Sommerreise 2017 – in Lettland

Ende Juni starteten wir zu der großen Sommerreise in Riga. Wir – das waren meine Reisebegleiterinnen vom letzten Jahr, Ewa und Sue und Christiane, die neu dazukam.

Unsere Route sollte uns von Riga über Limbaži und Pärnu auf die Inseln Kihnu, Muhu und Saaremaa und dann über Haapsalu nach Tallinn führen. Ewa und Christiane reisen dann zurück nach Deutschland und Sue und ich nehmen am Craft Camp in Olustvere teil. Das war der Plan und so sind wir gereist.

Olustvere

Tallinn

Haapsalu

Mustjala

Oressaare auf Saaremaa

Muhu

Kihnu

Limbaži

Riga

Ich kam dieses Jahr zum dritten Mal nach Riga, fast fühle ich mich zuhause dort.

Bei recht schlechtem Wetter liefen wir durch die Stadt, verbrachten einen Morgen im Freilichtmuseum und fuhren auch einmal nach Jurmala, in den berühmten Badeort. Von Strandvergnügen konnte keine Rede sein, eher fühlte ich mich an den Herbst auf Norderney erinnert.

In Riga unterwegs

Man beachte den Aufkleber: Altona 93! 25 Jahre habe ich neben dem Fussballplatz dieses Vereins gewohnt, und nun fällt er mir hier ins Blickfeld ;=)

Ich hatte im Vorfeld der Reise schon einen Besuch bei Sena Klets vereinbart, denn meine Begleiterinnen kannten das Trachtenzentrum noch nicht. Maruta Grasmane spricht selten aber gerne Deutsch und so führte sie uns persönlich durch die Ausstellung, erzählte von den Anfängen des Zentrums und gab uns eine Einführung in die lettischen Volkstrachten.

Copyrght für diese Fotos: Sue Malvern 2017

Sue webt viel und weiß sehr viel über das Weben und so habe ich die wunderbaren Stoffe und Bänder mit ganz anderen Augen wahrgenommen.

Nach dem Besuch bei Sena Klets und den Ausflügen ins Freilichtmuseum und nach Jurmala war Limbaži unser nächstes Ziel.

Limbaži (L. in der Wikipedia) ist eine Hansestadt und Schwesterstadt der vorpommerschen Stadt Anklam, ganz bei mir in der Nähe. Leider ist diese Städtepartnerschaft ziemlich eingeschlafen… In Limbaži arbeitet die Wollspinnerei und Weberei SIA Limbaži Tine, ohne deren Wolle ich ja gar nicht mehr leben könnte ;=)

Ein ausführlicher Bericht über den Besuch in der Wollfabrik folgt im nächsten Beitrag.

Und obwohl Betriebsferien waren und ein Sonntag noch dazu, konnten wir die Fabrik besichtigen, denn Jana aus Cēsis exportiert diese Wolle unter dem Label „Klinta Wolle“ nach Deutschland und sie ermöglichte uns den Besuch.

Let’s knit in Kurzeme! Tag 1

Das Logo der fabelhaften Seminar-Woche „Let’s knit in Kurzeme“ und das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen, Wir haben gestrickt! Und deshalb beginne ich mit dem Bericht vom ersten Tag dieser fabelhaften 5 Tage (es war tatsächlich ein Tag mehr als angekündigt, denn auf dem Rückweg nach Riga gab es noch einen Zwischenstop und Workshop in Kuldiga).

Ein abwechslungsreiches und atemberaubendes Programm war da für uns zusammengestellt worden!
Und das Schöne? Dieses Programm wird in Zukunft wieder angeboten werden, die nächsten Termine kann ich bald weitergeben.

Alles begann am Montag, den 29. Mai, im Trachtenzentrum Sena Klets in Riga. Und das brauche ich ja eigentlich hier auf der Wockensolle nicht mehr vorstellen. Ziedite Muzis und Ansis Grasmane stellten die Arbeit des Zentrums vor und präsentierten einige der ältesten und / oder schönsten Stücke in der Sammlung.

Ein erstes Gruppenbild vor Sena Klets. Alle sind gespannt auf das Kommende und auf die Mitstricker,

ich habe nicht nur „alte Freundinnen“ wiedergetroffen (Pat, Lizzy, Claudia, Angharad, Baiba… to name a few), sondern auch neue Freundschaften geschlossen.

