Let’s knit in Kurzeme! Tag 5

Es hat eine Weile gedauert, bis ich „Let’s Knit in Kurzeme“ dokumentiert habe, Auch im Ruhestand gibts viel Arbeit, viel zu tun und nicht immer war ich in Stimmung, meine wolligen Berichte fertigzustellen. Ich engagiere mich sehr in der Kulturpolitik bei uns im nordöstlichen Landkreis und in EU-Förderprojekten, das geht oft auf Kosten anderer Pläne und fordert viel Kraft, denn aufs Ehrenamt wird hier im ländlichen Raum gerne abgewälzt, was eigentlich Aufgabe der Öffentlichen Hand ist. Strukturpolitik? Kulturpolitik? Fehlanzeige.
Für die große Politik ist unser Vorpommern der ideale Ort für Schweinemastfabriken, Güllelager, Windräder (und nun drängt sogar noch ein irrelaufender Ingenieur ein Atomendlager in die Diskussion). Wir Bewohner stören nur. Die zermürbt man lieber mit Bürokratiewahnsinn und unhaltbaren Anforderungen bei Förderanträgen usw usw usw.

Genug geklagt. Aber das muss ich auch mal hier schreiben. Es ist ja nicht so, daß ich nur im Grünen sitze, Störche und Rehe auf der Wiese beobachte und stricke. Nein. Ich fühle mich im Moment doch sehr zerrieben.

Und deshalb tut mir die baltische Strickerei so gut, es ist herrlich mitzuerleben, wie die Menschen in Lettland und Estland stolz sind auf ihre Traditionen und Kultur, und welche Schönheit sie pflegen und weitergeben.

Also beende ich diesen Prolog und komme zum letzten Tag des Projektes „Let’s Knit in Kurzeme„.

Der letzte Tag dieser wunderbaren Strick-Woche war eigentlich nur ein halber Tag, denn es ging zurück nach Riga mit einem Zwischenstopp im wunderschönen Kuldiga (Goldingen).

In Liepaja hatten wir in unserem Hotel immer viel Spaß mit dem Hinweistext im Lift, der zu vielerlei Deutungen Anlaß gab.

It is forbidden to behave in an autocratic way

lautete die Vorschrift und wir zerbrachen uns den Kopf, Pat bezeichnete dies als Lost in Translation ;=) Aber so ein Lift hat auch seine Ehre und so rächte er sich an uns, am Freitagmorgen blieben einige von uns doch tatsächlich mit ihm stecken und wir konnten erst 20 Minuten später Liepaja verlassen… soviel zum „autocratic way“ :=)

Ein großer Himmel wölbt sich über Kurland und es ist eine Freude durch dieses schöne Land zu fahren.

In Kuldiga war noch ein Workshop geplant, Jolanta Medina vom Museum in Kuldiga erwartete uns. Das Museum in Kuldiga liegt erhoben auf einem Hügel über dem berühmten Wasserfall von Kuldiga, der zwar nicht hoch, aber sehr sehr breit ist.

Der breiteste Wasserfall Europas…

Ein sehr verlockendes Angebot… aber wir hatten Anderes vor

Jolanta Medina war schon letztes Jahr beim Knitting Camp in Strazde dabei und hat uns besonders schöne Exemplare aus dem Bestand des Museums gezeigt. Heute lag der Schwerpunkt ihres Vortrags auf der Tradierung der alten Muster. Sie leitet auch die Handarbeitsgruppe Čaupe, und ließ uns in einem großen Korb mit Handschuhen stöbern, die allesamt anläßlich der diesjährigen Veranstaltung Satiec savu meistaru (Treffe deine Meister) gestrickt wurden.

Eine Bildergalerie zu dieser Veranstaltung gibt es auf der Museumsseite und natürlich spielt das Handschuhbuch eine Rolle.

Denn viele der Handschuhe in diesem Buch stammen aus der Sammlung des Museums von Kuldiga.

Nach dem Workshop blieb noch ein wenig Zeit für einen Spaziergang durch die schöne Stadt Kuldiga und ein Abschiedsmittagessen in einem Restaurant an der Hauptstrasse.

