KAL und kälter…

In der letzten Zeit war ich immer mit einem Auge im „Knit Like a Latvian“-Forum bei Ravelry, denn dort fand der „Let’s Knit Muhu”-KAL (KnitALong) statt. Zwei Monate lang ging es dort recht bunt zu.

Ich glaube ich brauche Muhu nicht mehr hier vorzustellen, in den letzten Jahren war ich ja schon ein paar Mal auf der Insel in Estland und habe auch immer darüber berichtet. Die bunten Strickereien gefallen mir außerordentlich, auch wenn ich mich an den gewagten Einsatz der Farbe Rosa erst gewöhnen musste.Aber als Muhu-Roosa geht das bei mir durch..

Ich hatte mich bereit erklärt, einen KAL zu moderieren und wie immer bei mir war meine Aufgabenstellung ein wenig ungewöhnlich.Was genau, das habe ich in einem Beitrag zu Beginn des KAL schon beschrieben: die Muster der Brotbanderole sollten in eigene Entwürfe umgesetzt und mit den typischen Muhu-Farben gestrickt werden.

Und das hat auch gut geklappt. Es waren keine Hunderte von Beiträgen, aber dafür sehr phantasievolle Arbeiten.

Deshalb hier zum Ende des KAL ein Screenshot des Bundles im Ravelry-Forum  mit den Arbeiten, die am KAL teilnahmen, die zwar zum Thema passen aber schon vor dem KAL gestrickt wurden oder die ich außer Konkurrenz gestrickt habe – es kam eine bunte Menge zusammen!

Ist das nicht eine Pracht?

Und heute hat ein neuer KAL begonnen, im Forum der KLINTA-Wolle aus Lettland. Jana, die Betreiberin, hat auf Ihrer Webseite eine ganze freier Strickanleitungen für Handschuhe und Socken, die man bestellen und kostenlos herunterladen kann. Mehr Infos dazu bei Ravelry in der Klinta-Wolle-Gruppe!

Ich habe mir auch schon ein Muster herausgesucht,das ich gerne stricken werde, aber jetzt muss ich erstmal eine Jacke aus naturfarbener NorthRonaldsay-Wolle fertigstricken.

Let’s Knit Muhu!

Ich habe hier zwar lange nichts geschrieben und der Bericht über das Craft Camp steht auch noch aus, aber ich war nicht faul. Das schon gar nicht.

Wir hatten Bauarbeiten, nun ist die grosse Terrasse fertiggeworden und das grosse Gartenhaus auch, seit meiner Rückkehr im Juli wurde gebaut, geschraubt und nun könnte ich die Terrasse auch gut nutzen, wenn nur das Wetter mitspielte!

Ich habe gestrickt. Viel. Und habe mich dabei auch herrlich amüsiert. Denn seit dem 1. September läuft bei Ravelry im Knit-Like-A-Latvian-Forum ein KAL (KnitALong) mit dem Thema: Let’s knit Muhu!

Ich habe ja schon bei meinen Berichten aus Estland, von der Insel Muhu, über das leckere Brot mit der interessanten Banderole berichtet und das hier auch schon mehrfach gezeigt, Und immer ging mir im Kopf herum, was man mit den Mustern auf der Banderole anfangen könnte.

Brot von der Insel Muhu

Die Bäckerei schmückt das Brot mit den Mustern der lokalen Stricktraditionen und wir könnten das doch zurückstricken… das war mein Gedanke. Und das könnte dann ja mal ein wenig anders werden als immer nur Handschuhe oder Mützen. (Das ist jetzt nur rhetorisch gemeint, ich liebe Handschuhe und Mützen!)

Es entstand also die Idee für den KAL „Let’s Knit Muhu„, der nur wenige Regeln braucht und sicherlich ganz unterhaltsam wird:

  • es müssen Muhu-Farben sein
  • und die Muster müssen von der Brot-Banderole stammen!

Also habe ich mich an die Wollkiste gesetzt und meine vielen bunten Knäuel, die ich in Estland bei Workshops oder Messen oder auf der Insel selbst zusammengesammelt habe, durchgeschaut. Und mich in das tolle Buch „Kiri Kari“ von Anu Raud mit den hübschen Tierfiguren vertieft, habe versucht die etwas unorthodoxe Musterzeichnung zu verstehen und nachzuvollziehen.

