Let’s knit in Kurzeme! Tag 3

Handschuhe aus Lettland

Von Liepeja sind es 40km nach Rucava, und für uns war dieser Tag ein Tag der Farben, des guten Essens, der Überraschungen.
Wer das Buch „Handschuhe aus Lettland“ studiert hat, weiß daß der größte Teil der Handschuhe in dem Buch aus der Region Kurzeme / Kurland stammt, nämlich 88 von 178. Und von diesen 88 Fäustlingen kommen dann 27 alleine aus der Gemeinde Rucava.

Die häufigsten Farben sind Weiß, Rot, Blau, Grün, Orange, Gelb, leuchtendes Blau, Violett, stellt Maruta Grasmane im Buch fest. Und ein ganz besonderes Merkmal: Viele dieser Farben in einer Reihe!
So war auch ein Workshop dem Thema „Mehrfarbige Handschuhe, 4 oder 5 Farben“ gewidmet.

Dieser Tag übertraf alle unsere Erwartungen!

Das Heimathaus "Zvanitaj" in Rucava

Zvanitaji“ bedeutet „Rufer / Callers“ und das so benannte Haus gehört dem Traditionsklub Rucava.
Wir wurden aufs Herzlichste empfangen, besungen und beköstigt.

Deshalb nun eine kleine Bildergalerie zur Einstimmung.

Zum Empfang im Haus gab es dunkles Brot mit herrlich leichter Butter, wir wurden  mit lettischer Hausmannskost bewirtet, es wurden Lieder gesungen und die Trachten gezeigt und erklärt. Nach dem opulenten Mittagsmal wurden wir zum Tanz auf der Wiese aufgefordert, so wurde für das leibliche, körperliche und seelische Gleichgewicht gesorgt.

Im Haus waren Handarbeiten aufs Schönste drapiert und so kam ich erst gar nicht auf die Idee, daß diese Exponate käuflich sein könnten. Nur bei genauer Betrachtung entdeckte ich aber Preisschilder und habe ich mir selbst je ein Paar wunderschöne weiße Socken mit herrlichem bunten Bund und ein Paar braun-rote-orangene Handschuhe mit hohem Bund geschenkt.
Hier konnten wir sicher gehen, daß das Geld auch wirklich in voller Höhe bei den Strickerinnen ankommt.

Bei den Workshops gefiel mir besonders das geschwungene mehrfarbige Bündchen, beim zweiten Workshop „zweifarbiges Netzpatent“ versagte ich vollkommen, aber die mehrfarbigen Handschuhe werde ich auf jeden Fall stricken, wir haben so schöne Wolle dafür bekommen. Aber ob ich wirklich 5 Farben in einer Reihe verstricken kann? 3 Farben habe ich schon einmal stricken können, aber 5? Vielleicht sticke ich die 5te Farbe ganz einfach hinterher…

Bei den ausgestellten Exponaten fiel mir ein ganz besonderer Kniestrumpf auf:

Statt verteilten Abnahmen nach der Wade wurde hier eine Falte gesetzt und die Ferse wurde nachträglich eingestrickt. Und dann auch noch so ein wunderschönes Bündchenmuster!

 

 

Schön war auch, daß die Frauen der Traditionsgruppe mitstrickten, sich zwischen uns setzten und uns auch mit Rat und Tag halfen. Es muß ihnen vielleicht schon ein wenig merkwürdig vorgekommen sein, daß Frauen aus sovielen Ländern anreisen um das zu lernen, was ihnen selbstverständlich schein,

Aber es ist nicht selbstverständlich, Es ist eine wunderbare Kunst. Und wir haben ihnen zu danken, daß sie diese Kunst weitergeben.

Nach dem Besuch in Rucava wurden wir noch zu einer Stadtrundfahrt eingeladen, es ging zum ehemals russischen Marinestützpunkt, in die orthodoxe Kathedrale, an den Windsurf-Strand (ich kam mir eher auf Shetland denn an der Ostsee vor, so windig und kalt war es an dem Abend).

Ein wirklich toller Tag!