Der Ort hat eine reiche Geschichte und ein berühmter kurländischer Herzog, Jakob Kettler, brachte Handwerk und Wohlstand hierher. Er führte den Schiffsbau ein und gründete kurländische Kolonien in Gambia und auf Tobago.

Maruta Grasmane freut sich über den schönen roten Haapsalu-Schal, den ihr Kaidi-Kätlyn geschenkt hat.

Kaidi-Kätlyn aus Tallinn strickt diese feinen Schals und Tücher in atemberaubenden Tempo, Hut ab!

Und damit ging das Erlebnis „Let’s Knit in Kurzeme“ zu Ende. Es waren wunderbare Tage mit einem dichten Lernprogramm, viel Freude, einer tollen Gruppe und ich möchte den Organisatoren, Ziedite Muze und Ansis Grasmane von Sena Klets, meinen Dank zollen.

Am 7. September startet der nächste Kurs, und ich kann ihn nur empfehlen! Wer immer kann, sollte sich das gönnen!
Das Anmeldeformular und weitere Infos findet man auf der Webseite von Sena Klets.

Und ich starte heute abend nach Berlin, morgen fliege ich nach Riga, und ein neues Abenteuer startet:

Mit Sue, Christiane und Ewa geht es von Riga nach Limbazu (Wolle!), auf die Insel Kihnu, nach Muhu und Saarema und über Haapsalu nach Tallinn. Und von dort geht es weiter zum Craft Camp in Olustvere!

Also heißt es jetzt Koffer packen!

Let’s knit in Kurzeme! Tag 4

Am 4. Tag unserer Woche „Let’s knit in Kurzeme!“ blieben wir wieder in Liepaja oder, wie es auf deutsch hieß, in Libau. Auf dem Programm standen Workshops und Werkstattbesuche.

Im Kunsthandwerkerhaus fand die Einführung in die Besonderheiten kurländischer Handschuhe und auch der erste Workshop statt, mittags stand ein Besuch im Kunsthandwerks-Zentrum ‘’Dārza iela” auf dem Programm.

Unsere Workshops?

  • doppelt-gestrickte Handschuhe
  • Techniken für Fingerhandschuhe
  • Strickschriften entziffern

In einem Raum, in dem sonst eine Folklore-Gruppe probt, bog sich der lange Tisch unter den vielen Handschuhen, waren kunstvoll arrangierte Handschuhe auf Räder geflochten, sahen wir auf einem Tisch eine Kollektion von Strickbüchern zum Thema.

Und wieder überwältigte uns die Detailvielfalt:

Bündchen in den unterschiedlichsten Techniken

  • Entrelac-Bündchen
  • geschweifte Bündchen
  • schräge Rippenmuster

und wunderschön gemusterte Innenseiten der doppeltgestrickten Fausthandschuhe.

Ilma Rubene

Ilma Rubene zeigte uns besonders interessante Exemplare und erklärte die Besonderheiten. Und sie verwies auf die Bücher, in denen Informationen dazu zu finden sind.

Auffällig ist, daß sich unter den Handschuhen keine Kinderhandschuhe finden, dafür aber solche exotische Exemplare wie Jägerhandschuhe! Diese haben nicht nur einen separaten Daumen, auch der Zeigefinger wird separat gestrickt, damit der Jäger immer schnell schießen kann, die Waffe immer schußbereit in der Hand halten kann.

Wir sind immer umgeben von Strickern, und ich schreibe explizit „Strickern“ und nicht „Strickerinnen“, denn Ansis Grasmane wurde auch vom Strickfieber angesteckt und übte sich mit Nadelspiel und Faden, Ich werde nächste Woche in Riga  mal nachfragen, wie weit er gekommen ist ;=)

Ich genieße diese konzentrierte Athmosphäre immer sehr. Es tut gut.

Jeder dieser historischen Handschuhe hat seine eigene Geschichte, nicht alle wurden in Aussteuertruhen vergessen, einige wurden auch in Kornspeichern oder Scheunen gefunden.

