Zurück aus Tallinn, glücklich, müde

Ausgefüllte Tage waren das, donnerstag nach Tallinn geflogen, am Freitag auf dem Mardilaat und im Rahva Raamat – Buchladen, am Samstag bei Karnaluks und wieder auf dem Mardilaat und am Sonntag gemächlich zurückgeflogen – aber müde macht es schon! Wir haben viele Freunde getroffen, und viel erlebt.

Das fing gleich mit einem Komplett-Stromausfall bei unserer Ankunft im Hotel an, mit einem Abendessen im Dunkeln, naja, es gab nur kalte Küche – Schinken-Käse- und Zimtschnecken… aber da Simone auch im Economy-Hotel abgestiegen war, ging uns der Gesprächsstoff und Spaß nicht aus. Am Morgen dann trafen wir Maja und ihren Mann beim Frühstück, und auf der Messe war es nur noch ein einziges Hallo! Aus Lettland, aus Litauen, aus der Schweiz, aus Estland, Teilnehmerinnen und Lehrerinnen der Knitting Camps in Lettland und dem Craft Camp…  diese Kunsthandwerksmesse ist schon etwas ganz Besonderes.

 

Ich habe mich schon vor der Reise auf den Seiten der estnischen Buchhandlungen umgeschaut und eine Bestellung bei Rahva Raamat aufgegeben, die Filiale dieser größten Buchhandelskette Estlands im EInkaufszentrum Rocca al Mare hatte dann auch alle meine bestellten Bücher für mich bereitgelegt. Ich will noch nicht zuviel verraten, aber ich hatte nicht nur für mich Bücher bestellt…

Ganz besonders ersehnt und erwartet und deshalb habe ich es auch für eine Freundin mitgebracht: die Neuauflage des Klassikers „Kihnu Roosi Kindakirjad. Mitten Patterns From Kihnu Island„,  dieses Buch war ja nicht mehr zu bekommen.

Und noch ein tolles neues Buch: Das grosse Buch der estnischen Kopfbedeckungen,  „Suur Mütsiraamat. Eesti Kihelkondade Peakatted„, Lustigerweise übersetzt der Google-Translator diesen Titel mit „Großes Jagdbuch. Sitz der estnischen Pfarreien

Ein gemeinsames Abendessen mit lieben Freunden ist inzwischen eine von mir gepflegte Tradition bei solchen Ereignissen und in Tallinn lade ich dann gerne in das Restaurant „F-Hoone“ ein. So auch diesmal. Ein langer Tisch war nötig, und es wurde auf englisch, lettisch und estnisch parliert.

Eine ganz besondere Freude war, daß Kaidi-Kätlyn und Nele Laos dabei waren, Nele, die die ersten Craft Camps der Cultural Academy organisiert hatte und Kaidi-Kätlyn, die beim Kurzeme-Knitting-Camp dabei war und mich immer wieder mit Geschenken überrascht. Lieben Dank, Kaidi!

Am Samstagmorgen stand der Besuch bei Karnaluks, dem riesigen Kurzwarenmagazin, auf dem Programm und ich war baff. Ein Reisebus stand vor dem Haus und geschätzte hundert Finninnen standen Schlange an der Kasse! Wieder einmal die Bestätigung, daß schon allein dieses Geschäft eine Reise nach Tallinn lohnt. Aber ich habe mich diesmal zurückgehalten, kein Kaufrausch, nur ein paar Stricknadeln..

Zum Schluß dieses Beitrags noch einige Bilder, mehr von meiner Reise in den nächsten Beiträgen!

Sommerreise 2017 – zu guter Letzt und dann gehts weiter…

Am 10. Juli ging es nach Olustvere zum Craft Camp, aber davor kamen wir noch einmal zu einem gemeinsamen Abend zusammen.
Auf solch einer Reise vergißt man leicht Datum und Zeit und so kam es, daß ich Külli schon für den Abend vorher eingeladen hatte… „Connie, I don’t see you and nobody is knitting here“  , war ihre Mitteilung an mich…

Aber am Samstagabend trafen wir uns dann doch noch im Restaurant F-Hoone.

