Strickmuster und tanzende Schönheiten

In den letzten Tagen war ich immer noch mit den Gedanken in Tallinn und genoß die Erinnerungen  an die vielen schönen Treffen dort.
Ich habe aber auch ein Versprechen eingelöst, das ich beim „Let’s Knit Muhu„-Knitalong bei Ravelry gegeben hatte: nämlich die Preise für die Gewinnerinnen zusammenzustellen und zu versenden.

Ich hatte ja einige schöne Dinge zusammentragen können: allerdünnste Stricknadeln, Projektbeutel, Wörterbücher… ich denke die Gewinnerinnen werden sich freuen. Jetzt habe ich noch ein kleines Wollpaket zu versenden, aber das ist eine andere / nächste Geschichte,

In den letzten Wochen habe ich einige der Strickmuster, die wir beim „Let’s Knit in Kurzeme“-Workshop lernen konnten, in Strickschriften umgesetzt, dazu habe ich ja das tolle Programm „Knitting Chart Editor“. Das ist eine gute Übung für mich.

Aber ein Muster hat nicht nur mich verdutzt: Rucava Nested Brioche war eine der Aufgaben, aber so richtig verstanden hat es wohl niemand. Also habe ich mich etwas vertieft und es zusammen mit Lizzy als „Twocoloured Honeycomb-Brioche knitted in the round“ / „rundgestricktes zweifarbiges Netzpatent“  identifiziert. Brioche ist ja das neue Patent… könnte ich in Abwandlung eines gern wiederholten Slogans sagen, und Patent und Halbpatent habe ich in der Schule gelernt, aber nicht dieses Netzpatent.

Langsam habe ich mich herangetastet an das Neuland, habe erstmal einfarbig flach, dann einfarbig in der Runde gestrickt und dann die ersten Versuche mit 2 Farben. Und da beginnt die Rätselei. Der erste Versuch, mit 2 Farben in der Runde zu stricken hat zwar funktioniert, es entsteht aber ein gestreiftes Strickstück und keines, bei dem auf einem dunklen Hintergrund eine hellere Vordergrundfarbe sitzt.

Nancy Marchant, die Queen of Brioche, hat auf ihrer Webseite ein flachgestricktes zweifarbiges Muster erklärt, nun werde ich dieses heute mal stricken und dann schauen wie ich es rundmache

Rucava Honeycomb Brioche

Und als Einleitung ins Wochenende hier noch ein Schlußtänzchen nach überstandenem Mardilaat:

Annika und Liina von Etnowerk tanzen, das Video ist auf ihrer Facebook-Seite zu sehen. Ja, sie haben wirklich Energie und Freude!

Zurück aus Tallinn, glücklich, müde

Ausgefüllte Tage waren das, donnerstag nach Tallinn geflogen, am Freitag auf dem Mardilaat und im Rahva Raamat – Buchladen, am Samstag bei Karnaluks und wieder auf dem Mardilaat und am Sonntag gemächlich zurückgeflogen – aber müde macht es schon! Wir haben viele Freunde getroffen, und viel erlebt.

Das fing gleich mit einem Komplett-Stromausfall bei unserer Ankunft im Hotel an, mit einem Abendessen im Dunkeln, naja, es gab nur kalte Küche – Schinken-Käse- und Zimtschnecken… aber da Simone auch im Economy-Hotel abgestiegen war, ging uns der Gesprächsstoff und Spaß nicht aus. Am Morgen dann trafen wir Maja und ihren Mann beim Frühstück, und auf der Messe war es nur noch ein einziges Hallo! Aus Lettland, aus Litauen, aus der Schweiz, aus Estland, Teilnehmerinnen und Lehrerinnen der Knitting Camps in Lettland und dem Craft Camp…  diese Kunsthandwerksmesse ist schon etwas ganz Besonderes.

 

Ich habe mich schon vor der Reise auf den Seiten der estnischen Buchhandlungen umgeschaut und eine Bestellung bei Rahva Raamat aufgegeben, die Filiale dieser größten Buchhandelskette Estlands im EInkaufszentrum Rocca al Mare hatte dann auch alle meine bestellten Bücher für mich bereitgelegt. Ich will noch nicht zuviel verraten, aber ich hatte nicht nur für mich Bücher bestellt…

Ganz besonders ersehnt und erwartet und deshalb habe ich es auch für eine Freundin mitgebracht: die Neuauflage des Klassikers „Kihnu Roosi Kindakirjad. Mitten Patterns From Kihnu Island„,  dieses Buch war ja nicht mehr zu bekommen.

Und noch ein tolles neues Buch: Das grosse Buch der estnischen Kopfbedeckungen,  „Suur Mütsiraamat. Eesti Kihelkondade Peakatted„, Lustigerweise übersetzt der Google-Translator diesen Titel mit „Großes Jagdbuch. Sitz der estnischen Pfarreien

Ein gemeinsames Abendessen mit lieben Freunden ist inzwischen eine von mir gepflegte Tradition bei solchen Ereignissen und in Tallinn lade ich dann gerne in das Restaurant „F-Hoone“ ein. So auch diesmal. Ein langer Tisch war nötig, und es wurde auf englisch, lettisch und estnisch parliert.

