Chartmaker – StitchMastery

StitchMastery ist mein Favorit. Ein professionelles Programm, mit professionellem Support und permanenter Weiterentwicklung.
StitchMastery bietet mir am meisten für mein Geld. Und ich habe Vertrauen, daß ich diese Software weiter nutzen kann ohne mit ausbleibenden Updates und unbeantworteten Supportanfragen rechnen zu müssen.

60£, also rund 67,00 € kostet eine Lizenz, mit der man das Programm auf 2 Maschinen, auch mit unterschiedlichen Betriebssystemen.
Es läuft unter Windows (XP bis WIn 10), MacOS (Lion bis ‚Sierra, 64bit-Syteme) und LInux / Ubuntu. Die erstellten Charts können in den Vectorformaten SVG und PDF oder als PNG– und JPG-Grafiken exportiert werden.

Das Programm kommt sehr unspektakulär daher, beim Start zeigt sich ein leerer Schirm und eine Menüleiste mit wenigen Befehlen, neben den üblichen Befehlen wie „Datei öffnen“ etc. sind diese zwei Auswahlen wohl die wichtigsten:

  • neue Text-Anleitung (written instruction) erstellen
  • neues Diagramm (Chart) erstellen

Ich habs nicht so mit den geschriebenen Anleitungen, deshalb ist „neues Diagramm erstellen“ der Button meiner Wahl.

Zur Zeit ist die Programmoberfläche noch nur in englischer Sprache, aber für die kommende Version 3.0 sind editierbare Sprachdateien angekündigt.

StitchMastery kann

  • erstellte Charts in geschriebene Instruktionen umwandeln
  • es können selbst-erstellte Textvorlagen für diese ausgeschriebenen Anleitungen genutzt werden
  • einen „Outline“-Text, eine Gliederung, zu dem erstellten Chart ausgeben
  • Mirror, Repeat.. all das ist keine Zauberei
  • die Anzahl der Maschen bei Repeats kann automatisch ermittelt und im Chart ausgegeben, annotiert, werden
  • Hunderte verschiedener Maschen / Stitches sind in der Bibiothek vorhanden, neue Stiche können hinzugefügt werden
  • die Stichbibliothek ist übersichtlich gegliedert in „einfache Maschen (basis stitches), rechte Zunahmen, rechte Abnahmen, linke Zunahmen, linke Abnahmen…“, Zöpfe mit 2 bis 12 Maschen, estnische Maschen / Abnahmen / Zunahmen, Brioche, Perlen, Twined Stitches, alle diese Maschen sind in der Biblothek enthalten.
  • Eine Farbpalette steht bereit
  • 3 Modi stehen zur Auswahl: flat (Vor- und Rückreihen), in the round (rundstricken) und mosaic. Je nach Auswahl werden die Maschen- und Reihenzahlen passend ausgegeben, die Darstellung an die Gegebenheit dieser Strickweise angepaßt.
  • StitchMastery wurde unter Eclipse entwickelt und bietet deshalb auch Eclipse-spezifische Annehmlichkeiten wie Namespaces und Workspace
  • zwei Symbol-Bibliotheken sind vorgegeben (dash und dot), je nachdem welche Darstellung mir besser zusagt oder vertraut ist (das Symbol der linken Masche als Punkt oder als mittiger Strich). Diese Bibliotheken kann man kopieren und bearbeiten.
    Da das Programm zur Zeit „nur“ in Englisch verfügbar ist, sind selbstverständlich die Namen für die Stiche auf englisch, möchte ich  „Rechte Masche“ statt „knit“ in der Zeichenlegende ausgeben, kann ich die Bibliothek kopieren und die Beschriftungen übersetzen.
    Ab der kommenden Version 3 muss man sich diese Arbeit nicht mehr machen, es wird eine vollständig übersetzte Aberitsoberfläge und Bibliotheken geben, avisitiert für die Deutsche und die Dänische Sprache. Andere Sprachen können dann leicht hinzugefügt werden.

 

Ein neues Chart: links am Rand die Farb-Palette und die Stich-Paletten, das Diagramm mit der vorher eingegebenen Anzahl Reihen und Spalten und unten die Fenster für „Outline“ und ausgeschriebene Anweisung.

bei der Erstellung eines Charts: die Legende kann umsortiert werden, die Fenster für die geschriebene Anleitung und die „Outline“ können ein- oder ausgeblendet werden.