So wie dieses wunderbare Handschuhpaar mit dem ungewöhnlichen Muster, zwei einanderzugewandten Hähnen, das ganz beiläufig in den Bestand kam, noch nirgends dokumentiert ist und auf geschätzte 150 Jahre kommt!

Auf dem Weg zum Kunsthanderwerkerzentrum kam ich an einer ganz besonderen Gedenkstätte vorbei:

Alles ist gut!

stand auf dem Metallband und der Mann im Gehrock hält eine Kerze – die Kerze der Urtheilskraft!
Denn dieses Denkmal erinnert an das 1790 erstmals in Berlin und eben in Libau / Liepaja herausgegebene dritte Hauptwerk des großen Denkers Immanuel Kant, die „Kritik der Urtheilskraft„. Das ist doch mal eine Überraschung!

Wer nun nachlesen möchte: heute gibt es das Werk Immanuel Kants, Kritik der Urtheilskraft,  und auch die anderen Werke des großen Denkers in jeder gepflegten Online-Bibliothek.

Nach einem Imbiß im Hof ging es zum Kunsthandwerkerzentrum, wo wir Werkstätten und Verkaufsräume besichtigten.
Stricker, Weber, Bernsteinschleifer … viele Handwerke sind hier vertreten. und ich bekam meinen vielgetragenen Bernsteinring wunderbar repariert – voller Herzlichkeit und gratis; immer wieder erstaunt mich die Freigebigkeit und Freundlichkeit der Menschen hier.

Ich liebe Bernstein. Ich trage viel Bernsteinschmuck und ich werde auch irgendwann einmal Bernsteingarn verstricken oder Bernsteinstückchen statt Perlen verarbeiten, aber hier in Liepaja gibt es soviel Bernstein wie ich mir nie vorstellen konnte.
Zum 750. Stadtjubiläum Liepajas2003  trug die Bevölkerung mehr als 50 Liter Bernstein zusammen. mit denen die große Sand- , besser Bernstein-Uhr an der Promenade gefüllt wurde.
Andere Stücke aus dieser Sammlung wurden aufgefädelt und sind nun im Kunsthandwerkerzentrum zu bewundern.

123 Meter lang ist die Bernsteinkette, mehr als 17.000 Stücke wurden verarbeitet, oder sogar 27.000?

Alles war vorbereitet für die Unterweisung im Fingerhandschuh-Stricken, für jeden Arbeitsschritt gab es einen kleinen Sampler. Ich habe dabei viel gelernt (und notiert).

Durch die Formeln für das Errechnen der Maschenzahl / Finger (nur ein Beispiel) fühle ich mich sicherer, ich muss nun nicht mehr stur den Anleitungen folgen und mich hinterher wundern warum die Finger so schief sitzen oder ziehen…

Eine Seite aus dem 1994 in Riga erschienenen Buch mit 350 Mustern samt Strickschriften. Aber Achtung:  nicht alle der verwendeten Symbole sind in dem Buch erklärt oder allgemein bekannt.

Baiba gab uns eine schwere Nuß zu knacken, hatte aber alle diese Muster schon einmal gestrickt und die samples mitgebracht.
… diese  Aufgabe machte viel Spaß und ich habe es tatsächlich geschafft, das Muster #106 zu stricken!

Dieser Tag fand einen schönen Ausklang: Überraschend kamen Maruta Grasmane und Ansis Grasmane vorbei! Das war bis dato ein streng gehütetes Geheimnis gewesen!
Eine Show-Einlage des Folklore-Ensembles brachte uns herzlich zum Lachen, waren doch alle Beteiligte Schauspielerinnen am Theater in Liepaja gewesen und verfügten über ausgeprägte komödiantische Eigenschaften.
Der Tag klang aus auf dem Hof des Zentrums, in der Abendsonne ließen wir uns Erdbeeren und Prosecco schmecken und erhielten unsere Teilnahme-Bescheinigungen.