Eine ganz besondere Freude war, daß Kaidi-Kätlyn und Nele Laos dabei waren, Nele, die die ersten Craft Camps der Cultural Academy organisiert hatte und Kaidi-Kätlyn, die beim Kurzeme-Knitting-Camp dabei war und mich immer wieder mit Geschenken überrascht. Lieben Dank, Kaidi!

Am Samstagmorgen stand der Besuch bei Karnaluks, dem riesigen Kurzwarenmagazin, auf dem Programm und ich war baff. Ein Reisebus stand vor dem Haus und geschätzte hundert Finninnen standen Schlange an der Kasse! Wieder einmal die Bestätigung, daß schon allein dieses Geschäft eine Reise nach Tallinn lohnt. Aber ich habe mich diesmal zurückgehalten, kein Kaufrausch, nur ein paar Stricknadeln..

Zum Schluß dieses Beitrags noch einige Bilder, mehr von meiner Reise in den nächsten Beiträgen!

Auf zum Mardilaat / Martinsmarkt!

Und morgen geht es zum Mardilaat-Markt nach Tallinn! Zum ersten Mal sogar mit einem Direktflug von Berlin, es wird also immer bequemer..

Wir reisen zwar nur für kurze 3 Tage, aber davon verbringen wir 2 Tage auf der Messe, dann hole ich vorbestellte Bücher im Buchladen von RahvaRaamat ab, schaue vielleicht wieder bei Karnaluks vorbei und am Freitagabend  gibt es ein großes Treffen im Restaurant F-Hoone, mit Strickerinnen aus Estland, Lettland, der Schweiz… und ein wenig Arbeit wird es neben dem großen Vergnügen auch, denn ich werde einige Vorbesprechungen führen für ein großes Projekt im nächsten April.. aber davon verrate ich jetzt noch nichts.

Ich wollte noch ein paar Handschuhe vor der Reise fertigstricken, das habe ich aber nicht ganz geschafft, ich habe zu kleine Nadeln genommen und die Handschuhe wurden zu eng (so geschieht es halt mal, wenn man partout eine Anleitung in Größe „S“ für Hände in Größe „M“ strickt), Aber das macht nichts, so habe ich nocheinmal über die Farben nachgedacht und statt „Rot auf Weiß“  wird es jetzt „Purpur auf Weiß“, purpur ist sowieso im Moment meine Lieblingsfarbe.

Also fahre ich nicht mit den neuen Handschuhen nach Tallinn, aber ich nehme auf jeden Fall meine Muhu-Mütze mit und vielleicht spaziere ich damit auch in den Muhu-Brotladen im Markt am Baltischen Bahnhof…

Vorfreude!

Rückblick: Tallinn – Mardilaat / St. Martins-Messe

Diesmal sind wir nicht mit dem Flieger nach Tallinn gereist, es gibt bequemere und preiswertere Möglichkeiten dorthin zu gelangen und auch etwas vom Land zu sehen… wir nahmen den Bus, und das hat viele Vorteile: Die Abreise erfolgt vom Busbahnhof in Riga zentrumsnah, man muss sich nicht durch diese lästigen SIcherheitskontrollen quälen und hat auch keine Probleme mit dem Gepäck, sieben € kostet ein Ticket im Vorverkauf und sitzt bequem, kann sich einen Kaffee oder Tee nehmen und vor Allem: man sieht die Landschaft, die Wegweiser zum Münchhausen-Museum oder nach Limbaži (irgendwann komme ich da auch mal hin!) und nach knapp vier Stunden waren wir auch schon in Tallinn angekommen.
Das erste Highlight in Tallinn war natürlich der Besuch der St. Martins-Messe / Mardilaat, der alljährlichen großen Kunsthandwerks-Messe. Letztes Jahr hatten Heinz und ich diese Messe schon besucht, aber damals kannte ich noch nicht soviele Stricker / Designer oder Unternehmen, dieses Mal hatten wir schon im Vorfeld Verabredungen getroffen, nachmittags um 16:00 in der vorderen Reihe an der Stirnseite, und diesen Termin auch bei ravelry verkündet.

Mardilaat in der Suur-Saku-Halle in Tallinn

Nun habe ich ja schon viel hier auf der Wockensolle über diese Messe geschrieben, auch gleich während der Reise, deshalb möchte ich jetzt im Rückblick die Freunde und Bekannte vorstellen, die ich treffen konnte. Und damit ich auch mal aufs Bild komme, darf ich Bilder meiner Freundin LizzyMaille veröffentlichen, mit der ich ja bei der Übersetzung des Handschuhbuches zusammengearbeitet habe und mit der ich ja schon öfter im Baltikum unterwegs war.