Das bisher komplexeste Chart, an dem ich mich versucht habe: ein Muster von Barbara Walker.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Nachstehend noch die geschrieben Anleitung, die standardmässig in englisch ausgegeben wird.

Chart Locked Square Cable
Row 0 (RS): Custom x 37. (37 sts)
Row 1 (WS): P4, (k3, p2, k2, p2, k7, p2, k2, p2, k3), p4. (33 sts)
Row 2: 2/2 LC, ((p3, k2, p2, k2, p7, k2, p2, k2, p3)), 2/2 RC.
Row 3: P4, ((k3, Reverse N, k2, Reverse N, k7, Reverse N, k2, Reverse N, k3)), p4.
Row 4: K4, ((p3, k2, p2, k2, p3, m1, incto3, m1, p3, k2, p2, k2, p3)), k4. (37 sts)
Row 5: P4, ((k3, Reverse N, k2, Reverse N, k3, p2, k, p2, k3, Reverse N, k2, Reverse N, k3)), p4.
Row 6: 2/2 LC, ((p3, k2, p2, 2/1 LPC, 2/2 RPC, p, 2/2 LPC, 2/1 RPC, p2, k2, p3)), 2/2 RC.
Row 7: P4, ((k3, Reverse N, k3, p4, k5, p4, k3, Reverse N, k3)), p4.
Row 8: K4, ((p3, k2, p3, 2/2 RC, p5, 2/2 RC, p3, k2, p3)), k4.
Row 9: Repeat row 7.
Row 10: 2/2 LC, ((p3, 2/1 LPC, 2/2 RPC, 2/2 LPC, p, 2/2 RPC, 2/2 LPC, 2/1 RPC, p3)), 2/2 RC.
Row 11: P4, ((k4, p4, k4, p2, k, p2, k4, p4, k4)), p4.
Row 12: K4, ((p4, 2/2 LC, p4, 2/3 LC, p4, 2/2 LC, p4)), k4.
Row 13: Repeat row 11.
Row 14: 2/2 LC, ((p2, 2/2 RPC, 2/2 LPC, 2/2 RPC, p, 2/2 LPC, 2/2 RPC, 2/2 LPC, p2)), 2/2 RC.
Row 15: P4, ((k2, p2, k4, p4, k5, p4, k4, p2, k2)), p4.
Row 16: K4, ((p2, k2, p4, 2/2 RC, p5, 2/2 RC, p4, k2, p2)), k4.
Row 17: Repeat row 15.
Row 18: 2/2 LC, ((p2, 2/2 LPC, 2/2 RPC, 2/2 LPC, p, 2/2 RPC, 2/2 LPC, 2/2 RPC, p2)), 2/2 RC.
Row 19: Repeat row 11.
Row 20: Repeat row 12.
Row 21: Repeat row 11.
Row 22: (2/2 RC, (p3, 2/1 RPC, 2/2 LPC, 2/2 RPC, p, 2/2 LPC, 2/2 RPC, 2/1 LPC, p3)), 2/2 RC.
Row 23: P4, ((k3, Reverse N, k3, p4, k5, p5, k2, Reverse N, k3)), p4.
Row 24: Repeat row 8.
Row 25: Repeat row 7.
Row 26: 2/2 LC, ((p3, k2, p2, 2/1 RPC, 2/2 LPC, p, 2/2 RPC, 2/1 LPC, p2, k2, p3)), 2/2 RC.
Row 27: P4, ((k3, Reverse N, k2, Reverse N, k3, k5tog, k3, Reverse N, k2, Reverse N, k3)), p4. (33 sts)
Row 28: K4, ((p3, k2, p2, k2, p7, k2, p2, k2, p3)), k4.
Row 29: Repeat row 3.
Row 30: Repeat row 2.
Row 31: Repeat row 3.
Row 32: Repeat row 28.
Row 33: Repeat row 3.
Row 34: Repeat row 2.

Ich habe inzwischen einige Charts mit StitchMastery erstellt und finde immer neue Möglichkeiten und clevere Details.

