Angharad Thomas und die estnischen Handschuhe

Angharad Thomas habe ich beim Craft Camp in Estland kennengelernt. Sie ist Handschuhspezialistin (wenn ich so sagen darf), denn sie strickt wunderschöne Sanquhar-Gloves, und hat eine tolle Ausstellung darüber zusammengestellt:

Sanquhar Gloves – a living Scottish Tradition.

beim Craft Camp 2015

Angharad ist eine unglaublich fröhliche und aktive Frau, ich fühle mich in ihrer Gegenwart immer sehr wohl, sie ist schlagfertig und witzig. Und sie gibt ihr Wissen gerne weiter.

Das beweist dieses Video:

Estonian Gloves – an introductory talk by Dr. Angharad Thomas

 

Craft Camp 2017, ich bin (sicherlich) dabei

Olustvere!Man weiß ja nie was wird,

aber ein Datum habe ich mir für 2017 jetzt schon in den Kalender geschrieben:

9. bis 15. Juli 2017: Craft Camp in Olustvere!

Denn diese Nachricht erhielt ich gestern:

Dear Craft Camp participant, We are gladly announcing the dates of 2017 Craft Camp which is going to take place in Olustvere on 9th – 15th July.

There are going to be good old workshops from the previous years and some surprising newcomers as well.

A detailed description together with the registration form will be up in the beginning of December. If interested in coming, book the dates well in advance.

Ich bin gespannt. Und freue mich auf Nächstes Jahr.

Craft Camp: Letzter Tag und Ausklang in Tallinn

Ich habe die Tage in Olustvere ja schon in dem Beitrag „Was für eine herrliche Zeit“ zusammengefasst, aber nun noch etwas ausführlicher, das bin ich der Nachwelt schuldig ;=)

Was stand auf dem Programm? Die Präsentation der Teilnehmerarbeiten, die Diplom-Vergabe, ein Abschied, der feste Wille wiederzukommen, ein letztes Mittagessen und die Fahrt nach Tallinn. Einige von uns verabschiedeten sich am Flughafen, und weg waren sie, andere hatten noch das Wochenende in Tallinn vor sich…

Präsentation der Workshop-Arbeiten

Die Präsentation der Workshop-Arbeiten

Ave Matsin überreicht die Teilnahme-Diplome

Ave Matsin überreicht die Teilnahme-Diplome

Nele Laos verabschiedet sich von uns als Organisatorin

Nele Laos verabschiedet sich von uns als Organisatorin des Craft Camps

Wir erhielten alle ein Diplom und dann gab es noch Abschiedsworte. Angharad Thomas bedankte sich im Namen der Teilnehmer bei den Organisatoren und Nele hatte noch eine Information für uns: Sie wird das nächste Craft Camp nicht mehr organisieren, denn sie wechselt nach Tallinn auf die Universität. Es geht aber auf jeden Fall weiter… und wir kommen (fast) alle wieder! Danke, Nele!

Ausstellung im "Eesti Käsitöö" in Pikk 22 in Tallinn

Ausstellung im „Eesti Käsitöö“ in Pikk 22 in Tallinn

Für uns begann ja nach dem Craft Camp das After Camp.. zwei Tage in Tallinn und dann die Reise über Land. Aber erstmal ein intensiver Spaziergang durch Tallinn, mit geschärftem Blick auf die ausgestellten Arbeiten. Im ESTONIAN HANDICRAFT HOUSE in der Rahvakunstigalerii  inspiziierten wir die Exponate ganz genau und entdeckten manches vertraute Detail:

hier die dreieckige Kante, die wir bei Riina Tomberg lernten…

und hier die Stickerei im Mulgi-Stil … eine Anregung für mich

Der Tag klang aus im russischen Restaurant Troika am Rathausplatz, wo wir mit Genuß aßen und tranken und mit mehr oder weniger Spaß den „original-russischen“ Darbietungen beiwohnten.

Troika Restaurant

Troika Restaurant

 

Craft Camp Workshop: Wristlets in Muhu style

An diesem Workshop habe ich schon letztes Jahr teilgenommen, weil aber Kristi Jõeste eine gute Lehrerin ist und ich beim Fertigstellen der Pulswärmer zuhause gemerkt hatte, daß mir doch weitere Übung gut täte, habe ich diesen Workshop noch einmal belegt.