Maruta Grasmane und Jeannie Giberson


Es gäbe noch soviel zu erzählen, aber: am Besten ist es, dies selbst zu erleben! Und deshalb lade ich alle, die diesen langen Beitrag gelesen und genossen haben, ein, sich für den nächsten Workshop zu registrieren! Im September findet wieder ein „Let’s Knit..“ statt! Alle Infos hier: www.senaklets.lv/en

Let’s knit in Kurzeme! Tag 2

Das war ein langerwarteter Tag, denn das Programm nannte viele Highlights: eine Führung durch das Museum, die Ausstellungen im Untergeschoß zum Thema „Ländliches Leben„,  Workshops zum Thema „Verschiedene Bündchen-Arten“ und „Handschuhe mit Perlen„, eine Buchpräsentation („Die Suiti-Socken aus Alsunga„), das alles habe ich ja schon im Beitrag „Let’s knit in Liepaja“ beschrieben.

Das Museum von Liepaja befindet sich in einem Bürgerhaus vom Beginn des 20. Jahrhunderts, allein die Einrichtung aus der Gründerzeit ist schon staunenswert genug. Der bürgerliche Wohlstand in der Hafenstadt vor den Weltkriegen – hier kann man ihn bewundern.

Allein die großartigen Öfen sind für mich einen Besuch wert, ich liebe reichgezierte Kachelöfen!

Auch Kunstausstellungen gibt es und im Garten des Museums stehen einige Skulpturen. Aber niemand konnte mir erklären, warum direkt vor dem Haus das Modell einer Guillotine steht… (ich habe die besser nicht fotografiert…)

Das Museum wurde extra für uns geöffnet, trotz Ruhetag, und auch in der örtlichen Presse war unser Besuch schon angekündigt worden:  Ein Vorab-Bericht am 29.Mai: Liepaja Kurzeme Heimatmuseum Informationszentrum beteiligt sich an internationaler Handschuh Strickwerkstatt und dann der Bericht samt Mitschnitt des TV-Interviews Stricker aus nahen und fernen Ländern, die man sich mit Google-Translator oder gleich im Übersetzer-Browser Chrome anschauen kann. Auf der letztgenannten Seite am rechten Rand ist eine tolle Foto-Serie eingebunden, die die Athmosphäre dieses Museumstages wirklich herüberbringt.

Dieses Video bietet einen Rundblick durch das Museum und gibt einen Eindruck von den prächtigen Räumen.

Es stammt von der Webseite Tun und zu sehen in der Stadt Liepaja.

Die interessanteste Ausstellung war für uns sicherlich die Ausstellung Die Menschen, das Leben, die Arbeit von Südkurland, denn hier bekamen wir einen Einblick in das mühsame Leben der Landbevölkerung und deren ausgeprägten Schönheitssinn. Viele Exponate aus Nica, Rucava und Bārta  habe ich bestaunt.

Und ich habe gelernt, wie es kommt daß als Fundort von alten Handschuhen oft die Kornspeicher, granaries, genannt werden.  Ganz einfach: in den wärmeren Sommermonaten schliefen viele der Hofbewohner in den luftigeren Scheunen und da geht schon mal ein Kleidungsstück verloren.

DIe Exponate waren wirkungsvoll beleuchtet, aber die Räume recht dunkel und auch eng. Deshalb habe ich nicht viel fotografiert.

Die wunderbaren Strümpfe sind recht eigenartig: weiße Waden aber kräftig gemusterte Fuß-Teile. Eine Erklärung: die Frauen in Kurland trugen kürzere Röcke als anderwo und zeigten auch mal Fuß. Aber sie müssen auch recht luftige Schuhe getragen haben, damit man die schöne Arbeit auch bewundern kann….

3 Muster-Abschnitte gibt es: die weißen Waden, ein schmaler Trennstreifen mit viel weißem Hintergrund, der optisch überleitet  zu dem eher dunklen Fußteil. Raffiniert!

Mit welcher Geduld wurden diese Strümpfe gestrickt, welcher Fleiß und Akkuratesse, das erfreut mein wenig verwöhntes Pommern-Herz natürlich.