Und was ich ganz besonders schätze? DIe Entwicklerin reagiert schnell und kompetent, sei es im Ravelry-Forum  oder über das Kontaktformular auf der Webseite.  Die Dokumentation ist uptodate und die Antworten zielführend und erschöpfend.

Eine solche Software-Qualität und solchen Support habe ich bei keinem der anderen getesten Programme vorgefunden.

Chartmaker – Intwined Studio

Dies ist der zweite detaillierte Test einer Software zum Erstellen von Strickschriften. KnitBird habe ich schon beschrieben, heute ist  Intwined Studio an der Reihe. Dann folgt Stichmastery. Am Ende dieser kleinen Reihe werde ich dann eine Übersicht über Pros und Cons (= neudeutsch für „Vor-“ und „Nachteile“..) zusammenstellen.

Intwined Pattern Studio stellt sich mit folgender Aussage vor:
Intwined Pattern Studio is fun, powerful software for knitting, lace, crochet, and weaving pattern design.

Die Version (aktuelles Release: 1.5) läuft unter WIN oder MAC und kostet 44,00, also knapp 38,00€. Damit ist das Programm das preiswerteste der von mir gekauften und getesteten Programme. Ich habe mich nach einigen Tests mit der freien Demoversion für den Kauf entschieden, nicht zuletzt auch deshalb weil das Programm von einigen Designerinnen empfohlen wird, so z.B.: „Recommended and used by Nancy Bush

Ich liste hier mal einige der Programm-Features auf:

  • Die erstellten Charts können als Grafikdatei (BMP, JPG, PNG, TIFF, und SVG) exportiert oder als PDF gespeichert werden.
  • Die Stich-Bibliothek umfaßt 200 verschiedene Stiche, eigene können hinzugefügt werden.
  • Die Zeichnungen können sofort in Text umgewandelt werden, Text-Anleitungen in Grafische Darstellung umgewandelt werden.
  • DIe häufigst genutzten Stiche oder Farben werden in eigenen Paletten für den schnellen Zugriff zur Verfügung gestellt.
  • Die verschiedenen Paletten kann man frei auf dem Bildschirm anordnen.

Nach dem Kauf erhält man eine Mail mit Usernamen und Passwort für die Anmeldung auf der Intwined-Webseite. Mit separater Mail erhält man die Serienname für den Gebrauch der Software mitgeteilt.

Das Programm lädt man dann vom Userbereich herunter, in meinem Fall war es der Intwined Pattern Studio Installer in der Version 1.5.3.

Soweit so gut. Schon bei den ersten Tests waren mir einige Punkte aufgefallen, von denen ich hoffte, daß sie in der aktuellen Version gelöst seien. Dem ist aber nicht so.

Da ich ja eine intensive Ravelry-Nutzerin bin, habe ich mich dann gleich ins dortige Forum begeben und meine „First-User-Questions“ gestellt (mittlerweile habe ich den Thread dort gelöscht). Ich hätte stutzig werden können, daß Anfragen in dem Forum nicht beantwortet werden und viele Anfragen dort gelöscht werden… aber ich erhielt eine persönliche Antwort und ein nettes Hilfsangebot von Alpi.

Ich fasse jetzt einfach mal die Punkte zusammen und halte das Ganze nicht so ausführlich wie beim ersten Test, und ziehe dann ein Resumée.

  • Das Programm bietet keine kontextsensitive Hilfe und der Klick auf [F1] oder [Help] brachte keine Reaktion. Grund: Hilfe ruft keine Hilfe auf oder bietet Hilfe an, man muss mehrfach klicken, und zwar auf Help / Intwined Pattern Studio Help und dann wird ein PDF-Handbuch geladen. Dazu war ich wohl zu doof, oder anspruchsvoll? Jedenfalls weiß ich jetzt wie man das Handbuch aufrufen kann, aber eine Hilfefunktion ist das doch wohl nicht, nur ein verknüpftes PDF!
  • Das Programm verfügt über kein Kontext-Menü. Das macht das Arbeiten doch recht unbequem, übliche Vorgänge (Copy, Paste, Farben ändern, Stich löschen etc.) können nur über Tastenkombinationen oder Menü-Icons ausgelöst werden. Ein ganz großer Mangel!
  • einen markierten Bereich zu löschen – das gelang mir nicht, es gibt keine Löschfunktion, man kann nur mit der Tastenkombination für Ausschneiden einen Bereich ausschneiden und eben nicht wieder einfügen – zwar ein Workaround aber keine Lösung, denn damit überschreibt man den Inhalt des Zwischenspeichers, den man vielleicht noch verwenden möchte
  • Einen für „repeat“ oder „“ eines markierten Bereiches konnte ich nicht finden.