Unser Treffpunkt war gut gewählt, denn so hatten wir zum Einen die immer-fröhliche Külli Jacobson mit ihrem Stand der Nordic Knitters im Blick und konnten auch so manche Vorbeigehende in ihren schönen Trachten bewundern oder Freunde erspähen.

Kuelli Jacobson / Nordic Knitters

Kuelli Jacobson / Nordic Knitters

Eine grosse Freude war es, Pat Pachuta zu treffen, die mit ihrem Mann Peter extra zum Mardilaat aus den USA angereist kam. Ich hatte sie beim Knitting Camp in Strazde im letzten April kennengelernt und wir haben uns sehr angefreundet. Sie hat mit ihrem Mann Peter, einem Biologen, ein Jahr in Tartu gelebt und hat die estnische Kultur mit Interesse studiert. Peter und Heinz vertieften sich in philosophische Gespräche während wir uns der Wolle hingaben.

Peter and Heinz, philosophers

Peter and Heinz, philosophers

Sonderheft MauciWir trafen die Ravelry-Freundinnen Cairbre und Kaisukas, ich kam ins Gespräch mit Inara Vizma, deren Geschäft Tīnes in der Richard-Wagner-Strasse in Riga eine wahre Fundgrube für Wolle und Wolliges ist und Dace Deksne, Chef-Redakteurin der lettischen Zeitschrift Praktiskie Rokdarbi, der Zeitschrift, deren Sonderheft „Handschuhe und Perlen“ uns ja ganz besonders gefallen hat. 

Im Gespräch mit Dace Deknes

Im Gespräch mit Dace Deknes

Ich trage, auf dem Bild gut zu sehen, die wunderschönen Perlen-Pulswärmer, die LizzyMaille für mich gestrickt hat. Was ein wunderbares Geschenk!

Lizzys und meine Perlenpulswärmer

Lizzys und meine Perlenpulswärmer

Abendessen im F-Hoone-Restaurant, Tallinn

Abendessen im F-Hoone-Restaurant, Tallinn

Pat war zeitlich sehr eingespannt, ´viele Verabredungen mit lettischen Freunden, aber wir konnten noch einen wunderbaren Abend am Tag darauf im Restaurant F-Hoone in Tehliskivi verbringen, dann auch schon mit meinen Neffen Frederic und Aldewin, die aus Berlin angeflogen kamen und mit uns auf die Estland-Reise gingen.

So, und nun zum Abschluß eine Galerie mit Bildern der Messe, bis jetzt habe ich unsere Freunde vorgestellt, jetzt kommt die Messe selbst an die Reihe. Schön war es zu sehen wie auch die Besucher in wunderbare Handarbeiten gekleidet waren!

Copyright für diese Bilder: ©LizzyMaille, 2016

In Tallinn: Mardilaat Messe

Mit meinem Lielvarde-GürtelIn Riga ein letzter Besuch bei Sena Klets, ich konnte meinen Lielvarde-Gürtel abholen!
Ich hatte ihn mir im August beim Jubiläumsbesuch bestellt, und nun war er im letzten Moment fertig geworden, es braucht ja für mich ein paar Zentimeter mehr… Also noch ein Photo in Positur, mit Gürtel und Buch!

Zum ersten Mal bin ich mit dem Bus nach Tallinn gefahren, sehr angenehme Fahrt, ruhig, keine Musikbeschallung, Sonnenschein und Schnee. Ganz nahe ging es vorbei an Limbazi,  wo die bunte Wolle herstammt!

In Tallinn dann ging alles seinen Gang: Lizzy traf ein, wir hatten einen schönen Abend zusammen und dann ab in die grosse Ausstellungshalle, Mardilaat wartet!

Und was war das wieder ein Erlebnis.

Wo zuerst schauen? Was betrachten? Es ist nicht nur eine Messe, es ist auch ein Treffen mit Freunden, Bekannten und Lehrerinnen, Freunde vom Knitting Camp, vom Craft Camp, aus Ravelry… Ich freue mich, wieiviele liebe und schöpferische Menschen ich hier treffen und sprechen konnte!

Aus Amerika war Pat angereist, wir waren zusammen beim Craft Camp, Linda Rubena aus Riga, Lizzy aus Hamburg, Cairbre aus Helsinki, Külli Jacobson aus Setomaa… und dann traf ich noch Nancy Bush und Nancy Marchand, Ave Matsin, Kristie Joeste, Riina Tomberg, Anu Pink – to name a few.

Das alles werde ich noch nach meiner Rückkehr ausführlich erzählen, jetzt nur noch der Hinweis, dass heute am Samstag bei Karnaluks Hochbetrieb war und ich habe einen grossen Vorrat dünne Stricknadeln erworben…. mit den eingetroffenen Neffen und den Freunden dann noch ein herzliches Abendessen im F-Hoone-Restaurant in Tehliskivi… es ist schön.

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