Suiti Socken

After Camp: ausruhen und Abschied, 23. 07. / 24.07. 2016

So, nun komme ich zum letzten Abschnitt der wunderbaren Reise: ein letzter Tag auf Muhu und die Rückkehr nach Tallinn.

Ausruhen, spazierengehen, fotografieren, stricken, plaudern – ein wunderschöner Sommertag, der mit einem letzten Abendessen am kleinen Hafen von Korguva seinen Ausklang fand. Ob man diese kleine Bucht einen Hafen nennen kann oder will, darüber mögen sich andere streiten. Wir haben das kleine Fischereimuseum besichtigt und gerne einen Euro Eintritt bezahlt, wenn man dafür eine hölzerne Eintrittskarte bekommt;=) (Bild wird nachgeliefert)

Sehr relaxt geht es hier zu, Kinder spielen, Freunde plaudern, die Fischer kommen zurück an den Anleger – ich werde gerne hierhin wiederkommen.

Und über Allem wacht Juhan Smuul, der Dichter aus Muhu.

Dann der Abschied, wir wollen auf die erste Fähre und werden beim Frühstück von den Katzen beäugt. Claudia zeigte mir, wie weit sie mit der Seascape-Stole gekommen ist, Respekt!

In Tallinn dann noch ein letzter Rundgang über den Ratshausplatz, es fand wieder eine Craft Fair statt und ein letzter Schwatz mit der unermüdlichen Külli Jacobson.

Ich habe diese letzten Tage genossen und weiß ja auch, daß ich recht bald wieder komme. Schon im November.

Ich möchte mich bei meinen Mitreisenden Claudia, Ewa und Sue bedanken, es war sehr sehr schön mit Euch!

After Camp: Ein Tag auf Saaremaa / 22.07.16

Saaremaa ist die grösste estnische Insel, hieß früher Ösel und gehört zur Moonsund-Inselgruppe. Das klingt recht exotisch, und ist wunderschön. Man muss sich mehr als einen Tag Zeit nehmen, also komme ich wieder!

Saaremaa sollte die letzte große Unternehmung auf unserer Reise sein, den Samstag dann wollten wir nur faulenzen, bevor es nach Tallinn zurückgehen sollte. Nun, viel gibt es zu sehen und so biegen wir gleich zu Beginn unseres Inseltages nach Pöide  ab, ein kleiner ruhiger Ort mit einer riesigen Kirche, mit neugierigen Schafen im Pfarrgarten und netten Katzen, die in der Sonne dösen.

Danach suchten wir als Erstes dann Riina Tombergs Werkstatt in Kuressare auf, denn ich wollte ja meine Jacke abholen (und leider ist es immer noch zu warm um diese schöne Jacke zu tragen…)

In Riina Wombergs Werkstatt

In Riina Wombergs Werkstatt

Meine Riina-Tomberg-JackeMeine Jacke!

In wunderschönem Rot mit Stickerei in der Kellerfalte und farbig abgesetzten Ärmeln, mit Samt und buntem Blumenstoff und die Stickerei ist schon etwas ganz Besonderes, eben Muhu!

Kuressare ist ein recht lebhafter Ort, touristisch geprägt seit langer Zeit,  mit schmucken Häusern, Kirchen, einer Deutschordensburg von 1380 und natürlich Cafés, Handarbeitsgeschäften und einem interessanten Markt. Nach einem Streifgang durch die Buchhandlung und einem Blick in ein Handarbeitsgeschäft zog es uns zu diesem Markt. Im Angebot: Gemüse, Obst, Pilze, Beeren, Wolle und Handarbeiten.

Diese drei Grazien bewachen einen sehr schönen Strick-Projektbeutel (links, gehört jetzt mir!) und kokettieren mit der prachtvoll bestickten Decke…

Auf dem Markt von Kuressare

Auf dem Markt von Kuressare

Muhu-Mützen

Muhu-Mützen

Mit solch einer Mütze auf dem Kopf geht man bestimmt nicht verloren ;=) Da ich diese drei Exemplare aber nicht gekauft habe, muss ich jetzt selbst 3 Mützen für meine Begleiter auf der November-Reise stricken.

