Verpfuscht … sollte ein Rückblick werden auf die Ausstellungen in Tallinn

Kategorie: Wockensolle -

Ich wollte heute einen Beitrag schreiben über die Ausstellungen in Tallinn, die ich besucht habe:

Eesti Valge“ in Pikk 22 und „Vladimir Tarasov“ im KuMu… aber leider ist mir der Ordner mit den Photos vom November 2016 auf der Festplatte verschwunden, nun läuft die DataRecovery und ich muss auch heute noch zur Mitgliederversammlung des Kunst- und Kulturrates Vorpommern-Greifswald, da komme ich wohl heute nicht mehr zum Schreiben.

Das werde ich in den nächsten Tagen nachholen. Was mich aber am meisten schmerzt:

Heute nachmittag ist die Book Launch Party im Sena Klets in Riga! Die deutsche, norwegische und japanische Ausgabe wird gefeiert … und ich bin nicht dabei, wegen der Mitgliederversammlung… letztes Jahr war ich bei der englischen Premiere dabei, diesesmal hat es leider nicht geklappt. Bin ein wenig wehmütig…

 

Tallinna Käsitöömess – vielleicht das nächste Mal?

Tallinn und Riga wetteifern ja um den größten Weihnachtsbaum und die älteste Tradition, was bedeutet dass in beiden Städten um diese Zeit ein wundervoll geschmückter Baum zu sehen ist. In beiden Ländern wird die Vorweihnachtszeit gefeiert, vielleicht ein wenig besinnlicher als bei uns und wohl auch mit mehr Schnee als bei uns zur Zeit.

Weihnachtsbaum auf dem Dom-Platz

Weihnachtsbaum auf dem Dom-Platz in Riga

Nun habe ich ja gerade ausführlich über die St. Martins-Messe in Tallinn berichtet und vergessen, die neue Handarbeitsmesse vorzustellen. Es gab in den letzten Jahren Unmut über die Ausstellerauswahl beim Mardilaat, denn der Platz in der Halle ist begrenzt und nicht alle, die ausstellen wollten, wurden zugelassen. Deshalb wurde letztes Jahr zum ersten Mal eine weitere Messe veranstaltet: die Tallinna Käsitöömess (Tallinner Kunsthandwerksmesse).Tallinn Handicraft FairZum zweiten Mal dieses Jahr auf dem Gelände des Songfestivals, bei freiem Eintritt, mit einem großen Sortiment von Kitsch bis Kunst, Kurzwaren bis Designermode, das wäre doch ein Grund für eine Wochenendreise gewesen? Ist aber schon vorbei.

Ich schreibs mir in den Kalender fürs nächste Jahr, vielleicht als Abwechslung zum Mardilaat und mit sicherlich höherer Schneegarantie!

 

Rückblick: Tallinn – Mardilaat / St. Martins-Messe

Diesmal sind wir nicht mit dem Flieger nach Tallinn gereist, es gibt bequemere und preiswertere Möglichkeiten dorthin zu gelangen und auch etwas vom Land zu sehen… wir nahmen den Bus, und das hat viele Vorteile: Die Abreise erfolgt vom Busbahnhof in Riga zentrumsnah, man muss sich nicht durch diese lästigen SIcherheitskontrollen quälen und hat auch keine Probleme mit dem Gepäck, sieben € kostet ein Ticket im Vorverkauf und sitzt bequem, kann sich einen Kaffee oder Tee nehmen und vor Allem: man sieht die Landschaft, die Wegweiser zum Münchhausen-Museum oder nach Limbaži (irgendwann komme ich da auch mal hin!) und nach knapp vier Stunden waren wir auch schon in Tallinn angekommen.
Das erste Highlight in Tallinn war natürlich der Besuch der St. Martins-Messe / Mardilaat, der alljährlichen großen Kunsthandwerks-Messe. Letztes Jahr hatten Heinz und ich diese Messe schon besucht, aber damals kannte ich noch nicht soviele Stricker / Designer oder Unternehmen, dieses Mal hatten wir schon im Vorfeld Verabredungen getroffen, nachmittags um 16:00 in der vorderen Reihe an der Stirnseite, und diesen Termin auch bei ravelry verkündet.