Im Restaurant F-Hoone, Tallinn

Kaidi-Kätlyn kennen wir aus Lettland, sie hatte dort am Knitting Camp teilgenommen und uns sehr beeindruckt,. Sie strickt mit atemberaubender Geschwindigkeit wunderschöne Dinge. Hier trägt sie das Kleid, das sie als Abschlußarbeit für den Kunstunterricht entworfen und umgesetzt hat. Inzwischen hat sie ja auch noch zum 3. Mal den 3. Preis beim Haapsalu Lace Day gewonnen. Sie beeindruckt mich sehr.

Kaidi-Kätlyn schenkte mir ein wunderschönes, von ihr gestricktes Tuch, mit kleinem Streumuster und schöner Spitzenkante. Ich war (und bin) immer noch sehr gerührt. Solch eine unerwartete Freude.

Ja, damit ging die von mir organisierte Reise von Riga nach Tallinn zu  Ende, Christiane und Ewa reisten am Sonntag zurück nach Deutschland und wir Übriggebliebenen (Sue, Simone, ich) starteten am Sonntag zum Craft Camp 2017 der Cultural Academy Viljandi. Wir waren sehr gespannt, denn für diesmal hatten sich 71 Teilnehmer angemeldet… wie wird das werden?

Nun, ich kann schon mal sagen, daß es gut war. Ich habe viel gelernt, viel Freude gehabt, viele Teilnehmerinnen wieder gesehen, aber davon im nächsten Beitrag!

Und auf den Storch von Olustvere freute ich mich ganz besonders, wann sieht man schon mal einen Storch auf dem Dach sitzen oder in einem Fußballtor spazierengehen?

Der Storch im Fussbaltor

Sommerreise 2017 – Haapsalu und Tallinn

Unsere Reise nach Tallinn nähert sich dem Ziel, am 7. Juli verlassen wir die Insel Saaremaa und fahren nach Tallinn, mit einem Stopp in Haapsalu.

An der Fähre zum Festland ein letzter visueller Gruß: selbst am Fähranleger gibt es hier ein Handarbeitsgeschäft… wir sind aber zu früh und so bleibt uns nur der Blick durch die Fenster.

An der Fähre

In Haapsalu sind wir mit unseren Bekannten Anne und Embi zum Kaffee im Café Hugo verabredet, und selbstverständlich werden wir auch das Lace Center / Pitsikeskus besuchen und durch die Geschäfte bummeln.

Vor 2 Jahren war ich das erste Mal in dieser hübschen Stadt am Meer, habe das Spitzenzentrum kennengelernt und Freundschaften geschlossen.

Seitdem versuche ich bei jeder Reise nach Estland hier vorbeizukommen.

Der erste Weg führt uns ins Lace Center, und zu unserer Freude wird hier gerade die Ausstellung „Eesti Valge -Estnisches Weiß“ gezeigt, die ich schon im letzten Winter in Tallinn bewundern konnte.

Nicht nur Spitze, auch Handschuhe, Strümpfe, Kleider werden ausgestellt, jedes Exemplar schöner als das andere.

Natürlich verlockt das bunte Garn zum Kauf, und Mirja, die Leiterin des Zentrums, tut ihr Bestes, aber ich bleibe standhaft, ich habe genug Garn für ziemlich viele Tücher und Schals zuhause. Mich freut, mit wie vielen Farben heutzutage gestrickt wird, zum klassischen Weiß kommen jetzt noch viele andere schöne Farben, aber es wird auch mit anderen Wollqualitäten gestrickt, sogar mit Mohair-Garn, wie ich erfahre. Das kann ich mir aber nun nicht mehr vorstellen, die schönen Muster verschwinden doch wohl alle im Flausch…

Das Zentrum wird von Touristen besucht, aber nicht nur.

Diese kleinen Besucher warten auf ihre Mutter, die gerade neues Garn besorgt.

Cool!

Das Lace-Center ist recht rührig, es werden immer neue Ausstellungen gezeigt, die Mitglieder treffen sich zu gemeinsamen Stricken oder zu Kursen und Vorträgen und unternehmen Ausflüge, so zum Beispiel zum „Mardilaat“-Markt in Tallin oder weißgekleidet am „Weiße-Dame-Tag“ in Haapsalu. 

Zu den Mitgliedern zählen auch die Verfasserinnen der inzwischen doch recht zahlreichen Haapsalu-Schal-Bücher und immer wieder entwerfen sie neue Muster. So bekam die estnische Präsidentin, Kersti Kaljulaid, bei ihrem Besuch im Lace Center auch einen eigens von Sirii Reimann entworfenen Schal überreicht. Ein ausführlicher Bildbericht über diesen Besuch findet man auf der Seite der Zeitung Lääne Elu.