    Ich kann nur kopieren und immer wieder mit „einfügen“ arbeiten, das macht bei einem kleinen Muster und einer großen Maschenzahl nicht wirklich Lust, und man muss auch immer genau zielen wo eingefügt werden soll.

  • Reihen um weitere Maschen zu ergänzen, Reihen zu löschen oder Spalten, die Angebote waren zwar in der Menüleiste zu finden, wurden aber nicht aktiv.
  • Und eine letzte Schwierigkeit liste ich noch auf: es ist mir nicht gelungen, Farben zu wechseln ohne jede einzelne Masche zu markieren.
  • ein ganz besonderer Clou: Wenn man ein Chart drucken möchte, erhält man ein leeres Viereck mit Zeilen- und Spaltennummern! Es ist mir nicht gelungen, aus dem Programm heraus zu drucken:
    Dies sollte gedruckt werden:

    und so kam es aus dem Drucker!

Wie man sieht, müssten in dieser Software noch etliche Zacken bereinigt werden, aber ob das geschieht?

 

Mit Alpis Unterstützung habe ich mich dann doch etwas einarbeiten können, aber zufriedener wurde ich damit nicht.

Ich habe mich mit meinen Fragen auch an den Support gewandt.

Am 7. September sandte ich 2 Fragen an die Support-Email-Adresse und erhielt am 11. September nur eine Frage beantwortet.

  1. how to open help
  2. how to mark some stitches to copy and repeat them…

Man verwies mich auf die neueste Programmversion, die könne ich downloaden, dann funktioniere die Hilfe… und was sehe ich?

Nach dem Kauf des Programms fand ich, wie oben schon beschrieben, das Programm in der Version 1.5.3 im Ordner „My Account“, als Reaktion auf meine Supportanfrage erhielt ich einen Downloadlink für die Version 1.5.4, die auch schon 4 Jahre alt ist! Wieso erhalten Käufer im Jahre 2017 eine veraltete Version aus dem Jahr 2013 und dürfen sich nach einer Supportanfrage eine neuere Version, aber ebenfalls aus dem Jahr 2013, herunterladen? Und wieso erhalten Käufer nicht die neueste Version in ihrem Account zur Verfügung gestellt? Und wieso finde ich nirgends ein Changelog mit den Änderungen?

Meine Vermutung, daß dieses Programm ein Amateur-Programm ist, hat sich bestätigt.

Am 11. September sandte ich eine Mail mit weiteren Fragen an den Support und erhielt die lapidare Antwort:

Hi Connie,

Thank you for your input, I will pass this on to our software development team for review.

Und seitdem habe ich nichts mehr gehört. Sind ja auch erst fast drei Wochen vergangen…

Nein dieses Programm kann ich nicht empfehlen. Ich werde es zu Test- oder Vergleichszwecken installiert lassen, aber arbeiten werde ich damit wirklich nicht. Da sind sogar viele der kostenlosen Online-Chartgeneratoren stabiler und arbeiten besser.

ChartMaker – KnitBird

Dies ist der erste detaillierte Test einer Software zum Erstellen von Strickschriften. Nach KnitBird folgen dann noch Intwined und Stichmastery. Am Ende dieser kleinen Reihe werde ich dann eine Übersicht über Pros und Cons (= neudeutsch für „Vor-“ und „Nachteile“..) zusammenstellen.