Mardilaat in der Suur-Saku-Halle in Tallinn

Nun habe ich ja schon viel hier auf der Wockensolle über diese Messe geschrieben, auch gleich während der Reise, deshalb möchte ich jetzt im Rückblick die Freunde und Bekannte vorstellen, die ich treffen konnte. Und damit ich auch mal aufs Bild komme, darf ich Bilder meiner Freundin LizzyMaille veröffentlichen, mit der ich ja bei der Übersetzung des Handschuhbuches zusammengearbeitet habe und mit der ich ja schon öfter im Baltikum unterwegs war.

Unser Treffpunkt war gut gewählt, denn so hatten wir zum Einen die immer-fröhliche Külli Jacobson mit ihrem Stand der Nordic Knitters im Blick und konnten auch so manche Vorbeigehende in ihren schönen Trachten bewundern oder Freunde erspähen.

Kuelli Jacobson / Nordic Knitters

Kuelli Jacobson / Nordic Knitters

Eine grosse Freude war es, Pat Pachuta zu treffen, die mit ihrem Mann Peter extra zum Mardilaat aus den USA angereist kam. Ich hatte sie beim Knitting Camp in Strazde im letzten April kennengelernt und wir haben uns sehr angefreundet. Sie hat mit ihrem Mann Peter, einem Biologen, ein Jahr in Tartu gelebt und hat die estnische Kultur mit Interesse studiert. Peter und Heinz vertieften sich in philosophische Gespräche während wir uns der Wolle hingaben.

Peter and Heinz, philosophers

Peter and Heinz, philosophers

Sonderheft MauciWir trafen die Ravelry-Freundinnen Cairbre und Kaisukas, ich kam ins Gespräch mit Inara Vizma, deren Geschäft Tīnes in der Richard-Wagner-Strasse in Riga eine wahre Fundgrube für Wolle und Wolliges ist und Dace Deksne, Chef-Redakteurin der lettischen Zeitschrift Praktiskie Rokdarbi, der Zeitschrift, deren Sonderheft „Handschuhe und Perlen“ uns ja ganz besonders gefallen hat. 

Im Gespräch mit Dace Deknes

Im Gespräch mit Dace Deknes

Ich trage, auf dem Bild gut zu sehen, die wunderschönen Perlen-Pulswärmer, die LizzyMaille für mich gestrickt hat. Was ein wunderbares Geschenk!

Lizzys und meine Perlenpulswärmer

Lizzys und meine Perlenpulswärmer

Abendessen im F-Hoone-Restaurant, Tallinn

Abendessen im F-Hoone-Restaurant, Tallinn

Pat war zeitlich sehr eingespannt, ´viele Verabredungen mit lettischen Freunden, aber wir konnten noch einen wunderbaren Abend am Tag darauf im Restaurant F-Hoone in Tehliskivi verbringen, dann auch schon mit meinen Neffen Frederic und Aldewin, die aus Berlin angeflogen kamen und mit uns auf die Estland-Reise gingen.

So, und nun zum Abschluß eine Galerie mit Bildern der Messe, bis jetzt habe ich unsere Freunde vorgestellt, jetzt kommt die Messe selbst an die Reihe. Schön war es zu sehen wie auch die Besucher in wunderbare Handarbeiten gekleidet waren!

Copyright für diese Bilder: ©LizzyMaille, 2016

Zweimal Estland – zweimal Kultur-Akademie Viljandi

Bevor ich mit meinem Rückblick auf den St. Martinsmarkt / Mardilaat in Tallinn beginne, möchte ich auf zwei Veranstaltungen in Estland hinweisen, die gerade gebucht werden können:

Der Estonian Traditional Crafts Workshop / Craft Camp und die International Winter Academy. Beide werden veranstaltet von der Universität Tartu / Kultur-Akademie Viljandi.