Jedes Jahr im August veranstaltet das Lace-Center auch den Lace-Day (Pitsipäev) mit Vorträgen, Freiluft-Stricken, Verkaufsständen, einer Modenschau und einem Strickwettbewerb.

Und dieses Jahr vergab die exzellent besetzte Jury (Linda Elgas, Aime Edasi, Siiri Reimann, Aasa Jõelaid und Anu Pink) den dritten Preis an Kaidi Kätlyn Reimann, die bereits 6 Mal an diesem Wettbewerb teilnahm und nun zum dritten Mal einen Preis gewann. Kaidi Kätlyn hat uns alle schon beim Knitting Camplet’s Knit in Kurzeme“ im Mai in Lettland beeindruckt. Um so schön stricken zu können muß man wohl in Estland geboren und/oder aufgewachsen sein. Herzlichen Grlückwunsch!

Hier der Link zu einer Bildergalerie mit Eindrücken vom 6. Pitsipäev in Haapsalu im August! Ich war leider nicht dabei ;=(

Sirii Reimann und der Präsidentinnenschal

Der 3. Preis ging an Kaidi-Kätlyn!

Die Preisträgerinnen 2017

Die Preisträgerinnen 2017

Dieses Video zeigt einen Ausschnitt von der Modenschau des diesjährigen Spitzentages und gleich zu Beginn bei Minute 0:38 zeigt Embi den schönen dunkelroten Schal, bei Minute 2:09 präsentier Anne in ihrer ostpreußischen Tracht einen weißen Schal.

Nun aber wieder zurück zu unserem Aufenthalt in Haapsalu. WIr stromerten noch durch einige Geschäfte und dabei machte ich noch einige interessante Entdeckungen.

Eigenartige Sockenform

Ob diese Socken eine lokale Spezialität sind? Ich weiß es nicht, ich habe aber eine solche Form bisher noch nicht gesehen.

oÜ Rewool

Dieses Etikett habe ich fotografiert, um mir diese estnische Wollmarke zu merken. Leider findet man, wenn man nach dieser Marke googelt, nur recht alte Hinweise auf die schlechte wirtschaftliche Lage oder den Bankrott der Firma. Ob die Firma überhaupt noch existiert, weiß ich nicht.

Wir waren ja zum Kaffee verabredet und das Café Hugo an der Promenade zeigte sich diesmal von seiner besten Seite, die Bedienung war freundlich und schien ausgeschlafen, letztes Jahr waren unsere Erfahrungen nicht so gut…

Bei Kaffee und Kuchen erzählten wir Anne und Embi von unserer bisherigen Reise und den weiteren Vorhaben und tauschten uns aus. Mich freut, daß wir die Bekanntschaften pflegen können, wir uns bei jedem meiner Besuche in Haapsalu treffen und ich Anne (und vielleicht auch Embi)  auf jeden Fall beim nächsten Mardilaat in Tallinn im November wiedersehen werde.

Am frühen Abend brachen wir dann nach Tallinn auf, wo wir diesmal eine Ferienwohnung und kein Unterkommen im Hotel Economy hatten, ich sollte nicht soviel Werbung machen, daß hinterher für uns keine Zimmer mehr frei sind! Unsere Unterkunft im Kalamaja-Viertel war auf jeden Fall ein Glückstreffer und ich werde diesen Geheimtipp nicht herausposaunen!

Zum Schluß ein Gruppenbild mit Damen aus Haapsalu: von links nach rechts:

Anne, Sue, Christiane, Embi und rechts von mir Ewa. Man sieht uns an wie gut es uns geht!

 

Gruppenbild in Haapsalu

Sommerreise 2017 – auf Saaremaa

Orissaare, wo wir für ein paar Tage so gut untergekommen sind, liegt an der Ostseite der Insel Saaremaa und ist ein guter Ausgangspunkt für eine Rundfahrt über die Insel. Nun haben wir ja schon im letzten Jahr die Insel erkundet, und auf meinen Winterreisen war ich auch schon hier. Aber natürlich haben wir noch nicht alles gesehen. Und so mancher Platz wirkt im Sommer ganz anders als an einem tristen Novembertag.