KnitBird ist Kaufsoftware und basiert auf dem Adobe Air-Framework, das auf dem Rechner installiert sein muß. Diese Laufzeitumgebung macht das Programm verfügbar für WIndows (alle aktuellen Versionen) und Mac OS ab Version v10.7.
Das Programm kann in schwedischer oder englischer Sprache genutzt werden und die funktionseingeschränkte Testversion wird mit einer gültigen Lizenz freigeschaltet,

Knitbird Make it yours

Das Programm kostet nicht 59,00€, wie hier oben im Screenshot angegeben, das ist der Nettopreis. Zu den 59.00€ kommen noch 14,75€ Mehrwertsteuer hinzu, folglich ein Endverbraucherpreis von 73,75€. (Ich weiß nicht wie das in Schweden gehandhabt wird, aber in der EU gibt man in der Regel den Einzelhandelspreis, also den Endverbraucherpreis an.)

Die Webseite www.knitbird.com ist im gleichen GrauGrün gehalten wie das Programm selbst.

Damit ist KnitBird das teuerste der von mir gekauften und verglichenen Programme (Intwined: 44,00$ = 36.82€ und Stitchmastery 60GBP = 67,80€ am 23.09.2017).

Die Bildschirm-Farbgestaltung macht das Arbeiten mit dem Programm schwer. Ein helles Hintergrundgrün und hellgraue dünne Schrift – Augenpulver par excellence. Meine Vermutung. daß das Programm am Mac entwickelt wurde, denn der Mac zeigt die Farben immer dunkler an als ein PC, stimmt aber nicht, wie mir auf meine Supportanfrage hin geantwortet wurde. Es ist am PC entwickelt und der niedrige Kontrast – da wurde Besserung versprochen, ebenso wie bei der Schriftgröße, die zur Zeit immer gleichgroß bleibt, gleichgültig ob man im Vollbildmodus arbeitet oder das Programmfenster nur halb aufzieht.

Auf meinem 1920x1080er-Bildschirm ist die Button-Beschriftung fast nicht mehr lesbar.

Nachdem ich meine Augen geschärft und das Zimmer abgedunkelt habe, habe ich das Programm ausprobiert und die ersten Muster gezeichnet. Und das ist recht einfach. Das Arbeiten mit Auswahlen ist auch angenehm, man kann die Auswahl horizontal oder vertikal kippen, rotieren oder versetzen. Man kann Linien (gestrichelt, gepunktet..) zeichnen und Repeats, Musterwiederholungen markieren.
Das geht alles recht flott von der Hand.

Schwieriger wird es, wenn man Standardfunktionen sucht. Also die [F1]Taste zum Aufruf der Hilfe, da tut sich gar nichts. Und der Aufruf der Hilfe per Menü-Eintrag „Help“ zeigt ein knappes Inhaltsverzeichnis an, die Auswahl einer der hier angebotenen Themen führt den Anwender dann auf die Webseite des Programms, und ab da ist man rettungslos verloren.

Was tun, wenn man keine Internetverbindung nutzt oder nutzen möchte beim Arbeiten?

Die Online-Hilfe besteht aus Blog-Beiträgen, die nicht gerade aussagekräftig sind.

Der „The Interface“ – Menüpunkt des Submenüs und rechts in der Seitenleiste auch nochmal gelistet – hat keinerlei Informationsgehalt, wenn ich dafür den oberen Menüpunkt anklicke.

Die Auswahl in der rechten Seitenleiste hingegen lädt eine Beschreibung des Hauptmenüs und der Gittereinstellungen.

Begriffe der Arbeitsoberfläche, z.B. „Line Snap“, findet man nicht mal über die Suchfunktion auf der Online-Help-Seite.

Eine nicht konsistente Hilfe – das unterstützt nicht, das verwirrt oder desinformiert. Einfach nur chaotisch.

Dafür beschreibt die Online-Hilfe dann aber Funktionalitäten, die zumindest in der Windows-Version gar nicht existieren.

Die Grid-Settings und andere Dinge, die über das Rädchen-Symbol angeboten werden: die gibt es auf meinem Schirm gar nicht.

Die nachträgliche Größenänderung eines Charts ist schwierig, möchte man z.B. ein Chart verkleinern, geht das nur spalten- oder reihenweise (Klick auf kleines Kreuz-Symbol. Gefährlich ist dies über den Menüpunkt „View“, denn wenn man dort die Spalten- / Reihenangaben mit kleineren Werten überschreibt, werden leere Spalten und Reihen ohne Nachfrage gelöscht.