Unser Besuch in Rucava fand auch seinen Niederschlag auf der Webseite der Gemeinde Rucava, der vom Google-Translator übersetzte Text ist sogar relativ verständlich. Auf der Seite findet sich auch eine kleine Bildergalerie!

International seminar knitters also Rucava

Last June Wednesday „Call“ was held in one of the SIA folk center „Old Barn“ organized seminar „Adisim Kurzeme“ knitting activities (like events also took place in Kuldiga, Saldus and Liepaja).

Arrived was 20 knitters from the US, Canada, England, France, Luxembourg, Estonian, Lithuanian and Latvian.

Before the seminar was a great preparatory work – it was discussed for knitters will demonstrate „Rucavas notches“ and Rucavas colorful mittens knitting was prepared methodological material translated into English. Jobs succeeded. We are expecting visitors with a short story about Rucava riches, dignity, with bread, honey and Rucavas white butter bread while singing songs. The whole day was hard work flickers needles and subdue wife Calama. Rucavas knitting secrets taught our experienced knitters Aleksandra Maksakova, Dace Liparta and Rasma Kleina. While the methodological materials – notches drawings and descriptions prepared by Inga Tapiņa. Delicious loaves of black bread with sauce and layered sarūpēja tables and deck „Caller“ hostesses Ruth and Vija. Going away, knitters face decorated with genuine pleasure, delight, admiration and gratitude. Visitor about all one very satisfactory „wanderfull“ (wonderful!) – both of our wealth: magnificent folk costumes and glove dowry and for bread ritual and strong bread songs and Dance at noon, and a hearty meal (Latvian knitters said, as a child at Grandma’s!) and plentiful coffee table – Agrita fried bacon cake and rabarbermaizes Kusiņa melted and Eve learned complex Latvian word „rhubarb“. Turn Ziedīte Muze (the main organizer of the seminar), thanking for the excellent arrangements and hospitality Rucava letter wrote that knitters yet another day occasionally sung: „Cepa, baked, baking, baked pancakes mother! …“. Guests appreciate. What got Rucava? A lot of experience, a rich reward. The possibility of craftsmen patirgot their products. Vilm pričina knitted glove dowry one day „melted“, either urgent jāada new! Great consent was also Arnolda Aigara amber jewelery. Nothing has not expired. Next seminar event like this will be in September. If you apply for more participants – in August.


Und das Bild vom Tanz hinter dem Haus möchte ich unbedingt zeigen:

Polkatanzen in Rucava!

Zu Besuch in Wollfabriken

Schon eine geraume Zeit habe ich vor, die Wollfabriken, die ich auf meinen Reisen besucht habe oder noch besuchen werde, hier genauer vorzustellen.

Und das sind ja schon einige:

  • die North Ronaldsay Wool Mill auf den Orkneys,
  • Jamieson’s of Shetland in Sandnes auf Shetland,
  • die Wollfabrik Hiiu Wool Factory in Vaemla auf der estnischen Insel Hiiumaa und
  • die akademische Wollfabrik der Kultur-Akademie Viljandi.

Und dann habe ich bei Facebook ein Video gefunden: Ave Matsin, die Leiterin der Abteilung Estonisches Kunsthandwerk der Kultur-Akademie, stellt die kleine Wollfertigungs-Anlage der Akademie vor und erläutert, warum diese Einrichtung so wichtig für das Erhalten und Bewahren der überlieferten Handwerkstraditionen ist.

Das Video ist in estnischer Sprache, aber das macht nichts, ich werde diese Anlage in einem späteren Beitrag noch genauer vorstellen.

Nun also das Video in 100 Sekunden als Auftakt dieser kleinen Serie. Es stammt von der Seite novaator.err.ee

Warum es so wichtig ist, den Prozeß der Wollproduktion zu studieren und die Möglichkeiten und Besonderheiten der estnischen Wolle zu studieren, darauf gehe ich dann im vierten Teil der Mini-Serie „Zu Besuch in Wollfabriken“ ein.