Eine lila Wutz ist dabei herausgekommen und zwei Katzen, die jeweils eine kleine Katze im Bauch tragen… auf dem Bild rechts mit dem noch ohrlosen Schweinchen zu sehen.

Ja, jetzt bin ich gespannt, was bei dem Knitalong herauskommt, und wieviel Gewinne ich im November von meiner Reise zum Mardilaat-Markt in Tallinn mitbringen werde. Ich jedenfalls hatte schon viel Spaß mit der Vorbereitung der Aktion.

Wer dabei sein möchte, mitmachen möchte, hier die Infos:

Regel Nummer 1: Die Muster müssen von dieser Vorlage stammen

Regel Nummer 2: Wir wollen ja in der Muhu-Tradition bleiben, also bitte Muhu-Farben!

Muhu Notsu - Muhu Schweinchen
Muhu Kassid - Muhu Katzen

Also: Lassen Sie sich inspirieren, stricken Sie mit!

Sommerreise 2017 – von Kihnu nach Muhu

Am 5. Juli ging es in aller Herrgottsfrühe zurück aufs Festland. Ungefrühstückt und mit einem lachenden und weinenden Auge… aber das war sicherlich nicht der letzte Aufenthalt auf Kihnu. Dazu ist die Insel zu schön, die Handarbeitstradition zu schön, und die Ruhe zu wohltuend…

Von Kihnu aufs Festland

Unser heutiges Reiseziel ist die Insel Muhu, die Bäckerei in Liiva, das Freilichtmuseum in Koguva, der Hafen von Koguva und dann unsere Unterkunft in Orissaare, schon auf der Insel Saaremaa.

Wir brachen früh auf, nahmen eine frühere Fähre als die gebuchte, fanden deshalb kein Frühstückscafé in Töstamaa und kamen dann in Virstu auch früher als geplant auf Fähre nach Muhu. Aber Virtsu ist auch kein Ort, an dem man sich lange aufhalten kann oder mag, es ist einfach nur ein Hafen.

Kihnu

unsere Unterkunft auf Kihnu

Töstamaa, Käsitöökeskus

Fürs Frühstück war es noch zu früh und in den Kindergarten wollten wir nicht

Koguva auf Muhu

Das  Fischerdorf Koguva auf Muhu, Museum und zugleich Dorf

Wegweiser in Töstamaa

Solche Auswahl wünschte  ich  mir zuhause auch! Kindergarten, Bücherei und Handarbeitszentrum … glückliches Estland!

Den Verlockungen der Insel Muhu kann man schlecht widerstehen:

in Liiva der Liiva käsitööpood / Kunsthandwerksladen, betrieben  von der Muhu Handarbeitsvereinigung, die Bäckerei Muhu Pagarid mit dem wunderbaren Brot, und das Café, und dann natürlich Koguva, das Freilichtmuseumsdorf.

Die Kunden warteten geduldig auf die Brotleibe, denn das Brot kam gerade erst aus dem Ofen, und dieses Mal konnte ich auch eines der leckeren dunklen Brote ergattern. Was es mit dem Brot auf sich hat, habe ich ja schon bei einer früheren Reise gezeigt.

Riina Tomberg hatte mir letztes Jahr auf meine Frage wie sehr die Muster für die Muhu-Mütze festgeschrieben seien, geantwortet: „as long as stay in the colour scheme you are free to combine the colours and patterns„. An diese Regel scheint man sich hier nicht allzusehr zu halten, denn diese Mützen sind garantiert nicht im „colour scheme„….

Ich habe ja auch schon einige dieser netten Kappen gestrickt und sie sind auch als solche durchgegangen… und sie wurden auch getragen…

In dem kleinen Ort Koguva am Westufer von Muhu lockt das Freilichtmuseum: mehrere Bauernhöfe und das Museum mit der großartigen Textilsammlung im alten Schulhaus.
Ich habe ja schon mehrfach über Koguva berichtet, auf dieser Reise komme ich zum vierten Mal hierhin, aber es gibt immer wieder Interessantes zu sehen. Sei es ein neugedecktes Hausdach, die Ausstellung „Vor dem Smartphone“ oder die herrlichen Schürzen, denen eine kleine Sonderausstellung gewidmet ist. In der Kunstscheune wurde eine Fotoausstellung „Muhu Porträts“ gezeigt, sie blieb aber blaß im Vergleich mit der Ausstellung im Kihnu-Museum, die wir ja gerade erst gesehen hatten.