Diese drei Strümpfe zeigen viele interessante Details: die weißen Wadenabschnitte sind in unterschiedlichen Mustern gearbeitet, mit Noppen und Zöpfen, die Fersen sind nachträglich gestrickt (afterthought heel)  und der mittlere Strumpf begeisterte mich sofort: wieder mein Lieblingsmuster: Sonnen!

Vor dem ersten Workshop des Tages gab es noch ein Fernseh-Intermezzo, denn der örtliche Sender berichtete ja über diese Veranstaltung. Auch ich wurde interviewt und mein Name wurde dabei aufs Wunderlichste verballhornt, nun denn, ab jetzt heiße ich eben auch Kunumilu Gudike. Über diese Interviews habe ich ja schon zweimal berichtet:  In Liepaja und Kuldiga und Kurzeme TV.

Lia Mona Ģibiete stellte uns zuerst die Besonderheiten der kurländischen Handschuhe aus der Museumssammlung vor, dann ging es zum Workshop. Auf Tischen waren Handschuhe und Bündchen-Muster ausgebreitet, Nadeln und Garn lagen bereit, auf Informationstafeln waren die Stücke zu sehen, die auf den Tischen keinen Platz fanden.

Einige der Bündchen waren wirklich vertrackt zu stricken, aber Solvita Zurapska machte uns Mut.

Nach dem lustig-gezipfelten Bündchen wagte ich mich auch an diese löchrige Variante, aber dann verhedderte ich mich aussichtslos in den vielen Fäden, die man dafür mitführen muss.

Die Fotoserie auf der Webseite Adītājas no tuvām un tālām zemēm zeigt die prachtvollen Exemplare.

Der Nachmittag war dem Stricken mit Perlen gewidmet und als Erstes wurden wir in ein Nebengebäude geleitet, in dem das Kurzemes tautas tērpu informācijas centra (Kurländisches Trachten-Informations-Zentrum) eine kleine Ausstellung für uns arrangiert hatte, Fäustlinge, Fingerhandschuhe, Stulpen, Gürtel – alles aufs Schönste mit Perlen verziert.

Alles war für uns vorbereitet, in kleinen Schälchen lagen Perlen, Nadeln und Garn bereit.

Immer wieder bewundere ich die unendliche Geduld der Meisterinnen, die solche Werke schaffen. Da fielen unsere Übungsarbeiten doch wesentlich bescheidener aus.

Vier Meisterinnen zeigten uns ihre Werke und unterstützten uns bei unseren Versuchen; Antra Kukuka, Aisma Demme, Astra Dzērve und Solvita Zurapska.

Auf die Präsentation des Buches Suiti patterned socks von Lia Mona Ģibiete hatte ich mich ja vorbereitet, denn in letzter Minute vor der Abreise waren meine Suiti-Strümpfe noch fertiggeworden, an denen ich ja seit Ostern gearbeitet hatte und die auch als Anlaß des Ostermaschenpreisrätsels herhielten.

Nun aber das Buch von der Autorin selbst vorgestellt zu bekommen, das ist schon ein Privileg. Und stolz trug ich es mit SIgnatur der Autorin nachhause.  Zu unserem Glück ist das Buch in lettisch und englisch verfaßt. Es kann also nichts schiefgehen beim Stricken.

skaistas zeķes war Lia Mona Ģibiete’s Kommentar zu meinen Strümpfen, schöne Socken, welch ein Kompliment!

DIe Infos zu dem Buch finden Sie hier in diesem Beitrag; Suitu Rakstainas Zekes.

Let’s knit in Kurzeme! Tag 1

Das Logo der fabelhaften Seminar-Woche „Let’s knit in Kurzeme“ und das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen, Wir haben gestrickt! Und deshalb beginne ich mit dem Bericht vom ersten Tag dieser fabelhaften 5 Tage (es war tatsächlich ein Tag mehr als angekündigt, denn auf dem Rückweg nach Riga gab es noch einen Zwischenstop und Workshop in Kuldiga).