Nun aber zum Positiven!

Wenn man sich erstmal an die Bildschirmfarben gewöhnt hat und Einiges herausgefunden hat, kann man loslegen.

Mir gefällt die Möglichkeit, einzelne Muster in einer Bibliothek zu speichen und wiederzuverwenden.
Ein markierter Bereich wird über „Add to Library“ für die spätere Verwendung gespeichert und kann später in allen Projekten durch Doppelklick eingefügt werden.

Eine projektübergreifende Bibliothek ist praktisch, wie das dann mit vielen Einträgen funktioniert, wird man sehen.

Ein Feature, das es auch bei Online-Generatoren gibt, ist der Import und die Umwandlung einer Grafik in ein Chart.
Das Ergebnis hängt hier natürlich immer von der Vorlage ab. Und man muß etwas üben.

So habe ich beispielsweise einfache Grafiken in der Vorschau importieren können, bekam diese aber nicht in mein Chart geladen. Eine andere Grafik wiederum konnte ich integrieren, diesen Vorgang aber nicht rückgängig machen, UnDo funktionierte ebensowenig wie [CTRl-Z], markieren und löschen klappte aber.

Die Repeatfunktion füllt die gesamte Zeile vollständig auf, gleich ob der Bereich rechts oder links oder in der Mitte des Charts sitzt.

Man kann rechts neben dem Chart Anmerkungen setzen, Hilfstexte.

Ein Feature, das ich bei anderen Programmen vermisse.

Es ist sehr einfach, eine Farbe im Chart durch eine andere Farbe zu ersetzen, und es ist auch möglich, mehrere Farben zu einer Farbe zusammenzufassen. Dies ist besonders deshalb wichtig, weil man beim Definieren der Farben keine Hex-Werte eingeben kann, sondern aus der Farbpalette auswählt. Und da kommt es leicht vor, daß man statt einem Hellblau zwei sehr ähnliche Hellblau im Chart hat.

Das Programm bietet ein Tool für das Veröffentlichen der Charts.

Man kann hier den Namen des Charts als Überschrift festlegen, Maschenbeschreibungen vergeben, Farben / Garn-Beschreibungen eintragen und auch einen größeren Text einfügen.

Das sieht sehr verlockend aus. Hat aber ein paar Macken:

Das Symbol für rechte Maschen ist quasi nicht-existent. Jede nicht anders definierte Masche ist per se eine rechte Masche. Und deshalb, da nicht definiert, ist das Symbol für die rechte Masche in dieser Übersicht auch nicht sichtbar.

Der Text im Textfeld kann überhaupt nicht formatiert werden, Auszeichnungen (fett, kursiv, unterstrichen…) sind nicht möglich, und ganz besonders schlimm: Bei der Ausgabe der Texte werden die Zeilen gnadenlos aneinandergeklebt (concatiniert).
Ein Feature, das man so nicht gebrauchen kann.

Die Supportantwort hierzu? Es sei halt sehr simpel gehalten, aber man könne die Strickzeichnung ja exportieren und in ein Textdokument einbinden und dort dann besser beschreiben… ich halte das für eine Ausrede.  Und zwar für eine sehr ärgerliche.
Es gibt jede Menge Texteditoren, die man in Programme integrieren kann.

Man kann die Arbeiten als PDF oder als Grafik exportieren, aber was nützt mir der PDF-Export wenn der Text so armselig formatiert ist? Es bleibt nur der Grafikexport und die weitere Bearbeitung der Anleitung in einem Textprogramm. (Das ist auch bei anderen Progrmamen so, da ist das Erstellen der Strickschrift nur ein Schritt im Workflow und der Rest wird in anderen Programmen erledigt.)

Ein Standard-Zielverzeichnis für die so gestalteten Charts im PDF- oder PNG-Format  läßt sich nicht festlegen, es wird immer das „Windows-Dokumente-Verzeichnis“ geöffnet und man muss sich jedesmal zu dem Verzeichnis, in dem man die Dateien speichern möchte, durchhangeln.

Ich muß sagen, daß  mir viele Details der Anwendung gefallen, ich aber an mehr Kanten und Ecken gestoßen bin als gut tut.