Angharad Thomas und die estnischen Handschuhe

Angharad Thomas habe ich beim Craft Camp in Estland kennengelernt. Sie ist Handschuhspezialistin (wenn ich so sagen darf), denn sie strickt wunderschöne Sanquhar-Gloves, und hat eine tolle Ausstellung darüber zusammengestellt:

Sanquhar Gloves – a living Scottish Tradition.

beim Craft Camp 2015

Angharad ist eine unglaublich fröhliche und aktive Frau, ich fühle mich in ihrer Gegenwart immer sehr wohl, sie ist schlagfertig und witzig. Und sie gibt ihr Wissen gerne weiter.

Das beweist dieses Video:

Estonian Gloves – an introductory talk by Dr. Angharad Thomas

 

Eine lange Anreise

Man kann auch ganz schnell nach Estland reisen, aber ich habe drei Tage gebraucht.
Der erste Tag? Eine Stippvisite auf der Grünen Woche in Berlin, wo ich Annemor Sundbö traf uund mit ihr und Claudia, der Sommer-Estland-Reisegefährtin, die Mittagspause verplauderte.
Annemor stellte die Wolle des Spelsau-Schafs aus Südnorwegen vor, zeigte ihre Bücher und spann an einem wunderschönen Spinnrad.

wie immer: für die Anzeige auf die Vorschaubilder klicken!

Messen machen mich immer müde, ich war zu oft auf Messen, der Lärm, die vielen Menschen, da wächst die Vorfreude auf das stille Estland!

Am zweiten Tag flog ich nach Riga, hatte einen Brunch mit Monta und Ansis Grasmane und zweien ihrer bezaubernden Töchter. Brunch oder Projektbesprechung? Beides! Es ist so einiges in der Pipeline, laßt Euch überraschen!

Ja, und dann per Bus von Riga über Pernu nach Viljandi. Ich hatte mich sehr auf den Schnee gefreut, aber alles war weggeschmolzen, das Land sah naß aus… aber wie das so ist wenn Engel reisen, heute morgen schneit es!

Und jetzt mache ich ich auf den Weg zur Kulturakademie, das WinterCamp startet!

Morgenstimmung in Viljandi

So viel geschieht gerade und bald gehts schon wieder los

Die letzte Zeit war nicht gerade geruhsam, Webseiten gestalten, Schulung vorbereiten, Schulung halten, Webwünsche der Freunde erfüllen (aber nicht immer!), die Silberhochzeit am Samstag wird geplant und vorbereitet und am nächsten Donnerstag gehe ich schon wieder auf Reisen.

Erst nach Berlin, zu den Neffen, treffe mich vielleicht mit Freundinnen, auf jeden Fall aber auf der Grünen Woche mit Annemor Sundbø, dann nach Riga, Stippvisite bei Sena Klets und ab nach Estland.

Schon wieder Estland, wo ich doch meine Berichte über die schöne Reise im November noch nicht fertiggestellt habe … Estland, das Land der Wunder… oder Estland, das Land in dem ich mich immer wieder wundere?

Hier können die Menschen über Wasser laufen!

Zum Wundern: am Nordufer von Saaremaa laufen die Menschen auf dem Wasser!

Nochwas zum Wundern: eine multifunktionale Bushaltestelle!

Multifunktionale Bushaltestelle

Also: hier kann man auf der Bank sitzen und auf den Bus warten, man kann den Briefkasten leeren, die Milch zum Abholen bereit stellen und sich vor Bären auf die „Terrasse“ flüchten.. oder ist das ein Hochsitz für Elchjäger?

Ganz wunderbar finde ich die Dorfschaukeln, diese hier allerdings ist schon etwas ramponiert.

Belustigung für Jung und Alt

Und eigentlich wollte ich das Schaukelabenteuer als Filmchen auf die Webseite setzen, dazu komme ich jetzt gerade nicht… aber die Schaukeln laufen mir nicht davon, die sind gerade wieder groß im Schwunge in Estland, im wahrsten Sinne des Wortes.

Also, erst feiere ich, dann verreise ich, dabei lerne ich wieder was und treffe nette Menschen, und komme vielleicht mit noch mehr Wolle nach Hause? Möglich wärs…

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