Die Hauptattraktion für jeden Woll-Interessierten ist sicherlich das KnowSheep-Zentrum direkt am Markt. Ein dunkles Treppenhaus und dann wird es hochinteressant:

KnowSheep-Zentrum

KnowSheep-Zentrum

Über dieses Projekt, KnowSheep.eu,  habe ich hier auf der Wockensolle schon berichtet und bei Mary Germain gibt es auch einen Bericht über ihren Besuch in dem Zentrum. Ich wollte mir das immer schon ansehen und war beeindruckt.

Eine liebevoll und umfassend zusammengestellte Ausstellung zeigt alles Betrachtenswerte und informiert über alles Wissenswerte zum Thema „Schafe auf den estnischen und finnischen Inseln.“ Und zudem gibt es auch das interessante Buch „Woolen Handicrafts on the Baltic Islands“ als Hardcover, herunterladen kann man es in PDF-Form hier: Woolen Handicrafts on the Baltic Islands. Um die Miete für die grossen Räume hereinzubekommen, haben die Initiatoren die Aktivitäten des Zentrums ausgeweitet, neben Seminaren  vertreiben sie Bio-Produkte von der Insel und bieten  auch Touren an.

Selbstverständlich ist auch wieder etwas Wolle in unsere Einkaufsbeutel gewandert ;=)

Wir konnten uns intensiv mit Martha Hubbard und Alar Allas unterhalten und uns über die Arbeit des Zentrums informieren. Beide sind sehr engagiert und halten das Zentrum seit Jahren am Laufen. Es braucht Enthusiasten! 

Wir waren so angetan, dass wir sofort anfingen Pläne zu schmieden und so entstand die Idee eines AfterCraftCamp-Workshops auf Saaremaa, ein Thema könnte sein: „Schafzucht und Rekultivierung auf den estnischen Inseln / Lokale Entwicklung contra Globalisierung

Wie gut ist es, zu wissen daß es Menschen gibt, die die Entwicklung vorantreiben, danke dafür!

Ja, was gab es noch?

Einen Jahrmarkt auf dem Gelände vor der Ordensburg

Ich fand interessant, wie die traditionellen Stoffmuster hier auf synthetischem Stoff angeboten werden.

Und dann haben wir uns noch den Meteoritenkrater von Kaali (Näheres in der Wikipedia) und die Windmühlen von Valjala angesehen, viel gibt es zu sehen auf dieser großen Insel, viel zu erkunden, müde und zufrieden wird man hier.

After Camp: Muhu Juhu again!

Das ist schon sehr  eigenartig: morgen gehts nach Berlin und übermorgen nach Riga, und ich habe meinen Reisebericht von der Juli-Reise immer noch nicht fertiggestellt. 

Bevor ich mich aber wieder in Riga verlustiere, möchte ich heute noch den Bericht über unsere Zeit auf der Insel Muhu zusammenstellen. Muhu ist eine kleine Welt für sich und es gibt soviel zu sehen! Natürlich ist das Museumdorf Koguva die Hauptattraktion mit dem Muhu-Museum, in dem die berühmte Textilsammlung ausgestellt wird. Und ich hatte es fertiggebracht, direkt in diesem Museumsdorf in einem Bauernhof Zimemr für uns zu buchen: ein Doppelzimmer im Haupthaus und ein kleines Apartment in der ehemaligen Sommerküche. Ganz verwunschen und still..

Keine zwei Steinwürfe von unserem verwunschenen Garten geht es in das Museum, dieses Mal verkauft der Herr Museumsdirektor persönlich die Eintrittskarten und erzählt voller Stolz von dem diesjährigen Sommerhighlight: er hatte zu einem Muhu-Stickerei-Bademoden-Wettbewerb aufgerufen und tatsächlich wurden 15 verschiedene Entwürfe präsentiert: von der Badehose bis zum Bikini… gelebte Tradition!

Das Museum in einer ehemaligen Schule

Das Museum in einer ehemaligen Schule

Fingerhandschuhe mit Travelling Stitches

Fingerhandschuhe mit Travelling Stitches im Museum

Stickereien von Floriida Tüüri

Eine Sonderausstellung mit Stickereien von Floriida Tüüri zu Ehren ihres 90.ten Geburtstages

Das Museumsdorf ist nicht nur für uns Strickerinnen interessant, und so haben diese Kids eine Marktlücke entdeckt: Wanderer und Museumsbesucher sind hungrig und kaufen gerne ein Sandwich..

