Zu Besuch in Wollfabriken

Schon eine geraume Zeit habe ich vor, die Wollfabriken, die ich auf meinen Reisen besucht habe oder noch besuchen werde, hier genauer vorzustellen.

Und das sind ja schon einige:

  • die North Ronaldsay Wool Mill auf den Orkneys,
  • Jamieson’s of Shetland in Sandnes auf Shetland,
  • die Wollfabrik Hiiu Wool Factory in Vaemla auf der estnischen Insel Hiiumaa und
  • die akademische Wollfabrik der Kultur-Akademie Viljandi.

Und dann habe ich bei Facebook ein Video gefunden: Ave Matsin, die Leiterin der Abteilung Estonisches Kunsthandwerk der Kultur-Akademie, stellt die kleine Wollfertigungs-Anlage der Akademie vor und erläutert, warum diese Einrichtung so wichtig für das Erhalten und Bewahren der überlieferten Handwerkstraditionen ist.

Das Video ist in estnischer Sprache, aber das macht nichts, ich werde diese Anlage in einem späteren Beitrag noch genauer vorstellen.

Nun also das Video in 100 Sekunden als Auftakt dieser kleinen Serie. Es stammt von der Seite novaator.err.ee

Warum es so wichtig ist, den Prozeß der Wollproduktion zu studieren und die Möglichkeiten und Besonderheiten der estnischen Wolle zu studieren, darauf gehe ich dann im vierten Teil der Mini-Serie „Zu Besuch in Wollfabriken“ ein.

Angharad Thomas und die estnischen Handschuhe

Angharad Thomas habe ich beim Craft Camp in Estland kennengelernt. Sie ist Handschuhspezialistin (wenn ich so sagen darf), denn sie strickt wunderschöne Sanquhar-Gloves, und hat eine tolle Ausstellung darüber zusammengestellt:

Sanquhar Gloves – a living Scottish Tradition.

beim Craft Camp 2015

Angharad ist eine unglaublich fröhliche und aktive Frau, ich fühle mich in ihrer Gegenwart immer sehr wohl, sie ist schlagfertig und witzig. Und sie gibt ihr Wissen gerne weiter.

Das beweist dieses Video:

Estonian Gloves – an introductory talk by Dr. Angharad Thomas

 

Eine lange Anreise

Man kann auch ganz schnell nach Estland reisen, aber ich habe drei Tage gebraucht.
Der erste Tag? Eine Stippvisite auf der Grünen Woche in Berlin, wo ich Annemor Sundbö traf uund mit ihr und Claudia, der Sommer-Estland-Reisegefährtin, die Mittagspause verplauderte.
Annemor stellte die Wolle des Spelsau-Schafs aus Südnorwegen vor, zeigte ihre Bücher und spann an einem wunderschönen Spinnrad.

wie immer: für die Anzeige auf die Vorschaubilder klicken!

Messen machen mich immer müde, ich war zu oft auf Messen, der Lärm, die vielen Menschen, da wächst die Vorfreude auf das stille Estland!

Am zweiten Tag flog ich nach Riga, hatte einen Brunch mit Monta und Ansis Grasmane und zweien ihrer bezaubernden Töchter. Brunch oder Projektbesprechung? Beides! Es ist so einiges in der Pipeline, laßt Euch überraschen!

Ja, und dann per Bus von Riga über Pernu nach Viljandi. Ich hatte mich sehr auf den Schnee gefreut, aber alles war weggeschmolzen, das Land sah naß aus… aber wie das so ist wenn Engel reisen, heute morgen schneit es!

Und jetzt mache ich ich auf den Weg zur Kulturakademie, das WinterCamp startet!

Morgenstimmung in Viljandi

So viel geschieht gerade und bald gehts schon wieder los

Die letzte Zeit war nicht gerade geruhsam, Webseiten gestalten, Schulung vorbereiten, Schulung halten, Webwünsche der Freunde erfüllen (aber nicht immer!), die Silberhochzeit am Samstag wird geplant und vorbereitet und am nächsten Donnerstag gehe ich schon wieder auf Reisen.

Erst nach Berlin, zu den Neffen, treffe mich vielleicht mit Freundinnen, auf jeden Fall aber auf der Grünen Woche mit Annemor Sundbø, dann nach Riga, Stippvisite bei Sena Klets und ab nach Estland.

Schon wieder Estland, wo ich doch meine Berichte über die schöne Reise im November noch nicht fertiggestellt habe … Estland, das Land der Wunder… oder Estland, das Land in dem ich mich immer wieder wundere?

Hier können die Menschen über Wasser laufen!

Zum Wundern: am Nordufer von Saaremaa laufen die Menschen auf dem Wasser!

Nochwas zum Wundern: eine multifunktionale Bushaltestelle!

Multifunktionale Bushaltestelle

Also: hier kann man auf der Bank sitzen und auf den Bus warten, man kann den Briefkasten leeren, die Milch zum Abholen bereit stellen und sich vor Bären auf die „Terrasse“ flüchten.. oder ist das ein Hochsitz für Elchjäger?

Ganz wunderbar finde ich die Dorfschaukeln, diese hier allerdings ist schon etwas ramponiert.

Belustigung für Jung und Alt

Und eigentlich wollte ich das Schaukelabenteuer als Filmchen auf die Webseite setzen, dazu komme ich jetzt gerade nicht… aber die Schaukeln laufen mir nicht davon, die sind gerade wieder groß im Schwunge in Estland, im wahrsten Sinne des Wortes.

Also, erst feiere ich, dann verreise ich, dabei lerne ich wieder was und treffe nette Menschen, und komme vielleicht mit noch mehr Wolle nach Hause? Möglich wärs…

On the Fly…

Nun geht es ja schon bald wieder auf Reisen! Aber vorher ist noch Einiges zu erleben und zu erledigen: zu meinem / unserem Erstaunen haben wir Ende des Monats Silberhochzeit, und das feiern wir mit Neffen, Nichte, Freunden bei Erich im Atelier Pamitz, mit Musik, Leckereien, Performance und Lesungen… es wird sicherlich aufregend und schön.

Kurz danach geht es dann nach Berlin, weiter nach Riga und nach einer Stippvisite bei Sena Klets nehme ich einen Bus nach Estland, wo ich in Männiku südlich von Viljandi am Winter-Camp der Cultural Academy teilnehmen werde.

Und zu meiner Freude habe ich erfahren, daß Annemor Sundbø in Berlin auf der Grünen Woche anzutreffen sein wird. Also fahre ich einen Tag früher nach Berlin und mische mich unter die Menge. Ich möchte sie sehr gerne kennenlernen…

Auf unseren Flughäfen werden die Sicherheitskontrollen immer schärfer und wir Strickerinnen fürchten da oft um unsere Stricknadeln (in Tallinn habe ich ja auch neulich eine Rundstricknadel eingebüßt… ).

Knitting on the fly?

Knitting on the fly? Foto: agoodyarn.net

So kann man heute nicht mehr reisen, das ist mir klar.
Aber je mehr ich über die Sicherheit an Bord nachdenke, desto mehr ärgere ich mich.
Den größten Druck üben ja die USA aus,  verlangen immer schärfere Gepäck- und Fluggast-Kontrollen und immer mehr Passagierdaten und dann erfährt man, dass es in den USA vollkommen selbstverständlich ist, Waffen und Munition im Gepäck einzuchecken. Da wird dann auch schon mal ein ganzes Terminal unter Feuer genommen…

Aber was ist schon eine Handfeuerwaffe gegen eine gefährliche  Rundstricknadel?

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