AfterCamp: in Haapsalu / 19.07.2016

Haapsalu ist ein gemächlicher Ort an der Küste mit einer langen Ferien- und Badekur-Tradition, früher ein Treffpunkt der deutsch-baltischen und russischen Aristokratie, wie man im Stadtmuseum lernen kann.
Und da die russischen Gräfinnen abends auf der Promenade ihre schönen Spitzenschals aus Orenburg spazierenführten, kamen die Haapsaluer Frauen auf die Idee, das Haushaltsgeld mit Stricken aufzubessern und die Muster weiterzuentwickeln. Das war der Beginn des Haapsalu-Schals! Bei meiner ersten Reise nach Haapsalu hatte ich das dortige Spitzenzentrum besucht und die dort ausgestellten Arbeiten bewundert und dabei eine wunderbare Freundschaft geschlossen mit Anne Rekaro. Das Lace-Center hat eine eigene Webseite und wenn ich mir die Fotos dort betrachte, sehe ich viele mir inzwischen bekannte Gesichter.

Im Lace Center in Haapsalu

Im Lace Center in Haapsalu

Im Lace Center kann man wunderbare, mehr oder weniger modische Arbeiten bewundern, die Materialien erstehen, die man so braucht oder sich am Dienstagnachmittag mit den Strickerinnen treffen und ihnen beim Plausch zuhören oder ihre Fertigkeiten bewundern.

Garnangebot im Lace Center

Garnangebot im Lace Center

Ich habe schon soviel HEA Lace Garn, aber bei dem Türkis und dem Silbergrau konnte ich nicht wiederstehen.

Wir waren an diesem Tag aber nicht nur im Lace-Center, wir haben das Stadtmuseum besichtigt, die Handarbeitsgeschäfte (es gibt mehrere!) durchstöbert, waren am Strand und haben abends dann im Restaurant Kärme Kuulik mit Anne und Lembi, der Deutschlehrerin des städtischen Gymnasiums, gespeist.

Wie immer: für die Anzeige der Bilder auf die Vorschaubilder klicken!

Und gerade erst ist ein neue Veröffentlichung angekündigt worden: ein Jahreskalender für 2017 mit dreizehn Schals aus Haapsalu, samt Anleitungen, Charts und Infos!

Haapsalu - Wandkalender für 2017

Haapsalu – Wandkalender für 2017

Zu bestellen im Webshop von Saara.ee

After Camp: Haapsalu, I soon be seeing you ;=)

Nach einem letzten (wirklich?)  Besuch bei Karnaluks in Tallinn (liegt ja auch an der Ausfallstraße…) ging es nach Haapsalu. Wir nahmen die Nebenstrecke, dann ich erinnerte mich an die landschaftlichen Schönheiten der Strecke, die vorbei an kleinen Dörfchen durch wunderbare Wälder geht… und an die Klosterruine von Padise, die auf jeden Fall einen Besuch lohnt.

Der Himmel über Estland

Der Himmel über Nordwest-Estland

Es ist einfach wunderbar, durch diese herrliche Landschaft unter diesem herrlichen Himmel zu fahren! Aber es gibt auch lohnende Stopps: Padise. Eine Klosterburg-Ruine und ein Gutshaus.

Ich war hier schon im letzten Herbst, bei grauem Regenwetter, kein Vergleich!

Die Klosterburg von Padiste

Die Klosterburg von Padiste

Eine Zisterzienserburg aus dem 13. Jahrhundert, ein klassizistisches Gutshaus, das heute als Hotel dient und sehr leckere Pfannkuchen auf der Karte hat.

Im Gutscafé von Padise

Im Gutscafé von Padise

Ja, aber die Hauptattraktion für uns Strickerinnen war das große Stallgebäude, in dem die Tourismusinformation und der örtliche Handarbeitsladen untergebracht sind.