Falscher Flieder in Mustjala

Auf einer Insel, die so groß wie Saaremaa ist, findet man immer wieder unbekannte Ecken und dieses Mal steuern wir das Bauernhofmuseum Mihkli an.

Auf dem Weg dahin schauen wir uns in der Galerie „Mustjala Käsitoosahver“ in Mustjala um, danach machen wir Halt in Kuressare.

Unterkunft in Orissaare

Wir genießen das geräumige Ferienapartment mit Blick auf den Sund.

Mustjala Galerie

Ganz unerwartet trafen wir auf diese Galerie

In Kuressare

Mustjala Strümpfe

Mustjala war mir ein Begriff seit ich auf der Webseite des Nordiska Museet in Stockholm gestöbert und dabei die wunderschönen Socken entdeckt habe.

Die habe ich dann auch gleich gestrickt und schön öfter mit Genuß getragen.

Bei unserem ersten Besuch in Mustjala (November 2016) schien der Ort verlassen und öde, im Winterschlaf.

Aber jetzt hatten wir Glück. Im Sommer ist eine nette Galerie mit Café, Massagesalon und schönem Garten geöffnet: die Mustjala Käsitöösahver.

Es waren zwar Stricksachen im Angebot, aber von diesen Strümpfen / diesem traditionellem Muster hatte der nette junge Mann im Laden noch nicht gehört. Das heutige „Mustjala-Muster“ ist schlichter.

wie immer: auf das Vorschaubild klicken!

Das Mihkli-Bauernhofmuseum ist im Gegensatz zu anderen Freilichtmuseen kein Sammler-Museum, hier wurde ein kompletter Bauernhof zum Museum erklärt. 6 Generationen lebten hier während 200 Jahre, und der letzte Besitzer übergab 1959 den Hof an das Saaremaa-Museum.

Selbst nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im Russischen Reich 1861 waren die Bauern, über die der Hofherr herrschte, nicht wirklich frei, sie durften ihren Wohn- und Arbeitsort nicht selbst bestimmen, sie mussten an Ort und Stelle bleiben.

Heute ist Estland eine freie Republik mit freien Bauern, aber hat sich etwas geändert?
Heute herrscht die EU-Agrar-Verordnung ;=)

Im Hauptgebäude des Museums gab es Handarbeiten zu bestaunen: Eine Geburtstagsausstellung für Linda Pikkani, die am 19. Juli ihren 85. Geburtstag feiert. Ihre Familie und Freunde haben die Exponate zusammengetragen, es gibt sogar eine Facebook-Seite zu ihrem Jubiläum.

Die zwei nachstehenden Bilder stammen von der Facebook-Seite des Saaremaa-Museums, es war wohl ein großes Fest!

In der Ausstellung sahen wir wunderschön bestickte Vorhänge, Bettüberwürfe, Kleider und Stricksachen. Eine kleine Auswahl zeige ich in dieser Photoserie.

Nach dem Museumsbesuch legten wir eine Pause in Kuressare ein, genossen die Urlaubsstimmung am Ratshausplatz, stöberten im Buchladen und setzten uns in ein Café. Zu unserer Freude hatte Riina Tomberg Zeit und kam dazu. Eigentlich wollte sie gar nicht auf Saaremaa sein, das hatte sie mir gemailt. Aber nun war sie doch da und wir kamen zufällig an ihrem Haus vorbei, ich erkannte ihren roten Citroén Berlingo…. ein Treffen mit ihr ist immer eine Freude.

Riina erzählte uns, daß Linda Pikkani, die Jubilarin, die Stickereien auf ihren Creationen arbeitet. Und daß die Vögel auf den blauen Jacken, die meine Neffen im November bestellt hatten, also auch von ihr stammen. Ich finde es wunderbar, wie sich immer wieder die Fäden kreuzen, wieviel Verbindungen es zwischen uns gibt!

Da besuche ich eine Ausstellung und erfahre anschließend, daß Werke der Künstlerin bereits in unserer Familie sind!

