Stricken in Kurland – „Latvian Glove and Mitten Knitting Retreat“

Ein Retreat klingt ja übersetzt ein wenig wie Rückzug, aber dieser Retreat ist genau das Gegenteil!

In Kurzeme in Lettland, früher auch Kurland gehießen, findet vom 29. Mai bis zum 2. Juni dieses Jahres ein Knitting Camp / Knitting Retreat statt. (Ach, mir fällt einfach kein deutsches passendes Wort dafür ein.)  Und Kurzeme bietet, das weiß jeder, der schon mal in eines der schönen Bücher geschaut hat, Strickerinnen wirklich was!

Sena Klets, das Trachtenzentrum in Riga, Herausgeber des Buches ”Handschuhe aus Lettland” (!), organisiert das fünftägige KnittingCamp in Lettland von Montag, dem 29. Mai bis Freitag, den 2. Juni.

Thema ist ”Latvian Glove and Mitten Knitting: Let’s Knit in Kurzeme!

Kurzeme ist das lettische Wort für Kurland und das Knitting Camp findet in einem Hotel im Seebad Liepaja an der kurländischen Küste statt, und von dort aus starten auch die Ausflüge und Museumsbesuche, das Kursprogramm ist vielfältig: Strick-Workshops, Museums-Besuche, Treffen mit Kunsthandwerkern.

Die Kurs-Sprache ist englisch, aber natürlich wird auch deutsch gesprochen, einige Teilnehmerinnen kommen sogar aus den USA angereist, so ein Knitting Camp ist immer auch ein Ravelry-Treffen…

Die Teilnahmegebühr (Unterkunft, Workshop, Material, Eintrittsgelder, Verpflegung, alles inclusive) beträgt 450,00€ zzgl. 21% MwSt., also 544,50€

Weitere Informationen zum Programm finden Sie  auf der Webseite von Sena Klets und auf deren Facebook-Seite. Viele Infos zum Stricken in Lettland natürlich hier im “Knit Like a Latvian”-Forum ;=)

Das Anmeldeformular ist online unter dieser Adresse: https://goo.gl/forms/cXJu5Z9rNG0V7loI2

Das sind Bündchen von Handschuhen aus Kurland, aus der Region Liepaja… Wunderschön

Und zum Schluß eine Karte mit allen Orten, die auf dem Programm stehen: Unterkunft, Museen, Workshops, Besichtigungen..

Stricken in Kurland

Bündchenvariationen

Kurzeme ist der lettische Name für die Region Kurland und aus Kurzeme kommen viele wunderschöne Strickmuster!

Das weiß jeder, der schon einmal in eines der schönen Handschuhbücher geschaut hat.

Und nun kann man dieses Wissen vertiefen, beim Knitting Retreat Let’s Knit in Kurzeme!

Let’s knit in Kurzeme!

Vom 29. Mai bis zum 2. Juni können wir an Workshops teilnehmen, Museen besuchen, Kunsthandwerker besuchen, viel lernen und viel Freude haben! Und nach diesen vier Tagen sollte man unbedingt einen Besuch des Open Air Museums in Riga anschließen, denn dann kann man seine Wollsucht auf dem Gada Tirgus, dem großen Kunsthandwerksmarkt, der am Pfingstwochenende stattfindet, stillen!

Alle Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der Webseite von Sena Klets, und das Anmelde-Formular ist hier zu finden: https://goo.gl/forms/cXJu5Z9rNG0V7loI2

Ich wußte ja schon eine ganze Weile von dem Plan, hab bei den Planungen meinen Senf dazugegegen und freue mich. Es wird gut.

Vorbei – die WinterAcademy ist jetzt schon Vergangenheit

Intensive Tage gingen gestern zu Ende, Tage voller Vorträge, Aktivitäten, gutem Essen, guter Luft.. 15km außerhalb von Viljandi waren wir in Männiku Metsatalu untergebracht, mitten im Wald, an einem kleinen See, mit Wohnhaus, Seminarhaus, Rauchsaune und und und…

Männiku Metsatalu

Wir waren eine kleine Gruppe: 15 Teilnehmer, bunt gemischt, aus Estland, Finnland, USA, Deutschland, vom indischen Subkontinent, aus Südafrika, aus Zypern  – auch altersmässig: rund 55 Jahre betrug wohl der größte Altersunterschied,  die meisten Teilnehmer waren Studierende der Universität Tartu, aber auch Neugierig-Interessierte wie ich oder Stelios aus Zypern. Fröhlichkeit, Neugierde und gegenseitiger Respekt – auf diesen Nenner kann ich unser Zusammensein wohl bringen.