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Kann man solch einen Laden ungekauft verlassen? Wir können das natürlich nicht, Ewa ersteht wunderbar schafig-duftende weiche Wolle für ein Babyjäckchen und Claudie greift bei einem Strang feiner naturfarbener Wolle für einen Schal zu (100g = 2€!)… ja, und langsam nähern wir uns Haapsalu, dem Ferienort an der Küste.

Wir haben eine große Ferienwohnung angemietet für unseren Aufenthalt, und verbringen den Rest des Tages wie Kurgäste: gemütlich Kaffeetrinken an der Promenade, im Einkaufszentrum die Lebensmittelabteilung durchstöbern (Kama!) wie auch den Buchladen, im Städtchen flanieren.. Ferien eben.

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Auf dem Programm für den nächsten Tag steht der Besuch im Museum, im Spitzenzentrum, beim Eisenbahnmuseum und am Abend dann ein gemütliches Abendessen mit unseren Bekannten aus Haapsalu, Anne und Lembi.

In Tallinn und unterwegs

Alles hat wunderbar geklappt, unser Leihwagen stand vollgetankt vor dem Hotel parat und bei dem Abendessen im Restaurant im Teliskivi-Bezirk kam dann auch noch Ewa, unsere vierte Mitreisende, zu uns dazu. Nun sind wir komplett.

Unsere Beute

Unsere Beute aus dem Paradies von Karnaluks

Nach dem Kaufrausch in Tallinn brauchten wir frische Luft und Kultur und das bietet das Estnische Freilichtmuseum in Hülle und Fülle. Nette Gespräche mit den Damen, die die einzelnen Häuser „bewachen“ oder „hüten“, viel Grün und viel Interessantes zu sehen. so bekam ich wunderbare Hardanger-Stickereien gezeigt und wir haben uns dann auch gleich für den St. Martins-Markt im November verabredet.

Im Kolonialwaren

Im Kolonialwaren-Laden

Dann haben wir uns von Simone verabschiedet, die am Sonntagnachmittag in die Schweiz zurückflog, ihre Begeisterung und ihr Lachen war sehr ansteckend.

Die Tür zum Paradies

Die Tür zum Karnaluks-Paradies

Ewa kannte Karnaluks noch nicht und so legten wir vor der Fahrt nach Haapsalu doch noch einen Stop ein. Diese unscheinbare Tür führt direkt ins Kurzwaren-Paradies und ich mußte mich schon sehr beherrschen.

Wir genossen nach  den Tagen in der Stadt, zwischen den vielen Menschen und den Nächten in den kleinen Hotelzimmern mit wenig frischer Luft die weite estnische Landschaft und den grossen Himmel umsomehr. In Padiste bei der Klosterruine entdeckten wir auch einen Handarbeitsladen, und gestärkt von Kaffee und Pfannkuchen auf der hochherrschaftlichen Gutshausterrasse konnte ich den Verlockungen hier doch widerstehen.

Die Klosterruine von Padiste

Die Klosterruine von Padiste

Padiste Kääsitöö

Padiste Kääsitöö

Trotz guter Vorsätze wanderten aber doch ein paar Knäuel über die Theke;=)

Wenn Engel reisen...

Wenn Engel reisen…

Haapsalu ist ein nettes kleines Städtchen mit einer schönen Kurpromenade und vielerlei Verlockungen, gastronomischen und wolligen.

In der Bar Hugo an der Promenade

In der Bar Hugo an der Promenade

Den Rest des Tages ruhten wir uns in dem geräumigen Apartment aus, strickten, diskutierten über estnische Getreidesorten („Kama“ ist das Zauberwort) und … was soll ich jetzt berichten? Es tut alles gut und alles macht Freude!

Und heute geht es ins Museum, ins Lace-Center und zum Treffen mit den Damen aus dem Lace-Center beim Abendessen. Wieder habe ich einen schönen Tag vor mir!

PS: Und wie immer: nach der Reise nehme ich mir die Zeit und beschreibe alles ausführlicher,