Stickerei von Linda Pikkani
Frederic und seine Riina-Tomberg-Jacke

Wieder ein Tag voller Neuigkeiten, voller Schönheit, Überraschungen und Begegnungen. Aber es schleicht sich schon ein wenig Wehmut ein, denn am nächsten Tag, am 7. Juli, soll es schon nach Tallinn gehen, mit einem Zwischenstopp in Haapsalu. Die Zeit ist immer viel zu kurz, aber so intensiv, daß mehr vielleicht nicht auszuhalten wäre?

Sommerreise 2017 – von Kihnu nach Muhu

Am 5. Juli ging es in aller Herrgottsfrühe zurück aufs Festland. Ungefrühstückt und mit einem lachenden und weinenden Auge… aber das war sicherlich nicht der letzte Aufenthalt auf Kihnu. Dazu ist die Insel zu schön, die Handarbeitstradition zu schön, und die Ruhe zu wohltuend…

Von Kihnu aufs Festland

Unser heutiges Reiseziel ist die Insel Muhu, die Bäckerei in Liiva, das Freilichtmuseum in Koguva, der Hafen von Koguva und dann unsere Unterkunft in Orissaare, schon auf der Insel Saaremaa.

Wir brachen früh auf, nahmen eine frühere Fähre als die gebuchte, fanden deshalb kein Frühstückscafé in Töstamaa und kamen dann in Virstu auch früher als geplant auf Fähre nach Muhu. Aber Virtsu ist auch kein Ort, an dem man sich lange aufhalten kann oder mag, es ist einfach nur ein Hafen.

Kihnu

unsere Unterkunft auf Kihnu

Töstamaa, Käsitöökeskus

Fürs Frühstück war es noch zu früh und in den Kindergarten wollten wir nicht

Koguva auf Muhu

Das  Fischerdorf Koguva auf Muhu, Museum und zugleich Dorf

Wegweiser in Töstamaa

Solche Auswahl wünschte  ich  mir zuhause auch! Kindergarten, Bücherei und Handarbeitszentrum … glückliches Estland!

Den Verlockungen der Insel Muhu kann man schlecht widerstehen:

in Liiva der Liiva käsitööpood / Kunsthandwerksladen, betrieben  von der Muhu Handarbeitsvereinigung, die Bäckerei Muhu Pagarid mit dem wunderbaren Brot, und das Café, und dann natürlich Koguva, das Freilichtmuseumsdorf.

Die Kunden warteten geduldig auf die Brotleibe, denn das Brot kam gerade erst aus dem Ofen, und dieses Mal konnte ich auch eines der leckeren dunklen Brote ergattern. Was es mit dem Brot auf sich hat, habe ich ja schon bei einer früheren Reise gezeigt.

Riina Tomberg hatte mir letztes Jahr auf meine Frage wie sehr die Muster für die Muhu-Mütze festgeschrieben seien, geantwortet: „as long as stay in the colour scheme you are free to combine the colours and patterns„. An diese Regel scheint man sich hier nicht allzusehr zu halten, denn diese Mützen sind garantiert nicht im „colour scheme„….

Ich habe ja auch schon einige dieser netten Kappen gestrickt und sie sind auch als solche durchgegangen… und sie wurden auch getragen…

In dem kleinen Ort Koguva am Westufer von Muhu lockt das Freilichtmuseum: mehrere Bauernhöfe und das Museum mit der großartigen Textilsammlung im alten Schulhaus.
Ich habe ja schon mehrfach über Koguva berichtet, auf dieser Reise komme ich zum vierten Mal hierhin, aber es gibt immer wieder Interessantes zu sehen. Sei es ein neugedecktes Hausdach, die Ausstellung „Vor dem Smartphone“ oder die herrlichen Schürzen, denen eine kleine Sonderausstellung gewidmet ist. In der Kunstscheune wurde eine Fotoausstellung „Muhu Porträts“ gezeigt, sie blieb aber blaß im Vergleich mit der Ausstellung im Kihnu-Museum, die wir ja gerade erst gesehen hatten.

Deshalb zeige ich dieses Mal „nur“ eine Bildergalerie.

Dieses Mal haben wir aber keine Unterkunft auf Muhu bekommen, dafür aber auf der Nachbarinsel Saaremaa, in Orissaare, dem Ort, auf dessen Fussballfeld eine große Eiche steht, die sogar 2015 zum Baum des Jahres gewählt worden ist!

Unsere Ferienwohnung bietet einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Insel Muhu, auf den Hafen von Koguva,

(c) Sue Malvern, 2017