskreuz, Jumis, Lebenszeichen, Kreuz der Kreuze, Swastika und viele andere Symbole sind in diesem Gürtel eingewebt und viele Mythen ranken sich um ihn.

Nun ist ja klar, dass es für meine Leibesfülle eine Sonderanfertigung braucht und so dauerte es eben ein bißchen, bis ich meinen Gürtel abholen konnte.

Aber nun konnte ich meine Sonderanfertigung abholen und Ziediete zeigte mir auch, wie man ihn umlegt, und dies alles wurde dann auch ausreichend photografiert.

Mein Buch und mein Gürtel

Stolz bin ich, mit Buch und Gürtel!

DIe nächsten Beiträge der Wockensolle werden zweierlei zeigen: Impressionen aus dem winterlichen Riga und die Handschuh-Ausstellung im Lettischen Historischen Museum. Dies aber dann morgen!

In Riga …

Ich wollte berichten, wie gut es mir hier in Riga geht, wie schön die Handschuhausstellung im Geschichtsmuseum ist, was wir noch alles vorhaben, aber ich hätte nicht die Nachrichten schauen sollen. Nun bin ich nur noch sprachlos und entsetzt.

Ein furchtbares Land, das sich Weltmacht nennt und solch einen gefährlichen Idioten, Frauenhasser, Nationalisten, Steuervermeider zum Präsidenten wählt. Jetzt muss ich mich erst einmal wieder einkriegen… es ist nicht zu fassen

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Und heute gehts los… morgen bin ich schon in Riga!

Ich freue mich und zähle die Stunden, dies aber nicht aus Erwartung sondern nach dem Motto „Wieviele Stunden hab ich noch bis wir fahren„, denn der / die Koffer sind noch nicht gepackt, zwar alles zurechtgelegt, elektronisch (das Wichtigste sind ja immer Ladekabel, Stecker, USB-Gedöns, Kamera-Karten. Tablet, Notebook), kleidungsmässig (die schöne rote Riina-Tomberg-Jacke muss mit, Tücher, Mützen, Handschuhe, Socken etc., denn es liegt Schnee!), aber strickmässig?

Dickeres rotes Lace-Garn

Dickeres rotes Lace-Garn

Ich fahre ins Woll-Land und werde sicherlich meinen Geldbeutel nicht zusehr krampfhaft festhalten, aber was nehme ich mit für unterwegs?

Der Old-Shale-Schal, den ich als Reiseprojekt vorgesehen hatte, ist mit 1,20m schon soweit fortgeschritten, daß er nicht mehr in den Projektbeutel passt… im Projektbeutel steckt auch noch ein angefangenes Werk, das ich neulich für das Wochenende in Polen eingepackt hatte und das ich nicht wirklich mag…

Ein Tuch mag ich nicht anfangen, denn ich freue ich auf das neue Garn von HEA, 15/2er Lace, das es in sehr schönen Farben gibt und die beim Mardilaat-Markt in Tallinn hoffentlich noch alle vorrätig sind…

Ich vertraue auf die eingepackten Strickutensilien und lass mich überraschen, vielleicht läuft mir ja schon in Riga leckere Wolle über den Weg? Und wenn ich auf der Messe ein Garn finde, für das ich keine Nadeln dabei habe, ja wozu gibt es Karnaluks, das Kurzwarenparadies?  Da muss ich ja sowieso hin…

Aslo zerbreche ich mir jetzt nicht mehr den Kopf, meine gesammelten Anleitungen habe ich auf Speicherkarte dabei, Netzzugang gibt es überall, also komme ich auch nach Ravelry, …

ich geh jetzt packen!

So kurz vor der Reise

Immer geht die Zeit schneller als geplant und gewünscht vorbei. Ich möchte jetzt nicht das sich mit dem Alter ändernde Zeitempfinden untersuchen, es reicht dass ich auf meinen Schreibtisch schaue und all das sehe was ich vor der Reise noch erledigen wollte, oder sollte…

EInige Tage lang meinte ich noch prokrastinieren zu dürfen, alles vor mir herzuschieben, ist ja immer noch Zeit genug, wenn ich morgen das und übermorgen das erledige… und dann gab es ein Problem auf dem Server, alle Domains liefen heiß und lieferten keine Seiten mehr aus weil ein übereifriges Antivirenprogramm auf dem Server jedweden Seitenaufruf für einen Hackerangriff hielt und kilometerlange Fehlerberichte in die Datenbanken müllte – das dauert bis so ein Fehler eingekreist und identifziert ist und solange geht halt gar nichts.  Mein tapferer Serverbetreuer hat die Zähne zusammengebissen und nach wohl so 8 Stunden lief alles wieder.

Und dann fiel mir auf, dass ich ja gar nicht am kommenden Dienstag sondern schon am Montag auf die Reise gehe, erste Station Berlin. Ja warum hat denn die Woche keine 8 Tage?
Nun also, der Artikel über das neue Shetland-Fair-Isle-Buch und der Vergleich mit anderen Chart-Büchern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts – das kann bis nach der Reise warten, jetzt stimme ich mich aufs Baltikum ein!

Vor 2 Jahren wollten wir im Dezember Riga im Schnee erleben und alles was wir sahen war ein wenig Puderzuckerund jetzt?

Aktuelles Riga-Wetter

Aktuelles Riga-Wetter

Starker Schneefall in Riga… ach nee.. wir bleiben zwei Tage, besuchen Sena Klets, treffen uns mit Maruta Grasmane, besuchen das neugestaltete Kunstmuseum und vor Allem die Handschuh-Ausstellung „Kūlainis, pērstainis, delnainis…“ im Lettischen Nationalen Historischen Museum.

Kūlainis, pērstainis, delnainis…

Kūlainis, pērstainis, delnainis… Ein Klick aufs Bild führt zur Museums-Seite mit einer thematischen Einführung

Nur ein kurzer Aufenthalt in Riga, dann fahren wir mit dem Bus nach Tallinn, ich besuche die Handarbeitsmesse Mardilaat und treffe dort viele Strickfreundinnen und Strickbekanntschaften.  In Tallinn kommen dann auch unsere zwei Neffen nachgereist und wir fahren dann 2 Wochen durchs Land. Das Kunstmuseum in Tallinn, das neue Nationalmuseum in Tartu, Wollfabriken, der Peipus-See, Viljandi, Pärnu, Muhu, Saaremaa, Hiumaa und Haapsalu – das sind die geplanten Stationen. Und das alles im Winter…

aber wir fahren ja ins Handschuh-Land!

Ich werde am Freitag, den 11. die Handarbeitsmesse Mardilaat in Tallinn besuchen und habe schon etliche Verabredungen treffen können. LizzyMaille und ich haben auch einen Treffpunkt ausgemacht: am Freitag um 16:00 Uhr im großen Saal:

unten rechts bei Külli Jacobsons Stand

unten rechts bei Külli Jacobsons Stand (rot eingekreist)

Wer also vorbeikommen möchte! Es wird bestimmt ein freudiges und fröhliches Treffen, bevor dann das Abendprogramm der Messe startet.Die Messehalle kurz vor der Eröffnung

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