Strickerinnen sind schon eine besonders freundliche und aufgeschlossen Spezies.

Unser erster Halt auf der Fahrt nach Saldus war auf der Farm Puteni, wo uns Rasma Balode herzlich willkommen hieß und aufs lettischste bewirtete. Junge Gänse und Enten und ein eitler alter Truthahn liefen frei herum, ich hatte viel Freude daran und habe mich an lange zurückliegende Kindheitstage auf dem Dorf erinnert.

In Saldus gibt es ein Kulturzentrum, das Kapeller-Haus. Dort trafen wir Zinta Vārpiņa, die den Workshop über überlieferte Socken aus dieser Region leitete. Zinta Vārpiņa hatte uns auch schon beim Knitting Camp 2016 in Strazde wunderschöne Arbeiten gezeigt und uns einen Vorgeschmack auf die Besonderheiten der Bündchen dieser Handschuhe gegeben.

Im Hof des Hauses noch eine Überraschung: Nach einer Führung durch eine Töpferwerkstatt, wo besonders dunkle Tonwaren hergestellt wurden, konnten wir noch lernen, aus welchen Bestandteilen lettischer Schmuck besteht und selbst auch Armbänder oder Ketten zusammenstellen.

In Liepaja im Hotel dann angekommen, waren wir doch alle recht müde und sehr erfüllt vom ersten Tag. Nach dem Essen saßen wir noch zusammen, unsere Dolmetscherin Baiba kam dazu und wir stellten uns gegenseitig vor, Jede der Teilnehmerinnen hatte eine tiefe Beziehung zur lettischen Kultur und auch eine sehr emotionale zum Stricken.

Das tut mir so gut.

Gada Tirgus – Paradies

Der Kunsthandwerkermarkt im OpenAir-Museum in Riga ist eine riesige Attraktion. Die Busse sind voll, die Zufahrtsstrasse verstopft… und die Besucher voller Erwartungen. Und als Erstes sah ich diesen Kinderreigen, die Lütten hatten sichtlich Freude.

Ich bin erst einmal ein wenig spazierengegangen auf dem wunderschönen Gelände, bevor ich mich ins Getümmel stürzte.

Es ist nicht einfach auf solch einem großen Gelände und mit soviel Besuchern Freunde zu treffen, dachte ich, aber das war ein Irrtum. Wir Strickerinnen finden uns immer.

Nach einigen Blicken auf die Buchangebote (immer auf der Suche nach dem 2. Band der Reihe „Tautas Terpi“.. wie immer erfolglos) ging es dann Richtung Wolle und Wolliges.

Mit Ilze (ihr Ravelry-Name ist Bumbucis) hatte ich mich schon vor der Abreise verabredet und nun kam ich an ihren Stand und lernte auch ihre Mutter kennen, Und zu unserer Freude kam auch Solvita vorbei, in einem wunderschönen Suiti-Kostüm.

Und natürlich bat ich sie ihren Rock zu raffen damit ich die Suiti-Strümpfe bewundern konnte,

Meine Ausbeute ist erklecklich: die grössten Holzknöpfe, die schönste Wolle von Dundaga und Limbazu, und als grosse Überraschung ein neu aufgelegtes Buch aus Estland, Kihnu Roosi, das mir Kaidi schenkte. So beglückend!

Zu meiner Freude hatte ich Maijaa im Getümmel getroffen, bei Ravelry kennen wir uns schon lange, und es kam dann noch zu einem kleinen Ravelry-Treffen um 14:00 Uhr, nur Jeannie hatte sich wohl in diesem wolligen Paradies verlaufen,

Maijaas wunderbare Perlenstulpen machen sprachlos.

jede bewunderte die Beute der anderen oder ließ sich noch Tipps für weitere interessante Stände geben, und viele von uns trafen sich zum ersten Mal im „Real Life“, eine schöne Erfahrung!

Claudia und ich fuhren dann mit dem Taxi zurück in die Stadt und ruhten uns ersteinmal im Café Rigenses aus.

Abends dann eine letzte Schlemmerei mit Lizzy und Claudia und nun folgen noch zwei ruhige Tage.

In 2 Stunden nehme ich den Bus aufs Land, ich freue mich auf den Besuch bei Maruta Grasmane!