Die Muhu-Pulswärmer

Die Muhu-Pulswärmer

Solche Muster wurden nicht nur gestrickt, es gibt auch gehäkelte Vorbilder, wie dieses Beispiel aus dem Eesti Rahva Muuseum zeigt. Ich kann mir leicht vorstellen, daß dieses gehäkelte Bündchen „unsere“ Pulswärmer inspiriert hat.

kindapära, ERM HM E 618, Eesti Rahva Muuseum, http://muis.ee/en_GB/museaalview/1211447

kindapära, ERM HM E 618, Eesti Rahva Muuseum, http://muis.ee/en_GB/museaalview/1211447

Am Ende dieses Workshop-Tages hatte ich doch einiges geschafft, im Vergleich zu letztem Jahr sogar eine ganze Menge ;=)

Viel und wenig

Viel und wenig (auf den Nadeln mein letztjähriges Resultat…)

Nun, ich habe mir auch ein paar Freiheiten herausgenommen und den Anschlag zweifarbig gestrickt.

Estnischer zweifarbiger Anschlag

Estnischer zweifarbiger Anschlag

Ich denke, wenn ich dieses Paar fertiggestellt habe, kann ich das erste Paar vergessen… beiseite legen…

Bei jedem Craft Camp hat Kristi Jõeste diesen Workshop nun durchgeführt und am Ende der Veranstaltung stellte sie die Frage nach einem neuen Thema für das nächste Jahr. Da fällt mir auf jeden Fall was ein, ich denke da an Roositud oder eine solche Mütze, wie ich sie auf der Insel Saaremaa gesehen habe:

Mützen aus Saaremaa

Mützen aus Saaremaa

Nicht nur die Strickereien sind farbenfroh in Olustvere, auch die Sport-Trikots leuchten in der Sonne.

Sportfarben

Sportfarben

Der Abend klang mit einem gemeinsamen Abendessen im Gutshaus und einem Konzert samt Reigentanz aus.

AbendkonzertReigentanz

Craft Camp Workshop: Saaremaa and Runö sweater and jacket knitting techniques

Auf diesen Tag habe ich mich ganz besonders gefreut, denn Riina Tomberg ist eine wunderbare Lehrerin.  Die Techniken, die bei Pullovern und Jacken aus Saaremaa und Rüno angewandt werden, sind das Thema dieses Workshops und das ist ganz besonders spannend, denn wie kann man an einem einzigen Workshop-Tag diese Techniken vermitteln, daß sie auch nachgearbeitet werden können?

Riina Tomberg kann das. Sie erarbeitete die Vorlage für einen Pulswärmer, der diese Techniken integriert. Aber bevor der Workshop begann, hatte sie noch eine Überraschung für mich. Ich hatte mir ja im Winter eine rote Jacke bei ihr bestellt und mir gewünscht, daß diese auch ein wenig mit Stickerei verziert wird. Und da wir planten, kurz nach meinem Geburtstag einen Tag auf der Insel Saarema mit Riina zu verbringen, wollte ich diese Jacke dort in Empfang nehmen. Aber wie dann eine Anprobe durchführen, ohne daß ich die Jacke vorher sehe? Riina hatte eine Idee und so probierte ich die Jacke mit verbundenen Augen an. Ich hörte zwar, wie schön die Jacke sei, aber niemand verriet mir etwas über das Aussehen. So blieb mir die Überraschung erhalten und die Vorfreude…

Nun, nach einer Einführung in die Besonderheiten der Pullover und Jacken von der größten Insel Estlands (Saaremaa) und der kleinsten (Runö) ging es an die Praxis. Was enthält dieses Anleitung alles an Besonderheiten und Schmackazien!

Das ist das Original

Das ist das Original

Die dreieckige Kante, die längs gestrickt wird und nach der die Strickrichtung gewechselt wird, die besonders komplexen Flechtborten, linke Reihen, welche plastische Borten bilden, die zweifarbige Zopfborte … das ist gar nicht so leicht.

Und wieder einmal zeigt sich, daß manche Arbeiten schwer erklärbar sind, hat man aber das Prinzip verstanden, geht es leicht von der Hand (oder den Nadeln).

Das wird ein sehr warmer Pulswärmer für den Winter!

Die zweifarbige Zopfborte ist gar nicht so einfach. Die Maschen liegen vor dem Strickstück, und das Ganze geht mit einer Hilfsmasche vonstatten, wie gesagt, schwer zu erklären. Und viel zu üben…

zweifarbige Zopfborte

zweifarbige Zopfborte

Aber ich denke, ich habe das schon ganz gut hinbekommen.

Vorbild und Übungsstück

Vorbild und Übungsstück

Der unsaubere Übergang am Rundenanfang wird beim Vernähen der Fäden noch bereinigt.

Ja, Riina Tomberg ist eine großartige Lehrerin, die uns mit pädagogischem Geschick, großem Können und Charisma viel vermittelt hat.

Konzentration und Freude im Workshop

Konzentration und Freude im Workshop

Und zum Abschluß, wie sicherlich schon erwartet, noch ein Augenschmaus: Die Beispiel-Wristlets, die Riina mitgebracht hatte:

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