Imbiß am Wegesrand

Imbiß am Wegesrand

und die Jungs, die das Stelzenlaufen übten, haben sicherlich auch Appetit:

Stelzenspaß im Museum

Stelzenspaß im Museum

Wir haben uns dann auf eine Inselrundfahrt begeben. In Liiva gibt es eine wunderschöne Kirche miteinem verwunschenen Friedhof zu besichtigen, Straßenhändler verkaufen allerlei Krimskrams, im Souvenirgeschäft überwältigt das Angebot nicht nur handgestrickter (!) Muhu-Strümpfe und ich freue mich, als ich auch die wunderschönen Jacken aus Riina Tombergs Kollektion sehe. (Meine Jacke habe ich ja noch nicht bekommen…)

Riina Tombergs Jacken

Aus Riina Tombergs Jackenkollektion

Von Liiva aus geht es nach Norden an die Küste, wo eine spezielle Heidelandschaft mit nicht gerade sehr hohen Klippen zu sehen ist und wir suchen die einsame orthodoxe jungfrauen-Kirche in Rinsi auf. Verlassen ist die Kirche und verlassen wirken auch die wenigen Häuser, trotzdem wird hier wohl Post zugestellt, warum sonst gäbe es einen so wunderhübschen Briefkasten?

So ausgefüllte Tage machen hungrig und müde und Claudia und Ewa zaubern uns noch ein leckeres Abendbrot. Danach wird gestrickt. Und die nächsten Pläne geschmiedet, denn für den nächsten Tag steht die Insel Saaremaa auf dem Programm und ich möchte mir meine Jacke in Kuressare in Riina Tombergs Atelier abholen..,

AfterCamp: Happy (birthday) auf Hiumaa! / 20.07.2016

Was ein schöner Geburtstag, der mit einem kleinen Kuchen, Kerzen und einem Lied anfängt! Ich habe mich wie ein Kind gefreut, dass mein Geburtstag so schön begann.

Für den heutigen Tag hatten wir uns viel vorgenommen und ich muss sagen, das war auch einer der schönsten Tage der Reise. Ein Highlight!

Zuerst überraschte uns diese barocke Ruine des Schlosses derer von Ungern-Sternberg inmitten gemähter Wiesen auf dem Weg zur Fähre nach Hiumaa.

Das Schloß Ungern-Sternberg in Ungru

Das Schloß Ungern-Sternberg in Ungru

Der Fährhafen erinnert mich immer an eine der schrecklichsten Frisurenmoden der letzten Jahrzehnte: nicht von Vokuhila, sondern von  Rohuküla fahren wir auf die Insel, und zu unserer Freude ist auch Anne Rekkaro mit an Bord, sie fährt zu einem Besuch. 

Unser erstes Ziel ist die Wollfabrik Hiiu Vill, ein Familienbetrieb, auf der Insel Hiumaa, die wir auch sehr schnell finden. In einem alten WIrtschaftsgebäude eines Herrenhaus wird Wolle produziert und verkauft. Und jetzt im Hochsommer sind so viele (na ja, für estnische Verhältnisse viele) Touristen unterwegs und drängeln sich im Laden, dass die Mitarbeiter gar nicht dazu kommen, die Maschinen laufen zu lassen.

Die Schafe verstecken sich im hohen Gras vor der Wollfabrik, sheephiding nennt Sue das. In der Fabrik schauen wir uns die Maschinen an, mich beeindruckt auch die Ästhetik der Maschinen, ich werde da wohl noch eine gesonderte Galerie erstellen. Aber später.
Es sind so Kleinigkeiten, die erfreuen. Wie zum Beispiel die kleinen Schäfchen, die als Logo auf die Strickwaren gestickt werden, ob Socke oder Jacke, überall sieht man die kleinen Markenzeichen.

Die Schafe, Markenzeichen der Wollfabrik

Die Schafe, Markenzeichen der Wollfabrik

Hier gibt es keine knallbunten Garne, sondern naturbelassene oder naturgefärbte Stränge. Und natürlich erstehen wir auch einiges Garn, aber irgendwie sind meine drei Knäuel verschwunden, ich habe sie nicht mehr gefunden. Nun ja, im November komme ich wieder vorbei!