Der größte Knackpunkt ist für mich die Farb-Darstellung mit dem geringen Kontrast, alle anderen Punkte sind weniger gravierend.
Wenn sich da etwas tut, wäre das schon ein großer Fortschritt.

Das Programm erscheint mir noch nicht sehr ausgereift, da kann noch Einiges verbessert werden und das haben mir die Herausgeber in der Supportantwort ja auch zugesagt, was den Farbkontrast betrifft.

Die Hilfsfunktion jedenfalls gehört gründlich überarbeitet, anders strukturiert, als Blog ohne jede Kategoriensetzung ist das unbrauchbar. Und die Antwort auf Support-Anfragen könnte etwas schneller sein.

So, das ist mein Erfahrungsbericht mit der Software KnitBird. Und nun?

Ich habe das Programm bezahlt, aber ich werde es wohl nur zu Vergleichszwecken einsetzen.
Durch die Beschäftigung damit habe ich aber doch Einiges gelernt, das ich beim Test der anderen Anwendungsprogramme berücksichtigen werde.

ChartMaker – Software – Tests

Bei Ravelry läuft ja gerade ein KAL (KnitALong) zum Thema „Let’s knit Muhu„, an dem ich beteiligt bin.

Die Aufgabe besteht darin, die Muster, die auf einer Brotbanderole abgebildet sind, in eigenen Projekten umzusetzen.
Der erste Schritt ist also, Strickschriften für die abgebildeten Muster zu erstellen. Und dafür gibt es je etliche Hilfsmittel, Hard– und Soft-Ware:

  • Karo-Papier und Farbstifte (Hardware)
  • spezielles Chart-Papier (noch-Hardware), gibt es als freie Downloads, z.B. hier
  • Excel-Sheets, wie man damit Strickzeichnungen erstellt, ist (nur ein Beispiel) hier beschrieben.
  • Online-Generatoren, z,B, die vielgelobten StitchFiddle oder ChartMinder
  • Software (PC, MAC oder Tablet) die speziell für diesen Zweck geschrieben wurden, oder Software, welche eigentlich für Kreuzsticharbeiten gedacht ist, sich aber auch für Strickschriften eignet.

Ich wollte PC-Programme ausprobieren und endlich ein Programm finden, mit dem ich selbst Strickzeichnungen erstellen und diese dann auch immer wieder einsetzen kann, also „zeichnen und organisieren“.

Software findet man ja bekanntlich am besten im Internet und so habe ich mich dann durch die Testversionen gewühlt, bis ich das Programm gefunden habe, mit dem ich arbeiten möchte und das auch ein gewißes Maß an Professionalität mitbringt … warum ich das betone? Nun, mit der Professionalität ist es bei solcher „Hobby-Software“ oft nicht weit her, wie ich erfahren habe.

Ich werde hier auf der Wockensolle in den nächsten Tagen drei Programme vorstellen:

  1. KnitBird
  2. InTwined
  3. Stitchmastery Knitting Chart Editor

Gekauft habe ich alle drei Programme, aber nutzen werde ich wohl in Zukunft Stichmastery. Warum werde ich noch darstellen,

Als Erstes werde ich dann mal KnitBird vorstellen.

Let’s Knit Muhu!

Ich habe hier zwar lange nichts geschrieben und der Bericht über das Craft Camp steht auch noch aus, aber ich war nicht faul. Das schon gar nicht.

Wir hatten Bauarbeiten, nun ist die grosse Terrasse fertiggeworden und das grosse Gartenhaus auch, seit meiner Rückkehr im Juli wurde gebaut, geschraubt und nun könnte ich die Terrasse auch gut nutzen, wenn nur das Wetter mitspielte!

Ich habe gestrickt. Viel. Und habe mich dabei auch herrlich amüsiert. Denn seit dem 1. September läuft bei Ravelry im Knit-Like-A-Latvian-Forum ein KAL (KnitALong) mit dem Thema: Let’s knit Muhu!

Ich habe ja schon bei meinen Berichten aus Estland, von der Insel Muhu, über das leckere Brot mit der interessanten Banderole berichtet und das hier auch schon mehrfach gezeigt, Und immer ging mir im Kopf herum, was man mit den Mustern auf der Banderole anfangen könnte.