Deshalb zeige ich dieses Mal „nur“ eine Bildergalerie.

Dieses Mal haben wir aber keine Unterkunft auf Muhu bekommen, dafür aber auf der Nachbarinsel Saaremaa, in Orissaare, dem Ort, auf dessen Fussballfeld eine große Eiche steht, die sogar 2015 zum Baum des Jahres gewählt worden ist!

Unsere Ferienwohnung bietet einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Insel Muhu, auf den Hafen von Koguva,

(c) Sue Malvern, 2017

Kleines Intermezzo auf Muhu…

Seit ich im letzten November das leckere Brot der Muhu-Bäckerei (Muhu Pagarid) entdeckt hatte und von der Banderole so begeistert war, hat sich die Begeisterung nicht gelegt.

muhuleibMeine Freundin LizzyMaile hat sich sofort inspirieren lassen und  etliche Projekte gestrickt, einen Kannenwärmer, Pulswärmer und ein Täschchen.

wie immer: für die Anzeige auf die Vorschaubilder klicken!

Da aber die Banderole recht verknittert war, wollte ich neue besorgen, die Bäckerei in Liiva stand ja sowieso auf meinem Reiseplan. Was aber tun mit zwei Leib Brot, wenn man im Hotel untergebracht ist und dort auch so leckeres Brot auf dem Frühstückstisch steht? Mir ist eine Lösung eingefallen:

In der Muhu-Bäckerei

Als ich am Brotschalter ankam, wurde mir bedeutet, daß erst in 20 Minuten wieder Brot fertig sei… und da hatte ich den Geistesblitz: ich fragte den jungen Mann ob ich nicht zwei Banderolen ohne Brot bekommen könne? Das hat ihn überrascht und überrumpelt und er schenkte mir die zwei Kartons;=)

Moekad Muhu silikudBeim Kaffeetrinken dann sah ich die Ankündigung der Buchpräsentation des neuen Buches aus dem Saara-Verlag,  Moekad Muhu silikud, ein Buch, das sich mit der Weberei der Insel Muhu beschäftigt.

Ich konnte Anu Pink begrüßen und mich an den Körben mit der schönen Wolle erfreuen.

Am gleichen Tag haben wir natürlich noch das Muhu-Museum in Koguva aufgesucht, ich habe die Vermieterin unserer schönen Unterkunft vom Juli getroffen und nun sind wir in Kuressaare auf der Insel Saaremaa. Aber von den Tagen in Tartu und nun hier schreibe ich morgen, jetzt stricke ich ersteinmal ein paar Reihen mit dem neuen Hea Lace-Garn.

Thick Yarn for the Haapsalu Shawl 15/2

 

After Camp: ausruhen und Abschied, 23. 07. / 24.07. 2016

So, nun komme ich zum letzten Abschnitt der wunderbaren Reise: ein letzter Tag auf Muhu und die Rückkehr nach Tallinn.

Ausruhen, spazierengehen, fotografieren, stricken, plaudern – ein wunderschöner Sommertag, der mit einem letzten Abendessen am kleinen Hafen von Korguva seinen Ausklang fand. Ob man diese kleine Bucht einen Hafen nennen kann oder will, darüber mögen sich andere streiten. Wir haben das kleine Fischereimuseum besichtigt und gerne einen Euro Eintritt bezahlt, wenn man dafür eine hölzerne Eintrittskarte bekommt;=) (Bild wird nachgeliefert)

Sehr relaxt geht es hier zu, Kinder spielen, Freunde plaudern, die Fischer kommen zurück an den Anleger – ich werde gerne hierhin wiederkommen.

Und über Allem wacht Juhan Smuul, der Dichter aus Muhu.

Dann der Abschied, wir wollen auf die erste Fähre und werden beim Frühstück von den Katzen beäugt. Claudia zeigte mir, wie weit sie mit der Seascape-Stole gekommen ist, Respekt!

In Tallinn dann noch ein letzter Rundgang über den Ratshausplatz, es fand wieder eine Craft Fair statt und ein letzter Schwatz mit der unermüdlichen Külli Jacobson.

Ich habe diese letzten Tage genossen und weiß ja auch, daß ich recht bald wieder komme. Schon im November.

Ich möchte mich bei meinen Mitreisenden Claudia, Ewa und Sue bedanken, es war sehr sehr schön mit Euch!