Wir stricken in Kurzeme

Herrliches Wetter erwartete  mich in Riga, strahlendbunte Blumenbeete und strahlende Gesichter, als ich mit alten Freunden zusammenkam um den Beginn des Strickabenteuers zu feiern.

Lizzy hatte das Restaurant für das Treffen vorgeschlagen und das war ein guter Vorschlag.

In Sena Klets begann dann die Reise, Ansis Gramanis gab uns eine Führung und stellte die Arbeit des Zentrums vor. Danach reisten wir ab, nach Kurzeme / Kurland. Und ein wirklich intensiver Tag begann.
Ich kann während der Reise immer nur kurzen Bericht erstatten, denn die Zeit ist gefüllt mitUnternehmungen, workshops, Museumsführungen… das wird alles später genauer erzählt.

Nach einer Fahrt über Land waren wir zu Gast auf einem Bauernhof, wurden lecker bewirtet und freuten uns über die vielen Tiere. Kleine Gänse, Enten, ein stolzer Truthahn, ein verschmuster Hund,..

In Saldus dann ein Workshop, gehalten von Zinta Varpina, „twisted cast-on“, keine leichte Aufgabe. Anschliessend noch ein Workshop unter Fliederbüschen, Dita brachte uns Schmuckarbeiten bei.

Und nun sind wir in Liepaja, in einem schönen Hotel. Nach dem ersten Abendessen trafen wir uns zu einer Vorstellungsrunde, lernten uns (noch besser) kennen und verglichen unsere Erwartungen an diese Tage.

Let’s Knit in Kurzeme!

Kurz vor Abfahrt…

So kurz vor einer Reise ist die Zeit immer knapp… und die Verführung zu prokrastinieren steigt.

Ich habe selbstverständlich noch keinen Koffer gepackt, aber immerhin die elektronischen Gadgets, Ladegeräte, Adapter etc. eingesammelt, die Akkus geladen, das Notebook aktualisiert, Stricknadeln und Accessoires zusammengetragen, denn übermorgen geht es nach Berlin und dann nach Riga!

Bis dahin muss ich noch die Küche putzen und den Flur, ein Gästebett vorbereiten, einen Projektantrag in Form bringen…

Aber immerhin habe ich meine „Blumenstrümpfe“ fertiggestrickt, jetzt trocknen sie gerade, dann kann ich sie zeigen. Und ein frisches Sockenpaar nach einem Entwurf des Sockendesigners Hogbuffer ist fast fertig geworden…

Zuerst fahre ich nach Berlin mit einem Eiskrem-Zwischenaufenthalt in Eberswalde. Ich treffe mich mit Regina und wir werden schlemmen!

Dann gibt es einen vergnügten Abend mit meinen Neffen in Berlin und am Samstag morgen hebe ich ab.

Ich freue mich auf Riga, auf ein Wiedersehen mit Strick-Freundinnen, LizzyMaille, Angharad, Pat, aus Riga Linda Rubena, und langsam gelingt es mir auch, Teilnehmerinnen des Craft Camp in Estland nach Lettland zu locken:  Claudia war ja schon im letzten Sommer bei der Estlandrundfahrt dabei, Angharad kenne ich von 2 Craft Camps.

Und auch aus der Ravelry-Gruppe „Knit Like a Latvian“ werden einige virtuelle Freundinnen teilnehmen: Jeannie, LlunaLlama… und wenn ich jemand vergessen haben sollte, dann bitte ich das zu verzeihen, am Wichtigsten ist ja daß wir uns natura treffen!

Ich möchte aber auch noch einen wunderbaren Abend im Atelier Pamitz erwähnen; das ist eine alte Schrotmühle in einem kleinen Dorf hier in der Gegend, von Wald umgeben auf einer großen Lichtung. Dort veranstaltet ein Freundeskreis, mein Freundeskreis regelmässig Konzerte, oder Vorträge oder Filmabende… was uns Freude macht und gut tut.

Und letzten Sonnabend kam Tatiana Pichkaeva, eine Pianistin aus St. Petersburg, zum dritten Mal vorbei und beglückte uns mit einem hochinteressanten Programm.

Und der NDR kam auch, der Beitrag, den ich rechts zum Nachhören eingefügt habe, vermittelt einen Eindruck von dem was Pamitz so besonders macht.

Der nächste Beitrag kommt wohl aus Riga, es wird wollig!

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