Die Bäckerei schmückt das Brot mit den Mustern der lokalen Stricktraditionen und wir könnten das doch zurückstricken… das war mein Gedanke. Und das könnte dann ja mal ein wenig anders werden als immer nur Handschuhe oder Mützen. (Das ist jetzt nur rhetorisch gemeint, ich liebe Handschuhe und Mützen!)

Es entstand also die Idee für den KAL „Let’s Knit Muhu„, der nur wenige Regeln braucht und sicherlich ganz unterhaltsam wird:

  • es müssen Muhu-Farben sein
  • und die Muster müssen von der Brot-Banderole stammen!

Also habe ich mich an die Wollkiste gesetzt und meine vielen bunten Knäuel, die ich in Estland bei Workshops oder Messen oder auf der Insel selbst zusammengesammelt habe, durchgeschaut. Und mich in das tolle Buch „Kiri Kari“ von Anu Raud mit den hübschen Tierfiguren vertieft, habe versucht die etwas unorthodoxe Musterzeichnung zu verstehen und nachzuvollziehen.

Eine lila Wutz ist dabei herausgekommen und zwei Katzen, die jeweils eine kleine Katze im Bauch tragen… auf dem Bild rechts mit dem noch ohrlosen Schweinchen zu sehen.

Ja, jetzt bin ich gespannt, was bei dem Knitalong herauskommt, und wieviel Gewinne ich im November von meiner Reise zum Mardilaat-Markt in Tallinn mitbringen werde. Ich jedenfalls hatte schon viel Spaß mit der Vorbereitung der Aktion.

Wer dabei sein möchte, mitmachen möchte, hier die Infos:

Regel Nummer 1: Die Muster müssen von dieser Vorlage stammen

Regel Nummer 2: Wir wollen ja in der Muhu-Tradition bleiben, also bitte Muhu-Farben!

Also: Lassen Sie sich inspirieren, stricken Sie mit!

Sommerreise 2017 – zu guter Letzt und dann gehts weiter…

Am 10. Juli ging es nach Olustvere zum Craft Camp, aber davor kamen wir noch einmal zu einem gemeinsamen Abend zusammen.
Auf solch einer Reise vergißt man leicht Datum und Zeit und so kam es, daß ich Külli schon für den Abend vorher eingeladen hatte… „Connie, I don’t see you and nobody is knitting here“  , war ihre Mitteilung an mich…

Aber am Samstagabend trafen wir uns dann doch noch im Restaurant F-Hoone.

Kaidi-Kätlyn kennen wir aus Lettland, sie hatte dort am Knitting Camp teilgenommen und uns sehr beeindruckt,. Sie strickt mit atemberaubender Geschwindigkeit wunderschöne Dinge. Hier trägt sie das Kleid, das sie als Abschlußarbeit für den Kunstunterricht entworfen und umgesetzt hat. Inzwischen hat sie ja auch noch zum 3. Mal den 3. Preis beim Haapsalu Lace Day gewonnen. Sie beeindruckt mich sehr.

Kaidi-Kätlyn schenkte mir ein wunderschönes, von ihr gestricktes Tuch, mit kleinem Streumuster und schöner Spitzenkante. Ich war (und bin) immer noch sehr gerührt. Solch eine unerwartete Freude.

Ja, damit ging die von mir organisierte Reise von Riga nach Tallinn zu  Ende, Christiane und Ewa reisten am Sonntag zurück nach Deutschland und wir Übriggebliebenen (Sue, Simone, ich) starteten am Sonntag zum Craft Camp 2017 der Cultural Academy Viljandi. Wir waren sehr gespannt, denn für diesmal hatten sich 71 Teilnehmer angemeldet… wie wird das werden?

Nun, ich kann schon mal sagen, daß es gut war. Ich habe viel gelernt, viel Freude gehabt, viele Teilnehmerinnen wieder gesehen, aber davon im nächsten Beitrag!

Und auf den Storch von Olustvere freute ich mich ganz besonders, wann sieht man schon mal einen Storch auf dem Dach sitzen oder in einem Fußballtor spazierengehen?