Craft Camp 2017

Zum 4. Mal findet das Craft Camp der Kultur-Akademie Viljandi im Juli 2017 statt und das Kurs-Angebot ist deutlich ausgeweitet worden. Stricken, Nähen, Silberschmuck, Rindenarbeiten, Sticken, Schnitzen, Bronze-Arbeiten, ach schauen Sie selbst welch große Auswahl es gibt!
Die Kurse werden von ausgewiesenen Expertinnen und Experten gehalten.

Der Transfer nach Olustvere erfolgt ab Tallinn. Man kann also vor oder nach der Woche noch die Hauptstadt erkunden oder einen Abstecher nach Karnaluks, dem unglaublichen Kurzwarengeschäft, unternehmen.

Ich empfehle und kündige diese Veranstaltung natürlich nur an, nachdem ich mich selbst angemeldet habe und mir mein Platz sicher ist ;=)

Ja, wer nicht so lange warten will und landeskundlich interessiert ist, für den gibt es im Januar / Februar die International WInter Academy. WinterAcademyInformationen zur Winter-Akademie findet man auf der Webseite der Kultur-Akademie und anmelden kann man sich bis zum 28. 12.  2016. per Mail an Liina Junolaine,

Hier beginnt das Programm in Viljandi und ich werde die Anreise für einen kurzen Aufenthalt in Riga nutzen, dorthin fliegen, und dann mit dem Bus über Pärnu nach Viljandi weiter..

Bei beiden Veranstaltungen erhält man neben dem Teilnahmezertifikat auch noch ECTS Leistungspunkte.

Info: ECTS Leistungspunkte

Rückblick: Riga – die Handschuhausstellung im Historischen Museum

Gleich zu Beginn meine Reise ein wollig-optisches Schmankerl: Die Ausstellung „Kūlainis, pērstainis, delnainis…“ oder „Handschuhe, Fäustlinge, Fingerhandschuhe“ im Lettischen Historischen Museum. Ich hatte schon einige Bilder von der Eröffnung sehen können, bei CarlaM zum Beispiel, Nun also sollte ich die bunten Strickereien in echt erleben.

Riga, Museum of National History
von wikipedia.org / by Lvova Anastasiya (Львова Анастасия, Lvova) – Own work, CC BY-SA 3.0

Das Lettische Historische Museum im Zentrum Rigas ist in einem ehrwürdigen alten Bau untergebracht, wirkt ein wenig staubig, aber, so sage ich mal: im Gegensatz zu dem neuen Nationalmuseum Estlands (dazu später) bekommt man hier viel zu sehen! Nun also die Handschuh-Ausstellung !

Ausstellungsplakat

Voller Vorfreude stieg ich die Treppen hinauf und ich sah einen Schatz. Erst einmal die Sonderausstellung „Die Letten: Eine Interpretation„, ein Rückblick auf die erste ethnografischen Ausstellung in Riga 1896, und dann die kleine feine Zusammenstellung, die ich hier zusammen mit Bildergalerien vorstelle.

In einem Raum waren Ausstellungswände aufgestellt, auf den Seiten tischhohe Vitrinen mit wunderschönen Beispielen und eine grössere Vitrine im Hintergrund, das reichte für die Woll-Lust.
Meine Kamera hat mich etwas im Stich gelassen, die Bilder sind nicht sehr scharf, leider.

Auf den grossen Übersichtstafeln sind prächtige Exemplare zusammengestellt, immer mit einem Hinweis auf Herkunft und Alter.

In der Ausstellung

Ganz besonders haben mir die verschiedenen Bündchen gefallen, die auf einer Tafel gezeigt wurden:

Und noch einige Handschuhe aus den Vitrinen, die ich in natura bewundern konnte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. März 2017 im Lettischen Historischen Museum zu sehen, einen informativer Einführungstext in englischer Sprache kann man hier lesen.

Museums- Kontaktinformationen

Und noch ein Schmankerl gibt es: Das Museum hat wunderschöne Kalender für die nächsten zwei  Jahre herausgegeben, in großem und in kleinem Format, die kleinen Kalender sind zudem mit einem handgefertigtem Schnürchen versehen.Handschuh-Kalender

also: wer nach Riga fahren kann, sollte fahren!

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