Zu der Wollfabrik gehört auch ein kleines Sommercafé und Ewa und Claudia nutzen gleich die Zeit um das neue Garn zu wickeln. Ein paar Tage später kann man das Muster schon erkennen, sie strickt die Seashore-Stola von Kieran Foley.

DIe Insel berührt uns mit ihrer sanften Landschaft, viel Wald, Heide und ein großer Himmel. Es ist aber nicht überall so geruhsam, der Jachthafen von Kärdla im Norden der Insel ist recht lebhaft. Im netten Restaurant dort genießen wir und Claudia strickt die Muhu-Pulswärmer aus Kristie’s Workshop beim Craft Camp fertig.

Soviel Selbstgestricktes hindert uns aber nicht, den nächsten Handarbeitsladen in Kärdla auch noch zu entern. Nette Dinge gibt es hier, vom Kinderkleidchen bis zu bestickten Pulswärmern.

Wir wollen an diesem Tag noch nach Koguva auf der Insel Muhu, denn dort haben wir unsere nächste Unterkunft gebucht und dahin kommen wir mit der Fähre von Söru im Süden Hiumaas nach Triigi auf Saaremaa. Hier merken wir dass es Sommer ist! Die Sonne scheint und ein leichter Wind weht über dem blauen Meer, eine entspannte Stimmung die mich an Inselferien vor 40 Jahren in Griechenland erinnert… aber damals habe ich nicht so viel gestrickt;=)

In Söru beim Warten auf die Fähre

Strickpause in Söru beim Warten auf die Fähre

Wie gesagt, ein herrlicher Tag, an dem noch eine Überraschung auf uns wartet, nachdem wir die Unterkunft in Koguva endlich gefunden haben: Drei Tage wohnen wir jetzt in einem alten Bauernhof im Museumdorf! Die Sommerküche ist zu einem Apartment umgebaut…

Unser Domizil im Museumsdorf Koguva

Unser Domizil im Museumsdorf Koguva

AfterCamp: in Haapsalu / 19.07.2016

Haapsalu ist ein gemächlicher Ort an der Küste mit einer langen Ferien- und Badekur-Tradition, früher ein Treffpunkt der deutsch-baltischen und russischen Aristokratie, wie man im Stadtmuseum lernen kann.
Und da die russischen Gräfinnen abends auf der Promenade ihre schönen Spitzenschals aus Orenburg spazierenführten, kamen die Haapsaluer Frauen auf die Idee, das Haushaltsgeld mit Stricken aufzubessern und die Muster weiterzuentwickeln. Das war der Beginn des Haapsalu-Schals! Bei meiner ersten Reise nach Haapsalu hatte ich das dortige Spitzenzentrum besucht und die dort ausgestellten Arbeiten bewundert und dabei eine wunderbare Freundschaft geschlossen mit Anne Rekaro. Das Lace-Center hat eine eigene Webseite und wenn ich mir die Fotos dort betrachte, sehe ich viele mir inzwischen bekannte Gesichter.

Im Lace Center in Haapsalu

Im Lace Center in Haapsalu

Im Lace Center kann man wunderbare, mehr oder weniger modische Arbeiten bewundern, die Materialien erstehen, die man so braucht oder sich am Dienstagnachmittag mit den Strickerinnen treffen und ihnen beim Plausch zuhören oder ihre Fertigkeiten bewundern.

Garnangebot im Lace Center

Garnangebot im Lace Center

Ich habe schon soviel HEA Lace Garn, aber bei dem Türkis und dem Silbergrau konnte ich nicht wiederstehen.

Wir waren an diesem Tag aber nicht nur im Lace-Center, wir haben das Stadtmuseum besichtigt, die Handarbeitsgeschäfte (es gibt mehrere!) durchstöbert, waren am Strand und haben abends dann im Restaurant Kärme Kuulik mit Anne und Lembi, der Deutschlehrerin des städtischen Gymnasiums, gespeist.

Wie immer: für die Anzeige der Bilder auf die Vorschaubilder klicken!

Und gerade erst ist ein neue Veröffentlichung angekündigt worden: ein Jahreskalender für 2017 mit dreizehn Schals aus Haapsalu, samt Anleitungen, Charts und Infos!

Haapsalu - Wandkalender für 2017

Haapsalu – Wandkalender für 2017

Zu bestellen im Webshop von Saara.ee

Seite 1 von 212