Ein abwechslungsreiches und atemberaubendes Programm war da für uns zusammengestellt worden!
Und das Schöne? Dieses Programm wird in Zukunft wieder angeboten werden, die nächsten Termine kann ich bald weitergeben.

Alles begann am Montag, den 29. Mai, im Trachtenzentrum Sena Klets in Riga. Und das brauche ich ja eigentlich hier auf der Wockensolle nicht mehr vorstellen. Ziedite Muzis und Ansis Grasmane stellten die Arbeit des Zentrums vor und präsentierten einige der ältesten und / oder schönsten Stücke in der Sammlung.

Ein erstes Gruppenbild vor Sena Klets. Alle sind gespannt auf das Kommende und auf die Mitstricker,

ich habe nicht nur „alte Freundinnen“ wiedergetroffen (Pat, Lizzy, Claudia, Angharad, Baiba… to name a few), sondern auch neue Freundschaften geschlossen.

Strickerinnen sind schon eine besonders freundliche und aufgeschlossen Spezies.

Unser erster Halt auf der Fahrt nach Saldus war auf der Farm Puteni, wo uns Rasma Balode herzlich willkommen hieß und aufs lettischste bewirtete. Junge Gänse und Enten und ein eitler alter Truthahn liefen frei herum, ich hatte viel Freude daran und habe mich an lange zurückliegende Kindheitstage auf dem Dorf erinnert.

In Saldus gibt es ein Kulturzentrum, das Kapeller-Haus. Dort trafen wir Zinta Vārpiņa, die den Workshop über überlieferte Socken aus dieser Region leitete. Zinta Vārpiņa hatte uns auch schon beim Knitting Camp 2016 in Strazde wunderschöne Arbeiten gezeigt und uns einen Vorgeschmack auf die Besonderheiten der Bündchen dieser Handschuhe gegeben.

Im Hof des Hauses noch eine Überraschung: Nach einer Führung durch eine Töpferwerkstatt, wo besonders dunkle Tonwaren hergestellt wurden, konnten wir noch lernen, aus welchen Bestandteilen lettischer Schmuck besteht und selbst auch Armbänder oder Ketten zusammenstellen.

In Liepaja im Hotel dann angekommen, waren wir doch alle recht müde und sehr erfüllt vom ersten Tag. Nach dem Essen saßen wir noch zusammen, unsere Dolmetscherin Baiba kam dazu und wir stellten uns gegenseitig vor, Jede der Teilnehmerinnen hatte eine tiefe Beziehung zur lettischen Kultur und auch eine sehr emotionale zum Stricken.

Das tut mir so gut.

Wir stricken in Kurzeme

Herrliches Wetter erwartete  mich in Riga, strahlendbunte Blumenbeete und strahlende Gesichter, als ich mit alten Freunden zusammenkam um den Beginn des Strickabenteuers zu feiern.

Lizzy hatte das Restaurant für das Treffen vorgeschlagen und das war ein guter Vorschlag.

In Sena Klets begann dann die Reise, Ansis Gramanis gab uns eine Führung und stellte die Arbeit des Zentrums vor. Danach reisten wir ab, nach Kurzeme / Kurland. Und ein wirklich intensiver Tag begann.
Ich kann während der Reise immer nur kurzen Bericht erstatten, denn die Zeit ist gefüllt mitUnternehmungen, workshops, Museumsführungen… das wird alles später genauer erzählt.

Nach einer Fahrt über Land waren wir zu Gast auf einem Bauernhof, wurden lecker bewirtet und freuten uns über die vielen Tiere. Kleine Gänse, Enten, ein stolzer Truthahn, ein verschmuster Hund,..

In Saldus dann ein Workshop, gehalten von Zinta Varpina, „twisted cast-on“, keine leichte Aufgabe. Anschliessend noch ein Workshop unter Fliederbüschen, Dita brachte uns Schmuckarbeiten bei.

Und nun sind wir in Liepaja, in einem schönen Hotel. Nach dem ersten Abendessen trafen wir uns zu einer Vorstellungsrunde, lernten uns (noch besser) kennen und verglichen unsere Erwartungen an diese Tage.

Let’s Knit in Kurzeme!