4. Mai in Riga: Trachtenprozession

Zum (Wolle-)Kotzen…

da hab ich doch was gefunden, was sicher allen Spaß macht:

Wer sich noch an Hitchhiker’s Guide to the Galaxy erinnert, wird sicher hieran Freude finden, wer sich nicht erinnert oder es nicht kennt, macht auch nichts.

Ich hab das ja nur als Text-Adventure in den 80ern gespielt, aber diese Variante mit gestrickten Puppen ist auch nicht ohne:

Ein gestrickter Marvin, Wooly Marvin, ich finds zum Kringeln

Was für Frühaufsteher undoder Stricksüchtige

für Video-Recorder ;=)

Morgen um halb sieben in der Früh, genauer gesagt um 06:35 Uhr, sendet der SWR den witzigen Trickfilm „Wollmond“ von Gil Alkabetz. 

wollmond - Trickfilm von Gil Alkabetz

wollmond – Trickfilm von Gil Alkabetz

 

wollmond - Trickfilm von Gil Alkabetz

wollmond – Trickfilm von Gil Alkabetz

Die Oma hat schon alles bestrickt, die Katze, den Goldfisch und da bleibt nur der Mond übrig, aber der ist irgendwie nicht so recht bestrickbar …

Wer keinen Recorder hat, kann ja mal save.tv ausprobieren, einen online-Recorder-Service, ist sehr nützlich.

 

wollmond – Trickfilm von Gil Alkabetz

Und ich stricke jetzt weiter, aber keine Plastiktütenbadevorleger…. und auch keinen Vollmond …

Filmgeschichte(n)

Im letzten Beitrag habe ich ja den Zeichentrickfilm „The Last Knit“ vorgestellt und bin dann zu dem russischen Film „Ostrov“ weitergeschweift. Dabei wollte ich eigentlich den strickenden roten Hering vorstellen, Ashley Dale’s Blog, den ich sehr mag. Dort hatte sie in einem Artikel Filme mit „Strick-Bezug“ vorgestellt, was ja auch bei mir hier in der Wockensolle schon ein Thema war.

Fanaa - Im Sturm der Liebe

Fanaa – Im Sturm der Liebe

Nachdem ich mir den Zeichentrickfilm angeschaut hatte, schaute ich mich dann nach Fanaa um, einem Bollywood-Film aus dem Jahr 2006, in dem Liebe, Tanz, Schicksal, Terrorismus, der Kaschmir-Konflikt und auch Stricken vereint (oder vermengt?) sind. In der IMDB war dann als Drehort für die Kaschmir-Szenen Polen genannt, was mich sehr gewundert hat. Früher wurden Bergszenen für Bollywood-Filme meines Wissens gerne in der Schweiz gedreht, aber wahrscheinlich ist diese Location inzwischen wohl zu teuer geworden. Nun denn.
Im Kaschmir zu drehen, scheint wohl aufgrund der politischen Lage unmöglich, zu kriegerisch geht es dort zu, in einer der schönsten Gegenden der Welt.
Interessant bei diesem Film ist aber, daß er nicht nur den Terrorismus im Plot behandelt, er selbst wurde zu einem Politikum. Der Hauptdarsteller Aamir Khan äußerte sich auf der Promotionstour im Bundesstaat Gujarat auch zur Umsiedlungspolitik der dortigen Regierung, die beim Bau des Narmada Damms die Bevölkerung äußerst rücksichtslos vertrieb. Diese Äußerungen führten zu einem inoffiziellen Verbot des Films in diesem Bundesstaat, zu Ausschreitungen und Plakatverbrennungen. Nur ein einziges kleines privates Kino-Theater zeigte diesen Film dann doch, aber nur eine Woche lang. Ein Mann, Pravin Joshi, hatte sich aus Protest gegen diesen FIlm im Kino angezündet und starb dann neun Tage später.

Da geht es in diesen Filmen immer um große Gefühle und Verirrungen, aber die Wirklichkeit übertrifft den Film bei weitem. In Gujarat, dem Geburtsstaat Mahatma Ghandis, mit 60 Millionen Menschen, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Muslims, zu sozialen Unruhen, und eben auch zu Einschränkungen der künstlerischen Freiheit. Daß sich ein Mensch wegen der politischen Äußerung eines Schauspielers selbst verbrennt, ist für uns nicht nachvollziehbar, unfaßbar.