Das Seminarzentrum Männiku, ruhig im Wald gelegen, bot alle Annehmlichkeiten

Wir haben einen Überblick über Estlands Geschichte erhalten, Einblicke in die estnischen musikalischen Traditionen, lernten die estnischen heritage landscapes kennen, die Tänze von der Insel Vormsi, die Geheimnisse der Sauerkrautsuppe und der Nachspeise (viel viel Sahne!) lernten wir und nach einem Vortrag über das Programm und die Aktivitäten der Kulturakademie Viljandi durften wir in Handschuhen schwelgen, Blockprinting und Zopfflechten üben. Abends ging es in die estnische Rauchsauna und ganz Mutige tauchten auch im See in das Eisloch…

Nach der Sauna: einmal untertauchen!

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Zurück in Viljandi besichtigten wir noch die Einrichtungen der Kulturakademie und es ist ja wohl klar, dass mich neben dem Raum mit den wunderbaren Webstühlen die neue Wollfabrik ganz besonders interessierte: hier wird gelernt, geforscht, experimentiert, Wolle von verschiedenen Züchtern wird verarbeitet, Techniken werden erprobt.
14 Webstühle habe ich gezählt, alte und topaktuelle, computer-gesteuerte Webstühle..

Wie man sieht, wird auch die Wolle von Anu Raud verarbeitet:

frisch gesponnene Wolle

2fädig, in verlockenden Naturfarben

Das Programm der Winterakademie war vielfältig, ich habe viele Anreize für weitere Studien erhalten und vor allem: Ich reise ab, müde aber sehr glücklich, erfüllt von den intensiven Kontakten, der gegenseitigen Freude und vor auch: einige der Kontakte werden sicherlich bleiben.

Vielen Dank an alle, die diese Winteracademy ermöglicht haben und vielen Dank an uns, die Teilnehmer!

Eine lange Anreise

Man kann auch ganz schnell nach Estland reisen, aber ich habe drei Tage gebraucht.
Der erste Tag? Eine Stippvisite auf der Grünen Woche in Berlin, wo ich Annemor Sundbö traf uund mit ihr und Claudia, der Sommer-Estland-Reisegefährtin, die Mittagspause verplauderte.
Annemor stellte die Wolle des Spelsau-Schafs aus Südnorwegen vor, zeigte ihre Bücher und spann an einem wunderschönen Spinnrad.

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Messen machen mich immer müde, ich war zu oft auf Messen, der Lärm, die vielen Menschen, da wächst die Vorfreude auf das stille Estland!

Am zweiten Tag flog ich nach Riga, hatte einen Brunch mit Monta und Ansis Grasmane und zweien ihrer bezaubernden Töchter. Brunch oder Projektbesprechung? Beides! Es ist so einiges in der Pipeline, laßt Euch überraschen!

Ja, und dann per Bus von Riga über Pernu nach Viljandi. Ich hatte mich sehr auf den Schnee gefreut, aber alles war weggeschmolzen, das Land sah naß aus… aber wie das so ist wenn Engel reisen, heute morgen schneit es!

Und jetzt mache ich ich auf den Weg zur Kulturakademie, das WinterCamp startet!

Morgenstimmung in Viljandi

Dr. Hubers Polnische Mütze

Sucht man etwas, dann findet man auch etwas. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.
Ich möchte ja so gerne etwas über die Polnische Stricktraditionen herausfinden, und das ist so zäh, bis jetzt habe ich noch keinen Erfolg zu vermelden, habe aber einige Meinungen dazu gehört, daß es eben keine polnische Stricktradition gäbe… Auch wenn es keine großartigen Trachten geben mag, ich kann mir nicht vorstellen daß nie gestrickt oder gehäkelt wurde, Schafe oder Ziegen wurden doch überall als Haustiere gehalten. Ich halte weiter die Augen offen.

Tja, und da sitze ich auf der Couch und zappe durch die Sender, will schon NDR3 wegzappen, weil DAS! meiner Meinung nach den Seichtigkeits-Rekord aller Vorabend-Dritte-Programme-Sendungen hält; eine Sendung, in der Eitle B- oder C-Promis sich mit zickigen Moderatorinnen unterhalten müssen und diesmal sitzt ein schnellsprechender junger Mann auf dem Sofa und läßt seine Tattoos blitzen… redet und redet und holt dann tatsächlich eine eigenartige Strickmütze hervor…

Dr. Florian Huber ist Unterwasser-Archäologe und Forschungstaucher und hat diese Mütze geborgen. Sie sei in einem polnischen Segelschiff gefunden worden, das vor 200 Jahren untergegangen ist. Und er habe sie nachstricken lassen.

Ich hätte wetten können, daß der Moderatorin nichts einfällt außer „myBoshi“ und die Wette hätte ich glatt gewonnen!

Ist das wirklich eine polnische Mütze? Oder hat sie der Seemann irgendwo getauscht, erstanden, mitgenommen? Ob diese Mütze segeltauglich ist, den Wind nicht durchläßt und auch nicht davonfliegt?
Fragen bleiben offen.

Hier noch der Link zur Webseite von Dr. Florian Huber: http://florian-huber.info

Ich gehe jetzt erst einmal wieder auf Reisen. Und nehme eine Mütze mit, denn in Riga und in VIljandi ist es kalt.

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