Diese Informationen finden sich übrigens nicht im deutschen Beitrag der Wikipedia. Und auch der SPIEGEL schreibt von Verführungskino, aber nichts über die politische Verführung in dem Land.

Zurück zum Stricken in diesem Film. Sucht man bei Youtube nach Fanaa, findet man zahllose Schnippsel, aber immer nur das in meinen Augen und Ohren schmalzige Gesinge und die tragische Schlußszene, in der Zooni ihren Geliebten, der ein Terrorist ist, erschießt. Nur in einem kleinen Ausschnitt (noch dazu in Handy-.Qualität) fand ich die Hauptdarstellerin stricken.

 Ob das die Stelle ist, die Ashley in ihrem Blog zitiert? Wo Rehan die blinde Zooni mit einem Gedicht umwirbt?

I wish I was a skein of wool–
I wish I was a skein of wool wrapped around her fingers
I wish she’d make a sweater out of me,
Wear me, even in the summer.

Ich kann kein Hindi, aber das Wort Sweater meine ich herauszuhören..


Der Film

Abgründiges Stricken

Dieses Video wurde schon beachtliche 2.953.217Male angeklickt, aber ich habe es erst heute entdeckt. Und war fasziniert, mir stockte doch recht oft der Atem:

Passend zum anstehenden Feiertag (Himmelfahrt) und dem Jahrestag des Kriegsendes, der in Moskau wieder mit eindrucksvollen Paraden gefeiert wird und den ich schon etliche Male in Rußland miterlebt habe, hatte ich gestern abend ins DVD-Regal gegriffen, denn das gestrige Fernsehprogramm erschien mir zu leichtfertig / oberflächlich. Und mir den Film Ostrov (Die Insel) angeschaut, der für mich zu den eindrucksvollsten Filme der letzten Jahre zählt (ich besitze zwar keine synchronisierte Version, aber ich kann dem Geschehen doch folgen).

 Und nun eben heute morgen schaute ich mich bei Youtube nach Videos mit dem großartigen Schauspieler Pjotr Mamonov um und fand dann über einen Link zu diesem tatsächlich atemraubenden Animationsfilm.

Den Trailer zu Ostrov möchte ich Ihnen aber nicht vorenthalten:

Genau wie der Film Возвращение / Die Rückkehr spielt er im hohen Norden Rußlands, in karger, kalter Landschaft, die mich sehr anzieht, seit ich einige Male dort sein konnte, und auch die Klosterwelt dort (z.B, auf den Solovki-Inseln im Weißen Meer) kennenlernte. Dazu findet sich einiges auf meiner antiken Webseite www.avantart.de

„Die Rückkehr“ kann man sich in ganzer Länge auf youtube ansehen und wo ich jetzt schon beim Einbinden von Filmen bin, auch diesen Ausschnitt noch:

Also! Frohen Himmelstag!

Bestrickende Abenteuer des Monsieur L.

Wie aus Lebensüberdruß neuer Lebensmut wachsen kann, wenn das Lebensende naht (in diesem speziellen Fall durch selbst-angeheuerte Killer), zeigt  der Film „Die tollen Abenteuer des Monsieur L.“ mit Jean Paul Belmondo in einer seiner Glanzrollen.  Verrückt und tolldreist geht es auf der Flucht durch China, den Himalaya und Indien. Welche Wirkung diese Filme hatten, kann man in Andrej Makines Buch „Eine Liebe am Fluß Amur“ (von mir 1998 besprochen) nachlesen: im entfernten Osten der Sowjet-Union ist  JPB der Held einer Gruppe pubertierender Jungs, die keine der Vorstellung versäumen, auch wenn sie dafür 30 km durch den Schnee wandern müssen.

Aus dieser Erinnerung heraus habe ich mir den Film letzte Woche auf Arte angeschaut und ich entdeckte zu meinem Vergnügen eine kleine Nebenhandlung, einen Neben-Strang im wahrsten Sinne des Wortes: da wird gestrickt! Zu Beginn ist es erst ein Maschenanschlag und ein kleinens Knäuel, doch wächst das Strickstück von Szene zu Szene, es ist natürlich wieder ein Schlauch. Und unverdrossen wird weiter gewickelt, ein Knäuel nach dem anderen.

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Beachten Sie, wie wunderbar die violette Wolle zur Hose des älteren Herrn, der zuverlässig die Stränge hält, paßt!

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